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Provence - Mai 2017

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Christina:

--- Zitat von: Susan am 10. Oktober 2017, 01:05:03 ---
Über den solch lapidare oder verharmlosende Aussagen in Wanderführern - bei uns meist einer der Rother - haben wir uns auch schon öfter geärgert   ??? Frage mich immer, wen die als "Referenzpersonen" nehmen.

--- Ende Zitat ---

So extrem wie bei diesem Wanderführer ist uns das noch nie passiert.


--- Zitat von: Paula am 09. Oktober 2017, 22:50:51 ---Eure Erfahrung was das Fahren mit Navi in Frankreich angeht deckt sich zu 100 % mit unseren Erfahrungen. Wir haben daher einen großformatigen Autoatlas wo jedes Kaff drin ist und ich fahre nur nach Atlas und Schildern ( die Beschilderung ist erfahrungsgemäß in Frankreich besser als in Deutschland) und fahren wenn immer vorhanden auf den grünen Umgehungsstraßen. Nur für das letzte Stück zum Hotel fahren wir nach Navi.
Auch unser Navi hat uns schon auf Feldwege geschickt, die ich in Deutschland als Fußpfad bezeichnen würde.
Es würde mich echt mal interessieren warum Navis in allen Ländern Europas funktionieren nur in Frankreich nicht. Offensichtlich ist die Kategorisierung der Straßen völlig falsch.

--- Ende Zitat ---

Vorletzte Woche in Zeeland ist mir das allerdings auch passiert, war nicht ganz so schlimm, aber auch dort gibt es so schmale "Feldwege", die asphaltiert sind und auf denen üblicherweise Traktoren unterwegs sind. Dort gilt immerhin eine Beschränkung auf 60 km/h und die Ränder sind gut befahrbar. Nach diesem Erlebnis bin ich dann konsequent der Beschilderung gefolgt ;D.

Christina:
6. Tag – Donnerstag, 18.05. (Wanderung Fontaine-de-Vaucluse, Pont Julien, Bonnieux)

Nach der Stadtbesichtigung gestern, wollen wir heute wandern. Gegen 8.45 Uhr fahren wir nach der üblichen morgendlichen Routine, zum Supermarkt in Coustellet, um Proviant für den Tag einzukaufen.

Von dort geht es in ca. zwanzig Minuten in den kleinen Ort Fontaine de Vaucluse. Dieser liegt sehr idyllisch in einem Talkessel, ist allerdings ein Touristenanziehungspunkt, da sich hier mit der Quelle des Flusses Sorgue die (oder eine der) größte Karstquelle Europas bzw. der Welt befindet. Die Tiefe wurde zuletzt 1985 mit einem ferngesteuerten U-Boot auf 308 m vermessen. Außerdem wohnte der italienische Dichter Petrarca 16 Jahre lang hier.

Früher lebten die Einwohner hauptsächlich von der Papierherstellung, die Papiermühlen wurden von der Sorgue angetrieben. Von diesen Mühlen ist heute nur noch eine erhalten, die als Museum dient. Haupteinnahmequelle (welch passendes Wort) ist heute der Tourismus.

Wir parken am Ortseingang auf einem großen Parkplatz direkt am Flussufer. Ein Schild weist eine Parkgebühr von EUR 4 aus, eine Möglichkeit diese zu bezahlen gibt es jedoch nicht.

Wir gehen als erstes in den Ort, nutzen die öffentliche Toilette und schauen uns ein bisschen um. Sehr hübsch hier und um diese Uhrzeit noch wunderbar leer.




Ich möchte vor der Wanderung noch zur Quelle der Sorgue gehen, da später, wenn wir von der Wanderung zurück sind, sicherlich deutlich mehr Touristen unterwegs sein werden. Aber Peter will gleich mit der Wanderung starten, na gut, verschieben wir die Quelle auf später. Wir laufen zurück in Richtung Parkplatz, wo nun an der Einfahrt eine Dame sitzt, die offensichtlich die Parkgebühr bei den einfahrenden Autos kassiert. Da können wir dann sicherlich noch bezahlen, wenn wir wegfahren.

Gegen 10 Uhr verlassen wir auf Höhe des Parkplatzes die Hauptstrasse und gehen ein kurzes Stück an Wohnhäusern vorbei, dann am Friedhof und schließlich stoßen wir auf den grob geschotterten Wanderweg. Dieser führt immer leicht ansteigend, zwischen mehreren Felsformationen hindurch (Müller Wanderführer Nr. 14).



Nach einiger Zeit wird der Weg steiler, enger und die Vegetation links und rechts rückt näher heran, Felsen sieht man nun keine mehr. Die einzige Abwechslung bieten die vielen Blumen, die auch hier wieder blühen, ein paar knorrige Bäume und ein Wanderer, der uns entgegen kommt, die einzige Person, die wir seit verlassen der Ortschaft getroffen haben.



Es ist wieder ziemlich heiss und der Weg scheint sich endlos hinzuziehen, aber nach ca. 1,5 h sind wir am höchsten Punkt der Wanderung mit 670 m angelangt. Wir befinden uns nun auf einer Hochebene, die mit Büschen und Steineichen bewachsen ist.

Hier wären wir ohne unser neues Wander-Navi ziemlich verloren, es führen nämlich unzählige Pfade quer über die Hochfläche und die Beschreibung im Wanderführer, nach wie vielen Metern man welchen Weg wählen soll und nach der wievielten Abzweigung ein Richtungswechsel erfolgen soll, sind zwar sicherlich korrekt und eine andere Beschreibung kaum möglich, ein Verlaufen ist aber fast vorprogrammiert (eine Markierung ist nicht vorhanden). Wir folgen aber problemlos dem Track im GPS Gerät und kommen eine halbe Stunde später an den Rand der Hochebene, von wo aus der Abstieg startet und wo man neben einem Feuerbeobachtungsturm schöne Ausblicke in die Umgebung hat.



Hier machen wir erst mal Mittagspause, genauso wie ein Mountainbikefahrer, der auf einem anderen Weg raufgefahren ist und sich nun in die Sonne legt, immerhin unsere zweite Begegnung bei dieser Wanderung.

Gegen Viertel vor eins machen wir uns dann an den Abstieg. Dieser erfolgt auf einem schmalen, natürlich sehr steinigen Pfad, natürlich z.T. sehr steil und rutschig.

Nach ungefähr einer Dreiviertelstunde haben wir das schlimmste hinter uns, der Weg wird breiter und flacher und führt nun durch ein idyllisches Tal. Dies ist der schönste Teil der ansonsten eher etwas langweiligen Wanderung und ich kann mich gar nicht sattsehen an den grünen Wiesen mit den vielen bunten Blumen und den Felsen im Hintergrund. In diesem kleinen Paradies steht ein verlassener Bauernhof, das wäre doch ein schönes Fleckchen für ein Ferienhaus, allerdings wohl nicht mit einem normalen Pkw erreichbar, da nur ein Feldweg dort hinführt.





Wir kommen nochmals an interessanten Felsformationen vorbei,


dann erreichen wir die ersten Häuser von Fontaine-de-Vaucluse.


Hier treffen wir auf eine kleine Gruppe Wanderer, kurze Zeit später sind wir wieder auf der „Hauptstrasse“ des Dorfs – und mitten im Touristentrubel. Gerade waren wir noch in der Einsamkeit und nun sind wir umgeben von einer Menge an herumschlendernden Menschen mit Sandalen und in Sommerkleidung, da kommen wir uns etwas merkwürdig vor, verschwitzt und in Wanderbekleidung. Hätten wir mal die Quelle schon heute Morgen besichtigt. Der Weg zur Quelle führt am bewaldeten Flussufer entlang, an der Flussseite des Wegs sind einige Restaurants mit schönen Terrassen direkt über dem Wasser, hin und wieder führen Pfade direkt an den Fluss. Auf der anderen Seite des Wegs sind hohe Felsen, davor eine lange Reihe von Ständen mit Eis, Crêpes und Andenken. Wirklich schade, die schöne Landschaft so zu verschandeln.

Nach ungefähr zehn Minuten Fußmarsch erreichen wir dann die Quelle der Sorgue: wunderbar türkis-blaues Wasser in einem fast runden Quelltopf an einer Felswand.


Auch drumherum ragen Felsen in den Himmel. Hier endet das Tal und damit auch der Weg und wir gehen zurück zum Parkplatz. (Irgendwie war ich gar nicht mehr motiviert Fotos zu machen, nur das obige, sehr bescheidene vom Quelltopf selbst, das ich euch, mangels Alternativen trotzdem nicht vorenthalten wolle).

Bei der Ausfahrt wird nicht überprüft, ob wir die Parkgebühr schon bezahlt haben, auch gut, 4 EUR gespart.

Es ist 15.00 Uhr und wir wollen uns nun den Ort L’Isle sur la Sorgue anschauen. Das Städtchen mit 19.000 Einwohnern ist nur wenige Kilometer von Fontaine-de-Vaucluse entfernt und liegt auf einer Insel in der Sorgue. Dementsprechend viele Brücken, Kanäle und Wasserräder finden sich dort. Leider ist unmöglich, einen freien Parkplatz zu bekommen. Wir fahren von einem Parkplatz zum anderen, die sich rund um das Zentrum aufreihen, es ist aber alles besetzt. Fast ausschließlich mit Autos mit heimischen Kennzeichen, wie schon mehrfach festgestellt in diesem Urlaub, ist hier im Süden die Bevölkerungsdichte sehr viel höher als in anderen Regionen des Landes.

Etwas enttäuscht beschliessen wir, zurück zur Ferienwohnung zu fahren, endlich mal den Pool zu nutzen (meine Wunde sollte soweit verheilt sein, dass ein Bad nicht schadet) und gegen Abend noch eines der hübschen Dörfer in der näheren Umgebung zu besichtigen.

So verbringen wir ab 16.00 Uhr eine gute Stunde am und im Pool, wo wir fast alleine sind. Herrlich erfrischend und entspannend. Dann gibt es die Reste von gestern, also Brot, Tapenade und Ziegenkäse zum Abendessen auf dem Balkon.

Gegen 18.30 Uhr fahren wir nochmal los. Erster Halt ist die Römerbrücke Pont Julien, gebaut 3 v.Chr., die sich ca. 10 km östlich unserer Ferienanlage befindet. Noch bis vor ca. 15 Jahren war diese unglaubliche 2020 Jahre alte Brücke für den allgemeinen Verkehr freigegeben, nun gibt es parallel dazu eine neue Brücke und die Pont Julien ist für Fußgänger reserviert. Wir schauen uns die Brücke von allen Seiten an und freuen uns über die ideale Lichtstimmung, die sich aus den zwischenzeitlich aufgezogenen dunklen Wolken und gleichzeitigem Sonnenschein ergibt.



Dann fahren wir ein paar Kilometer weiter in das Bergdorf Bonnieux. Es ist wunderbar ruhig hier und wir begegnen nur wenigen Leuten auf unserem Spaziergang durch den malerischen Ort.










Gegen 19.45 Uhr sind wir zurück in der Ferienwohnung, nehmen uns vom Foodtruck, der auch heute wieder auf dem Parkplatz der Ferienanlage steht, ein Eis mit und beenden den Abend wie schon üblich auf dem Balkon.

Wanderung lt. Wanderführer:

Gehzeit 3.45 h (unsere Gesamtzeit 4.15 h)
Strecke 12,4 km
Aufstieg 740 m

Wetter: sonnig, gegen Abend teils bewölkt und windig, ca. 26 °C

soenke:
Ich als Stadtmuffel finde Avignon wirklich schön, auch wenn du den Spatz von Avignon nicht getroffen hast.  :D Ich liebe Mireille Mathieu. ;D

Die letzte Wanderrung war auch schön und wie grün dort alles ist. 8)

Paula:
Heute begeistert mich vor allem das strahlende grün, herrlich satte Farben!
Ein Bad im Pool ist für mich immer der krönende Abschluss einer Wanderung, aber es ist natürlich blöd wenn man eine Besichtigung nicht machen kann weil man keinen Parkplatz findet. Das ist uns an der Küste auch schon passiert.

Andrea:
Du hast es geschafft, eure Wanderung als komplett wunderschön darzustellen, überhaupt nicht langweilig. Und auch Bonnieux hat mir gut gefallen, so dass das jetzt für mich wieder einmal ein toller Tag war. Danke!

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