Allgemeines > Reiseberichte

Südnorwegen Mai/Juni 2016 Ein ungewöhnlich schöner Frühsommer in Norwegen – oder

<< < (19/40) > >>

stefunny:

--- Zitat von: Rainer am 13. Juli 2016, 20:27:56 ---
--- Zitat von: Paula am 13. Juli 2016, 19:42:55 ---dass es abends so lange hell ist finde ich klasse  :)

--- Ende Zitat ---

Das kannst Du noch intensiver haben, ab dem Polarkreis (ein paar Kilometer oberhalb des Orts "Mo I Rana" siehe Wikipedia) geht die Sonne um den 21. Juni herum gar nicht mehr unter! Und je weiter Du dann nach Norden fährst (bis Hammerfest oder weiter), umso größer ist das Intervall um den 21. Juni herum, wo es keine Nacht gibt. Habe ich auch noch nie erlebt und reizt mich erheblich!

--- Ende Zitat ---

--- Zitat von: Paula am 13. Juli 2016, 19:42:55 ---Also ich muss jetzt mal sagen dass ich schwer begeistert bin von der Landschaft, so schön  hatte ich das nicht erwartet! Ich hoffe das Wetter bleibt weiterhin gut, dass es abends so lange hell ist finde ich klasse  :)

--- Ende Zitat ---

--- Zitat von: serendipity am 13. Juli 2016, 18:34:30 ---Klasse! Die Fotos von der Wanderung und vom Plataeu sind sehr informativ.

--- Ende Zitat ---

Die langen Tage waren schon sehr gut, allerdings dauert es dann auch sehr lange, bis man Blue oder Golden Hour hat. Ganz oben, wo die Sonne gar nicht mehr unter geht das wäre sicher auch mal toll, aber so weit sind wir nicht gekommen.

stefunny:
Tag 8 – Levik, Forsand, NO – Haugesund, NO – 01.06.2016 – Mittwoch

Wenn man eine Norwegenreise plant, stößt man immer wieder auf dieselben Infos, egal, ob im Internet oder in Reiseführern. Und zwar geht es um die Norwegischen Landschaftsrouten, das sind in USA die Scenic Drives.

Vor allem im Süden, in den Bergen und im Norden von Norwegen gibt es einige davon.
Eine davon die Straße mit der Nummer 13, genannt Ryfylke, so heißt die ganze Region dort, soll sehr schön sein und viele Highlights bieten. Man kann sich online diese Routen ansehen, dazu gibt es Fotos und kleine Tipps und auch eine Karte dazu.

Ich hatte mir zuvor diese Routen auf meiner großen Landkarte mit einem Textmarker markiert, damit ich wusste, wo es schön sein soll.

Ryfylke startet in Forsand, wo wir uns gerade befinden und geht nach Norden, immer der Bundesstraße 13 entlang, bis sie sich in zwei Strecken aufteilt. Die eine geht höher hinaus und ist zum Teil im Winter gesperrt, die andere führt über den Suldalsvatnet und in Røldal treffen dann beide Strecken wieder aufeinander.

Wir hatten also vor, diese Straße heute zu fahren. Es sollte auch keine Sperrungen geben, also wollten wir über die Berge über Sauda bis nach Røldal fahren.

Es kam dann aber anders.

Das Wetter war heute nicht ganz so gut wie gestern, eher wolkig, aber nicht kalt. Wir frühstückten erst mal, gingen noch mal duschen, wer weiß, wie die nächste Unterkunft würde, denn ab jetzt hatten wir keinen Plan mehr, geschweige denn irgendwas gebucht.

Wir hinterließen die Hütte unaufgeräumt, nach 3 Tagen kann man dann schon mal für die Reinigung bezahlen, es wurden NOK 300 fällig.

Dann folgten wir immer der Bundesstraße 13, die erst mal in Richtung Tau führt, bis wohin wir die Strecke ja schon kannten.

Auf der weiteren Strecke freuten wir uns auf eine wunderschöne Landschaft mit einigen Highlights, aber diese ließen irgendwie auf sich warten.

Es war schön, sicher, aber als herausragende Strecke kann man diese nicht bezeichnen. Man konnte auch noch weniger anhalten als sonst, überall, wo es schön ist, gab es entweder keine Aussicht oder Strommasten standen im Weg.

Wir waren etwas enttäuscht.













Bei Erøy machten wir mal einen Stopp und liefen einen kleinen Hike, den ich noch gestern aus einer Broschüre rausgesucht hatte. Es sollte ein kleiner Rundweg werden, durch den Ort ans Meer und dann zurück durch Wälder, so war es beschrieben.
Wir liefen und liefen, folgten immer den roten Punkten, aber als wir am Ende (Meer) ankamen, ging es nicht mehr weiter. Ein paar Schiffsleute oder Fischer, die dort zufällig waren, sagten uns, dass wir umdrehen müssen.

Nun gut, immerhin hatten wir uns bewegt, der Weg war ganz schön, aber kein mega Highlight. Eher so ein Weg, den man, wenn man im Ort wohnt, am Abend mit dem Hund laufen oder joggen kann.













Dann freuen wir uns mal auf den Wasserfall (Sandfossen), den es hier geben muss, mit einer tollen Brücke drüber, die Fotos sehen toll aus.

Nach unserem Hike und einer kleinen Picknickpause im Auto fuhren wir also weiter, immer der Landschaftsroute entlang bis Sand, wo es den tollen Wasserfall mit der Høse bru geben sollte.
Wir folgten den Schildern, aber hier war weit und breit nichts zu sehen, die Brücke ja, aber kein Hinkommen, es gab einen hohe Zaun, ohne Tore.
Was war denn hier los? Mit uns war noch ein Womo aus D hier, die wunderten sich auch.

Vor lauter Enttäuschung haben wir noch nicht mal die Kamera ausgepackt.

Das war dann wohl nichts, also weiter zum Hafen, denn wir wollten hier die Fähre nehmen zur 520, dem anderen Teil der Ryfylke-Landschaftsroute über Sauda, wo es noch besonders schön sein muss. Wir hofften noch.
Am Hafen angekommen, erfuhren wir, es fährt keine Fähre mehr, man solle die Brücke nehmen, die ca. 20 km südlicher liegt. Na, super.

Jetzt kann mich die Landschaftsroute 13 mal, wir planen um und fahren nach Haugesund.
Wir fuhren also zurück zur Brücke auf die 46, was ewig gedauert hat, und fuhren nicht nach Norden weiter, sondern nach Westen.

Besondere Highlights bot diese Strecke zwar auch nicht, aber die waren auch nicht versprochen.

Immerhin finden wir noch einen Wasserfall, der nicht auf der Karte steht, aber am Straßenrand sichtbar ist.



n Haugesund angekommen, suchten wir einen Campingplatz mit Hütten. Wir fanden auch einen, auf dem uns ein netter junger Mann seine Hütten zeigte. Die waren aber nicht so gut und recht teuer. Da fiel mir ein, dass ich ja noch Choice-Hotel-Punkte hatte und es in Haugesund sicher eine Choice-Hotel geben muss. Der junge Mann gab uns den Code für das Internet, wir holten fix das Notebook aus dem Koffer und 5 Minuten später hatten wir für einige Punkte das wunderschöne Clarion Collection Hotel Banken in Haugesund gebucht.

Das Navi führte uns den Weg dorthin. Ach, war das schön hier, eine richtig gute Wahl. Wir bekamen eine Suite, die zweistöckig war und normalerweise ca. 166 € kosten würde.

Gerade als wir ankamen, wurde ein Inklusiv-Abendessen serviert, es gab Kartoffeln und Schnitzel und Salat und Fisch. Alles sehr lecker.

Wir gingen dann noch zum Rema 1000 einkaufen und verbrachten den Rest des Abends im wunderschönen gemütlichen Zimmer mit einem schönen gemütlichen Bett.

So ging der etwas frustrierende Tag doch noch sehr gut zu Ende. Jetzt haben wir zwar den Rest der Ryfylke-Landschaftsroute nicht gesehen, aber wir werden es überleben. Steht dann auf der Liste für das nächste Mal.

Fakten des Tages
Route:    Levik - Route 13 - Sand 46 neue Brücke bis Haugesund
Wetter:    19° wolkig später 13° wolkig leichter Niesel
Sights:    -
Wanderungen:    Eroy keliner Hike 6km
Restaurant:    Hotel
Unterkunft:    Clarion Collection Hotel Banken - Haugesund

Kosten:
Unterkunft:    -
Restaurant:    -
Selbstverpflegung:    -

serendipity:
Auch wenn nicht alles nach Plan lief, so hattet ihr doch einen schönen Tag und ich bin von der Landschaft einfach fasziniert. Auch die Häuschen mit ihrer Dachbegrünung sind sehr fotogen.

Ich weiß ja,nun, dass ich die Brücke nehmen muss und berichte dann, ob sich der Weg über die 520 lohnt  ;)

stefunny:

--- Zitat von: serendipity am 15. Juli 2016, 06:20:18 ---Auch wenn nicht alles nach Plan lief, so hattet ihr doch einen schönen Tag und ich bin von der Landschaft einfach fasziniert. Auch die Häuschen mit ihrer Dachbegrünung sind sehr fotogen.

Ich weiß ja,nun, dass ich die Brücke nehmen muss und berichte dann, ob sich der Weg über die 520 lohnt  ;)

--- Ende Zitat ---

Soll sich lohnen. bin gespannt auf deinen Bericht.

stefunny:
Tag 9 – Haugesund, NO – Rosendal, NO – 2.6.2016 – Donnerstag

Der heutige Tag konnte ja nur besser werden, wurde er auch und zum Glück auch alle folgenden. Die Nacht war sehr erholsam, wir haben sehr gut geschlafen.

Das Frühstück war hervorragend mit allem, was man brauchte, sogar mit glutenfreiem Brot und Müsli.

So konnte der Tag gut beginnen, es war zwar noch etwas bewölkt und auch nicht ganz warm, aber das war uns egal, wir hatten ja eh mit Schlimmerem wettermäßig gerechnet.

Wir holten das Auto aus der etwas entfernten Parkgarage und verließen Haugesund wieder. Wir waren zwar gar nicht mehr am Hafen oder in der Stadt, aber egal.

Wir begaben uns auf die E134 nach Norden. In Haugesund wurde einiges an Maut fällig, wir wurden einige Male registriert in der Stadt.

Wir fuhren über kleine Dörfer, verließen mal rechts und links die große Straße, um noch mehr von der Landschaft zu sehen.

Es gibt überall schöne Kirchen und alte Bauernhöfe, der ein oder andere hat sogar einen alten Volvo im Garten.

Hier ein kleiner Fjord, da ein kleiner Wasserfall, so ist die Landschaft.











Der Langfoss ist besonders schön und groß, er trifft fast auf die Straße. Hier steigen wir natürlich aus und sehen uns eine Weile um.

Wir gehen nach unten an den Fjord, wo der Wasserfall rauskommt, dort stehen Picknickplätze. Es sitzt ein Paar dort, das zu Mittag isst, wir grüßen freundlich. Die starren uns nur feindselig an und gucken dann weg. Wir hören aber, dass sie deutsch sprechen, was für Trolle. Wir wollten uns schon nicht hinsetzen, nur den Wasserfall ansehen.

Das tun wir dann auch. Mit was für einer Wucht das Wasser runterkommt, einfach unglaublich, wir werden von der Gischt etwas nass.

Dann gehen wir noch weiter nach oben zu einem Viewpoint, auch hier wird man einfach nur nass, mit uns natürlich auch die Kameras, aber da müssen sie durch.









Das war ja schon mal ein tolles Highlight, und wir befinden uns gar nicht an einer der Landschaftsrouten.

Wir fahren weiter, verlassen die 134 für einen Bogen, die Fahrt geht immer an einem reißenden Bach entlang. Das war gut, hierher zu fahren, erstens sind wir die einzigen, die das machen, alle anderen bleiben auf der E134, und zweitens ist es hier wunderschön.

An einer Stelle kommt man ganz nah an den Bach ran, es führt auch eine Brücke drüber, und es gibt einen Wanderweg. Da wir noch vorhatten, später bei Odda zu wandern, sind wir den hier nicht gelaufen, schade eigentlich, der muss echt toll sein, immer an diesem Fluss entlang.







Dann hatten wir genug gesehen und fuhren weiter, kamen wieder auf die E134, dort bogen wir nach einer Weile nach Røldal ab, immerhin, den Ort wollten wir noch sehen.

Nach einigen Tunneln und einer Fahrt immer nach oben stehen wir plötzlich im Schnee.



Wie geil ist das denn. Dann geht es wieder runter ins Tal in den Ort Røldal, hier steht eine der ältesten Stabkirchen Norwegens, sie ist aus dem Jahre 1250.



Wohl nicht so das Highlight, denn außer uns ist hier keiner. Die Kirche wird von allen Seiten abgelichtet.
Am Straßenrand gibt es immer wieder kleine Wasserfälle, unter einem könnte man fast duschen, wenn das Wasser nicht eiskalt wäre.



Wieder auf der 13, die uns nach Odda führt, kommt der nächste Wasserfall, der Låtefossen, auch der fällt von oben runter auf die Straße. Um ein Foto davon machen zu können, muss man sich mitten auf selbige stellen. Nicht so gut geregelt. Hier ist das totale Verkehrschaos, die Parkplätze sind begrenzt verfügbar. Auf der anderen Straßenseite ein paar Kilometer weiter ist noch ein Wasserfall, aber dahin kommt man gar nicht, noch nicht mal zu Fuß.





Dann erreichen wir Odda, eine kleine Industriestadt am Sørfjord. Wir wollen ins Touristenbüro. Hat zu, und das um 16:15 Uhr. Vor dem Haus steht aber ein Mann, der sein Auto wäscht, der fragt mich auf deutsch, was ich denn wissen wolle. Er ist Norweger aber spricht super deutsch, es leben wohl auch einige Deutsche hier in Odda.
Ich sage, wir wollten wissen, was man hier so wandern kann und ob der Hike zur Trolltunga möglich ist.

Er sagt, ja, ist möglich, es liegt aber noch Schnee, somit wird der Hike noch länger dauern als sonst, und das sind normal 10-11 Stunden (24km), also muss man morgen mit 12-13 Stunden rechnen, wir sollten sehr früh losgehen. Zudem gehen ca. 200 Leute am Tag nach oben.

Ich frage ihn noch nach dem Hike zum Gletscher, er sagt, dass der begehbar ist.

Odda ist das „Tor“ zu gleich zwei Nationalparks in der Region, zum Hardangervidda-Nationalpark und zum Folgefonna-Nationalpark.





Was machen wir nun, wir wollen bis morgen überlegen, wie wir weiter vorgehen, aber erst mal wollen wir zum Gletscher im Folgefonna laufen.

Dafür fahren wir ein Stück zurück Richtung Buer. Dort fahren wir, bis es nicht mehr weitergeht und halten an einem Parkplatz. Hier startet der Hike zum Buerbreen-Gletscher.

Es ist mittlerweile schon fast 18:00 Uhr, aber es ist so hell wie zur Mittagszeit, daher kann man gut diese Wanderung starten.

Wir laufen erst mal über eine Kuhwiese, dann geht es nach oben. Über Stock und Stein, wie auch sonst. Mal durch einen Bach, mal dran entlang. Die Bachüberquerungen werden heikler, das Wasser kommt auch immer gewaltiger den Berg runter.

Dann kommen wir an eine Stelle, wo es normalerweise eine Brücke gibt, diese ist aber weggeschwemmt. Ein wackliges Brett soll als Brücke behelfen. Von oben kommt das Wasser unkontrolliert runter. Das ist mir zu heikel. Wir überlegen, ob wir es wagen sollen weiterzulaufen, aber ich bin da echt zu ängstlich, was ist, wenn diese „Brücke“ jetzt zwar hält, aber auf dem Rückweg nicht mehr da ist, oder ich rutsche aus und falle ins Wasser und den Wasserfall runter. Nein. Wir gehen zurück. Außer uns ist auch keiner da, den wir fragen können, ob es möglich ist, zudem sieht Mario auf seinem Smartphone den Weg, der noch einige Male über diesen Wasserfall drüber führt.









Also zurück zum Parkplatz.



Jetzt heißt es eine Unterkunft suchen, wollen wir in Odda bleiben oder weiterfahren. Das ist die große Frage, und wollen wir Trolltunga wagen oder nicht.

Wir entscheiden, dass wir, wenn, dann übermorgen Trolltunga laufen wollen, wir geben dem Schnee noch einen weiteren warmen Tag, um mehr zu verschwinden, und wir haben mehr Zeit zum Überlegen.

Trolltunga ist ein horizontaler Felsvorsprung, der ausschaut wie eine 10 Meter lange Zunge, die sich rund 700 Meter über dem künstlich angelegten Stausee Ringedalsvatnet befindet. Der gesamte Hike ist ca. 24 km hin und zurück, und ca. 1400 Höhenmeter müssen überwunden werden. Man muss ca. 10-11 Stunden einplanen und natürlich auf jedes Wetter vorbereitet sein, zudem muss Proviant für den ganzen Tag mitgenommen werden.

So toll sich der Hike und vor allem das Ziel anhört, umso mehr entscheiden wir uns schon auf dem Weg der Zimmersuche gegen diese Wanderung.
Mario meinte, er war schon nach dem Preikestolen Hike so fertig, bei mir ging es noch, es zahlt sich wohl aus, dass ich oft Sport mache. Ich habe eine gute Kondition, aber die Knie tun natürlich auch weh am Abend.

Aber 20 km oder mehr laufe auch ich nicht zu oft, und wenn, dann hier im Flachland oder mal im Odenwald oder Sauerland. Was mir eher Sorgen bereitet, wäre der schwere Rucksack, nun sind da schon die Kameras drin, von denen man ja auch eine theoretisch im Zimmer oder Auto lassen könnte und nur mit der Sony RX100 und der Sony A7rII aufsteigen könnte, aber für 24 km und 12 Stunden benötigt man sicher 3-4 Liter Wasser /pro Person, was 6-8 kg zusätzlichem Gewicht entspricht, dann noch Essen, das passte gar nicht alles in unseren Rucksack, der eher auf Foto ausgerichtet ist als auf Wandern.

Da muss noch mal was Praktischeres her.

Also, ich habe eben eher ein Problem mit dem Tragen vom Rucksack für so lange Zeit.
Dann noch die Schneefelder, die, wie wir schon an anderer Stelle sahen, nicht mehr sehr stabil sind. Die Verletzungsgefahr wäre schon recht groß.

Diese Überlegungen machen wir während der Autofahrt.

Die Entscheidung ist getroffen, wir machen es nicht. Da wird jetzt auch nicht mehr drüber geredet, es gibt sicher noch was anderes Schönes in der Gegend. Eventuell kommen wir noch mal wieder, später im Jahr, besser ausgerüstet und vorbereitet.

Wir fahren von Odda durch einen extrem langen Tunnel, den Folgefonntunnel, mit 11,4 km einer der längsten bisher auf der Reise. Ich hasse die Dinger, ich werde da immer so müde drin, bin froh, dass Mario fährt.

Ich nicke also die 10 Minuten ein wenig vor mich hin. Wir kommen wieder raus aus dem Tunnel und fragen im nächsten Dorf nach einer Unterkunft. Die Frau vom Campingplatz in Sundal spricht weder englisch noch deutsch, sie versteht trotzdem, was wir wollen und zeigt uns ihre Hütten. Nichts für uns, zu klein und zu alt und stickig.



Wir fragen, ob es noch andere Hütten oder gar ein Hotel gibt, sie sagt: hytter – nein, hotell – ja ja.

Also fahren wir weiter auf der 551, eine schöne Gegend hier, wieder kommt ein Wasserfall auf die Straße gedonnert.




Die nächsten Hütten gibt es in Ænes, auch ein Campingplatz, hier ist keiner da, aber vor einer der Hütten sitzt ein älteres Paar mit deutschem Autokennzeichen.

Ich gehe hin und frage, ob sie wissen, wo der Besitzer ist. Sie sagen, man soll einfach eine Hütte beziehen, der guckt von oben mit dem Fernglas runter und kommt dann schon, spätestens in der Früh ist er da und kassiert. Die Hütten kosten 450 NOK.

Wir gucken uns einige an, 2 Stock-Einzel-Betten, eine kleine Kochstelle mit Kühlschrank und ein Minitisch, zwei Stühle auf der Terrasse, kein Bettzeug. Es riecht muffig.

Die älteren Herrschaften sagen in einem breiten Sächsisch: „Wir hatten schon schlechtere“… ja, das ist schön für sie, denken wir uns nur, wir hatten schon bessere und wollen das auch wieder haben, also fahren wir weiter. Die beiden sagen zwar, es gibt nichts mehr, aber das glauben wir denen nicht.

Wird schon was kommen, zur Not nehmen wir die Fähre und fahren weiter nach Gjerdmundshamn. Aber erst mal nach Rosendal, hier wissen wir mit Sicherheit, dass es zwei Hotels gibt.

Es kommt sogar noch ein weiterer Campingplatz mit Hütten, leider machen die erst morgen auf, sagt uns einer der Dauercamper.

Dann erreichen wir Rosendal, es ist schon 20:00 Uhr, so langsam sollten wir dann mal was finden. Wir gehen ins Rosendal Turisthotell, dort zeigt man uns die Zimmer ohne Dusche und Klo für 1200 NOK oder so, die Zimmer mit Bad kosten ca. 1600 NOK und sind echt sehr klein. Der Mann an der Rezeption meinte, es gibt noch ein Hotel, aber das wäre noch teurer. Ok, stimmt das oder stimmt das nicht. Wir glauben ihm das mal.

Also fahren wir zurück, verlassen den Ort und wollen auf die Fähre nach Norden oder zurück nach Odda. So weit müssen wir aber nicht, denn wir entdecken noch ein Schild mit „Hytter“, also fahren wir da mal hin. Alles schaut verlassen und zu aus, aber da kommt ein Mann raus, wir fragen ihn, ob er englisch spricht. Nein, er spricht sogar deutsch. Allerdings hat er eine Sprechbehinderung, wir verstehen ihn nicht so gut. Nur dass er eine Wohnung hat und die 700 NOK kosten soll. Hört sich toll an, er sagt, wir können gucken, Schlüssel steckt.



Das machen wir, wir fahren runter zum Fjord und dort steht ein Traumhaus. In dem Haus sind drei Wohnungen drin. Ein deutsches Auto steht vor der Tür, wir sehen aber niemanden.

Die Wohnung schaut super aus, alles sauber und gepflegt, zwei Stockwerke mit zwei Schlafzimmern ohne Stockbett.



Toll, das ist genau das, was wir gesucht haben. Wir gehen den Berg wieder hoch und sagen dem Mann, dass wir die Wohnung für eine Nacht nehmen, er bekommt von uns 700 NOK cash, mehr nicht. Er will weder einen Namen noch sonst eine Sicherheit.

Ach, ist das schön hier, nachdem wir alles ausgepackt haben, machen wir uns Nudeln und essen diese auf der Terrasse mit Fjordblick, dann gehen wir noch nach draußen und machen Bilder bis zum Sunset und danach, denn ist sehr lange hell.

Dann fallen wir müde ins Bett. Die Tage können echt lang werden.







Fakten des Tages:
Route:    Von Haugesund über die E134, Abstecher nach Røldal, weiter nach Odda, Gletscher Hike Buerbreen-Gletscher, dann weiter nach Rosendal.
Wetter:    heiter bis wolkig bis zu 24°
Sights:    Buerbreen-Gletscher, Røldal Stabkirche, Langfoss, Låtefossen
Wanderungen:    Buerbreen-Gletscher
Restaurant:    selbst gekocht - Nudlen
Unterkunft:    Apartment Rosendal Nesvegen
Kosten:
Unterkunft:    NOK 700 / ca.80 €
Restaurant:    -
Selbstverpflegung:    -

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln