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Rumänien: Unbekanntes Europa - eine Reise in die gute alte Zeit
Birgit:
FR, 22.05.: Berlin - Bukarest - Donaudelta
Um 5.30 Uhr ist die Nacht herum. Ich erbettele mir, noch vor offiziellem Frühstücksbeginn um 6.30 Uhr einen Kaffee und ein Brötchen am Buffet zu bekommen und checke gegen 7 Uhr aus. Meine ewige Sorge, ich bleibe im Stau stecken und verpasse den Flug, ist unbegründet.
Bei Mc Parking am Flughafen Tegel werde ich von zwei Berliner Originalen in Empfang genommen. Offenbar bin ich die einzige, die für die angesagte Ankunft um 7 Uhr noch aussteht, jedenfalls werde ich mit Namen begrüßt und mein Auto darf für die kommenden 11 Tage ganz vorne auf den Frauenparkplätzen Platz nehmen.
Schnell noch das Silberkettchen mit dem Kommunionskreuz meiner Mutter angelegt, das diese mir in Sorge um mein Wohlergehen noch fix nebst eine Knoblauchzehe geschickt hat, und es kann losgehen.
Am Flughafen Tegel ist die Hölle los, Air Berlin hat eine halbe Stunde Verspätung, aber alles läuft ansonsten prima. Der Mittelplatz in meiner Reihe bleibt frei, und so können mein Nachbar, der im gleichen Reiseführer schmökert, und ich uns zwei Stunden lang ausbreiten.
Am Flughafen Bukarest befinde ich, dass er und Tegel sich nicht sehr viel geben, Bukarest hat aber wohl noch die Nase vorn.
Aus mir unerfindlichem Grund werde ich bei Hertz vorgezogen, werde sozusagen nebenbei abgefertigt und persönlich zum Shuttle geleitet. Hat man vielleicht mitbekommen, dass ich diejenige bin, die über Sunny Cars gebucht hat und will es sich mit denen nicht verderben? Immerhin habe ich gegen Aufpreis einen Service gebucht, der mir ein neues Auto und vor allem schnelles Einchecken gewährt. Das soll sich nun wohl auszahlen.
Und was wird es nun für ein Auto? Böse Zungen behaupten, es würde mit Sicherheit ein Eselskarren. Jedenfalls bekomme ich statt dessen einen nagelneuen Hyundai i30 mit 1000 Kilometern und 6 Gängen. Ich hoffe, ich bringe das gute Stück unbeschadet wieder her am Ende des Urlaubs. Ach ja, und Maut sei alles schon bezahlt, darum bräuchte ich mir keine Gedanken zu machen, teilt man mir auf Nachfrage mit.
Und auf geht’s. Nach dem Durchquälen durch den Freitagsnachmittagsstau rund um die Millionenstadt geht es gleichmäßig auf leerer Autobahn dahin Richtung Constanta. Zu beiden Seiten riesige Felder, jedes Feld reicht bis zum Horizont, und der ist weit, denn es ist hier ebenso flach wie in der Prärie Wyomings oder an der Nordseeküste.
Ab Constanta, wo übrigens auch das schon erwähnte Mamaia liegt, das von mir heute aber unbesucht bleibt, kann man immer mal rechts das schwarze Meer sehen, das blau in der Sonne blitzt.
Übrigens wäre durchaus Badewetter, das Thermometer zeigt durchgehend um die 30 Grad an.
Ein kurzer Halt in Babadag, einem Ort mit großer türkischer Bevölkerung. Statt der Moschee fotografiere ich aber lieber die idyllische Kirche, bevor ich mich auf die letzten Kilometer Fahrt ins Donaudelta mache.
Im warmen Nachmittagslicht durchquere ich noch einige Dörfer, in denen alte Männer mit Bärten und die zugehörigen Frauen mit Kopftuch in der Sonne sitzen. Hier kommen mir auch die ersten Pferdefuhrwerke entgegen. Die meisten Häuschen hier sind saniert, nur selten grüßen die Bauten noch in sozialistischem beige-grau, viele Häuser sind mit Stroh gedeckt. Vor den Häusern stehen Bänke, zwischen den Bänken sind Blumen gepflanzt.
Schade, solche Dörfer habe ich später nicht mehr gesehen. Ich hätte doch mal halten und die netten Häuschen mit den vielen Blumen davor knipsen sollen...
Ich halte unterwegs noch einige Mal um die ersten Schilfhalme und Storchennester zu fotografieren, und auch eine Burg, die auf einem Berg inmitten grüner Wiese liegt.
Gegen 19.30 Uhr komme ich in Danuvatu de Jos an, wo es im New Egreta Hotel ein tolles Zimmer mit Balkon und Blick über den Pool und die Arme des Donaudeltas und leckeren Zander gibt. Auch hier werde ich namentlich begrüßt, noch bevor ich grüßen kann.
Mir sind auf der Fahrt hierher schon fast die Augen zugefallen, und so mache ich früh das Licht aus. Morgen sehe ich hoffentlich mehr von der Gegend!
Lohnenswerte Sehenswürdigkeiten: Hübsche Dörfer zwischen Babadag und Danuvatu de Jos, wenn man über die 222 fährt.
Andrea:
Frau Birgit, das ist alles schon mal sehr sehr schön - lustig, dass die dich alle schon kennen ;D
Horst:
Ein bis dahin weißer Fleck auf der Forenkarte wird erobert - na da bin ich dabei.
Sag Bescheid wenn man Kreuz und Knoblauch hochhalten muss. 8)
Paula:
--- Zitat von: Horst am 11. Juli 2015, 07:59:44 ---Sag Bescheid wenn man Kreuz und Knoblauch hochhalten muss. 8)
--- Ende Zitat ---
Das ist gut Horst :totlach: :totlach: :totlach:
Mensch Birgit ich bin ja gerade ein bisschen neidisch auf deinen schicken Wagen, wir haben nämlich in Frankreich auch einen Premiumwagen gebucht und dafür einen Dacia Sandero bekommen!
serendipity:
Das ist aber lieb von deiner Mama ;) - ich hoffe doch, es muss nicht zum Einsatz kommen!
Die Kirchen gefallen mir, sie haben schöne bunte Gemälde an der Fassade, etwas, was wir ja so nicht kennen. Warst du auch drin?
Storchennester liebe ich, da war ich in Marokko total glücklich soviele vor die Linse zu bekommen!
Die Außenanlage deines ersten Hotels sieht ja toll aus - auch der Blick aus deinem Fenster! Darf ich fragen,was du z.B. dort oder überhaupt im Durchschnitt für die Nacht bezahlt hast, Frau Birgit?
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