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Südnorwegen Mai/Juni 2016 Ein ungewöhnlich schöner Frühsommer in Norwegen – oder

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stefunny:

--- Zitat von: Susan am 21. Juli 2016, 13:16:13 ---Weiterhin tolle Eindrücke und Bilder aus Norwegen - da komme ich glatt in Stimmung zum Losfahren.  ;D


--- Zitat ---Einige Wohnmobile fahren hier mit 20 runter, ja, es ist kurvig, aber das muss doch echt nicht sein.
--- Ende Zitat ---

Das hat nicht unbedingt was mit den Kurven zu tun, sondern mit  Fahren im niedrigen Gang um die Bremsen zu schonen. So ein Dickschiff kriegt bergab einiges an Schwung und wenn man da ständig auf der Bremse steht, kanns Qualmen anfangen. Nach einer solchen Erfahrung in unseren ersten WoMo-Jahren, sind wir da auch recht vorsichtig. Wir fahren dann bei Gelegenheit auch mal rechts ran um eventuelle Schlangen hinter uns vorbei zu lassen.  8)

--- Ende Zitat ---

Das waren auch ganz kleine Womos. Ja rechts ranfahren ist super, nur leider machen wir das auch oft für Fotos, dann sind sie wieder vor einem.  Eni Teufelskreis.  >:D :) :)

stefunny:
Tag 16 – Dombås, NO – Lærdal, NO – 09.06.2016 – Donnerstag

In der kleinen Hütte haben wir echt gut geschlafen, das breite Bett war eine Wohltat. Und wieder mal war es super leise.

Nach dem Frühstück packen wir zusammen und fuhren nach Süden auf der E6. Wir machen einen Abstecher, dieser ist aber eher langweilig, eine Serpentinenstraße, aber oben ist nichts Besonderes.

Wir sind auf der Suche nach einem kleinen Hike für den heutigen Tag.

Wir fahren durch den Ort Otta und biegen dann auf die 15 ab, entscheiden uns aber, nicht auf der großen Straße zu fahren, sondern immer am Vågåvatn-See entlang auf einer kleinen Straße.

Das ist eine schöne, entspannte Fahrt, immer wieder haben wir schöne Blicke auf den See. Es reiht sich ein Hof an den anderen, sehr idyllisch.

In Lom angekommen, besuchen wir die Stabkirche aus dem 13. Jahrhundert. Schöner Bau. Von innen besichtigen wir die Kirche nicht, sonst würden wir verbrennen. Zudem sind dort etliche Kinder- und Rentnergruppen drin.



In Lom startet auch die letzte Landschaftsroute, die wir auf dieser Reise fahren werden, und zwar geht es über das Sognefjell. Die Straße 55 führt von Lom nach Gaupne.

Ein Teil der Straße ist erst vor kurzem vom Schnee geräumt worden, normalerweise ist sie von November bis Ende Mai gesperrt.

Erst gehen wir aber in Lom ist ein großes Besucherzentrum des Nationalparks Jotunheimen. Dort nehme ich mir einige Infos mit, man weiß ja nie, eventuell kommen wir noch mal wieder.

Dann fragen wir die Mädels, die hier arbeiten, ob sie uns einen Hike empfehlen können. Nicht so richtig, die scheinen selber nicht zu wandern. Sie geben uns die Karte mit, so schlau war ich auch schon. Alles, was sie uns sagen, hört sich so an wie bla bla, keine klare Aussage, welchen Hike man denn nun gehen kann, mit schönen Aussichten oder gar einem Wasserfall oder so.





Na, dann gucken wir eben selber, wir werden schon was finden.
Wir fahren dann mal nach der Karte und halten da an, wo wir einen Hike vermuten, steigen aus und laufen los.
Leider erst mal auf einer Schotterstraße und natürlich bergauf, dann geht es nach ca. 1,5 km rein ins Gebüsch, der Pfad wird schmaler und schöner. Wir sehen ganz viel Elchkacke, aber leider keinen Elch.
Wir erreichen einen Wasserfall, auf den man aber keinen richtig guten Blick hat, dann drehen wir wieder um, immerhin haben wir uns für 1-2 Stunden bewegt.

Zurück am Auto essen wir erst mal was und fahren dann weiter auf der Landschaftsroute. Jetzt geht es immer höher hinaus, wieder auf über 1000 Meter. Es liegt auch wieder Schnee und es ist hier oben deutlich kälter als noch in den Tagen zuvor auf den anderen Bergen.
Es ist wieder traumhaft schön hier oben, wir machen etliche Bilder.







Am Turtagrø Hotel müssen wir uns entscheiden, ob wir über einen weiteren Pass, der mautpflichtig ist, nach Øvre Årdal fahren, oder weiter am Sognefjord entlang auf der 55 bleiben.



Wir fahren über den Tindevegen Pass nach Øvre Årdal. Die Straße ist schön, aber auch nicht schöner als die 55 zuvor.

Wir bereuen es schon fast, nicht noch weiter am Sognefjord gefahren zu sein, aber es ist, wie es ist.

Wir kommen in Øvre Årdal an und der Tag neigt sich auch schon wieder dem Ende zu. Zeit, eine Hütte zu suchen.

Nach Øvre Årdal wollte ich eh, denn dort gibt es einen großen Wasserfall, angeblich mit auf einem nur 1 km langem Weg zu erreichen. Das wäre doch noch was für den heutigen Abend oder den morgigen Tag.

In Øvre Årdal gibt es auch einen Campingplatz mit Hütten, also fahren wir dort mal hin.
An der Rezeption steht ein Schild, wir sollen anrufen, das können wir ja jetzt schon.

Der extrem unsympathische Typ kommt dann auch mit dem Motorrad – vom 125 Meter entfernten Haus – angefahren.
Er zeigt uns seine Hütten, die aber alle sehr in die Jahre gekommen sind und extrem nach Muff und Rauch reichen. Dann zeigt er uns noch die Laundry, in der Maschine lag noch feuchte stinkende Wäsche drin.

Wir sagen, nein danke, er ist irgendwie angepisst.

Der Vettisfossen ist hier ganz in der Nähe, also fahren wir mal auf der Straße weiter. Plötzlich endet die Straße, auf meiner Karte sollte sie noch weitergehen, im Prinzip fast an den Vettisfossen ran.
Es ist hier auch ein Wasserfall, der schon recht beeindruckend ist, aber eben nicht der Vettisfossen. Zudem muss man hinwandern, und das länger als 1 km, nämlich 7 km One Way, das ist uns jetzt für den heutigen Abend leider zu weit.



Nun steht immer noch die Frage der Übernachtung im Raum, hier in Årdal ist nichts mehr, nur noch ein Hotel, das von außen schon nicht sehr gut ausschaut.
Ich sehe auf der Karte, dass wir nicht weit weg sind von Lærdal, also verbringen wir eben noch eine Nacht dort.

Gesagt, getan. Vorher müssen wir leider noch vor dem fast 7 km langen Fodnestunnel wegen einer Baustelle ca. 30 Minuten warten.

Gleich hinter dem Tunnel ist schon der Campingplatz, wir kennen uns ja jetzt schon aus. Wir fragen nach einer Hütte, es ist eine frei. Super, dann nehmen wir die.

Zudem gibt es eine große Laundry, wo wir erst mal unsere Wäsche waschen.

Am Abend gehen wir noch mal zum Fjord, es ist merklich kälter heute hier als noch vor drei Tagen, aber der Himmel schaut auch besser aus.



Im Zimmer recherchiere ich noch für den planlosen nächsten Tage etwas, damit wir eine To-do-Liste haben.

Fakten des Tages:
Route:    Von Dombås bis Otta, über das Sognefjell nach Øvre Årdal, zum Schlafen noch weiter nach Lærdal.
Wetter:    heiter bis wolkig 6°- 18°
Sights:    Songefjell
Wanderungen:    kleiner Hike im Sognefjell
Restaurant:    selbst gekocht - Nudel mit Tomatensauce.
Unterkunft:    Lærdal Ferien und Freizeitpark
Kosten:
Unterkunft:    NOK 949 / 101,86 €
Restaurant:    -
Selbstverpflegung:    -

stefunny:
Tag 17 – Lærdal, NO – Stavn, NO – 10.06.2016 – Freitag

Wieder mal hatten wir eine erholsame und ruhige Nacht in der Hütte.

Wir folgen heute der E 16 bis Borgund, das alles auf dem historischen Weg, der viel schöner ist, als durch die Tunnel zu fahren. Leider kann man solche Ausweichrouten nicht öfter fahren.

Unser Auto ist ganz schön dreckig, stellen wir fest, eine Waschanlage wäre mal was, bis wir eine finden, muss diese herhalten. Der grobe Schmutz geht aber leider nicht ab.



Die Strecke führt an einem reißenden Bach entlang, über den alte Brücken verlaufen. Wie so oft, fehlt leider häufig die Möglichkeit, einen Fotostopp zu machen.



In Borgund steht ein schöne Stabkirche, diese soll die Kirche sein, die am besten erhalten ist von den 28 Stabkirchen, die noch in Norwegen zu finden sind. Sie stammt, wie die meisten Kirchen dieser Art, aus dem 13. Jahrhundert.



Auf dem Parkplatz des großen Besucherzentrums stehen drei Reisebusse, das ist uns viel zu voll hier. Wir machen ein paar Bilder und fahren dann weiter.

Ich suche uns kleine Wege aus für die weitere Fahrt, oberhalb des Slidre- und Strandefjordes. Hier gefällt es uns sehr gut, die Straße ist teils Schotter und außer uns sind nur ein paar Radfahrer unterwegs.

Zeit für ein Picknick. Die Sonne scheint heute immer noch sehr schön, aber es ist etwas kühler als die letzten Tage, aber mit 15-17° immer noch sehr angenehm.

Wir lassen uns einfach treiben, haben kein bestimmtes Ziel für den Tag, halten da an, wo es uns gefällt, machen Bilder oder auch nicht.

Dann erreichen wir den Ort Fagernes, hier ist es wieder voll, am Strandefjord. Es gibt sogar eine Art Promenade und eine kleine Insel. Das Thon Hotel, welches teuer ausschaut, steht direkt am Fjord.





Wir vertreten uns etwas die Füße und laufen auf die kleine Insel rüber, dann suchen wir uns im Ort noch ein Klo und kaufen im Supermarkt ein Eis und Wasser.
Wir lassen den Ort schließlich hinter uns und fahren auf die 51 in Richtung Tisleidalen.

Die Landschaft ist plötzlich ganz anders, es geht wieder über einen Berg, diesmal aber ohne Schnee. Eher ist die Landschaft durch Wälder geprägt, zwischen den Bäumen wächst viel Moos und Flechten.



Da wir noch Lust auf einen kleinen Hike haben, bleiben wir in Metubba stehen und folgen einfach einem Wanderweg-Schild.
Der Weg führt durch ein moosiges und sumpfiges Gebiet, wir springen immer mal wieder über einen kleinen Bach oder eine kleine Anhöhe hinauf. Da wir schon fast oben auf dem Berg sind, kann es zum Glück nicht zu steil werden. Wir laufen ca. 3,5 km und drehen dann um.

Dann fahren wir den Berg wieder runter und erreichen Gol, hier wollten wir die Nacht verbringen. So dachten wir. Als erstes halten wir an einem Hof an mit einem Schild „Hytter til leie“, die Frau sagt, sie hätte keine Hütten, nur ein Apartment für 1000 NOK mit einem tollen Blick über den Fjord. Ist uns zu viel für ein Appartement, daher fahren wir mal weiter.



In Gol, in der Stadt angekommen, spielen wir mal wieder das typische Spiel. Der Norweger baut ein Hütten-Hinweis- Schild auf mit einem Pfeil drauf auf und wir müssen versuchen, den Weg dahin zu finden. Es gibt aber an keiner Kreuzung keinen einzigen Hinweis mehr. Das Spiel macht uns keinen Spaß.

Wir fahren dreimal durch den Ort und folgen praktisch jeder Straße einmal. Hütten finden wir keine.

Mario sieht in einer Straße ein Schild stehen, wo was von Hütten drauf steht. Leider ist diese Straße gerade gesperrt, da in einem Hotel hier gerade ein Porsche-Treffen stattfindet. Wir suchen nach einem Parkplatz und gehen zu Fuß zum Hotel und wollen nachfragen, aber alle sind hier beschäftigt und keiner weiß was von Hütten.

Auf dem Schild steht auch nicht mehr als der Name der Hütten: „Pers Resort Hytter“. Die Hütten gehören zu einer Art Freizeitpark und zu einem Resort Hotel. Vom Bild des Plakates her müssen die am Wasser sein und da finden wir sie dann auch.
Es schaut hier nicht so aus, als ob an Touristen vermietet wird, es ist alles verwahrlost und Müll liegt rum. An der Ecke zur Zufahrt ist ein Asylantenheim. Die Cottages sehen auch so aus, als würden sie von Flüchtlingen bewohnt. Es laufen viele kleine Kinder rum und vor vielen Hütten stehen massig Räder rum. Einige Typen lungern rum und telefonieren.
Dann drehen wir mal wieder um, hier finden wir wohl keine Hütte.
Im Ort gibt es noch ein Best Western Hotel, aber das schaut von außen auch merkwürdig aus. Eher wie eine Absteige.

Wir fahren aus dem Ort wider raus, und an der nächsten großen Straße finden wir einen riesigen Campingplatz, schon fast zu groß. Wir fragen trotzdem mal nach einer Cabin, es gibt eine für 6 Personen und 1400 NOK. Das ist uns zu viel, wir brauchen ja nicht so eine große Hütte, zudem ist hier auf dem Platz der Bär los.

Dann folgen wir dem nächsten Schild zum „Gol Hyttegrend“, hört sich doch gut an, die Straße geht rauf auf den Berg, tolle Gegend. Leider ist beim Hyttegrend kein Mensch anwesend und die Hütten schauen auch so aus, also ob sie schon einige Jahre nicht mehr vermietet worden sind.

Ach naja, es ist ja erst halb 8 Uhr, wir finden schon was.

Wir halten wirklich an jedem Campingplatz an am heutigen Abend, es sind noch so
zwei oder drei, aber keine der Hütten sagt uns zu oder sie sind schon belegt.
Dann sehen wir zwei Hütten etwas oberhalb der Straße, die schauen toll aus, an der einen steht ein Schild „frei“ an der anderen „belegt“.
Aber wem gehören die denn wohl.
Fragen wir mal beim Stavn Campingplatz, die Frau hat selber keine Hütten frei, aber sie sagt uns, dass der Besitzer der Hütten noch weiter oben wohnt, wir sollten einfach mal anklopfen.

Das machen wir. Der nette Typ kommt raus, er ist sichtlich angesäuselt, er meinte, er schaut Fußball, heute beginnt wohl die EM. Er sagt, er mag die Deutschen und, wir können die Hütte für eine Nacht mieten. Er gibt uns den Schlüssel und meint, wir sollen erst mal gucken. Er will 800 NOK in Cash dafür haben.

Wir gucken also und sind schwer begeistert, die Hütte ist riesig, es können sicher 7 oder 8 Leute darin übernachten. Neben zwei Schlafzimmern unten ist der Dachboden komplett ausgebaut mit Betten. Richtig super ist das hier.

Natürlich gibt es ein Wohnzimmer mit Küche und ein Bad mit Dusche.
Das nehmen wir. Wir fahren wieder hoch, geben ihm die 800 Kronen und lassen uns vom ihm noch mal sagen, wie toll er die Deutschen findet, ob er jetzt nur den Fußball meint oder die Deutschen an sich, keine Ahnung.

Wir bekommen noch die Anweisung, den Schlüssel morgen früh vor seine Tür zu legen und wünschen uns gegenseitig einen schönen Abend.
Wir richten uns häuslich ein und machen uns einen gemütlichen Abend in der Hütte, zu essen gibt es Bratwurst und Salat.

Fakten des Tages:
Route:    Wir starten in Lærdal über die E16, bis Fagerness, dann immer nach Süden bis Gol, dann Stavn
Wetter:    heiter 10° - 15°
Sights:    
Wanderungen:    Metubba kleiner Hike
Restaurant:    selbst gekocht - Bratwurst + Salat
Unterkunft:    Stavn gård og hytter

Kosten:
Unterkunft:    NOK 800 / 85€
Restaurant:    -
Selbstverpflegung:    ca. 100 NOK

Silv:

--- Zitat von: stefunny am 22. Juli 2016, 10:28:42 ---
Wir gucken also und sind schwer begeistert, die Hütte ist riesig, es können sicher 7 oder 8 Leute darin übernachten. Neben zwei Schlafzimmern unten ist der Dachboden komplett ausgebaut mit Betten. Richtig super ist das hier.

--- Ende Zitat ---

"Gut Ding will Weile haben" würde ich sagen.  ^-^

Auf der Hüttensuche lernt man Land und Leute kennen.... ;)

Das Foto mit den Schafen vor dem Wegweiser gefällt mir besonders gut!  ;D

serendipity:

--- Zitat von: Silv am 22. Juli 2016, 12:45:52 ---Das Foto mit den Schafen vor dem Wegweiser gefällt mir besonders gut!  ;D

--- Ende Zitat ---

Mir auch! Wobei ich immer ein Problem habe, meinen Favoriten zu finden, die Abendstimmung vom Fjord ist auch wieder klasse!

Eure Reise neigt sich langsam dem Ende zu und ich werde immer hibbeliger, denn übermorgen geht es endlich los! Ich finde es ganz klasse, dass du den Reisebericht hier gepostet hast, denn wenn ich auch einen schreibe, haben wir zwei mit einer ähnlichen Tour, aber wahrscheinlich doch ganz anders  ;)

Ich glaube, du hast irgendwo geschrieben, dass die Supermärkte nicht so ein großes Angebot haben, wie unsere. Wie sieht es mit frischem Obst und Gemüse aus, also vor allem Tomaten, Gurken, Karotten, Paprika usw.? Auswahl, Qualität und Preis?

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