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Fjord & Fjell 2016 - Mein Solo-Road-Trip durch Süd- und Mittelnorwegen

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Silv:
Ich dachte, mein Bildschirm wäre zu dunkel eingestellt..... Man ist das düster! So ein Wetter braucht man im Urlaub wirklich nicht....  :(

serendipity:
EXKURS: Wie war es denn nun mit dem alleine reisen?

Nun war ich ja nicht das erste Mal alleine unterwegs, aber das erste Mal für drei Wochen alleine mit dem Auto auf einer Rundreise.

Natürlich kamen mir kurz vor Abreise einige Zweifel:

    - Würde ich mich einsam fühlen?
    - Würde mir ein Reisepartner vor allem am Abend fehlen?
    - Wie mit unvorhergesehen Schwierigkeiten  umgehen können?
    - Würde ich mich alleine vor allem abends irgendwo unwohl fühlen?

Ein paar Albträume von  nicht endenwollenden Gängen auf einer Fähre und dinogleichen Riesenfeuersalamandern auf Straßen folgten. Ich nehme es vorweg, ich habe keine  Salamander getroffen - nur herzige Schafe und gelangweilte Kühe.

Und nein, ich habe mich nicht eine Minute einsam gefühlt, ich habe die Abende mit Lesen und bei Möglichkeit in der Natur genossen. Schwierigkeiten gab es einfach keine und einzig ein paar Betrunkene im Hafen von Molde am Abend ließen ein kleines Unwohlsein aufkommen.

Ich musste aber auch lernen, dass ich wirklich alleine bin. Ich rechtfertigte in den ersten Tagen jede Entscheidung vor mir selbst - bis mir wirklich klar war, dass es "meine" Zeit ist, die ich gestalten kann, wie es mir beliebt.

Ab da war alles gut. Ich konnte anhalten so oft und so lange ich wollte, dabei kam es schon vor, dass ich für 80 km fünf Stunden brauchte, weil ich immer wieder anhielt. Das wirklich bescheidene Wetter wäre für Peter ein Reiseabbruchsgrund gewesen. Mir hat das natürlich auch nicht gefallen, etwas höhere Temperaturen und ein paar Sonnenstunden mehr hätten es für mich auch sein können - aber ich fand es nicht sooo schlimm und konnte mir die Wolken oft schön reden, denn auf Bildern wirken sie gar nicht so schlecht ;-)

Auch meine Verpflegung hätte bestimmt niemanden vom Hocker gehauen - aber Norwegen ist nun auch kein Ziel für eine kulinarische Reise.

Ich habe täglich einmal mit Peter telefoniert, meistens abends, wenn ich in der nächsten Unterkunft angekommen war. Hauptsächlich für ihn zur Beruhigung, aber auch ich konnte die wichtigsten Erlebnisse loswerden.

Ich fand unterwegs immer nette Menschen für einen kleinen Plausch, die meisten waren interessiert daran, wie es mir alleine auf dieser Reise geht. Ansonsten rede ich während der Schulzeit so viel, dass ich um die Ruhe wirklich dankbar war.

Mir ist es also wirklich gut ergangen und die drei Wochen gingen rasend schnell vorbei.

Dies wird bestimmt nicht der letzte Solo-Trip gewesen sein. Ostern plane ich eine Woche New York - immerhin war ich fünf Jahre nicht mehr in meiner Lieblingsstadt. Aber erst einmal geht es in den Herbstferien gemeinsam mit meinem Lieblingsmensch für eine Woche nach Rhodos. Dort wollen wir noch ein wenig Sonne tanken vor den langen Herbst- und Wintermonaten. Natürlich haben wir wieder einen Mietwagen und ein Reiseführer liegt auch schon hier. Ich freue mich auf die gemeinsame Zeit dort :-)

stefunny:
und hast du Leute kennengelernt? Da hatten wir ja mal drüber geredet hier im Forum, das es ja alleine einfacher ist, aber ich dneke das immer noch nicht. Aber erzähl mal.

nordlicht:
Och Menno, da haben Dir meine Tips ja so richtig "Glück" gebracht. Tut mir Leid!


--- Zitat von: stefunny am 19. August 2016, 18:36:37 ---und hast du Leute kennengelernt? Da hatten wir ja mal drüber geredet hier im Forum, das es ja alleine einfacher ist, aber ich dneke das immer noch nicht. Aber erzähl mal.

--- Ende Zitat ---
Oh das klingt nach einer interessanten Diskussion, die ich irgendwie verpaßt habe. Ich würde aus meiner Erfahrung nämlich auch sagen, dass man als Einzelreisender wesentlich besser Leute kennenlernt.

Birgit:
Ich glaube ja, das "Leute Kennenlernen" ist eher eine Typfrage:

Wer eigentlich lieber jemanden an seiner Seite hat, weil er nicht so gern allein ist, wird sich allein unterwegs vielleicht mehr ins Zeug legen mal jemanden anzusprechen.

Wer niemanden kennenlernen will, bleibt für sich, halt allein oder zu zweit oder als Familie.

Und wer "im Team" reist und dennoch offen ist, wird auch dann andere Leute kennenlernen, "obwohl" er nicht allein reist.

Und ich glaube, das hat auch etwas mit der Art des Reisens und der Unterkunft zu tun (öffentliche Verkehrsmittel vs. eigenes Auto, Hostel mit Gemeinschaftsküche vs. abgeschlossene FeWo)

Ich fühle mich nicht schnell einsam, obwohl ich viel allein bin und mit anderen für Minuten, Stunden oder Tage zusammen zu sein, hilft auch nicht gegen Einsamkeit.

Ich denke aber, dass Norwegen wahrscheinlich eher ein Ziel ist, an dem man eher für sich ist: Man fährt im eigenen Auto, ist eher Selbstversorger, es gibt keine Pub-Kultur, zufällige Kontakte ergeben sich eher selten schon aufgrund geringer Bevölkerungsdichte... Und ich denke mal, zufällige gewechselte Sätze beim Tanken, beim Einchecken oder Einkauf zählen wohl eher nicht zu "Leute kennenlernen", zumindest für mich nicht...

Für mich als klassischer Alleinreisende ist es natürlich doppelt interessant zu sehen, wie es dir in dieser Hinsicht so ergangen ist, Gabi :)

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