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USA und Hawaii 6 Wochen in 2004

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Paula:
Ich liege mit einer Erkßltung flach, da ist ein längerer Reisebericht eine willkommene Abwechslung  :)
Auf Hawaii freue ich mich besonders, darüber habe ich noch nicht viele Berichte gelesen und mich zieht es ganz stark in den Vulcano N P

Rainer:
War das eigentlich voll in den Nationalparks? Wir waren ein Jahr nach Euch (also 2005) auch zum ersten Mal im Zion und 2007 im Yellowstone (auch im September). Im Zion waren wir im Mai, da war nicht viel los, im Yellowstone 2007 war es natürlich voller, vor allem weil wir am Labour Day dort waren (damals hatten wir aber auch keine Ahnung, ob das was besonderes ist....).

Heute sind die Parks an der Grenze des erträglichen (oder gleich drüber) und "bezahlbare Unterkünfte" in Springdale sind auch sehr rar geworden. Auch Bryce Canyon, Page und Moab (kommt Ihr da noch hin?) sind unfassbar teuer (und voll) geworden. Das werdet Ihr sicher in guter Erinnerung bewahren, wenn es nicht so voll gewesen ist. "Was man hat, das hat man.".

MisterB:
Hallo.
Also ich kann mich nicht daran erinnern das es in den Parks besonders voll war. Außer Yellowstone Yosemite ! Da war damals auch super viel Betrieb. War glaube ich der einzige Park, wo wir bei der Einfahrt in der Warteschlange gestanden haben um rein zu kommen.
Alle anderen Parks war eigentlich nicht viel los.
Grand Canyon haben wir damals mit dem Motorrad gemacht. Da haben wir die Bikes stehen lassen und sind mit dem Shuttle Bus im Park rumgefahren. Das Stück, wo wir den Shuttle Bus haben sein lassen und einfach zu Fuß gegangen sind, war auch kein Betrieb.

10.10.2004 - Grand Canyon Teil 1 - Der Nordrand

 




Eigentlich wollten wir ja heute zum Bryce Canyon durchstarten. Aber nach der ganzen Begeisterung des Typen vom Mexikaner gestern Abend haben wir das verschoben und haben uns heute auf den Weg zum Nordrand des Grand Canyon gemacht. Der "kleine Abstecher" entpuppte sich zwar als Fahrt von, ich glaube, 160 Meilen oder so etwas in der Kante, aber angeblich sollte es sich ja lohnen.

Aus dem Zion Park kann man nach Westen durch einen Tunnel durch die Berge rausfahren. Auf diesem Weg durch den Westteil des Parks kommt man auch noch an ein paar schönen Viewpoints vorbei, die man bei der Gelegenheit unbedingt anfahren sollte. Weiter auf der Straße Nummer 9 geht es Richtung Kanab und Fredonia zum Grand Canyon. In Arizona wird aus der 9 glaube ich die 89.
 
 
In der Nähe von Kanab kann man einen kleinen Abstecher zu den Coral Pink Sand Dunes machen. Dies ist ein Gebiet, das komplett aus Sand und aus Sanddünen besteht. Mitten in der Landschaft ragen plötzlich riesige Sanddünen empor. Es ist zwar schön anzusehen, den Eintritt in den State Park lohnt es jedoch nicht. Von der Straße vorher sieht man den Sand genauso. Uns war aufgefallen, das hier überall Leute mit ATV Mobilen durch die Gegend fuhren. Auch auf den Sanddünen. Leider haben wir auf der Fahrt keinen Verleiher mehr gefunden, sonst hätte wir mal ne Tour klargemacht.

Bevor man den Grand Canyon erreicht, durchquert man in fast endloser Fahrt den riesigen Kaibab National Forest. Die Straße geht fast endlos durch Wald und Wiesengebiet. Alleine hier ist man bestimmt eine Stunde unterwegs. Irgendwann hat man aber dann den Grand Canyon National Park erreicht. Vom Parkeingang bis zum Visitor Center mit Grand Canyon Lodge ist es von hier nicht mehr weit.

 
Und dann steht man plötzlich am Rand des Canyons und bekommt den Mund vor lauter Staunen nicht mehr zu. So ist es zumindest mir gegangen. Der erste Blick auf den Canyon, der scheinbar bis zum Horizont unendlich verläuft, war schon sehr beeindruckend. Rund ums Visitor Center haben wir die Aussichtspunkte aufgesucht und das Panorama auf uns wirken lassen.

Einen Vorteil hat der Nordrand unbestritten : Hier ist kein Betrieb. Diese Ecke liegt so weit ab von den "Touristenpfaden", das sich hier nicht die ganzen Busladungen von Touris verirren. So hatten wir eine recht lockere Zeit hier ohne groß gestört zu werden. Wir haben noch ein wenig einem Ranger zugehört, der etwas über Vögel und besonders Condore erzählte und dann haben wir uns auf den Weg zu den anderen Viewpoints in der Umgebung gemacht. Ach so, aus Spaß haben wir auch mal gefragt, was eine Nacht in der Lodge so kosten würde. OK. wir haben direkt eingesehen, das dies definitiv nicht unsere Preisklasse war (ich meine irgendwas von 180 Dollar im Kopf zu haben).

Wir sind auf dem Weg zurück zuerst zum Imperial Point gefahren. Danach haben wir den längeren Abstecher zum Roosewelt Point bis ganz runter zum Walhalla Overlook / Cape Royal gemacht. Von allen den vorgenannten Punkten hat man beeindruckende Aussichten auf den Grand Canyon. Man sieht von hier in Seitentäler, die vom Visitor Center aus nicht sichtbar sind. Wirklich sehr beeindruckend. Und außerdem ist hier mindestens genauso wenig los, wie am Visitor Center. Man kann ganz in Ruhe die Eindrücke in sich aufnehmen.

Mittlerweile war es schon recht spät und wir haben uns an die Rückreise begeben. Im Park übernachten war eindeutig zu teuer. So wollten wir zumindest aus dem Park, bzw. aus dem National Forest raus und in einem Kaff auf dem Weg übernachten. Wir haben es an dem Abend noch bis Kanab geschafft. Spätestens an diesem Punkt hatte ich keine Lust mehr auf Autofahren und wir haben die Sache für diesen Tag eingestellt. Ein Motel war auch schnell gefunden. Bei einem Laden der draußen schon mit den "Lowest Rates" die man jemals gesehen hat wirbt, kann man doch nicht Nein sagen. Ich glaube der Schuppen hat etwas um Ende 20 Dollar gekostet. OK, es war alt und schäbig, aber sauber und das Bett war gut.

Als Verpflegung hat es nur noch zu einer Drive In Pizza gereicht. Auf dem Weg zum Pizzaladen, sind wir am örtlichen Football-Stadion vorbeigekommen. Da war gerade ein Spiel. Kanab gegen Hintertupfingen, oder so was. Hier schien der ganze Ort versammelt zu sein. Wir haben auch mal ein wenig zugesehen. Die Stimmung war gut, aber ich hatte einmal mehr den Eindruck, das der Durchschnitteuropäer mit diesem Sport einfach nichts anfangen kann.

 

MisterB:
11.09.2004 - ATV Tour - Ganz allein über Stock und Stein

Gestern hatten wir ja schon die ganzen ATV Fahrer gesehen. Wir hatten den Plan noch nicht ganz aufgegeben, so eine Tour zu machen. Deshalb sind wir am Morgen in Kanab mal zur Tourist Info gefahren und haben ein wenig in den Prospekten rumgestöbert. Und tatsächlich war da genau ein Laden dabei. Ein wenig Suchen und schon war der Schuppen am Ortseingang gefunden. Dort hat uns der Mann jedoch sofort mitgeteilt, das er sich nicht an den Sandfahrten beteiligt. Da wären schon zu viele ATVs verreckt. Er hätte aber ne andere Ecke, wo er seine Touren anbiete und er könne uns auch nen netten Preis machen.

Nun, eigentlich war uns das auch recht und wir sind schnell mit ihm über eine 4 Stunden ATV Tour einig geworden. Er hat uns dann den Weg von Kanab nach Duck Creek erklärt und wir haben noch ein Frühstück eingeworfen, bevor wir dort oben eingetrudelt sind. Idealerweise lag der Weg nach Duck Creek auch ziemlich genau in die Richtung Bryce Canyon, wo wir ja eigentlich hin wollten.

Bei der Übernahme der Gefährte dann die große Überraschung : Es kam kein Guide mit. Wir konnten alleine fahren, so wie wir lustig waren. Mit den Worten "OK, ihr habt ne 4 Stunden Tour gebucht. Wir haben jetzt 12. Also wir sehen uns so um 16 Uhr wieder ..." wurden wir verabschiedet. Krass. Wir hatten ne grobe, selbstgemalte Karte der Umgebung bekommen und uns anhand dieser Karte auch im Wald einigermaßen zurechtgefunden. Interessanterweise waren dort im Wald (immerhin ein offizieller Staats-Forest) richtige ATV Wege ausgeschildert, die auch noch in Schwierigkeitsklassen (normal, moderat, difficult) eingeteilt waren.

 
Auf einem der "difficult"-Wege habe ich es sogar geschafft, mit meinem ATV zu verunfallen. Da war plötzlich so ein Versatz in der "Straße", das es mich von Gefährt gehauen hat. Coool.

Klasse war auch die Landschaft, die man teilweise zu Gesicht bekam. An einer Ecke sahen die Felsen so ähnlich aus wie am Bryce Canyon (das sollte ich aber erst am nächsten Tag feststellen). Immer begleitete einen der Überblick über eine fast unendliche Waldlandschaft.

Mitten im Nirgendwo wurden wir von ein paar Leutchen angehalten, die eine Umfrage zum Thema ATV Nutzung im Wald gemacht haben. Das war ne offizielle Sache im Auftrag irgendeiner Touristikvereinigung. Man wollte von uns wissen, was wir uns von Fahren im Wald versprechen, ob unsere Wünsche erfüllt wurden etc. Wir haben uns noch ein wenig unterhalten und als wir sagten, das man bei uns nicht einfach mit den Teilen in den Wald fahren darf, da haben wir recht ungläubige Gesichter gesehen. Das konnte da keiner verstehen.

Nun, ich meine, das Konzept bei denen geht auch nur auf, weil man so viel Wald hat, das man auf Tage keinem Menschen begegnet. Bei uns ist das schon was anderes.

Als wir am Nachmittag unsere Mobile wieder heil abgegeben hatten, waren wir irgendwie genauso dreckig, wie die ATVs selbst. Und groggy war ich. 4 Stunden querfeldein auf so einen Gerät das schlaucht ganz schön. Da passt es, das die Fahrt zum Bryce Canyon nicht allzu lang war. Gegen 18 Uhr waren wir in der Nähe des Parks. Wir haben uns an der Straße in einem großen Laden namens Fosters Motel einquartiert. Hier war es recht günstig und eigentlich konnte es weiter Richtung Park nur noch teurer werden.

Es hat dann noch zu ner Tüte Chips und nem Sixpack aus dem zugehörigen Laden (sonst war auch drum herum nix) gereicht und damit war auch dieser Tag vorbei.


MisterB:
12.09.2004 - Bryce Canyon

Sooo. Nach zweimaliger Vertagung (vorgestern Grand Canyon, gestern ATV) nun endlich am Bryce Canyon angekommen. Nach der Einfahrt in den Park haben wir uns gar nicht erst am Visitor Center aufgehalten sondern sind sofort zu einem der Aussichtspunkte gefahren. Zum Sunrise Point. Von hier aus hat man schon eine tolle Übersicht über die tollsten Gesteinsformationen. Der Blick vom Point war schon fürs erste gar nicht schlecht.

Nach kurzem Studium der Parkkarte haben wir uns dann entschlossen, runter ins Tal zu gehen. Also kurz rüber zum Sunset Point und über den Navajo Trail runter. Auch von unten aus dem Tal gab's von überall super Aussichten auf die bizarren Felsen rundherum. Bis auf die tierische Hitze war bisher alles perfekt.

 
Ach habe ich schon erwähnt, das es schweineheiss war ? Wenn man unten irgendwann auf den Queens Garden Trail abbiegt, kann man nach einer ganzen Zeit wieder Richtung Sunrise Point aufsteigen. Wir haben uns schon viel Zeit gelassen und sind gemütlich wieder an unserem ursprünglichen Ausgangspunkt oben angekommen.

Laut Karte musste man unbedingt zum Bryce Point um den ultimativen Aussichtspunkt-Weltmeister zu erleben. Von hier sollte man diiiiie Übersicht über das so genannte Amphitheater haben. Auf eben dieser Karte sah der Weg vom aktuellen Standpunkt bis zum Bryce Point garnicht weit aus. Ein kleiner verspielter Schlenker ..... und schon ist man da.

Leider war es in Wirklichkeit doch ein klein wenig länger. Immer weiter und weiter schlängelte sich der Weg am Rand des Tals entlang. Aber ich muss schon zugeben, der Blick ins Amphitheater hat später schon dafür entschädigt. Leider hat der Weg aber auch dazu beigetragen, das sich meine gesunde Hautfarbe langsam in ein brutzelndes Rot verwandelte. Mist, Sonnenbrand.

 
Nach getaner Arbeit (fürs zu Fuß gehen war es eindeutig zu warm) haben wir den Rest des Tages aufs Auto vertraut. Was heißen soll, das wir die restlichen (und nicht gerade wenigen) Viewpoints des Parks mit dem Auto angefahren haben. Bei dieser Gelegenheit haben wir auch festgestellt, was so ein richtiger Shuttlebus in Verbindung mit PKW Verbot ein Segen sein kann (siehe Zion Park). Es war nämlich übel viel Betrieb. Teilweise gab's schon fast keine Parkplätze mehr an den einzelnen Punkten. Der Park ist zwar auf dem besten Weg (in Teilen des Parks gibt's nämlich schon einen Shuttlebus), der private Verkehr ist aber weiterhin erlaubt.

Trotzdem waren die restlichen Stellen des Parks auch noch sehr schön. Am späten Nachmittag sind wir dann in Richtung Capitol Reef Nationalpark abgedampft. Die Fahrt geht auf der Straße 12 zunächst durch das Grand Staircase Escalante National Monument. Meines Wissens nach, ist dies ein sehr neuer Park, bzw. ein sehr neues Schutzgebiet. Die Durchfahrt bringt einen durch wunderschöne Berg- und Canyonlandschaften. Man kommt zwar durch die ewige Berg- und Talbahn und die kurvigen Straßen um die Canyons herum nicht wirklich schnell voran, dafür aber in schönster Landschaft. Gegen Abend kreuzten noch ein paar Rehe unseren Weg und in regelmäßigen Abständen standen Kühe an und auf der Straße. So wurde die Fahrt noch ganz abenteuerlich :-)

Bis ganz zum Park sind wir nicht mehr gekommen. In Torrey haben wir den Tag beendet. Anscheinend ist an diesem Abend nichts mehr aufregendes passiert, ich kann mich nämlich partout nicht mehr erinnern, wo wir übernachtet, wie wir das Motel gefunden und was wir noch gemacht haben. Irgendwie weiß ich nur noch ganz verschwommen, das ich meine Solventol Salbe ausgepackt und meinen Sonnenbrand behandelt habe.

 
Next : Capitol Reef und Goblin Valley

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