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Provence - Mai 2017
Ilona:
Die Landschaft :beifall: und die Orte begeistern mich total.
Vielleicht schaffst du es doch noch, mir Frankreich etwas schmackhaft zu machen.
Christina:
--- Zitat von: soenke am 11. Oktober 2017, 21:41:32 --- :D Ich liebe Mireille Mathieu. ;D
--- Ende Zitat ---
Wirklich? Ich kann mich noch daran erinnern, dass sie in meiner Kindheit öfter im Fernsehen zu sehen war, seither habe ich mich aber überhaupt nicht mehr für sie interessiert, so dass ich auch gar nicht wusste, dass Mireille aus Avignon kommt. Sonst hätte ich mal recherchiert, ob man vielleicht ihr Geburtshaus oder so dort sehen kann ;D
Aber am besten ist doch, du fährst selbst mal hin ;D
--- Zitat von: Ilona am 12. Oktober 2017, 10:37:49 ---Vielleicht schaffst du es doch noch, mir Frankreich etwas schmackhaft zu machen.
--- Ende Zitat ---
Da bin ich mal gespannt Ilona.
--- Zitat von: Andrea am 12. Oktober 2017, 07:13:54 ---Du hast es geschafft, eure Wanderung als komplett wunderschön darzustellen, überhaupt nicht langweilig. Und auch Bonnieux hat mir gut gefallen, so dass das jetzt für mich wieder einmal ein toller Tag war. Danke!
--- Ende Zitat ---
Das freut mich.
Christina:
--- Zitat von: Paula am 11. Oktober 2017, 21:53:51 ---Heute begeistert mich vor allem das strahlende grün, herrlich satte Farben!
--- Ende Zitat ---
Das ist sicherlich der Vorteil, wenn man im Frühjahr dort hinfährt. Nach einem heissen und trockenen Sommer ist dann vermutlich alles eher braun.
Christina:
7. Tag – Freitag, 19.05. (St-Rémy-de-Provence, Les Beaux-de-Provence, Ménerbes)
Nach dem Frühstück fahren wir heute gegen 8.45 Uhr ins 40 km entfernte St-Rémy-de-Provence. Das Städtchen liegt südwestlich von Les Beaumettes am Rande der Gebirgskette Les Alpilles, die sich zwischen Avignon und Arles erstreckt.
Vergangene Nacht hat es geregnet, der Wind (laut Wettervorhersage ein kleiner Mistral, das ist der berühmt-berüchtigte provenzalische Wind, der vom Zentralmassiv ins Rhône Tal weht und extrem kalt und heftig sein kann, wir erleben zum Glück die gemässigte Variante) hat die Wolken aber inzwischen weitgehend weggepustet und die Luft ist herrlich klar und kühl.
Problemlos ohne Navi ( ;D) erreichen wir St-Rémy eine dreiviertel Stunde später. Im Zentrum entdecken wir sowohl einen freien, kostenlosen Kurzzeitparkplatz als auch ein Café und machen eine kurze Pause.
Dann fahren wir ein Stückchen raus aus der Stadt zum Plateau des Antiques bzw. Glanum. Wir bezahlen beim Parkwächter die Tagesgebühr von EUR 2,80 und besichtigen als erstes die beiden frei zugänglichen Bauwerke, das Mausoleum und den Arc Municipal. Diese beiden Monumente sind die einzigen fast vollständig erhaltenen Teile der keltischen, dann römischen Stadt Glanum, alles andere wurde durch einen Germaneneinfall 260 n.Chr. weitestgehend zerstört. Das Mausoleum, dem nur der Pinienzapfen fehlt, der auf der Spitze angebracht war, wurde von drei Brüdern einer römischen Familie in Erinnerung an ihren Vater und Großvater errichtet.
Der Stadtbogen ist der älteste noch erhaltene Bogen Frankreichs und stand am Eingang von Glanum.
Nun gehen wir ins Besucherzentrum von Glanum, bezahlen den Eintritt von EUR 8,00 p.P. und schauen uns noch kurz die dortige kleine Ausstellung und den Souvenirshop an. Wir erhalten einen Flyer auf Deutsch und können uns dann frei auf dem Gelände bewegen. Erfreulicherweise sind nur eine Handvoll weiterer Besucher dort, die Schulklasse, über die ich anfänglich nicht sehr begeistert war, bleibt zum Glück eng beisammen und hält sich während unserer Zeit dort nur an zwei Stellen auf, auch akustisch fällt sie nicht auf.
Wir schlendern durch die Ausgrabungen, dem Flyer und der Beschilderung kann man entnehmen, wie die Gebäude ursprünglich ausgesehen haben und welche Funktion sie hatten. Schon faszinierend, wie weit entwickelt die Stadt schon bei den Kelten bis zum 2. und 1. Jh. v.Chr. mit griechischen Einflüssen war und noch mehr dann unter den Römern. Ebenfalls interessant ist, dass bereits ab dem 16. Jh. Gelehrte und Reisende das Plateau be- und untersuchten, damals war nur das Mausoleum und der Stadtbogen zu sehen. Seit 1921 erfolgten dann systematische Ausgrabungen, die bis heute weitergehen.
Auch die Lage der Stadt ist herrlich, direkt unterhalb mehrerer Felsformationen. Am Ende des Rundgangs kann man einen kleinen Aussichtshügel besteigen, von dem man einen Überblick über die gesamten Ausgrabungen und weit nach Norden bis zum Mont Ventoux und den Cevennen hat.
Gegen 11.15 Uhr, also nach ungefähr einer Stunde Aufenthalt, verlassen wir Glanum, lassen das Auto dort stehen und gehen zu Fuß etwa einen Kilometer ins Zentrum von St-Rémy. Unmittelbar neben Glanum liegt das ehemalige Kloster St-Paul-de-Mausole, das seit dem 18. Jh. (bis heute) eine Heilanstalt ist und in der sich Vincent van Gogh von Mai 1889 bis Mai 1890 freiwillig aufhielt. Auf die (kostenpflichtige) Besichtigung der Rekonstruktion der von Van Gogh bewohnten Räume verzichten wir und gehen entlang des Van-Gogh-Rundgangs in Richtung Innenstadt. Hier werden insgesamt 21 Reproduktionen von Bildern gezeigt, die Van-Gogh während seiner Zeit in St-Rémy gemalt hat, ausserdem Auszüge aus seinem Tagebuch, in dem er seine Erfolge und Misserfolge beim Malen beschreibt. Auch an Olivenhainen, die Van Gogh zu einigen seinen Bildern inspiriert haben, kommt man vorbei.
Die kleine Innenstadt von St-Rémy überrascht uns dann positiv, viele idyllische, kleine Gässchen und Plätze mit Boutiquen, Restaurants und Cafés.
Hier steht auch das Geburtshaus von Nostradamus, das nur von außen angeschaut werden kann:
Nach dem Bummeln suchen wir ein Restaurant zum Mittagessen. Zunächst gehen wir in ein im Reiseführer empfohlenes Bistro, das liegt aber direkt an einer vielbefahrenen Straße, außerdem werden wir gleich auf Englisch begrüßt, nein, das ist uns zu touristisch, wir gehen daher wieder, die Bedienung ist sowieso mit einer kurz vor uns eingetroffenen (vermutlich britischen) Seniorengruppe beschäftigt.
In einer der Gassen haben wir vorhin ein nett aussehendes Restaurant gesehen, das L’Aile ou la Cuisse, dort bekommen wir einen Platz auf der schönen Terrasse hinter dem Haus. Wir nehmen beide das drei-gängige Mittagsmenu, Peter entscheidet sich für Fisch als Vorspeise und Rind als Hauptspeise, ich mache es andersherum. Alles ist wieder sehr lecker, der Höhepunkt ist jedoch das Dessert: man kann sich etwas von einem großen Patisserie Buffet aussuchen. Ich wähle ein Törtchen aus Mürbeteig und verschiedenen Schokoladenfüllungen sowie Schokoladenüberzug. Das schmeckt einfach göttlich! Ich esse ganz langsam, um möglichst lange genießen zu können. Auch Peter ist mit seiner Wahl sehr zufrieden. Gegen 13.30 Uhr bezahlen wir EUR 65,00 und gehen, wieder auf dem Van-Gogh-Weg, zurück zum Auto.
Dann fahren wir zum wenige Kilometer entfernten Örtchen Les Baux-de-Provence. Das besondere an diesem Ort ist seine Lage auf einem Felsplateau mitten in den Hügeln der Alpilles. In den letzten Kurven der Serpentinenstrasse hinauf nach Les Baux sind Parkplätze ausgewiesen. Wir parken und Peter geht zum nächsten Parkautomat. Stolze EUR 6,00 sind fällig, für den ganzen Tag vielleicht noch o.k., dieser ist nun aber schon zur Hälfte vorbei, es gibt aber keine andere Ticketmöglichkeit. Ein holländisches Pärchen, das uns darüber sprechen hört, meint auch, dass das sehr teuer wäre. Wir schlendern dann gemütlich durch das nette Dörfchen und geniessen auch die Weitblicke.
Nach ungefähr einer halben Stunde stehen wir dann vor dem Eingang zum Schloss bzw. Burg und hier verstehe ich das, was auf dem Ortsplan im Reiseführer eingezeichnet ist, erst wirklich: ungefähr die Hälfte des Plateaus, auf dem sich das Dorf befindet, gehört zum Bereich des Schlosses und kann (auch die Außenbereiche und Aussichtspunkte) nur gegen Entrichtung des Eintrittspreises betreten werden. Und dieser beträgt pro Person EUR 8,50. Ich hatte mich schon sehr darauf gefreut, auf den Burgmauern herumzuspazieren, aber nach den EUR 6 fürs Parken (und der Park- und Eintrittsgebühr für Glanum heute Vormittag) ist uns das doch zu viel. Hier haben wir zum ersten (und einzigen) Mal in diesem Urlaub das Gefühl der Touristenabzocke. Zumal es am Fuß des Plateaus in einem ehemaligen Steinbruch noch eine Show mit Lichtinstallationen und 3D Bildern gibt, die dann nochmal EUR 12,00 p.P. (oder Kombiticket Schloss und Lichtshow EUR 16,00 p.P.) kostet. Auch wenn das sicherlich sehr beeindruckend und außergewöhnlich gewesen wäre, verzichten wir darauf.
Etwas enttäuscht verlassen wir gegen 14.45 Uhr Les Baux und fahren zu einem Aussichtspunkt, der inmitten von toll geformten Felsen im Val d‘Enfer liegt und von dem man dank der klaren Luft heute nicht nur einen tollen Blick auf Les Baux hat, sondern sogar bis zu den Industriehäfen am Mittelmeer schauen kann (ich hatte nur mein Weitwinkelobjektiv dabei, deshalb ist das auf dem Bild nicht so gut zu erkennen, Peter hat mit Tele fotografiert, aber bisher noch keine Zeit gehabt, sich seine Bilder anzuschauen und eventuell an mich weiterzugeben).
Gegen 15.15 Uhr treten wir dann die Rückfahrt an und kommen problemlos eine dreiviertel Stunde später am SuperU in Coustellet an. Hier kaufen wir fürs Abendessen und für den morgigen Tag ein.
In der Ferienwohnung ruhen wir etwas aus und essen zu Abend, bevor wir um 19.00 Uhr nochmal aufbrechen. Heute Abend wollen wir uns ein weiteres der Bergdörfchen, die sich in der näheren Umgebung der Ferienanlage befinden, anschauen: Ménerbes. Schriftsteller wie Camus und Maler wie Picasso und viele weitere Künstler haben sich hier mal für kürzere, mal für längere Zeit aufgehalten, dementsprechend bekannt ist das Dorf. Jetzt am Abend ist es sehr ruhig, wir parken am Ortseingang und bummeln dann gemütlich durch den hübschen Ort. Vom höchsten Punkt gibt es auch hier schöne Ausblicke in die Ferne.
Um halb neun Uhr sind wir wieder in der Wohnung und beenden den Tag mit den üblichen Beschäftigungen.
Wetter: sonnig, teils wolkig, windig, ca. 22 °C
Susan:
Hach, das waren wieder zwei sehr schöne Provencetage :herz: Und wieder zwei, drei neue Ziele entdeckt.
Eintritt nach Les Beaux ist mir neu, bei unserem letzten Besuch mussten wir noch nichts zahlen :denk: Der ist allerdings schon wieder ein paar Jährchen her.
Gute Strategie, so bekannte Orte erst spät nachmittags oder abends aufzusuchen. Da sind viele Besucherströme geringer und man hat mehr davon.
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