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Eine Wanderwoche in Kreta
Paula:
Sonntag 30.4.2017
Wie schnell doch eine Woche vergeht, heute war schon wieder der Heimflug gebucht :( aber erst am späten Abend, einen Tag können wir noch hier verbringen :)
Zum Frühstück gab es heute einen süßen und einen salzigen Kuchen, dieses Frühstück werde ich definitiv vermissen :sabber:
wir haben uns bis 10 Uhr Zeit gelassen, danach gings an Kofferpacken, das war dann schnell erledigt. Beim Auschecken wurden wir gefragt ob denn auch alles zu unserer Zufriedenheit war: ja war es definitiv, ich habe das Hotel auch schon an eine Bekannte weiter empfohlen, die im Mai nach Kreta fährt.
Für heute hatten wir keine Wanderung mehr eingeplant, ich mag nicht verschwitzt in ein Flugzeug einsteigen. Statt dessen haben wir für eine Besichtigung von Knossos entschieden, der wichtigsten minoischen Ausgrabungsstätte auf Kreta.
Sie liegt für uns günstig ganz in der Nähe des Flughafens. Die Fahrt war problemlos, es war ja fast die gleiche Strecke die wir auf der Hinfahrt vom Flughafen zu unserer Unterkunft gefahren waren. Auf der Autobahn war die die Ausfahrt nach Knossos beschildert, danach fehlten die Schilder komplett, erst kurz vor dem Parkplatz tauchte wieder eins auf. Ohne Navi hätten wir das wahrscheinlich nicht gefunden.
Weil wir um 12 Uhr schon dort waren und unser Flieger erst um 21 Uhr starten würde hatten wir massig Zeit. Wir haben uns daher erst mal ins Museumscafe gesetzt und einen Eiskaffee genossen.
Am Eingang konnte man dann einen Guide buchen (also keinen elektronischen sondern einen echten Menschen), wir hatten aber keine Lust hinter einem Guide her zu laufen und hatten auch auch massig Zeit. Ich habe mir statt dessen ein Buch über Knossos gekauft. Der Palast wurde ab 2100 v.Chr. von den Minoern gebaut, um 1750 v.Chr. durch ein Erdbeben zerstört und wieder aufgebaut, wie lange der Palast insgesamt existierte ist nicht genau bekannt. Die Ausgrabungen begannen im Jahr 1900. Ein reicher Engländer, Sir Arthur Evans, hat das Gelände den Osmanen abgekauft (Kreta war damals unter osmanischer Herrschaft) und die Ausgrabungen geleitet.
Viele Gebäude hat er teilweise rekonstruiert, diese Maßnahmen sind heute umstritten (er hat zum Beispiel Beton eingesetzt), auch viele Deutungen der Gebäude sind umstritten, es gibt Forscher die in der Anlage eine religiöse Stätte sehen, Evans war der Ansicht den Palast von König Minos ausgegraben zu haben. Fazit: nichts genaues weiß man nicht. Da brauche ich mir auch nicht die Ausführungen eines Guides anzuhören wenn eh nicht klar ist ob es stimmt was er zu erzählen hat.
Wir sind also gemächlich durch die Anlage spaziert
in einigen Gegäuden gibt es ein paar Fresken, das sind jedoch nicht die Originale, die sind im archäologischen Museum von Heraklion, dies hier sind Nachbildungen. Auf mich hat dieses Bild irgendwie ägyptisch gewrikt. Im Buch über Knossos steht dass die Minoer Handelsbeziehungen mit den Ägyptern pflegten und dass es auch einen kuturellen Austausch gab.
ein paar Amphoren gab es auch zu besichtigen
noch ein Gebäude mit schönen Fresken
leider waren die Fresken durch Glasplatten geschützt, das spiegelt stark
dieser Sprung über den Stier wobei der Springer den Stier bei den Hörnen packt und dann einen Salto auf seinen Rücken vollführt soll eine religiöse Zeremonie sein. Sie wurde von jungen Frauen wie Männern vollführt, dass die Minoer eine matriarchale Kultur hatten wie Evans behauptete wird mitlerweile von vielen Forschen bestritten.
meist standen doch nur die Grundmauern wie in Festos auch
ein Beispiel für die umstrittene Bedeutung der Kunst hier:
der folgende Raum wurde von Evans Thronraum genannt, wahrscheinlich war es aber kein Thronsaal im europäischen Verständnis sondern ein Raum für religiöse Zeremonien, aber auch das weiß man eben nicht genau.
diese Fresken erinnern mich an Jugendstil, es gibt halt nix neues, war alles schon mal da
und in einer Ecke des Raumes brüten Schwalben :)
es war sehr heiß heute, die Guides liefen mit Sonnenschirm rum
ein sehr schönes Stierfresko, leider schwer zu fotografieren weil immer die Säulen im Weg waren
wir sind also über die Anlage spaziert, haben uns immer wieder hingesetzt und Pause gemacht und sind wieder weiter spaziert
aber auch mit diesem sehr gemächlichen Tempo hatten wir um 4 Uhr nichts mehr anzuschauen
Gegenüber vom Parkplatz waren Tavernen, in eine haben wir uns gesetzt und den letzten griechischen Salat und griechischen Kaffee getrunken. Zur Rechnung gab es wieder keinen Schnaps, also in den touristischen Hochburgen scheint das nicht üblich zu sein, das muss ich jetzt doch mal bemängeln ;)
auf der kurzen Fahrt zum Flughafen sind wir über ein Schlagloch gefahren und zum xten Mal ist das Handy aus der Halterung katapultiert worden. Zum Glück hat es alle diese Stürze heil überstanden.
Bei Hertz war die Rückgabe des Wagens so unproblematisch wie in USA, das Kennzeichen wurde gescannt, der Kilometerstand aufgeschrieben, fertig. Zum Check-in waren wir noch zu früh, nach einer Stunde warten konnten wir einchecken. Der Rückflug wurde von Lufthansa durchgeführt, da hätte man sogar Trinkwasser bezahlen müssen, also das finde ich schon krass schlechten Service. Ansonsten war der Flug in Ordnung und gegen Mitternacht waren wir wieder zuhause.
Fazit:
Auf Kreta hat es uns sehr gut gefallen. Vor allem lockt natürlich das schöne Wetter: Freitags als wir am Pool waren lag in München eine geschlossene Schneedecke :)
Kreta hat uns begeistert mit seiner Landschaft aus Bergen und Meer, beim wandern gibt es einiges zu entdecken. Die Kreter sind angenehme Menschen, nie im Streß und sie sprechen überraschend gut englisch, die Verständigung war nie ein Problem.
Das Essen war deutlich besser als erwartet und viel besser als am Festland Griechenlands unserer Erfahrung nach. Dazu war alles unglaublich günstig. Einziger Nachteil sind die schlechten Straßen, man muss sich daher auf einen näheren Umkreis um die Unterkunft beschränken. Das nächste Mal werden wir wahrscheinlich doch nach 3 oder 4 Tagen "umziehen".
Zum Wandern ist das Frühjahr sicher ideal, es war zwischen 20 und 25 Grad, es ist noch nirgends voll, man bekommt überall Parkplatz. Wir haben in der einen Woche ja nur einen kleinen Teil der Insel gesehen und wenn ich mir den Wanderführer so anschaue können wir gut noch zwei oder dreimal für eine Woche wiederkommen.
Kreta wird uns wiedersehen ^-^
soenke:
Hallo Paula,
upps, das ging aber schnell zu Ende. :'(
Die Wanderrung in der Imbrosschlucht fand ich super. Dazu tolle Strände, leckeres kulinarisches Essen und Kulturprogramm.
Sehr abwechslungsreich und interessant wie ich finde. :D
Für ne Woche ist Kreta ein tolles Urlaubsziel und wie du schon sagst, es tut gut hier mal dem tristen Wetter zu entfliehen. ;)
Vielen Dank für die nette Woche !
LG
Paula:
--- Zitat von: soenke am 17. Mai 2017, 08:23:53 ---Hallo Paula,
upps, das ging aber schnell zu Ende. :'(
--- Ende Zitat ---
Ja eine Woche ist halt schnell vorbei. Ich hätte mal länger bleiben sollen, denn wieder zuhause habe ich mir prompt eine fette Erkältung geholt >:(
Freut mich dass es dir gefallen hat Sönke :)
Ilona:
Die Ausgrabungsstätte hätte mich jetzt weniger interessiert, aber was soll man am letzten Tag schon unternehmen.
Jedenfalls werde ich die täglichen Frühstücksbilder auch vermissen und dieses Hotel mal im Auge behalten :zwinker:.
:danke:, dass du die Wanderwoche mit uns geteilt hast :beifall:.
Bis zum nächsten Mal :adieu:.
Andrea:
Ich hoffe, dass du durch das Schreiben des Berichtes schnell wieder gesund geworden bist, ansonsten natürlich gute Besserung!
Lieben Dank für deinen Bericht. Kreta hat mir richtig gut gefallen. Mein Vater ist zwar viele Male dorthin gereist, aber ihm ging es nur um die Erholung, nicht so sehr um Wandern und "Ruinen gucken". Da er nicht ganz gesund ist, hat er eben immer wenig unternommen. Aber ich verstehe nun noch besser, warum es ihm dort immer so gut gefiel. Auch er erzählte immer von super netten und hilfsbereiten Menschen, auch als er dort mal krank geworden ist oder auch einmal seine Medikamente zu Hause vergessen hat. Er ist da prima ohne Fremdsprachenkenntnisse zurecht gekommen, weil man entweder deutsch sprach oder weil die Menschen dort so bemüht sind.
Danke für die schönen Eindrücke!
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