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USA und Hawaii 6 Wochen in 2004

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MisterB:
So. Jetzt geht's für die Hawaii Fraktion los. :)

30.09.2004 - Nach Kailua Kona, Hawaii, Big Island
   
Unser Flug ging schon morgens gegen 10 Uhr. Also sehr früh ausgecheckt, Auto bei den lustlosen Jungs vom Parkservice abgeholt und weiter zum Flughafen. Nach einer kleinen Verwirrung in der Stadt (muss ich wieder die unmögliche Beschilderung erwähnen ?) haben wir dann auch auf die richtige Schnellstraße zum Airport gefunden. Dort ging alles recht schnell. Vorbildlich wurde der Wagen entgegengenommen. Eingescannt, Kilometerstand eingetippt, Tank kontrolliert und fertig. Keine 5 Minuten hat das gedauert.
 
 
Es ging sogar einigermaßen pünktlich los (mit Pünktlichkeit da hat es United scheinbar nicht so dolle mit) und nach kurzen 5 Stunden und einem suuuper lustigen Gewinnspiel mit dem Namen "Half way to Hawaii", bei dem die genaue Halbzeit des Fluges geschätzt werden musste, waren auch schon in Hawaii.

Ein wenig hat mich der Kona International Airport an einen kleinen Karibik-Flughafen erinnert. Dieser Airport besteht aus einer losen Folge von Häuschen und den Ankunftsbereich trennt von der Straße genau eine Tür. Die Gepäckausgabe fand eigentlich auch schon außerhalb des Flughafens statt. Nach Aufnahme des Koffers konnte man schon auf der anderen Straßenseite in die Shuttle Busse der Mietwagenfirmen steigen.

 
Es war unglaublich heiß. Nachdem in San Francisco eher bedecktes, windiges und kühleres Wetter vorherrschte, waren wir hier wieder endlich in den Sommer gekommen. Bis zum Büro von Alamo hab ich's noch geschafft, dort habe ich sofort wieder auf Sommerklamotten umgeschaltet.

Nach einigermaßen unkomplizierter Aufnahme des Wagens (oh mein Gott, warum mussten wir denn Economy nehmen) sind wir mit unserem japanischen Miniautochen nach Kona geschaukelt. Der Weg vom Flughafen in den Ort geht vorbei an fast unendlichen schwarzen Lavafeldern. Sehr viel sehr unfruchtbare und zerstörte Landschaft.

 
Im Ort, der wirklich nicht so groß ist, haben wir unser Hotel sehr schnell gefunden. Das King Kamehameha Hotel lag praktisch direkt vor uns an der Straße. Und zudem sehr zentral. Alles was Rang und Namen in Kona hat, ist irgendwie in der Nähe vom King Kamehameha.

Erst mal ein wenig hingelegt und ausgeruht und die Prospekte der Touranbieter gewälzt, die wir am Flughafen und am Hotel eingesammelt hatten. Uns wurde schnell klar, das ein Hubschrauberflug absolut nicht in Frage kam. Alles was sich interessant anhörte ging irgendwo bei 300 Dollar pro Person los. Wir hatten schon mal grob ein Auge auf einen Rundflug und eine Tour auf den Mauna Kea geworfen. Später haben wir unten in der Lobby gesehen, das dort eine Art Buchungsbüro für alle möglichen Arten von Aktivitäten war. Mit der netten Dame dort haben wir uns direkt gut verstanden und uns ausgiebig beraten lassen. Sie hatte ein Kleid an nach dem Motto "Hauptsache bunt" und sah irgendwie unglaublich äääh riesig aus.

Naja. Nach ein wenig Beratschlagung haben wir einen Rundflug um die Insel für den nächsten Morgen und eine Mauna Kea Summit Tour mit Stargazing für übermorgen gebucht. Na da sind wir aber mal gespannt.

Wir haben uns auf die Socken gemacht und die Gegend rund ums Hotel ausgekundschaftet. Wir sind ein wenig die Hauptsraße hoch und haben uns, wie gesagt, die Gegend angesehen. Auf der Rückweg sind wir zufällig an der Kona Brewery vorbeigekommen. Wie sich herausstellt, auch diese war in der Nähe unseres Hotels. Dort sind wir erst mal eingekehrt und haben den alten Spruch "Es gibt kein Bier auf Hawaii" auf seinen Wahrheitsgehalt geprüft. Es gibt Bier und sogar sehr gutes. Nach einer großen Platte Chips und Salsa und noch ne Pizza hinterher und eventuell ein paar Bierchen zuviel haben wir es noch zum Hotel zurück geschafft und sind dort ins Bett gefallen. Prost und Gute Nacht.

MisterB:
01.10.2004 - Um die Insel - Im Flugzeug und im Auto
 
Verdammt früh ging's es heute Morgen los. Es waren nur noch Plätze im ersten Flieger frei gewesen. Wir hatten uns extra erkundigt, ob es morgens um 7 überhaupt schon hell ist. Es war hell aber die Wolken hingen noch auf Augenhöhe. Wir hatten schon die schlimmsten Befürchtungen für den Flug.

Am Flughafen ganz im hintersten Bereich bei den Wohncontainern haben sich die einzelnen Rundflugfirmen angesiedelt. Dort haben wir das Büro der Big Island Air auch schnell gefunden. Ein wenig gewartet und noch eine kurze Sicherheitseinführung später ging es schon in die Luft. Der Pilot hat zuerst im Bereich vom Flughafen noch den normalen Funkverkehr auf den Kopfhörern gelassen aber später sehr schön alles erklärt was so unter uns zu sehen war.
 
 
Hin und wieder hat er ein paar Kuriositäten und Anekdoten mit eingebracht. Schon alleine von der Moderation her war der Flug voll gelungen. Grundsätzlich kann man sagen das Big Island zwei grundverschiedene Seiten hat. Eine trockene Seite mit Kona und eine nasse Seite mit Hilo. Unsere trockene Seite bekommt im Jahr ein paar Millimeter Regen ab und in Hilo scheint es das ganze Jahr zu regnen. So extrem sind die Unterschiede auf den Inseln.

Aus dem Flugzeug sieht man auch ganz genau wo man sich gerade befindet. Die trockene Kona-Seite hat seeeehr viel brachliegendes und von riesigen Lavaströmen zerstörtes Gelände, die nasse Hilo-Seite dafür unendlich grüne Regenwälder. Wir haben auch einen Teil des Volcano Nationalparks überflogen. Außer einem kleinen Mini-Lavapunkt und viel Rauch aber nichts spektakuläres gesehen. Ok, die Aussicht an sich war schon spektakulär genug. Einmal aus der Luft in den Krater eines riesigen Vulkanes reinzuschauen hat schon was für sich.

 
Wenn ich mich recht erinnere ging die ganze Sache ca. 90 Minuten. In dieser Zeit haben wir die Insel fast umrundet. Der Pilot hat zwar einmal abgekürzt um ein paar fetten Regenwolken auszuweichen aber ansonsten haben wir uns eigentlich fast immer an der Küste orientiert und ansonsten an den Vulkankratern.

Der Flug war sehr schön und auf alle Fälle lohnenswerter wie ein Hubschrauberflug für das dreifache an Geld. Nach dem Flug hat jeder noch eine DVD mit Filmaufnahmen von der Flugroute bekommen. Da sind sogar richtige Lavaströme zu sehen. Irgendwie hatten wir für Lava den falschen Zeitpunkt erwischt.

Als wir wieder auf dem Boden waren war es immer noch früh am Morgen, irgendwas um 10 Uhr. Also haben wir uns entschlossen heute mal mit unserem Autochen die Insel zu erkunden. Wir sind zurück nach Kona und dann immer an der Küste lang der Straße gefolgt.

Wir haben an allen im Reiseführer beschriebenen Punkten mal vorbeigeschaut und dabei wirklich wunderbare Flecken entdeckt. Schöne Strände und außerhalb der Lavafelder noch viel Palmengrün. Auf unserem Weg haben wir unter anderem beim Place of Refuge gestoppt. Eine alte heilige Städte die sehr schön restauriert wurde.

So gegen Mittag, als endlich alle Wolken über uns verdampft waren, wurde es wieder unerträglich heiß. Irgendwann konnte man es draußen nur noch im Schatten aushalten. Sobald man das Auto irgendwo 2 Minuten abgestellt hatte wurde man darin auch gegrillt. Also vom Wetter kann man sich hier nicht wirklich beklagen. Fast schon ein bisschen zu heiß.

 
Weiter gings zum Kealakekua State Park, einer schönen Lavasteinbucht. Von hier aus kann man übrigens das Grabmal von Captain Cook auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht sehen.

Später sind wir abgebogen zum South Point. Nach langer Fahrt über teilweise kleine Landsträßchen kommt man zum äußersten und südlichsten Punkt der USA. Für Sammler von geografischen Extrempunkten ein Fest. Ansonsten eher unspektakulär, außer das der Punkt an ziemlich hohen und senkrecht steilen Klippen liegt und ansonsten mitten in der schönsten hawaiischen Einöde ist.

Zurück auf der Hauptstraße kommt man geradewegs auf den Volcanoe National Park zu. Da wir hier aber noch einen extra Aufenthalt hatten haben wir den Park sozusagen links liegen gelassen und uns schnurstracks auf die andere Seite der Insel begeben. Und prompt wurden wir auch schon vom ersten Regen begrüßt.

Wir sind an Hilo vorbei quasi auf die andere Seite des Nationalparks gefahren. Eigentlich konnte man früher auch mal gerade durch den Park nach Hilo fahren, diese Chain Of Craters Road wurde aber schon vor Jahren durch einen Vulkanausbruch und einem großen Lavastrom zerstört. Die Stelle im Park wo die Lava über die Straße geflossen ist, ist eine große Attraktion. Wir wollten uns aber die andere Seite ansehen.

 
OK, so spektakulär war unsere Seite jetzt auch nicht, dafür waren hier keine Leute. In diesem Bereich der Straße haben sich nach dem Vulkanausbruch sogar wieder Leute angesiedelt. Kann mir vorstellen, das es sehr reizvoll ist in solch einer Lava Landschaft ein Häuschen zu haben.

Auf dem Rückweg haben wir noch einen Schlenker gemacht und uns bei Kaniahiku das Lava Tree State Monument angesehen. Hier am A.... der Welt gibt es ein Waldgebiet (feinster Regenwald, wenn man aus dem Auto aussteigt wird man von der Feuchtigkeit in der Luft fast umgehauen) da stehen viele sog. Lavabäume. Hier ist irgendwann mal ein fetter Lavastrom durchgewälzt. Als die Lava die Bäume umspült hat und dadurch ein wenig erkaltet ist, ist die restliche Lava irgendwohin abgeflossen und hat diese Lavasäulen stehen gelassen. Diese Säulen sind hoch und dick wie ein Baumstamm und innendrin hohl, der Baum ist natürlich verbrannt.

War schon recht bizarr anzuschauen. Irgendwie fragt man sich, was man mit Lava noch so alles anstellen kann.

Da es jetzt schon unaufhaltsam dämmerte, mussten wir uns auch mal auf den Rückweg begeben. Wir hatten die Wahl den gleichen Weg zurückzufahren oder über Hilo zu fahren und unsere Inselumrundung komplett zu machen. Wir haben Nummer zwei genommen.

Der Rest der Fahrt ist schnell abgehandelt. In völliger Dunkelheit und bei strömendem Regen (ab Hilo hatte es angefangen und sollte nicht mehr aufhören, bis wir endlich wieder die trockene Seite erreichten) war die Fahrt nicht sehr angenehm. Als wir schließlich über Waimea wieder nach Kona zurück kamen, war ich schon heilfroh endlich das Auto abstellen zu können.

Aber wir hatten die Insel umrundet. OK, eine Hälfte im hellen und eine Hälfte im dunklen, aber immerhin :-)

 

MisterB:
02.10.2004 - Mauna Kea Summit Adventure und Sternegucken
   
Bei der netten dicken Frau im King Ka (so wird das Hotel King Kamehameha übrigens lokal genannt) hatten wir vorgestern auch direkt das so genannte "Mauna Kea Summit Adventure" gebucht. Trotz des hohen Preises von weit über 100 Dollares pro Person hatte es sich so interessant angehört, das wir das unbedingt machen mussten.

Folgendermaßen sollte es ablaufen : Am Nachmittag so um 14 Uhr sollten wir abgeholt werden und es sollte über die Saddle Road zuerst einmal bis hoch zum Visitor Center unterhalb des Gipfels gehen. Dieses Visitor Center ist auch schon auf guten 3000 Metern. Dort würde es etwas zu futtern geben und man sollte sich etwas aufhalten um zu akklimatisieren. Danach sollte es weiter auf den Gipfel auf über 4.200 Metern Höhe gehen. Dort bekommt man die vielen Observatorien gezeigt und kann den Sonnenuntergang sehen.

Später geht es wieder in die Nähe des Visitor Centers und es gibt einen interessanten Sterneguck-Abend.

Da es ja erst nach Mittag losgehen sollte, haben wir uns erst mal ein wenig faul an einen Strand in der Nähe des Flughafens geschmissen. Dort ist mit dem Auto so gut wie unmöglich hinzukommen, da man eigentlich quer über ein Lavafeld fahren müsste. Wir haben es auch auf der Hälfte des Weges aufgegeben. Andere haben es sogar ganz bis ans Wasser geschafft. Hochachtung vor dem armen Auto. Der Strand war einsam, leider hin und wieder ein wenig Fluglärm. Aber das störte nicht. Obwohl wir nur recht kurz da waren, habe ich mir in der fiesen und hinterhältigen Sonne wieder einen tierischen Sonnenbrand geholt. Alle Körperpartien, die jetzt schon länger am Licht waren, waren mittlerweile immun. Doch ich hatte zum Schwimmen das Shirt ausgezogen und prompt Bauch und Rücken verbrannt.

Später zurück im Ort ging's recht pünktlich los mit der Tour. Die Fahrt ging entlang der Küste und dann auf die Saddle Road, die konstant ansteigend über den Berg führt. Zwischendurch haben wir mal gestoppt um die Beine zu vertreten. Während der ganzen Fahrt hat der Fahrer viel erzählt und alle möglichen Infos über den Berg, das Land, den Vulkan und so weiter verbreitet. Später oben am Visitor Center gab's dann das avisierte Essen und ne warme Suppe. Außerdem wurden hier auch die super dicken und super warmen Antarktis-Parker ausgegeben, die man später oben auf dem Gipfel brauchte.

Man muss ungefähr eine Stunde auf diesem ca. 3.000 Metern verbringen, um sich an die Höhenluft zu gewöhnen. Überall am Visitor Center stehen Warnschilder, das es zu Kopfschmerzen, Nasenbluten, Ohnmacht etc. kommen kann und man in diesen Fällen so schnell wie möglich niedrigere Gefilde aufsuchen solle.
 
 
Man kann übrigens eigentlich auch privat und selbst dort hochfahren. Man braucht dann aber ein Auto, dem die Höhenluft nichts ausmacht. Wir hatten im Bus jemanden, der das mal probiert hat mit nem Normal-PKW. Er sagte, das kurz hinter dem Visitor Center die Karre einfach ausgegangen wäre. Der Fahrer meinte, das starke Turbodiesel Motoren dafür am besten geeignet wären.

Naja. Später sind wir also weiter hoch um auf 4.200 Metern Höhe die Obervatorien zu sehen. Zu jedem der Kuppelhäuser dort oben gab es natürlich eine Geschichte, die vom kundigen Führer der Gruppe gerne angebracht wurde. Jede Organisation der Welt die etwas auf sich hält, hat hier oben ein dickes Observatorium. Der Grund ist ganz einfach : Hier gibt es die reinste und klarste Luft. Nichts trübt, im wahrsten Sinne des Wortes, den Blick ins All. Ich hatte zwar nicht mit den Symptomen zu kämpfen, die am Visitor Center vorausgesagt wurden, aber ich habe schon gemerkt, das ich nach ein paar Schritten ziemlich außer Atem war. Wirklich dünnes Lüftchen dort oben. Ach so, die Parkas waren übrigens auch ne gute Idee. Dauerfrost dort oben macht solche Jäckchen wirklich sinnvoll.

Später war denn auch der Zeitpunkt des Sonnenuntergangs gekommen. Zeitpunkt ist hier wirklich gut gesagt. Von hier oben war der Sonnenuntergang wirklich sehr schnell vorbei. Eben noch ein rotglühender Punkt und nun, schwupp, weg. Aber wirklich trotzdem wunderschön !

 
Nach noch ein paar Observatoriums-Geschichten ging es wieder runter. In der Nähe des Visitor Center aber abseits der Straße haben wir dann wieder Quartier fürs Sternengucken bezogen. Die Jungs bauten zwei fette Teleskope auf. GPS-gesteuert haben die dann die einzelnen Sternenbilder angepeilt. Dieser Teil des Programmes war wirklich toll. Einer der Guides hat mit einem Laserpointer im Himmel Sterne und Sternbilder gezeigt und immer interessante Fakten und witzige Geschichten dafür parat gehabt. Irgendwann nach einer ganzen Zeit habe ich wirklich Lust auf dieses Astronomie-Zeug bekommen. Interessant auch die Sternbilder die durchs Teleskop zu sehen waren. Teilweise Millionen von Lichtjahren entfernt aber trotzdem gab's ne Geschichte darüber zu erzählen. Cool.

So gegen 21 Uhr war dann finish und so um 22 Uhr waren wir wieder in Kona. Trotz des Parkers war mir kalt. Ich hatte kalte Füße. Brrrr. Wir sind noch ein wenig die Uferstraße hoch gegangen und im Hard Rock Cafe eingekehrt. Essen gut aber teuer. Bier gut aber teuer. Aber es gab herrlichen Ausblick vom Balkon auf die ganzen verrückten Prolls, die die ganze Zeit mit aufgemotzten Karren die Promenade hoch und runterfuhren um sich zu präsentieren.


MisterB:
03.10.2004 - Zum Volcanoes National Park - Na wo ist denn die Lava ?
   
Noch einmal gut am King Ka - Buffet gefrühstückt und schnell ausgecheckt. Nächste Etappe ist der Volcanoes Nationalpark. Wir sind eigentlich die gleiche Strecke gefahren wie bei unserer Inselumrundung, natürlich haben wir uns die Abstecher gespart.

Einmal haben wir noch am sog. Kau Desert Trail gestopt. Dort ist irgendwann mal eine Armee von King Kamehameha von einem Vulkanausbruch überrascht worden. Die fliehenden Krieger wurden vom heißen Ascheregen getötet und man soll noch die versteinerten Fußspuren sehen können. Was sich interessant anhört war in Wirklichkeit erschreckend unspektakulär. Nach längerem Marsch kommt man zu einer Überdachung, wo im Boden ein wenig Erde mit ein paar Mulden drin ist. Auf einer Schautafel wird dann erklärt, das sei der Grund, warum man hergekommen ist. Toll.

Am Nationalpark angekommen sind wir sofort zum Hotel, dem Volcano House gefahren. Dort wollte man uns aber noch nicht reinlassen. Checkin erst am 15 Uhr. Egal. Um die Ecke im Visitor Center des Nationalpark haben wir erst mal Infos und Karten geholt.

Dabei haben wir auch erfahren, das die Chance im Moment Lava zu sehen gegen Null geht. Jegliche Lava, die bisher im Park zu sehen war war seit ca. August nicht mehr zu sehen und keiner konnte vorhersagen, wann und wo wieder etwas zu sehen sein wird. Mit großer Zuversicht haben wir zwar noch regelmäßig die aktuellen "Eruption Updates"  der Nationalparkverwaltung gelesen. Was aber auch nix gebracht hat.

Ein wenig enttäuscht haben wir uns dann aber auf den Weg durch den Park gemacht.  Man kann auf dem Crater Rim Drive eine schöne Rundfahrt durch den Park machen. Zahlreiche Abstecher links und rechts gehen noch zu schönen Aussichtspunkten ab. Angefangen bei den Sulphur Banks und den Steam Vents haben wir uns so einmal um den riesigen Krater herumgearbeitet.

Die Steam Vents sind Erdspalten, aus denen dauernd heißer Dampf aufsteigt. Zusätzlich ist dies mit einem gurgelnden Fauchen unterlegt, so das man förmlich spürt, das dieser Dampf aus großer Tiefe kommt. Weiter auf dem Weg zum großen Kilauea Overlook fährt man durch zahlreiche Lavafelder, die alle mit Schildern datiert sind. So kommt man hier an einem "Lavaflow 1950" dort am "Lavaflow 1983" oder am "Lavaflow 1984" vorbei. Ich glaube 1984 war wirklich die letzte große Eruption mit großen Lavaflüssen. Bin mir aber nicht sicher.
 
 
Am Kilauea Overlook kann man endlich die Riesenhaftigkeit dieses Vulkankraters überblicken. So weit das Auge reicht nur Vulkan, die sogenannte Caldera. Ein Teil dieses Kraters ist tiefer, dort gab es bis vor ein paar Jahrzehnten einen Lavasee. Ein wenig Rauch steigt immer noch überall auf. Wann es hier aber wieder richtig losgeht, kann keiner sagen. Fakt ist, die ganzen Bilder mit großen Lavafontänen sind alle etliche Jahre alt, im Moment ist sehr wenig bis keine Aktivität.

Der nächste interessante Punkt ist der Halemaumau Overlook, eben dieser etwas tiefere Krater im Krater. Man kann von Parkplatz direkt drangehen. Hin und wieder ziehen schon mal ein paar Schwefelwölkchen vorbei und der faule Eier Geruch hängt immer ein wenig in der Luft. Laut Schautafel war dieser Krater 1924 noch 365 Meter tief und mit einem Lavasee gefüllt. Seit 1982 ist aber leider nichts mehr zu sehen. Die ganz Harten könnten von hier noch den Trail durch die komplette Caldera zurück zum Volcano House nehmen. Das haben wir aber gelassen. Am Kraterrand hatten Einheimische Opfergaben für die Vulkangöttin Pele gemacht. Die wurden aber schon mit Genuss von den einheimischen Nene-Gänsen verspeist.

Weiter auf der Strecke nach diversen Lavafeldern und Overlooks beidseitig der Straße kommt man zum sog. Devastation Trail. Ein von einem Ausbruch total zerstörtes Gebiet. Nur noch ausgebleichte Baumstammgerippe zeugen davon, das hier mal ein kompletter Wald stand.  Durch diese unfruchtbare Landschaft geht auch ein Pfad. Wir haben hier aber auf halbem Weg abgebrochen, das es zu regnen anfing und uns in kurzer Hose und TShirt doch zu kalt war.

 
Wenn man einmal hier angekommen ist, liegt es sozusagen auf dem Weg auf die Chain Of Craters - Road zu fahren. Diese Straße führt von oben vom Kraterrand weit geschwungen bis hinunter zum Meeresufer. Auch hier fährt man eigentlich die ganze Zeit durch Lavalandschaft. Ein paar Aussichtspunkte links und rechts gibts auch hier. Unser Ziel war aber die Stelle der Straße, die durch einen Lavafluss unpassierbar geworden ist. Wir hatten ja schon die etwas unspektakuläre Rückseite gesehen. Jetzt wollten wir auch die schön präsentierte Schokoladenseite kennen lernen.

Interessant ist, das gerade vor einem Jahr noch ein Lavafluss dort runtergekommen ist. In einer Nacht- und Nebelaktion musste die Rangerstation versetzt werden, da die Lava partout dort über Straße wollte :-) Seither ist ununterbrochen Lava ins Meer geflossen, was man aus der Ferne immer an riesigen Dampfwolken sehen konnte. Doch seit August ist auch hier Sense. Super.

Nach obligatorischer "Besteigung" der "Straßenlava" und Besichtigung der angekokelten Verkehrsschilder, haben wir uns an der Rangerstation noch mit den Rangern unterhalten. Die hatten dort ein Fernglas aufgestellt, durch das man ganz klein einen glühenden Punkt entfernt an einem Berghang sehen konnte. Laut Angabe der Ranger die einzigste Stelle im Park die noch einigermaßen zugänglich war und den Ausblick auf Lava bietet. Obwohl es keinen ausgewiesenen Weg dort hoch gab und es auch nicht "recommended" war, wurde uns Mut gemacht dort hochzugehen. Da es aber schon auf den ersten Blick sehr weit und beschwerlich aussah, haben wir uns das erst noch genau durch den Kopf gehen lassen.

Am Abend haben wir noch feudal im Volcano House gegessen. Essen war sehr gut aber nicht billig. Hatten wir von dem Laden dort aber auch nicht vermutet. Während des Essens haben wir uns übrigens noch dazu entschieden, morgen den Weg zur Lava doch zu machen. Wenn man nun einmal hier ist, dann will man auch Lava sehen.

 
Next : Lava !

Andrea:
Wow, das sind ja schon mal eine Menge schöne Eindrücke!

Bin gespannt, ob ihr wirklich noch Lava zu sehen bekommt, also glühende... Ich wäre wohl sehr enttäuscht, wenn ich eine teure Hawaii-Reise gebucht hätte und kurz vorher die Lavaflüsse verschwunden sind. Auch wenn Hawaii mit Sicherheit unzählige andere Highlights zu bieten hat. Wie eure Astro-Tour - die hätte mir besonders gut gefallen.

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