Allgemeines > Reiseberichte
Provence - Mai 2017
Paula:
Also zu viele Reiseberichte kann es gar nicht geben außerdem gibt es im Moment nur zwei weitere Reiseberichte die noch fortgesetzt werden, ich werde meinen Reisebericht diese Woche auch noch starten ( derzeit bin ich noch zu Besuch in der Schweiz).
Von Umweltplaketten für Autos in Frankreich habe ich noch nie gehört, was kosten die und wo bekommt man sie? Aktuell haben wir keine Frankreichreise geplant aber mir spukt Cannes und Nizza im Kopf rum, würde man da wohl Plaketten brauchen?
Eure Wohnung gefällt mir sehr gut, vor allem den Pool finde ich sehr verlockend! Das Ferienwohnungsgelände ist eine Mischung aus Alt und Neu sehe ich das richtig?
Den Foodtruck finde ich auch klasse, ein Pizzabringdienst den man nicht mal rufen muss, sehr praktisch! Und das beste ist natürlich der blaue Himmel :strahl:
Christina:
Allen Mitreisenden ein herzliches Willkommen, die Ferienwohnung war tatsächlich geräumig, zu einem Kritikpunkt komme ich noch am nächsten Tag.
Die Anlage ist um ein altes Bauernhaus herum entstanden, in diesem ist heute die Rezeption, Büro und der Fitnessraum (den wir nicht genutzt haben) untergebracht. Es gibt auch noch eine alte, kleine Kapelle auf dem Gelände, die aber schlecht zu fotografieren war. Die Gebäude in denen die Wohnungen sind, sind neu.
Die Daten zur Ferienwohnung hatte ich gestern vergessen: 14 Nächte Résidence Goélia Le Domaine du Moulin Blanc inkl. Bettwäsche, Handtücher, TV, Endreinigung, Parken EUR 660,80.
Ilona, Törtchen mit Messer und Gabel gab es nur in diesem Café, das kenne ich sonst auch nicht.
--- Zitat von: Paula am 02. Oktober 2017, 16:54:25 ---
Von Umweltplaketten für Autos in Frankreich habe ich noch nie gehört, was kosten die und wo bekommt man sie? Aktuell haben wir keine Frankreichreise geplant aber mir spukt Cannes und Nizza im Kopf rum, würde man da wohl Plaketten brauchen?
--- Ende Zitat ---
Paula, von der Umweltplakette habe ich durch Zufall beim Stöbern im Wohnmobilforum gelesen (das kenne ich seit letztem Jahr, als ich alles was an Infos zum Streik in Frankreich kurz vor unserer Reise zu finden war, zusammengesucht habe). Es gibt eine frankreichweite Plakette (bzw. natürlich mehrere je nach Autotyp), aber jede Stadt entscheidet selbst, ob, wann und in welchem Umfang sie die Plakettenpflicht einführt. Da die Beantragung sehr einfach und günstig ist (4,80 EUR mit Kreditkarte) und die Städte Lyon und eventuell Grenoble auf unserer Strecke lagen, die beide eine Plakettenpflicht haben, haben wir uns entschlossen, eine zu kaufen, um jeglichem diesbezüglichem Stress aus dem Weg zu gehen. Am Ende hätten wir die Plakette nicht gebraucht, da wir hin- und zurück über Lyon gefahren sind und dort auf der Autobahn bleiben konnten, wo die Plakette nicht nötig ist. Aber Strassbourg plant wohl auch die Einführung und da kommen wir schon mal hin- und wieder hin. Hier ist die offizielle Seite dazu: http://de.france.fr/de/info/umweltzonen-frankreich und auf der ADAC Seite ist der Beantragungsprozess auf deutsch übersetzt dargestellt.
Christina:
2. Tag - Sonntag, 14.05. (Bauernmarkt Coustellet, Wanderung ab Oppède-le-Vieux)
Um sechs Uhr klingelt der Wecker, nach dem Duschen optimiere ich die Verteilung der Lebensmittel in Küche und Wohn-/Esszimmer etwas.
Die Wohnung ist zwar groß (45 m²) und im Schlafzimmer gibt es einen sehr geräumigen Kleiderschrank, auch im Bad ist genug Platz für Kosmetikartikel, sonst gibt es aber keinerlei Schränke oder Kommoden. Die wenigen Küchenschränke reichen nicht einmal für das vorhandene Geschirr, ein Teil davon liegt auf der Küchenarbeitsfläche und ansonsten gibt es nur nett anzusehende Tischchen für Fernseher, Lampen usw.
Dieser Mangel wird in den Bewertungen regelmäßig erwähnt, so dass es immerhin keine Überraschung ist. Dennoch müssen die Lebensmittel, die nicht in den Kühlschrank gehören, irgendwo hin. Zum Glück gibt es noch den großen Esstisch (das Apartment ist für vier Personen gedacht). Den kann ich zur Hälfte belegen, dann ist immer noch genug Platz für uns beide zum Essen. Das sieht doch schon mal viel besser aus (und war tatsächlich überhaupt kein Problem, weil wir kein einziges Mal drinnen gegessen haben, sondern immer auf dem Balkon).
Dort frühstücken wir dann auch gegen 7.30 Uhr, die Sonne scheint, aber es ist noch relativ frisch, so dass ich eine Fleece Jacke anziehe.
Heute wollen wir zunächst auf den Bauern- bzw. Erzeugermarkt in Coustellet, dem nächsten größeren Ort, ca. 5 km von der Ferienanlage entfernt. Dieser beginnt ab 9.00 Uhr und alle Produkte werden von ihren Erzeugern verkauft, also nicht von Händlern.
Wir fahren gegen 8.45 Uhr los und parken auf dem Supermarktparkplatz in Coustellet. Der Supermarkt ist sonntags von 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr geöffnet und wir kaufen etwas fürs heutige Mittag- und Abendessen ein.
Direkt nebenan ist der Marktplatz. Wir schlendern in aller Ruhe durch die Reihen, es wird Gemüse angeboten, Obst, Fleisch, Wurst, Käse und Brot. Außerdem Olivenöl, Lavendelhonig und Marmeladen, sonstige Süßigkeiten und mehrere Winzer verkaufen ihren Wein. Daneben gibt es Schmuck, Taschen, Tücher und verschiedene Küchenartikel aus Olivenholz. Es macht Spaß, sich alles anzuschauen, zumal es nicht sehr voll ist, man kann in Ruhe schauen. Dennoch kaufen wir nichts ein, der Markt findet ja auch nächsten Sonntag wieder statt.
Nach einer Stunde fahren wir zurück in die Ferienwohnung, ziehen unsere Wanderklamotten an, packen die Rucksäcke und fahren dann ins wenige Kilometer entfernte Oppède-le-Vieux, dem Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung.
Oppède-le-Vieux ist ein kleines Dorf am Hang des sog. kleinen Luberon gelegen. Der Ort war lange Zeit völlig verlassen, die Häuser verfielen zu Ruinen, aber seit den 60iger und 70iger Jahren des letzten Jahrhunderts begann die Wiederansiedlung, z.T. durch Künstler. Heute gibt es zwei Cafés dort und einige bewohnte Häuser. Besucher müssen auf dem unterhalb des Dorfs eingerichteten Parkplatz ihr Auto abstellen und können dann Oppède zu Fuß erreichen.
Wir sind eine der ersten auf dem Parkplatz, zahlen beim Parkplatzwächter EUR 3,00 für den kompletten Tag und gehen durch eine Art Park nach oben in Richtung Dorf. Zwischendrin machen wir einen kleinen Abstecher zu einem Aussichtspunkt über das gesamte Dorf. Inzwischen hat sich der Himmel zugezogen, was für die Fotos nicht so optimal ist. Wir sind aber im Hinblick auf die bevorstehende Wanderung ganz froh darüber.
Am Dorfplatz mit seinen beiden Cafés beginnt die Wanderung, die uns hinauf auf den Petit Luberon führt (Michael Müller Verlag Wanderführer Nr. 18).
Wie im Wanderführer vorgeschlagen, starten wir gleich die Wanderung und verschieben die Ortsbesichtigung auf später (ich hatte eigentlich vorgehabt, vor der Wanderung das Dorf anzuschauen, da um diese Zeit noch nicht so viele Touristen da sind und ich erfahrungsgemäß nach einer Wanderung zu müde bzw. erschöpft für Besichtigungen bin. Da es aber wie gesagt gerade bewölkt ist und außerdem bereits 11.00 Uhr, ist ein sofortiger Start der Wanderung sinnvoll).
Der Weg führt uns zunächst an Wiesen mit Olivenbäumen abwärts. Nach 20 Minuten biegen wir auf einen Waldweg ein, der leicht ansteigend, aber problemlos begehbar ist. Nach und nach wird es steiler und vor allem steiniger, statt Wald ragen links und rechts von uns hohe Felswände auf. Wir kommen an einigen Höhlen vorbei und müssen immer häufiger auch die Hände einsetzen, um über die riesigen Felsbrocken zu klettern.
Puh, das haben wir in einem Mittelgebirge nicht erwartet. Die Kamera packe ich vorsichtshalber in den Rucksack, damit sie nicht gegen die Felsen schlägt. Schade, es gäbe immer wieder toll geformte Felsen und Steinbögen als Motive.
Nur wenige Wanderer sind unterwegs, ein paar Mal werden wir von jungen Franzosen überholt, die oft ohne oder nur mit kleinem Rucksack ausgestattet, mehr nach oben Joggen als Wandern. Die Kondition dafür kann man sich ja erarbeiten, aber ich würde mir dabei sämtliche Beine brechen. Zwei Urlauberinnen, wohl in den Dreißigern und vermutlich Deutsche (beide groß und blond), wandern zeitgleich mit uns, wir überholen uns gegenseitig immer mal wieder.
Der Weg zieht sich, es bleibt steil und steinig. Als wir schon ziemlich weit oben sind, steigert sich der Schwierigkeitsgrad nochmal, es müssen große Felsen überwunden werden, ohne Hände geht es nicht und dabei hängt man praktisch über dem Abgrund.
Ich mache mir etwas Sorgen wegen Peters Höhenangst, er hat aber keine Probleme, da es nur auf einer Seite runter geht, die anderen drei Seiten sind grün bewachsen, da hat sein Auge etwas zum „Festhalten“ und darauf kommt es bei ihm wohl an.
Dann geht es auf einem schmalen Pfad entlang, links ist der Abgrund. Hier kommt uns eine der beiden blonden Mädels entgegen. Peter und ich schauen uns an und wundern uns, weshalb sie zurück geht. Ein paar Minuten später kommt dann die zweite und fragt uns auf Deutsch (also tatsächlich Deutsche), ob wir den Weg kennen. Wir verneinen, verweisen aber auf unseren Wanderführer und das Wander-Navi. Sie würde gerne wissen, ob noch mehr solche ausgesetzte Stellen wie der Fels gerade eben kommen werden, was wir natürlich nicht beantworten können. Sie [/img]und ihre Freundin hätten keine Erfahrung mit Wanderungen in solch alpinem Gelände und trauten sich nicht weiter. Wir empfehlen ihr, lieber umzudrehen und keinen Sturz zu riskieren. Das macht sie dann auch und folgt ihrer Freundin. Das war sicherlich eine vernünftige Entscheidung, wobei es schon unvernünftig war, so weit zu wandern, dann nun müssen sie auf diesem felsigen, steilen Weg absteigen, das wird sehr unangenehm für sie werden.
Wir wandern weiter, tatsächlich kommen nochmal zwei ausgesetzte Felsen zum überklettern, dann haben wir aber endlich den schwersten Teil des Aufstiegs hinter uns und wir machen mit tollem Blick auf das Tal und sogar bis zum Mont Ventoux (dem höchsten Berg der Provence) in der Ferne, eine ausgiebige Pause. Nun kann ich auch einige der vielen Blumen, die hier überall blühen, fotografieren.
Dann geht es noch einige Zeit leicht bergauf, unangenehm sind die vielen Steine, man muss beim Gehen ständig auf den Boden schauen. Schliesslich erreichen wir den mit 732 m höchsten Punkt der Wanderung und freuen uns, dass es nun endlich mal auf einem breiten, asphaltierten Weg weiter geht.
Das tut richtig gut, ist aber leider nach ungefähr einer halben Stunde schon wieder vorbei. Es wird wieder steinig, bald beginnt dann der Abstieg. Es ist teilweise recht steil, aber mit Stöcken gut zu bewältigen, kein Vergleich mit der Strecke beim Aufstieg.
Während des Abstiegs haben sich die Wolken verzogen und wir sind froh, dass der Weg nun in den Wald führt. Wir machen nochmal eine Pause und stellen uns auf einen gemächlichen Spaziergang durch den Wald zurück ins Dorf ein. Aber, nachdem wir an einem Haus vorbeigekommen sind, steigt der Weg plötzlich wieder an und das wiederholt sich mehrmals. Nun sind wir beide etwas genervt, denn damit war überhaupt nicht zu rechnen. Nach der eigentlichen Wanderung, nämlich den Aufstieg auf den Berg und den Abstieg, kommt nun eine zweite kleine Wanderung, zumindest empfinden wir es so. Im Wanderführer lautet der Text dazu nur harmlos „kleine An- und Abstiege“ und das Höhenprofil sieht im Vergleich zum Anstieg auf den kleinen Luberon auch harmlos aus.
Na ja, irgendwann ist auch das geschafft und wir erreichen gegen 17.00 Uhr endlich wieder den Dorfplatz von Oppède-le-Vieux. In einem der Cafés holen wir uns ein Eis am Stiel und bummeln noch ein bisschen durchs Dorf. Viel Energie haben wir aber nicht mehr, immerhin gehen wir noch hinauf bis zur Kirche und geniessen einen ähnlich fantastischen Blick wie vor ein paar Stunden auf dem Berg, nun aber bei Sonnenschein, der Mont Ventoux in der Ferne ist nun ganz klar zu erkennen und fast wolkenfrei.
Auf dem Weg zum Parkplatz unterhalb des Orts machen wir nochmal den Abstecher zum Aussichtspunkt auf das Dorf, nun bei blauem Himmel ist es natürlich viel schöner als heute Vormittag.
Gegen 18 Uhr sind wir wieder in der Ferienwohnung, gegen unseren großen Hunger gibt’s nochmal Nudeln, den Rest des Abends verbringen wir überwiegend auf dem Balkon. Durch die Wanderung sind wir schon sehr früh müde, außerdem habe ich leichte Kopfschmerzen, daher sind wir auch heute wieder um 21.00 Uhr im Bett.
Wanderung lt. Wanderführer:
(leider gibt es bei diesem Urlaub keine eigenen Wanderdaten, da meine Garmin GPS Uhr passenderweise nach der Speicherung der letzten Wanderung nicht mehr funktioniert und die Daten somit nicht am PC ausgelesen werden können, unser neues Garmin Wandernavi zwar bei jeder Wanderung aktiv war, Peter aber fast immer vergessen hat, die jeweilige Wanderung als Aktivität zu speichern, eine Gesamtzeit gebe ich an, wenn ich diese notiert habe oder sie sich aus den Exifs der Fotos ergibt.)
Gehzeit 4.10 h (unsere Gesamtzeit 6 h)
Strecke 12,4 km
Aufstieg 870 m
Wetter: vormittags zeitweise bewölkt, sonst sonnig, ca. 25 °C
Ilona:
Solche Klettereinlagen mag ich gerne beim Wandern :adieu:. Mit diesen erschwerten Bedingungen hätte ich aber in der Provence wirklich nicht gerechnet.
Obwohl :gruebel: - noch kann ich mir doch gar kein Bild von der Gegend machen und freue mich auf mehr.
Paula:
Für mich wäre die Wanderung eventuell auch grenzwertig gewesen, manchmal hilft einfach nur umkehren.
Ich habe jetzt mal geschaut wo Coustellet ist, den Ort kenne ich nicht, aber in Avignon und Orange waren wir schon, das ist ja beides nicht so weit weg. Allerdings haben wir damals mehr Sightseeing gemacht, gewandert sind wir dort nicht. Die Gegend ist einfach toll! Und ich liebe diese ursprünglichen kleinen französischen Orte!
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln