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USA und Hawaii 6 Wochen in 2004
Shadra:
--- Zitat --- In der Nähe des Visitor Center aber abseits der Straße haben wir dann wieder Quartier fürs Sternengucken bezogen. Die Jungs bauten zwei fette Teleskope auf
--- Ende Zitat ---
Boah .. Neid ;)
Hawaii oder die Atacamawüste - wobei mir persönlich Hawaii mit dem "außen rum" doch um einiges lieber wäre :D
Christina:
Ab jetzt lese ich intensiver mit. Hawaii Reiseberichte finde ich immer toll, zumal es davon nicht ganz so viele gibt. Da möchte ich irgendwann auch mal hin. Ich finde die Mischung aus dschungel-/tropenartiger Vegetation, Vulkanlandschaften und amerikanischem Lebensstil so interessant. Wenn dann auch noch die Lava fließt wäre es super, aber nur oder hauptsächlich wegen eines Naturereignisses (welcher Art auch immer) würde ich keine so weite Reise machen, da ist die Wahrscheinlichkeit einer Enttäuschung zu groß.
Rainer:
--- Zitat von: Christina am 28. September 2016, 18:20:18 ---Ab jetzt lese ich intensiver mit. Hawaii Reiseberichte finde ich immer toll, zumal es davon nicht ganz so viele gibt.
--- Ende Zitat ---
Kennst Du "Angies Hawaiiforum"? Ich habe Angie beim Einrichten des Forums geholfen, da findest Du naturgemäß mehr Hawaiireiseberichte als hier: http://angies-dreams.net/forum/smf/index.php
MisterB:
04.10.2004 - Lava gucken, egal wie !
Am Morgen ging's direkt zur Chain of Craters Road und zur Rangerstation kurz vor der Blockade. Leider war noch niemand der Ranger da, so das wir nicht genau wussten, was wir machen sollten. Auf gut Glück wollten wir nicht los, wir wollten zumindest ein aktuelles "Eruption Update" haben.
Gegen 11 Uhr kam das Personal und auch die Info das die Lage genauso wie gestern sei. Also gute Lavachancen. Mit festem Schuhwerk und genug Wasser (das freundlicherweise Stephan geschleppt hat, weil ich mit meinem Sonnenbrand keinen Rucksack tragen konnte) haben wir uns offiziell an der Rangerstation abgemeldet und sind querfeldein los.
Das gehen auf der Lava ist wie das laufen auf Glas. Immer knistert und knackt es. Manchmal bricht man ein wenig ein. Klettern muss man nicht, der Fluss an sich ist recht eben. Teils halt nur ziemlich zerklüftet. Dort wo es sich aufgestaut hat kann man ja einfach drumrumgehen. Man sollte versuchen nichts anzufassen. Die Lavabrösel sind scharf wie Glassplitter und man verletzt sich schnell. Aus diesem Grund sollte man auch tunlichst vermeiden hinzufallen. Man würde sich übelst verletzen !
Wir hatten die grobe Route vor uns. Oben auf dem Hügel war ein kleines Wäldchen an dem man sich orientieren konnte. Wenn wir in der Nähe der Lava wären, würden wir das schon merken, meinten die Ranger.
Später am Berg wurde es wirklich anstrengend. Zwischendurch sah es so aus, als wenn ne Bombe eingeschlagen hätte. Hin und wieder musste man so etwas wie kleine Lava-Wasserfälle überqueren. Da war die Lava in unendlich vielen Spitzen erstarrt. Hier musste man wirklich sehr auspassen.
Für den Weg hoch haben wir 4 Stunden gebraucht. Irgendwann haben wir wirklich gemerkt, das wir angekommen waren. Es wurde ziemlich heiß (noch heißer als es eh schon war) und da war dieses Knacken. Überall um einen herum waren die Steine an knacken. So etwa, wie wenn man sein Auto nach langer Fahrt in die Garage stellt und dann der Motor am Tickern ist.
Und dann haben wir es gesehen. An einer Ecke an einem Hang klumpte zähflüssige Lava heraus. Immer wieder wurde irgendwo an dem Hang ein Punkt glutrot und kurz darauf blubbte eine Zunge Lava heraus. An einer Ecke war eine ziemlich ergiebige Quelle, die nach einer Dreiviertelstunde schon den Hang um ein gutes Stück weiter ausgebaut hatte. Nach einer Stunde im Angesicht des flüssigen Steins und ein paar ernsthaften, physikalischen Experimenten (was passiert wenn ich Wasser draufschütte, was passiert, wenn ich nen Stock reinstecke, was passiert, wenn ich nen Stein draufwerfe und wie nah kann man überhaupt ran ?) haben wir uns auf den Rückweg gemacht.
Zurück gings deutlich schneller. Ich glaube ungefähr 2 Stunden. Irgendwann so gegen 17 Uhr waren wir wieder unten. Nicht sehr viel später fing es schon an zu dämmern, viel länger hätte es also nicht dauern dürfen. Zurück an der Rangerstation wusste man schon, wo wir herkamen. Wir waren durchs Fernglas beobachtet worden :-)
Ein paar Unentschlossene, die sich die gleichen Gedanken machten wie wir ("Lohnt es sich denn überhaupt ?") wurden von uns noch bekehrt, dann ging's aber wieder zurück Richtung Volcano House.
Der Rest des Abends ist schnell erzählt. Kurzer Abstecher zur Thurston Lava Tube (Na ja. Ein Loch im Berg wo mal Lava durchgeflossen ist) und noch schnell ins Volcano Village noch was zu trinken gekauft. Ein wenig ausgeruht und dann im Volcano House den Abend bei einem tollen Steak beendet.
Fazit des Tages : Mega Anstrengung aber belohnt durch einen nicht alltäglichen Anblick. Flüssige Lava. Sowas hat man nicht alle Tage. Und der Gedanke war doch richtig. Wenn man einmal hier ist, dann muss man das auch sehen !
05.10.2004 - Weiter nach Maui
Mittags ging unser Flug nach Maui. Somit war genug Zeit um lange zu pennen und in Ruhe noch Kram zu packen. Ein wenig Sorgen machten uns die Hinweise in der Buchung, das bei einem Flug zwischen den Inseln mit den kleineren Gesellschaften nicht so viel Gepäck mitgenommen werden kann. Was jedoch ein wenig blöd gewesen wäre, da wir ja unseren Kram für sechs Wochen wohl oder übel mitschleppen mussten.
Rückgabe des Autos am Alamo Depot klappte wie schon gewohnt reibungslos. Auf den Hof fahren. Sichtkontrolle (OK, alle Räder dran und sonst alles dabei, Fährt eindeutig noch, Danke) und einscannen des Barcodes von der Scheibe. Piep. Fertig. Am Schalter der Aloha Airline funkelte uns schon das große Schild "Nur EIN Gepäckstück mit pro Passagier" entgegen. Aber beim Checkin hat sich niemand nur im geringsten um a) die Anzahl der Taschen und b) um das Gewicht gekümmert. Hier also auch nochmal alles glatt gegangen.
Am Flughafen in der einzig verfügbaren Kneipe noch ein völlig überteuertes Bier getrunken und dann mit unserer kleinen Propellermaschine weiter nach Maui.
Maui ist eindeutig touristischer als Big Island. Obwohl als Insel kleiner, strahlte schon der Flughafen internationale Klasse aus. Keine Hütten sondern ein richtiges Terminal und davon nicht mal wenige. Bei Alamo haben wir wieder unser Auto abgeholt. Diesmal war ich jedoch so geistesgegenwärtig und habe ein Upgrade auf Fullsize genommen, das pro Tag auch nur 8 Dollar kostete. Endlich wieder ein großer Wagen. Platz im Kofferraum. Bequeme Sitze und ne fette Klimaanlage !
In Kahului war auch direkt ein heiden Betrieb. Das waren wir ja von Big Island nicht gewohnt. Ungefähr 728 überfüllte Ampelkreuzungen später befanden wir uns aber auch wohlbehalten auf der Straße nach Kihei, unserem Ziel für heute. Dort war das Maui Coast Hotel unser Domizil für die nächsten Tage.
Mittlerweile schon Nachmittag haben wir auch nicht mehr viel gemacht. Wir haben in der Lobby Prospekte eingesackt und mal die ersten Touranbieter abgecheckt. Planung für die nächsten Tage war auf alle Fälle eine Schnorcheltour. Was sonst noch dabei kommen sollte, würden wir sehen. Eine Fahrt nach Hana war für morgen geplant. Diese Fahrt sollte ja so super toll sein. Das mussten wir natürlich mal überprüfen.
Später haben wir noch die gute Frau vom Tour-Reservierungsschalter besucht. Die war zwar nicht so überschwänglich nett wie die Tante vom King Ka, sie konnte aber auch für all unsere Wünsche die passenden Touren aus dem Hut zaubern.
Ergebnis : Schnorcheltour nach Molokini und am Tag danach ein Luau.
Zum Ausklang des Abends sind wir ein paar Straßen weiter vom Hotel entfernt bei Tony Roma eingekehrt und haben dort mal die "Famous Rips" getestet. Himmlisch. Preislich eigentlich sogar noch einigermaßen OK. Und es gab Kona-Bier :-)
MisterB:
06.10.2004 - The Road To Hana, die Mutter aller Kurvenstraßen
The Road To Hana. Schon alleine die Erwähnung treibt jedem amerikanischen Autofahrer den Angstschweiß auf die Stirn. Wer es gewohnt ist, mit eingeschaltetem Tempomat und ausgeschaltetem Gehirn auf Straßen dahin zu schaukeln, die bis zum Horizont geradeaus verlaufen, der wird vor dieser Straße Angst haben. Den normalen deutschen Autofahrer, der unsere schlechten, kurvigen und engen Landstraßen und Sträßchen gewohnt ist, schockt die Fahrt aber nicht wirklich.
Nicht zuletzt bekommt man von jedem die Empfehlung nach Hana zu fahren, weil der Weg einfach durch wunderschöne Landschaft führt.
Wir sind am späten Morgen von Kihei los und später über Paia dann auf den Highway 36, der zum Highway 360 wird. Die 360 ist dann auch der "Hana Highway". Hinter Paia kommt man irgendwann am sog. Hookipa Beach Park vorbei. Hier kann man dann auch endlich Zeuge der Kunst des Windsurfens werden. Ich hatte mich schon die ganzen Tage gefragt, wo denn nun die Hawaii Monsterwellen und die Windsurfer sind, die den ganzen Tag nichts anderes machen wie ein Kunststück nach dem anderen hinzulegen. Hier sind die alle. Hier an diesem Strand werden sogar auch Windsurf Weltmeisterschaften ausgetragen !
Irgendwann später fängt dann die eigentliche Straße nach Hana an, was durch viele Warnschilder der Art von "Narrow and Winding Road next 30 Kilometers" immer wieder klargestellt wird. Irgendeiner hat sich wohl mal die Arbeit gemacht und alles hier gezählt. Man ist auf die Zahl von 617 Haarnadelkurven und immerhin 56 einspurigen Brückenüberquerungen gekommen. Immerhin.
Die Straße ist eigentlich sehr schön zu fahren, wenn man sich Zeit nimmt. Rasant fahren kann man hier eh nicht, die nächste Haarnadelkurve kommt gleich um die nächste Ecke. Wenn man allerdings einen etwas überängstlichen Fahrer vor sich hat, kann man nur hoffen, das der das mit den Ausweichbuchten entlang der Straße verstanden hat und einen irgendwann mal vorbeilässt.
Entlang der Strecke bieten sich etliche Abzweige und Rastplätze an es etwas gemütlicher angehen zu lassen. Die Landschaft ist einmalig. Alleine auf den ersten Kilometern haben wir soviel sattes grün gesehen, wie auf ganz Big Island nicht. Lohenswerte Abstecher waren für uns die Abzweige nach Wailua, eine Minisiedlung an der Küste und später zum Waianapanapa State Park mit seinem Black Sand Beach.
Später in Hana haben wir uns den Ort ein wenig angesehen und sind dann weiter (denn die Straße ist ja hier nicht zu Ende) mit Endziel "Seven Sacred Pools" aus dem Ort wieder raus. Ab hier wird die Straße noch ein wenig enger und verwinkelter und irgendwie war ich dann doch froh als wir auf den Parkplatz standen und heil angekommen waren.
Diese "Seven Sacred Pools" sind übrigens mehr als sieben und auch irgendwie überhaupt nicht heilig. Was jedoch stimmt ist, das der Fluss, der aus den Bergen kommt, über etliche Terrassen führt, die viele natürlich Pools bilden, bevor das Wasser ins Meer fließt. Zu den untersten 3 Becken kann man von Parkplatz bequem hinwandern und eventuell, wer's mag, noch ein erfrischendes Bad nehmen.
Alles in allem ist die Ecke hier einfach nur wunderschön und die Wasserbecken, vor allem der Blick von unten hoch auf den Berg, wo das Wasser im kleinen Wasserfällen von einem Becken ins andere fließt, runden den Eindruck noch ab.
Wir haben uns hier noch ein wenig aufgehalten, sind dann aber doch zügig aufgebrochen, da die Dämmerung drohte. Ein wenig konnten wir noch das Tageslicht ausnutzen, dann ist die Sonne aber runtergefallen und ich musste mehr als 3/4 der Hana Road im Dunklen zurückfahren.
So schön die Fahrt hinzu ja war, so anstrengend war die Fahrt zurück. Man muss in der Dunkelheit die ganze Zeit so stark aufpassen die Kurven zu erwischen und die einspurigen Brücken zu treffen, das ich hinterher, als wir es (für mich nach einer Ewigkeit) endlich zurück auf normale Straßen geschafft hatten, wirklich heilfroh war. Wir sind so gegen 21 Uhr am Hotel eingetroffen und ich wäre freiwillig auch keinen einzigen Meter mehr weitergefahren.
Zum Essen sind wir wieder die Straße hoch in der nähe vom Roma Tony in eine nette Kneipe (Lulu's), gegangen. Alles sehr rustikal ausgestattet und mit Karaoke ! Ein Teil davon war sogar ganz gut. Über den Rest hüllen wir lieber das Schweigen .... .
Essen war gut und günstig. Bier leider wie überall recht teuer. Aber egal. Das hatte ich mir heute verdient, nach der Schwerstarbeit auf der Road to Hana.
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