Allgemeines > Reiseberichte
Maxi-Tour 2016: Südwest-Auftakt & Traumziel Hawai'i
Susan:
15. November Japan Tempel & Polynesien Tour
Unser heutiges Programm beinhaltet ein ausgesprochen touristisches Ziel; sprich weniger original, mehr inszeniert. ;) Muss auch mal sein.
Nach dem Frühstück im Garten brechen wir auf Richtung Norden. Als erstes steuern wir den Valley of Temples Memorial Park an. Dies ist ein riesiger Friedhof zu Füßen der Ko’olau Range, auf dem sowohl Christen als auch Buddhisten und Shinto beerdigt sind.
Wie in Amerika üblich, sehen wir kaum Gräber und Grabsteine, dafür viel Rasenfläche und niedergelegte Blumen. In der katholischen Abteilung soll es vereinzelt Mausoleen und Grabstatuen geben.
die christliche Kapelle
nicht so spannend, anders als die Attraktion des Parks: ein Nachbau des Byodo-In Tempels in Uji, Japan, in kleinerem Maßstab. Er wurde 1968 in Gedenken an die ersten japanischen Einwanderer 100 Jahre zuvor errichtet. Eine Brücke führt uns vom Parkplatz in einen japanischen Garten.
Als wir näher kommen, wird der Hauptteil, die so genannte Phönix Halle, schön von der Sonne angestrahlt.
Ich sorge erstmal für unser Glück und Wohlbefinden, indem ich die heilige Glocke läute; einmal kräftig am Holzschlegel ziehen. Es heißt, der dunkle, satte Ton der 1,5 m großen Bronzeglocke reinige die Luft von bösen Geistern.
Danach können wir den Tempel betreten; ach ja, Schuhe vorher noch ausziehen.
Amida Buddha,
der Buddha des westlichen Paradieses, steht für das unendliche Leben. Die Statue ist aus japanischem Zypressenholz gefertigt, schwarz lackiert und mit Blattgold überzogen.
die Rückseite des Gebäudes mit der Urnenhalle
Es gibt noch ein Teehaus als Souvenirshop, das war zu umlagert für schöne Bilder. Der Tempelteich ist mit hunderten von Koi besetzt, einem japanischen Symbol für Liebe und Freundschaft.
Außerdem sehen wir noch Frösche (Bild leider verwackelt) und schwarze Schwäne.
Die hier lebenden Pfauen und Schildkröten haben sich vor uns versteckt. ^-^ Außer Bestattungen finden hier Hochzeiten und ähnliche Zeremonien statt. Und in den TV-Serien Magnum, Hawaii 5-O und Lost hat der Tempel auch schon mitgespielt.
Ein Paar spricht uns auf unsere aus dem Rucksack lugenden Reisehippo und -bär an. Sie hätten ähnliche Reisebegleiter dabei, allerdings heute im Hotel gelassen. Im weiteren Gespräch stellen wir dann fest: erstens, dass es Deutsche sind; zweitens, dass ihr Schwarzbär genau wie unserer aus dem Yellowstone NP kommt; drittens, dass wir zwar oft beschmunzelt werden, aber wohl nicht die einzigen, die mit Kuscheltieren unterwegs sind. :)) Sehr sympatische Leute!
Wir fahren weiter auf bekannter Strecke die Küste entlang. manche Häuser haben statt Garten einen Strand 8)
Es geht zum Polynesian Culture Center, einem Unternehmen der mormonischen Kirche in Zusammenarbeit mit der hawaiischen Brigham Young Universität. Entstanden ist es aus einem Festival in den 1940er Jahren, bei dem polynesische Studenten Tänze und Gesänge ihrer Heimat aufführten. Heute ist es ein großer Komplex mit viel Show.
Das parkähnliche Gelände besteht aus "Dörfern" der polynesischen Inselwelt: Hawaii, Fiji, Aotearoa (Neuseeland), Samoa, Tahiti und Tonga. Zu sehen sind dort jeweils typische Gebäude und Vorführungen zur Kultur.
Begrüßt werden wir von Joseph Kekuku, dem Erfinder der Hawaiigitarre.
Man kann sowohl eine geführte Tour durch die Dörfer machen, als auch auf eigene Faust los ziehen. Wir bevorzugen letzteres und landen zunächst in Samoa, gerade rechtzeitig zur Show. Wir lernen wie man Kokosnüsse knackt und aushöhlt.
Wie man Jemanden auf die Palme bringt ;D
Eigentlich sollte der Typ ja jetzt zur nächsten Palme springen
doch wem sein Leben lieb ist, posiert lieber für den "Happy People of Samoa" Kalender ;D
Zum Abschluss ein fröhliches Tänzchen und wer Lust hat, kann sich im Grasflechten probieren.
Wir gehen weiter nach Aotearoa und stolpern in die Zeremonie, Gäste im Versammlungshaus zu empfangen.
Drinnen Vorführungen der Gesänge und Tänze;
sittlicher gekleidet als früher üblich
ausdrucksstarke Mimik
Poi-Tanz
Die Kugelschleuderei erinnert mich an ein Spielzeug, das ich mal hatte. Das waren auch so Kugeln am Band, die zudem noch einen Höllenlärm gemacht haben. :cool2:
Dieses Wurfspiel mit Gesang können die Zuschauer dann draußen auch mal üben.
Weiter gehts nach Fiji, dort verpassen wir allerdings die Vorführung.
Wir besichtigen eine der Grashütten
Bure Kalou, das Gotteshaus
Daneben dann der Bereich von Hawai'i, ebenfalls mit einer Grashütte. Wohl eher eine der gehobenen Bauweise, bei der prächtigen Federdecke.
Auch hier als Vorführung, typischer Tanz und Gesang
Eine nette Dame rät uns, sich schon mal ein Plätzchen am Kanal zu suchen, denn bald begönne die Kanuparade. Wir queren den Kanal über eine Brücke zur Rückseite von Fiji
Dort finden wir einen Platz in der ersten Reihe und können schon mal hawaiischen Klängen lauschen.
Vorerst wird nebenan Kindern gezeigt wie man mit Bindfäden fischt. Kanus fahren vorbei, die einen mit Besuchern - man kann sich hier langschippern lassen; die anderen mit Erfrischungen.
Fortsetzung folgt
Susan:
Polynesien Tour Fortsetzung
Langsam füllen sich die Bänke am Kanalufer und schließlich ist es soweit. Der Ansager begrüßt uns zur Kanu-Parade. Hier sehen wir nochmal in geballter Form Tänze und Gesänge der sechs polynesischen Volksgruppen. Vorgetragen auf den breiten Kanus, die im Kreis gestakt werden. Keine Ahnung, wie authentisch die sind, ist jedenfalls eine farbenfrohe Show.
Den Anfang macht ein kleines Outrigger mit einem Liebespaar. Die Tradition, Blüten ins Meer zu werfen, dient der Ehrung verstorbener Vorfahren. Kommen die Blumen ans Ufer zurück, haben sich die Geehrten bedankt.
Hawai'i mit Hula-Tänzerinnen in Blau
Tahiti in sonnengelb
sehr viel Hüftschwung, der die Baströckchen zum Vibrieren bringt 8)
Natürlich in grün die Neuseeländer
Tonga
Die Leute aus Fiji wirkten etwas wilder
und die fröhlichen Leute aus Samoa
Die waren sehr ausgelassen und zu Späßen aufgelegt, selbst der Staker. Zum Schluss haben sie es denn auch hingekriegt, das Kanu so zum Schwanken zu bringen, dass ihr Flößer ein Bad nahm. :))
Zum Abschluss noch das Kanu mit Fürst und Hofstaat
Nach der Parade besuchen wir noch die beiden letzten "Dörfer". In Tonga sehen und hören wir endlich mal Muschelbläser
und Trommler
Ansonsten besteht hier die Show daraus, dass drei Herren aus dem Publikum dann im Baströckchen tanzen und trommeln müssen.
Tahiti spielt uns eine Liebesgeschichte vor, gipfelnd in der Hochzeitszeremonie
Soweit alles ganz nett und unterhaltend, ich hätte mir allerdings ein wenig mehr Alltagsaktivitäten gewünscht. Oder etwas zum Kunsthandwerk. Wir schlendern noch etwas weiter. Den Film im IMAX-Kino über die Seefahrten der Polynesier und deren Sternennavigation haben wir leider verpasst. Dafür sehen wir einen anderen mit tollen Luftaufnahmen der Wildnis auf den Inseln. Von dem kaufen wir uns gleich die Blue-ray. Der Souvenirshop, ein nachgebautes Missionshaus der 1850er Jahre
Langsam wird es Zeit zum Ali'i Lu'au zu gehen, das um 17 Uhr beginnt. Lu'au ist die Bezeichnung für ein festliches Essen mit Hula-Vorführungen. In frühen Zeiten wurde es meist nur von den fürstlichen Familien, den Ali'i, begangen. Heute wird etwas ähnliches in vielen Hotels auf den Inseln angeboten. Das hier im PCC soll eines der authentischen sein. Naja, es ist zumindest eine sehr große Veranstaltung, obwohl heute nicht mal voll ausgebucht. Zur Begrüßung bekommen wir einen Blumen-Lei, dann werden wir gruppenweise zu langen Tafeln geführt. Wir kommen an einen Achtertisch, an dem ein Platz frei bleibt. Zu trinken gibt es - wir sind bei den Mormonen - Wasser, Fruchtpunsch, Limonaden und Kaffee. Die Show beginnt pünktlich mit dem Auftritt des Fürstengefolges (dem gleichen wie vom Kanu). Ein Ansager führt dann weiter durch die Show mit einigen Erklärungen zum Ursprung der Tradition.
Das Kalua-Schwein wird aus seinem Erdofen befreit. Darin hat es nun gut neun Stunden geschmort.
Dann wird es in feierlicher Prozession an uns vorbei zum Buffet getragen.
Es gibt noch Erläuterungen zu den traditionellen Beilagen eines solchen Essens. Berüchtigt ist ja der Poi-Brei aus den Tarowurzeln, der kaum einen Touristen schmeckt. Ich habe aufs Probieren verzichtet. ::)
Die Gesellschaft wird tischweise zum ersten Gang ans Buffet gebeten. Wir kommen ziemlich zum Schluss an die Reihe, es ist aber von allem reichlich da. Danach kann man hingehen, wann und so oft man möchte. Außer dem Kalua-Schwein als "pulled pork", gibt es noch Fisch, Teriyaki Rindfleisch, Hühnchen, Salatbuffet, Süßkartoffeln, Reis, viel Obst, Tarobrötchen und vegetarisches Chili.
Wundern müssen wir uns mal wieder über so manche Leute, die sich alles mögliche turmhoch und kunterbunt auf den Teller häufen ::) Man darf doch mehrmals gehen. Besonders abartig sind unsere Tischgenossen, die dann in ihren gehäuften Tellern nur rumstochern und fast alles stehen lassen. :o Auch sonst sehr merkwürdige Leute.
Nun, wir lassen uns unseren Appetit nicht verderben. Neben dem Obst gibt es noch weitere Desserts: Ananas-Schnitten (sehr lecker), Brotpudding, Schoko-, Guaven- und Apfelkuchen. Auch hier haben sich Nachbars wieder den Teller voll geladen und essen fast nix. Wenn das meine Oma gesehen hätte... (und die armen Kinder in Afrika müssen hungern)
Während des Essens gibt es weitere Showeinlagen: Hula-Tanz und Ukulele-Spieler. das Beste kommt zum Schluss: eine Fackeltänzerin.
Um 17 Uhr fing das Lu'au an, vielleicht 20 Minuten später Freigabe des Buffet, gegen 18.30 Uhr ist der Saal wie leer gefegt. Typisch amerikanisch - haphap, reinschaufeln und weg! Nix mit noch gemütlich sitzen bleiben. Wir haben noch etwas Zeit zu überbrücken, denn unser Tagesprogramm ist noch nicht zu Ende. Wir könnten noch eine Tour nach Laie zum Mormonentempel mitmachen, dazu haben wir aber keine Lust. Lieber schlendern wir noch durchs Gelände.
Krönender Abschluss des Abends ist die Show "Ha - Breath of Life". Die Geschichte eines Lebens, von der Geburt eines Jungen an, über Lehrzeiten, heranreifen und Kämpfe bis zur Geburts seines Nachkömmlings. Gespielt, gesungen und getanzt von den Ensemblen der verschiedenen Inseln. Höhepunkt auch hier die Feuertänzer. War ein tolles Erlebnis!
Preiswert ist das PCC nicht gerade; wir hatten ein Kombiticket für 113$ pP. Hat sich trotzdem gelohnt, fanden wir. Geschafft aber zufrieden fahren wir zurück nach Kailua, noch ein Schlummertrunk im Garten, dann gute Nacht!
Andrea:
Auch wenn das ganze sehr touristisch ist: Mir hat es irgendwie gefallen. Multikulti auf Hawaii...
Ilona:
--- Zitat ---Besonders abartig sind unsere Tischgenossen, die dann in ihren gehäuften Tellern nur rumstochern und fast alles stehen lassen.
--- Ende Zitat ---
Aber das ist doch typisch bei den Amerikanern und erlebt man an jedem Büffet in Las Vegas. Wir können da nur den Kopf drüber schütteln.
Ansonsten ein absolut kultureller Tag auf der Insel :thumb:.
Christina:
Auch wenn es touristisch aufbereitet war, ist es doch immerhin etwas, das einen als Tourist daran erinnert, in welcher Region man sich eigentlich befindet - ich würde das vermutlich auch mitmachen (falls es nicht am Preis scheitern würde). Der jap. Tempel und Garten hat mir auch sehr gut gefallen, insgesamt ein abwechslungsreicher Tag.
Ich würde auch sagen, dass das typisch amerikanisch ist und nicht nur bei Buffets, im Teller nur rumstochern und das meiste stehen lassen bzw. wenn möglich im doggy bag mit nach Hause nehmen, wobei ich mich da immer frage, ob das wirklich noch zu Hause gegessen wird, oder doch im Abfall landet.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln