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Kurz mal nach Chicago

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Andrea:
Ja, stimmt. Beim Lesen und Bildergucken hat man oft nicht die Temperaturen im Sinn und spürt den fiesen Wind nicht. Das mag wohl wirklich der Hauptgrund für den gemäßigten Betrieb am Sears äh Willis gewesen sein.

MisterB:
07.12.2009 - Sightseeing, Shopping, der andere hohe Turm
 
Die Nacht über hatte es ein wenig geschneit, so dass die Gegend leicht unter einer dünnen Schneeschicht lag. Als ich so gegen Mittag auf die Straße trat hatte man schon allerortens mittels massivem Streusalzeinsatz alles weggestreut. Ich glaube, ich bin nur noch über Salz gegangen und nicht mehr über Schnee. Ich wollte heute mal mit ein wenig klassischem Sightseeing anfangen und bin deshalb erst mal ein wenig am Fluss entlang gewandert unter den Brücken durch und habe dabei die Hochhäuser zu beiden Seiten bewundert.

 
Auf Höhe des linken der beiden runden Bienenstocktürme, Marina City, habe ich die Seite gewechselt und mir mal das House of Blues angeschaut. Es liegt neben/unter dem linken der beiden Marina Türme und ist mit seiner großen blauen Leuchtreklame kaum zu verfehlen. Natürlich war noch zu, ich hab mir aber mal die Karte und so das Ambiente hier angeschaut und entschlossen am Abend hier einzukehren, zumal der Aushang draußen auch noch Livemusik für den Abend versprach.

 
Ich bin erst mal wieder zurück auf die andere Seite. Die Brücken scheinen früher alle mal aufklappbar gewesen zu sein. Man kann auf beiden Seiten jeweils noch die großen Lager sehen. Ich vermute aber mal, so wie das aussah, waren die schon seit ewigen Zeiten nicht mehr beweglich.

 
Ich bin so weit gegangen bis der Wacker Drive nen Knick macht und unter der Bahn hergeht. Ab dieser Ecke bin ich der Lake Street entlang immer unter der Hochbahn wieder ein gutes Stück zurückgegangen. Hier waren noch viele kleine Lädchen, Fressbuden und ein paar dicke Hochhäuser, teilweise auch Behörden.

Beim Thompson Center bin ich mal ins Haus reingegangen und stand da in einem riesigen Atrium, das sich über alle Etagen bis zum Glasdach zog. Das war mal ein gigantischer Anblick. Hinten wieder raus auf den Platz bin ich dann ohne es beabsichtigt zu haben direkt in den original „Chicago Christkindelsmarket“ reingerannt, der vor den Daley Center stattfand. Hier wurden dann auch typisch deutsche Köstlichkeiten verkauft. Vom „german schnitzel taste“ bis zum „original Nürnberger Glühwein (german hot spicy wine)“ gabs hier alles. Und natürlich viele kitschige Buden mit viel Tinnef. Unglaublich. Blues Brothers Fans werden das "Daley Center" und die "ehrenwerte Richard M Daley Plaza" bekannt vorkommen, denn dieser Platz war das, wo die Blues Brothers am Ende des Filmes hingefahren sind und in die Behörde gestürmt sind.

 
Ich hab das Marktgeschehen einmal überquert und stand dann auf der Dearborn Street / Ecke Randolph Street gelandet.

 
Der Puma-Store, wo ich als nächstes hingekommen bin, hatte jetzt nicht so viel was mich angesprochen hätte. Dafür wars von hier auch nicht mehr weit bis zu Macys. Der riesige Block "Marshals Field" ist komplett Macys. Nachdem das Macys in New York ja das größte Kaufhaus der Welt ist, werben die hier damit, das sie das zweitgrößte sind. Da bin ich denn mal rein und hab den Shopping-Teil für heute eingeläutet. Ich kann ja an den ganzen Regalen mit Levis Jeans für 29 bis 39 Dollar einfach nicht vorbei gehen. Ein paar Hemden und sonstige Accessoirs haben noch den Weg in meine Tüte gefunden und schwer bepackt bin ich dann von hier ins Hotel marschiert.

Nach ein wenig die Beine hochlegen hab ich mich aber wieder aufgemacht und bin zur Magnificent Mile gegangen. Allerdings nicht weiter durch sondern die erste Gelegenheit nach der Brücke genutzt nach rechts in Richtung des Navy Pier zu gehen. Das war dann auch noch ne ganze Ecke. Ich hatte die Entfernung doch grob fahrlässig unterschätzt. Naja. Irgendwann war ich dann doch da und hab mich da rein begeben. Dieses Navy Pier ist im wesentlichen ein seeeehr langes Haus, welches man ins Wasser reingebaut hat, was heute mit allerlei Vergnügungs- und Fress-Möglichkeiten ausgestattet ist. Gegen Ende hin gibt noch nen riesigen Veranstaltungssaal und das Riesenrad, Kettenkarusell und Minigolf dürfen auch nicht fehlen.

 
Ich gehe mal davon aus, das es im Sommer (wenn auch der openair-Biergarten auf hat) deutlich mehr Betrieb hat, jetzt hier und heute war alles ziemlich leer und ausgestorben. Auch draußen war nix los. Ich hab mir im Schnee vorn Riesenrad fast alleine die Füße vertreten.

Nun ja. Man war mal da, viel mehr kann ich aber auch nicht ins Büchlein schreiben.

 
Zurück hab ich erfreulicherweise nen Bus bekommen, der zwar laut eigener Beschilderung garnicht hatten fahren sollen, aber egal, ich war froh ein paar Meter gespart zu haben. Zurück an der Mag Mile bin ich da raus und hab mich noch ein wenig ums Shoppen gekümmert. Meine erste Station hier war die Nike Town. Allerdings muss ich hier sagen, das ich doch ein wenig enttäuscht war. Die hatten echt nicht viel Auswahl. Da fand ich in New York den Laden spannender. Weiter die Mile hoch ist alles vertreten, was man immer schon (nicht) haben wollte. Von Adidas über H&M aber auch die nobelsten Juweliere, alles hier an der Mile vertreten.

 
Irgendwann steht dann mitten auf der Straße ein kleines Häuschen, mit nem hohen verschnörkelten Schornstein. Das ist der alte Watertower. Der historische Wasserturm und Wasserpumpstation. In dem Gebäude der Pumpenstation ist übrigens ne dicke Touri-Info drin, wo man viele Touristeninformationen, Heftchen und Flyer bekommen kann. Hier bin ich kurz noch nach rechts abgebogen. Ich dachte das nahe Museum Of Contempory Art hätte noch ne interessante Außeninstallation irgendwo aufgebaut. War aber nicht. Von hier oben eine Straße weiter steht man vorm Hancock Tower. Dem anderen Hochhaus mit Aussichtsplattform in Chicago.

Auch hier bin ich mal hoch, weil so gut wie kein Betrieb war. Der Hancock Tower ist insofern anders wie das Skydeck vom Sears Tower, als er an nem anderen Platz steht und man hier zum einen Ecken sieht, die von Sears schwer einsehbar sind ( Navy Pier ), zum anderen man einen anderen Blick auf die Hochhausschluchten des Zentrums hat und zum letzten, das man hier nen Audio Guide bekommt, der einem erzählt, was man gerade aus Fenster XYZ so sehen kann. Kann jetzt garnicht genau sagen, welcher von beiden mir besser gefallen hat. Gut sehen kann man von beiden.

 
Nach ausgiebigem Fotoshooting bin ich wieder runter und habe unten im Turm das Shopping wieder aufgenommen. Unten im Hancock Tower drin ist noch ein großer North-Face Laden und ein großer Best Buy (der Best Buy ist sowas wie der amerikanische Saturn). In beiden Läden hab ich noch zugeschlagen. Im Best Buy musste meine Amex Karte dann sogar noch von der Kassiererin extra telefonisch autorisiert werden. Hm. Hab ich etwa zuviel geschoppt ?

Unten im Hancock drin ist übrigens noch die „Cheesecake Factory“, die laut Reiseführer aber weniger für Käsekucken als für die verdammt besten Steaks in Chicago steht. Jetzt hatte ich mir endgültig die Füße für heute plattgelatscht und ich hab mich mit meinen Tüten zurück ins Hotel begeben.

 
Den Abend beendet habe ich im House Of Blues. Wenn man mal drin ist, dann hat man mehrere Möglichkeiten. Entweder man entert den Souvenir Shop, geht in die große Veranstaltungshalle (da spielte heute Abend auch ne Band), geht in die Lounge (geht aber nur, wenn man House-Of-Blues-Clubmitglied ist) oder man geht ins „normale“ Restaurant. Dort gibt’s auch ne Bühne und da haben auch so ab 22 Uhr 3 bis 4 Herren den Blues gespielt. Alles so ne Mischung aus Blues-Brothers und BB King. Konnte man sich sehr gut anhören. Getränke kamen schnell, das Sam Adams war gut. Nur das Essen war nicht so berauschen. Also nur wegen dem Futter muss man hier nicht hin. Wenns das ganze Paket "Ambiente inklusive Livemusik" sein soll, isses ganz OK. Wobei ich denke, das es bestimmt in Chicago keinen Mangel an Musikkneipen geben wird, die deutlich besser als das House of Blues sind.

 
Später im Hotel hab ich mich noch damit beschäftigt meine Einkäufe in meine Taschen zu packen und mich abreisefertig zu machen und bin spät ins Bettchen.


MisterB:
Und zum Scluß noch in den Zoo.

So dann mal schnell noch den letzten Tag hinterher .....

08.12.2009 - Zoo und eingeschneite Abreise
 
Heute sollte nicht mehr viel laufen. Ich hab bis auf den letzten Drücker gepennt und bin so gegen 12 Uhr auf die Straße. Gepäck hab ich im Hotel untergestellt und mich für gegen 15 Uhr wieder avisiert, das ich es abholen werde. Mein Flug ging um 19 Uhr, so das ich damit ausreichend Zeit hätte.

Ich bin dann nochmal Richtung House of Blues gegangen und jetzt mal zwei Blocks weiter und stand schon vorm Hard Rock Cafe. Da auf der Kreuzung gibt’s noch nen großen McDonalds und das Rainforest Cafe (was ist das eigentlich ?). Ein paar andere Läden, die in den Touristenflyern beworben werden, waren auch auf der Ecke, das Chicago Chop House zum Beispiel.
 
 
Im HRC hab ich das obligatorische T-Shirt eingesackt und mich dann in Richtung der nächsten UBahnstation aufgemacht. Die Red Line habe ich gefunden und bin damit bis zur Station "DePaul University" gefahren. Ich wollte in den Zoo. Ich fand den Gedanken an einen verschneiten Zoo, der auf Winterbetrieb läuft ganz reizvoll. Die Station "University" war jetzt an der Red Line das einzigste, was irgendwie in der Nähe des Zoos war. Trotzdem musste ich noch ne ganze Ecke laufen, bis ich den Zoo später dann mal erreicht hatte. Den Rückweg wollte ich irgendwie anders machen, das wär mir nochmal zu weit.

Beim Marschieren kommt man auch, man befindet sich ja fast schon in einem äußeren Bezirk der Stadt, an Siedlungen mit kleinen netten Häuschen im Grünen vorbei. Ganz im Kontrast zu den Betonburgen in der Stadt.

 
Am Zoo dann angekommen habe ich festgestellt, dass der Begriff „Public Zoo“ wörtlich zu nehmen ist. Der Zoo ist für jeden offen und kostet keinen Eintritt. Hier vom Eingang aus bin ich erst mal ein wenig rumgegangen und hab mich etwas orientiert. Auf die Becken mit den Seelöwen und Robben bin ich direkt gestoßen. Die waren auch draußen und hatten Spaß im Wasser.

Das nächste große Gebäude in meiner Nähe war das Löwenhaus. Von den Löwen und Tigern war natürlich keiner draußen im Schnee. Das hatte ich aber auch nicht erwartet. Die lagen drinnen sehr fotogen faul auf ihren Plätzen. Hin und wieder wurde mal ein Auge aufgemacht und in die Umgebung gespäht, das wars aber auch schon mit der Bewegung.

 
Als nächste Station habe ich dann das Affenhaus gewählt. Hier waren in vielen verschiedenen „Lebensräumen“ ein ganzer Haufen unterschiedliche Affen zu sehen, die sich alle doch recht aktiv mit irgendwas beschäftigten. Ich hatte irgendwo gelesen, das der Zoo auch sehr bekannt sei für die Primatenforschung. Das war allerdings nicht hier im Affenhaus. Ich habe dann gesehen, das es auf einem anderen Fleck auf dem Zoogelände noch ein riesiges Areal nur für Gorillas und Schimpansen und Orang Utans gibt.

Da bin ich dann noch hin. Hier war gerade eine kleine „Trainingssitzung“ für den Silberrücken-Obergorilla. Man was ne Kante. Eine Tierpflegerin machte mit ihm ein paar Übungen und er bekam für jede gelungene Aktion irgendwelche Leckerchen (ganze Salatköpfe, die er dann mit einem Happs verspeist hat).

Die anderen Affen, alles auch etwas größere Exemplare, haben sich in der Zwischenzeit mit Spiel und Spaß beschäftigt. Die sind regelmäßig rausgerannt und haben Schnee reingeholt und dann damit rumgespielt. Sehr lustige Aktion.

 
Nachdem ich genug gesehen hatte, hab ich mich so langsam auf den Heimweg gemacht. Im restlichen Zoo draußen tobten noch unendlich viele Eichhörnchen rum, die einen in der Hoffnung auf was zu knabbern auch hartnäckig verfolgt haben.

Ich hab mich jetzt auf dem unteren Teil des Zoo hinausbegeben und bin entlang der Clark Street und North Avenue Street dann zur Station "Sedgwick" gegangen. Das war jetzt allerdings auch deutlich  weiter wie geplant, aber immer noch kürzer als der Hinweg.

 
Ich hab dann auf den Zug gewartet. Tja. Als ne Viertelstunde rum war, wurde ich stutzig. Hab dann mal ein wenig die Schilder in meiner Umgebung gelesen und festgestellt, das ich ne Station erwischt hatte, wo der Zug nur in der Rush Hour hält. Plöööd. Also musste ich auf die andere Seite, den Zug dort nehmen, zwei Stationen in die falsche Richtung fahren und dort in die Red Line um wieder zurückfahren zu können.

 Das war natürlich alles etwas zeitaufwändig und ich hab auch die avisierten 15 Uhr fürs Gepäckaufnehmen nicht so ganz halten können. Irgendwie ist aber alles andere dann wieder recht schnell gegangen, so das ich gegen 16 Uhr in der Bahn zum Flughafen war und dort auch kurz vor 17 Uhr eingetroffen bin.

Checkin war super schnell. Ich war der Einzige. So war ich hinterher doch viel zu früh am Gate. Zwei Stationen weiter war ne Sky Sports Bar und da hab ich mich niedergelassen.  Als ich dann so gegen 19 Uhr 30 wieder an meinem Gate aufgetaucht bin und das erste Mal seit 2 Stunden aus dem Fenster geschaut habe, war die Überraschung groß. Eingeschneit !

Es hatte irgendwie von jetzt auf gleich angefangen zu schneien und damit den Flughafen in ein mittelschweres Chaos gestürzt. Mit jeder Runde wurden draußen die Räumfahrzeuge etwas größer.

Als einigermaßen pünktlich das Einsteigen dann losgehen sollte, war ich noch guten Mutes. Sollte es doch noch gutgehen ? Nein sollte es nicht.

Wir sind dann ca. 2,5 Stunden und drei Enteisungsversuche später doch mal losgerollt und durften den Flughafen noch als eine der letzten Maschinen verlassen, bevor da dann ganz Land Unter war. Puh! Glück gehabt.

 
Der Flug war in der ersten Stunde sehr holperig, aber OK. Die Maschine war halb leer. Jeder hatte eine Sitzreihe für sich. Die 8 Stunden sind recht schnell vorbeigegangen und wir sind anstatt um kurz nach 10 dann am nächsten Tag gegen 13 Uhr in Frankfurt gelandet.

Und somit war Chicago auch Geschichte. Schön wars.  Ich kann die Stadt für so nen kurzem Abstecher voll und ganz empfehlen.

The End

Andrea:
Danke für den Bericht über die Stipvisite in Chicago! Hat mir gut gefallen, allerdings fehlte mir der Besuch beim Startpunkt der Route 66... Warst du dort schon einmal, passte es dieses Mal nicht oder ist das für dich kein must see?

MisterB:
Wusste ich damals nicht.
War auch nur mit einem rudimentären Reiseführer ausgestattet und hatte mich nicht umfassend vorbereitet.
Zumindest das Schild hätte ich mal fotografiert. Ist laut Google maps nur eine Kreuzung weiter als die Silberbohne.

Gruß
Bernd

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