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USA und Hawaii 6 Wochen in 2004
Shadra:
Muss ich glatt nochmal in den Unterlagen wühlen .. ist ja doch schon ein paar Jährchen her ???
EDIT
Nachdem ich jetzt in den Gehirnwindungen rumgekramt und versucht habe, die Urlaube zeitlich richtig einzurodnen, muss ich gestehen, es war 2010!
2006 hatten wir es gar nicht bis zum MV geschafft.
Mea culpa ???
MisterB:
26.09.2004 - Über den Tioga Pass zum Mono Lake
Ich hatte die Warnung des alten, weisen Chinamannes noch im Ohr und habe mir heute Morgen nur mit Mineralwasser die Zähne geputzt. Sonst ist aber nix passiert, wir haben den Ort wieder lebend verlassen. Der kleine Weg über El Portal zurück zum Park war schnell bewältigt und wir sind durch bis zum Yosemite Village um noch Kaffee einzuwerfen. Von den paar Läden die dort waren hatten mehrere schon die Saison beendet. Unter anderem auch das Cafe, so das wir unseren Trunk im Fastfoodladen bekommen haben.
Auch heute war wieder massig Betrieb und die Parkplätze rappelvoll. Wir hatten aber eh nicht vor zu bleiben, wir wollten über die Tioga Road den gleichnamigen Pass erklimmen und uns auf "die andere Seite" zum Mono Lake begeben. Gesagt, getan. Zuerst geht die Straße steil durch dichten Wald stetig nach oben. Die Passhöhe liegt auf ca. 3.000 Metern. Oben, wenn langsam die Bäume zurückgehen und nur noch die glatten Felsplatten der Sierra Nevada die Straße säumen, hat man auch herrlichen Ausblicke auf die weite Umgebung. An den üblichen, verdächtigen Punkten (wie. z.B. Olmstedt Point) haben wir noch gehalten und den Blick genossen. Ansonsten sind wir aber durchgefahren.
Bei den Tuolummne Meadows bietet sich eine kleine Wanderung an, um mal wieder die Beine zu bewegen. Wir haben beim Visitor Center (war's jetzt ein richtiges Visitor Center oder nur ein Restaurant ? Zumindest war viel Betrieb) geparkt uns uns dann ein Stück die Straße hoch in die Büsche geschlagen. Wir wollten uns am Lembert Dome die Kletterer ansehen, von unserer Richtung war jedoch der Trail gesperrt wegen dringender Sanierungsarbeiten. So sind wir weiter durch ganz viel Wald hoch zum Dog Lake gewandert. Der schöne und ruhige Anblick des Sees entschädigte sogar für die Plackerei dort hoch.
Später zurück am Auto haben wir von der Straße aus die Kletterer doch noch sehen können und ich muss sagen : respekt meinlieberherrgesangsverein. Eigentlich war es jetzt schon später wie beabsichtigt und deshalb sind wir nun zügig weiter Richtung Lee Vining und Mono Lake. Sind aber dann gar nicht erst in den Ort rein, sondern direkt zum See. Man kann von der Straße aus eine Stelle sehen, wo besonders viele Steinsäulen aus dem Wasser rausragen. Dort kann man auch hingefahren und auf einem Plankenweg (Achtung Eintritt am Kassenhäuschen zahlen) zum Ufer und rund um diese Tuffsteinsäulen gewandert.
Diese Tuffstein-Gebilde sind nämlich die Attraktion des Sees. In tausenden von Jahren haben sich irgendwelche Teilchen im Wasser zu solchen Säulen zusammengefunden. Als dann Los Angeles angefangen hat den See wegen Trinkwasser anzuzapfen, ist der Wasserspiegel so stark gesunken, das diese Säulen jetzt freistehend am Ufer sind. Als wir da waren gab es zusätzlich zu den Säulen, sozusagen als Zugabe, Milliarden und Fantastilliarden von Fliegen am Ufer. Eine Schautafel erläuterte, das es sich um spezielle Fliegen handelt, die nur hier am See vorkommen. Hossa Hossa. Damit diese Fliegen nicht überhand nehmen haben sich etliche Vogelarten extra hier angesiedelt um gerade diese Fliegen ganz oben auf die Speisekarte zu setzen.
Es war schon wirklich ziemlich lustig auf eine schwarze Stelle auf dem Boden zuzugehen und bei jeden Schritt spritzen die Fliegen vor einem zur Seite um sich ein paar Zentimeter weiter wieder niederzulassen.
Unablässig liefen Vögel am Ufer auf und ab und hatten ihre Mahlzeit. Alles schon leicht skurril.
Als wir den wirklich informativen Trail (man muss sich aber schon die Zeit nehmen und alle Tafeln lesen) beendet hatten sind wir nach Bodie gefahren. Bodie ist eine Geisterstadt in der Nähe von Lee Vining. Bodie war einstmals eine richtig florierende Stadt mit fast 10.000 Einwohnern und einer schönen Miene mit Gold. Als diese Miene nichts mehr abgeworfen hat sind auch die Leute aus dieser Einöde verschwunden und seit den 30er Jahren ist Bodie recht geistermäßig verlassen zur Geisterstadt erklärt worden. Der ganze Ort wird seit einer ganzen Zeit gepflegt und ist auch Park, so richtig mit Kassenhäuschen und offiziellen Öffnungszeiten.
Gerade diese wirklich kundenfreundlichen Öffnungszeiten konnten wir miterleben, als wir auf einer wahren Marterstrecke die 20 Meilen hier hingeholpert waren. Es war kurz nach 18 Uhr und alles war dicht. Suuuper. Wir haben uns auch nicht so recht getraut doch noch reinzufahren, denn man weiß ja nie, welche Rechte die Parkranger hier haben. Vielleicht gibt's ja welche mit nervösem Zeigefinger :-)
Wir konnten zumindest noch ein paar Blicke auf die Holzhütten und einen Komplex der garantiert mal die Miene war werfen. Zurück haben wir einen anderen Weg genommen, der etwas weiter von Lee Vining weg wieder auf die Hauptstraße zurückkommt. Diese Straße war sogar asphaltiert.
Im Ort Lee Vining haben wir dann ein Quartier für die Nacht besorgt (Gateway Motel). Zuerst sah es so aus, als ob unser Motel-Debakel von gestern sich wiederholen würde. Bei der dritten Anlaufstelle haben wir aber noch das letzte freie Zimmer bekommen. Juhu. Gegenüber war passender Weise direkt ein Laden der sich auf Rips verstand, so das wir auch noch ein feines Abendessen bekommen haben.
MisterB:
27.09.2004 - If you're going to ..... Saaaaaan Francisco
".... dont't forget to wear some flowers in your hair". So geht die Zeile übrigens weiter. San Francisco. Saan Francisco. Schmerzlich wird klar, das dies die letzte "Festland"-Station unserer Reise ist. Unglaublich. So viel Zeit schon so schnell rum ?
Nun, zuerst mussten wir aber natürlich mal hinkommen. Morgens sind wir sogar ohne Frühstück aufgebrochen (Sakrileg !) um schnell auf die Straße zu kommen. Wir haben ganz kurz überlegt, ob wir noch mal schnell nach Bodie fahren sollen um uns das mal genau anzusehen. Wir haben es aber zugunsten von mehr Zeit in SF bleibenlassen und sind direkt gefahren.
Von Lee Vining aus sind wir zurück durch den Yosemite und nach dem Park haben wir uns so schnell wie möglich auf eine Schnellstraße begeben. Irgendwo im Nirgendwo haben wir in einem kleinen Kaff noch eingehalten um ein spätes Frühstück einzuwerfen. Ich liebe die typischen USA Restaurants mit altmodischer Möblierung, hohen aneinander stehenden, (kunst)lederbezogenen Bänken und vorzugsweise richtig dicken, gemütlichen und äußerst freundlichen Bedienungen. Vor allem auf dem Land gibt's hier auch noch echt was fürs Geld. In dem Laden habe ich einen Burger mit Pommes und Salat und Free Refill Kaffee gehabt und alles hat irgendwas um 4,99 Dollar gekostet. Himmlisch.
Nun gut. Zurück zur Fahrt. Ich glaube, erster erreichbarer Interstate oder Freeway war die 99. Die Nummern danach weiß ich nicht mehr. Wir sind über Oakland reingekommen und haben dann über die Baybridge das Stadtgebiet geentert.
Von der Fahrt weiß ich nur noch, das kurz vor dem Stadtgebiet bei der Fahrt durch sehr unbesiedeltes und sehr hügeliges Gelände dort alles mit Windrädern vollgepflastert war. Dicht an dicht standen die Windräder entlang der Straße. Aber alles nur so kleine Dinger, nicht so Errungenschaften der Technik die wir hier so auf dem Land haben :-)
Direkt nach der Bridge sind wir ins Zentrum abgefahren und haben uns auf die Suche nach unserem Hotel begeben. Das Hotel Carlton in der Sutter Streeet hatten wir am Abend vorher in Lee Vining übers Internet gebucht. Wir haben das billigste genommen, was auf dem Bild gerade nicht mehr schäbig aussah. Wir sind pro Nacht bei 70 Dollar rausgekommen, was ich für SF noch annehmbar fand. Außerdem entpuppte sich das Carlton als echte Perle. Und, das kann man gar nicht oft genug betonen, es war das einzigste Hotel des ganzen Urlaubs wo auf dem Zimmer ein Netzwerkkabel lag, über das man kostenlos und unbegrenzt lange mit Highspeed ins Internet konnte !
Zuerst sind wir ziemlich rumgekurvt, haben es aber dann von unten (von Fishermans Wharf) aus systematisch angehen lassen. Nachdem die halbe Stadt blockweise abgegrast war, hatten wir auch die Sutter Street gefunden und dazu unser Carlton. Parken konnten wir nebenan im Parkhaus für 20 Dollar am Tag.
Zuerst haben wir mal den Wäscheservice des Hauses in Anspruch genommen. So langsam gingen die Vorräte an brauchbaren Klamotten nämlich zur neige. Hätten wir zu dem Zeitpunkt gewusst, das nebenan ein Chinamann mit seiner Reinigung alles für einen Bruchteil des Geldes machte, hätten wir viel Geld gespart. Naja. Hinterher ist man immer klüger.
Vor die Wahl gestellt, die Stadt heute mit Auto oder zu Fuß zu erkunden, habe ich gerne die Autoversion gewählt. In San Francisco gibt es so etwas wie eine ausgeschilderte Sightseeing-Strecke, die kreuz und quer durch die Stadt gezogen alle wichtigen Punkt abgrast. Wir haben uns beim ersten sichtbaren Schild auf diese Strecke begeben und sind zuerst bei der Lombard Street und dem berühmten Zickzack-den-Berg-runter - Stück angehalten. Wunderbar. Ich kann jetzt gar nicht aufzählen, in welchen Filmen man dieses Stück schon gesehen hat. Nächster Halt ein Stück am Wasser mit wunderbarem Blick auf Alcatraz. Da wollten wir ja morgen noch hin. Das Ticket hatte ich schon von Deutschland aus übers Internet gebucht. Auch wenn wir neu in der Stadt waren. Wir wussten schon so viel, das man von hier linker Hand eigentlich die Golden Gate Bridge gesehen hätte. Aber irgendwer hatte die Brücke geklaut. Könnte auch sein, das jemand extra viel Nebel dort abgelegt hatte. Auf alle Fälle gabs da erst mal keine Brücke. Wir wollten der Sache später noch auf den Grund gehen.
Weiter ging's zum Coit Tower, dem Turm (Leuchtturm glaube ich) oben auf einem Hügel inmitten einem schönen Stadtviertel mit kleinen Häuschen, die teilweise abenteuerlich schräg an die steilen Straßen gebaut sind. Dieser Turm ist auch in unzähligen Filmen schon Darsteller gewesen. Also einen Drity Harry Film kann ich direkt nennen.
Natürlich haben wir mal gestoppt und uns eine Cable Car in Aktion angesehen, Hier war uns schon aufgefallen, das alle Cable Cars ausnahmslos proppenvoll waren. Weiter ging die Schnitzeljagd durch die Stadt zu einem schönen Park mit einer ziemlich fetten Rotunde im römischen Stil. Nebenan war auch ein Museum. Irgendwas mit "modern science" oder sowas.
Von hier war's nicht mehr weit zum Presidio (auch hier wieder Filmkulissen gucken). Im Presidio ist aber heute keine Armee mehr. Alles macht einen etwas verlassenen Eindruck. Ein Stück weiter kann man abfahren direkt zum Fuß der Golden Gate. Von hier konnte man auch endlich ein wenig der Brücke sehen. Die Wolken hingen wirklich so niedrig, das man sogar von hier aus nicht die andere Seite der Brücke sehen konnte. Man konnte nur vermuten wo der andere Pfeiler irgendwo im Nebel war.
Nachdem wir uns hier noch ein wenig aufgehalten hatten, sind wir wieder zurück durch Presidio und die halbe Stadt zu den Twin Peaks gefahren. Wir konnten jetzt ganz gut durch die Stadt navigieren, da im Hotel eine vernünftige Karte auslag. Sogar mit allen Straßen drauf. Bei dem Twin Peaks angekommen stellten wir schnell fest, das wir schnell weiterfahren konnten. Denn außer Grau und Suppe und eventuell die Hand vor Augen gab's hier heute nix zu holen. Leider kein Ausblick auf die Stadt.
So langsam wurde es erstens spät und wir wurden zweitens müde. Wir waren ja heute schon länger unterwegs. Zurück am Hotel stand dann die Wahl fürs Abendessen auf dem Programm. Was soll ich sagen. Wir sind wirklich unglaublich lange in der Gegend rumgelaufen ohne irgendwas vernünftiges zu finden. Wir sind runter bis zum Union Square und ein paar Straßen weiter wieder hoch um letztendlich ein Haus weiter wie unser Hotel in einem einfachen Dinner Restaurant zu landen. Die osteeuropäische Kellnerin und den chinesischen Koch konnte man zwar nur undeutlich verstehen, meine Spaghetti Meatballs waren aber gut. Und es war nicht teuer. Und die hatten "einheimisches" San Franzisko'er Bier (Anchor Steam).
Yo. Der erste Tag in SF war denn nun auch schon vorbei.
MisterB:
28.09.2004 - San Francisco - Zu Fuß und per Cable Car durch die Stadt
Nun wollten wir die Stadt auch ganz genau erkunden, nämlich zu Fuß. Von unserem Hotel sind wir zur Lombard Street um noch mal den Zickzackkurs in Augenschein zu nehmen. Auch heute waren hier recht viele Touristen anwesend, die fasziniert ihre Bilder schossen (ok ok ok, wir waren auch Touristen und wir haben auch Bilder gemacht, ich geb's ja zu). Von hier aus ist es nicht weit bis zum Cable Car Museum. Dieses ist kein richtiges Museum, es ist vielmehr die Antriebszentrale aller Cable Cars. Von hier aus werden alle Stahlseile bewegt, die in der halben Stadt unter den Straßen verlegt sind.
Ein riesiges System aus gigantischen Antriebsaggregaten und Walzen und Umlenkrollen sorgt dafür, das sich die Stahlseile in den Straßen immer bewegen und die Bahnen fortankommen. Man kann diese Antriebe sehen und sieht auch im Keller die großen Umlenkrollen, die die Seile in alle Himmelsrichtungen verteilen.
Es gibt natürlich auch noch eine Ausstellung mit alten Cable Car Relikten. Sonst würde es sich ja nicht Museum nennen. Außerdem wird hier die Technik der Bahnen recht anschaulich erklärt. Wenn man sich erst mal an den Lärm dort gewöhnt hat, ist es wirklich interessant. Wir haben uns hier noch ein wenig aufgehalten und die (ich sage es noch mal) interessanten Installationen genau angeschaut. Wir sind jetzt sozusagen Cable Car Experten. Wenn jemand einen Telefonjoker braucht, bitte anrufen :-)
Ach so. Um es nicht zu vergessen. Das Cable Car Museum kostet übrigens keinen Eintritt und ist damit in Amerika eine besondere Ausnahme, da man normalerweise bei der Besichtigung jeder Kaffeekanne zur Kasse gebeten wird.
Direkt um die Ecke haben wir es sogar fertig gebracht eine Cable Car zu erwischen, die nicht bis unter die Decke voll gestopft war. Ich kann sagen, auf dem Trittbrett draußen auf ner Cable Car mitzufahren ist ein tolles Erlebnis. Das gehört zu San Francisco dazu wie die Golden Gate. Es war herrlich. Ich kann jetzt gar nicht mal sagen warum genau. Aber ich war sehr gut unterhalten. Interessant ist auch, was der Bahnführer doch einen sehr anstrengenden Job hat. Dauernd ist er mit seinen Hebeln am hantieren um hier zu bremsen um dort wieder das Kabel zu greifen und zu bremsen und und und.
In jeder Bahn fährt auch immer einer mit der kassiert (eine Fahrt, egal wie weit, kostet 3 Dollar). Der gute Mann kommt aber immer erst gegen Ende der Fahrt (so war es jedenfalls zweimal bei uns). Wenn man also nur zwei oder drei Stationen fährt und dann wieder abspringt, ist die Chance groß, das man nix bezahlt. Wir sind bis zur Endstation irgendwo am Union Square gefahren. Die Leute standen für die Fahrt in die Gegenrichtung schon an wie im Phantasialand an der Wildwasserbahn (ab hier noch 60 Minuten ...). Also da wüsste ich meine Zeit in SF besser zu verbringen als 3 Tage auf ne freie Cable Car zu warten.
Wir haben uns noch die umliegenden Geschäfte angeschaut. Stephan wollte unbedingt in die Schuh- und Sportläden, ich hab mich eher an die CD-Läden und den Virgin Mega Store (Apotheeeeeke, Achtung Wucherpreisalarm) gehalten.
Von hier sind wir Richtung Chinatown abgebogen und haben uns ein wenig ins "ausländische" Leben gestürzt. Ist schon lustig, wie sich innerhalb von einem Straßenzug das Bild so verändern kann. Einmal zu dem großen spitzen Hochhaus abgebogen und schon war die San Francisco Brewery gefunden, die uns eine kleine Pause von der Latscherei und ein kühles Bier spendierte. Mit dem Wirt sind wir noch ins Gespräch gekommen. Er war auch kein "San Franciscoer", er kam aus Irland.
Von hier aus ging's zurück zur Fisherman's Wharf. Vorne angefangen gibt es noch das "San Francisco Maritim", eine Art Mini Nationalpark (weil man hier mit dem Nationalpark Pass reinkommt). Hier liegen mehrere historische Schiffe, die man besichtigen kann. Weiter die Straße runter gibt es allerlei Klimbimläden, Touristennepp und viele Restaurants. In einer Arkade haben wir eine Kneipe (Jacks at the Cannery) gefunden, die doch tatsächlich über 80 Biere "on tap", also gezapft, haben. Mehrere Biermarken später sind wir weiter und dann auf die Seelöwen gestoßen. Wir haben sie nicht sofort gesehen, aber die ganze Zeit den fürchterlichen Krach gehört. Es gibt dort ein Hafenbecken, wo auf mehreren Pontons unzählige Seelöwen liegen. Die wohnen da, die gehören da hin.
Recht nahe von hier hat eine andere Cable Car Linie Wendestation. Also dachten wir uns, fahren wir mit der Bahn zurück. Leider war gerade diese Linie außer Betrieb. Hier wurde renoviert. Also sind wir zu Fuß zurück gegangen. Den restlichen Abend haben wir damit zugebracht, die steilsten Berge von SF zu erklimmen. Und das ist keine Freude. Ich möchte keinem gönnen diese steilen Hügel ersteigen zu müssen. Naja, irgendwann sind wir sogar in der Nähe unseres Hotel rausgekommen. Da wir gestern bei unserer Suche nach Futter ein nettes Lokal gesehen hatten (das gestern aber zu hatte) haben wir dies direkt angesteuert. Es heißt Hotel Beresford, ist aber nach vorne hin eher so was wie ein Irish Pub. Naja Essen war OK und auch nicht zu teuer. Dafür mussten wir feststellen, das man einfach so mal eben 18% Trinkgeld schon auf die Rechnung gesetzt hatte. Fand ich schon ein wenig dreist. Hätte ich mich nicht über den Betrag am Ende gewundert, hätte ich noch mal Trinkgeld gegeben. Und vor allen Dingen : HEY ! 18 (in Worten achtzehn) Prozent !!!!
Ein wenig verärgert gab's noch ne Pulle Bier aus dem Büdchen um die Ecke und mit Aua-Füßen ging's dann ins Bett.
MisterB:
29.09.2004 - Alcatraz
Was haben Al Capone, Clint Eastwood und ich gemeinsam ? Wir waren alle auf Alcatraz :-)
Ich hatte die Tickets schon länger vorher übers Internet bestellt. Angeblich sollte das auch notwendig sein, da diese Touren wohl sehr weit im Voraus ausverkauft sind. Als wir an dem Tag zum Pier kamen, wussten wir auch warum. Massen von Menschen, die im halbe Stunden - Takt auf die Insel befördert wurden.
Ich hatte ja schon die schlimmsten Bedenken, das man wie in Köln in der Hohen Straße vor Weihnachten durch die Gänge geschoben wird. Aber so schlimm war es dann doch nicht. Ein wenig knubbelte es sich beim Aussteigen aus dem Schiff, danach hat es sich aber recht angenehm verlaufen.
Man kann übrigens so lange auf der Insel bleiben, wie man möchte. Man kann sich also genug Zeit nehmen alles zu sehen. Leider sind viele Bereiche der Insel nicht frei zugänglich. Ein großer Teil der noch stehenden Gebäude sind wegen Baufälligkeit gesperrt. Der ganze hintere Teil der Insel mit Industriegebäuden und Heizungszentrale (dort wo Sean Connery in The Rock reingekommen ist) ist komplett gesperrt. Zur San Francisco Skyline hin sind auch nur noch ein paar große Geröllhaufen, die mal Gebäude waren. Das einzige, was noch aktiv in Schuss gehalten wird, ist der Zellentrakt.
Bei Betreten des Zellentrakt durch den offiziellen "Tour"-Eingang erhält man eine Art Walkman, mit dem man sich auf die sog. Audiotour machen kann. Der kleine Mann im Ohr erzählt (übrigens auf deutsch) dann wohin man zu gehen hat und was man dort sieht. Die ganze Sache ist angereichert mit Anekdoten und "berühmten" und "berüchtigten" Geschichten und wirklich interessant. Es wird auch erklärt, was wann wo passiert ist, wie die Zellenblöcke organisiert waren und so weiter. Die Tour führt quer durch den Zellentrakt in die Küche und zurück über die Einzelhaftzellen und die ehemalige Bibliothek zurück zu den Zellen.
Man kann den Vortrag jederzeit unterbrechen, sich etwas genauer ansehen und dann fortsetzen. Alles in allem sehr schön gemacht uns echt lohnenswert. Ich fand es sehr interessant und war doch von der Kargheit der Zellen (manche kann man auch betreten) sehr beeindruckt. Ich hätte es mir aber größer vorgestellt. Es wurde gesagt, das hier maximal so um die 250 Schwere Jungs einsaßen. Ich hatte immer den Eindruck, das dies eine riesig große Anlage gewesen war. Wie man sich irren kann.
Man sieht übrigens auch die Zellen und die selbst gegrabenen Löcher des letzten großen Alcatraz Ausbruches (der mit Clint Eastwood in der Hauptrolle ja auch verfilmt wurde).
In den Katakomben nahe des Piers kann man noch einen recht interessanten Film sehen, der alle halbe Stunde gezeigt wird. Er hat zwar grausliche Bildqualität, aber der Inhalt ist interessant. Es wird die Geschichte von Alcatraz erzählt.
Wir haben uns auch länger dort aufgehalten wie gedacht. Abfahrt aus SF war um 12 Uhr, gegen 16 Uhr waren wir wieder zurück. Wir haben uns dann nochmals per Cable Car zum Hotel zurückbewegt (wieder sehr amüsant die Fahrt) und unser Auto aktiviert. Wir wollten uns die Golden Gate Bridge heute noch mal genauer ansehen.
Wir sind wieder durch Presidio zur Brücke gefahren und von dort auf die andere Seite. Die Richtung aus San Francisco raus kostet keinen Maut. Die Gegenrichtung jedoch 5 Dollar. Auf der anderen Seite der Brücke ist direkt ein großer Aussichtspunkt. Von dem war aber auch im Wesentlichen nur Nebel zu sehen.
Irgendwie wollten wir versuchen auf die Hügel oberhalb der Brücke zu kommen. Zuerst sind wir aber, weil's gerade in unserer Richtung war, weiter nach Sausalito gefahren. Der Ort ist ruhig und schön (mein erster und oberflächlicher Eindruck, wir waren nicht lang da). Am Hafen (kann man das so nennen ?) haben wir uns die teilweise riesigen, noblen, verkommenen und verrückten Hausboote angesehen, die dort überall liegen.
Auf dem Rückweg haben wir knapp vor der Brücke noch den richtigen Abzweig erwischt, um in die Hügel zu fahren, die die Brücke überragen. Der erste Aussichtspunkt ist die Stellung der Abwehrkanonen die früher mal die Bucht geschützt haben. Irgendwas mit "Battery" glaube ich. Von hier aus hat man einen hervorragenden Blick auf die Brücke. Wenn man durch den Nebel etwas erkennen kann. Heute hatten wir auch kein Glück und haben nur kurze Blicke auf die massiven Pfeiler und Teile der Brücke bekommen. Schade.
Weiter hochfahren machte auch keinen Sinn. Kurz vor dem "Gipfel" standen wir in einer dicken Nebelschicht, durch die man gar nichts mehr sehen konnte. Also haben wir diese Sache dann auch abgebrochen.
Zurück in der Stadt (um 5 Dollar Maut ärmer) haben wir noch mal unseren Mut zusammengenommen und sind noch mal ein paar Straßen weit rumgewandert um ein schönes Lokal fürs Abendessen zu finden. Und tatsächlich. Zwei Straßenecken weiter haben wir einen Mexikaner gefunden, der gar nicht mal schlecht aussah. Es war auch sehr gut und reichlich. Super. Und vor allem, hier wurden keine 18 % Tip wie selbstverständlich auf die Rechnung gesetzt ! (Weblink habe ich keinen gefunden. Der Laden heißt Fina Estampa und liegt Ecke Van Ness/Geary Street. Ach so und ich habe festgestellt, es war nicht mexikanisch sondern peruanisch !)
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