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Provence - Mai 2017
Christina:
--- Zitat von: Silvia am 14. Oktober 2017, 11:22:33 --- :respekt: Nach dem Abendessen immer noch eine Tour zu machen... ich wäre da ehrlich gesagt wahrscheinlich zu faul ;D
--- Ende Zitat ---
Na ja, das war insgesamt nur zweimal und auch nicht nach den anstrengendsten Wanderungen. Aber ich hätte das schon öfter gemacht, Peter hatte aber keine Lust.
--- Zitat von: soenke am 13. Oktober 2017, 23:33:39 ---Aber am meisten beneide ich Dich um das sonnige Wetter. 8)
So viele Sonnentage wie du bisher gehabt hast, haben wir hier in Hamburg das ganze Jahr 2017 nicht zusammen gehabt.
Da bringt so ein Urlaub in einer tollen Gegend doch richtig Spaß. :D
--- Ende Zitat ---
Das war, soweit ich mich erinnern kann, der erste Urlaub, in dem ich tatsächlich vom ersten bis zum letzten Tag Sonnenschein pur hatte. Aber, ich weiß, ist Jammern auf hohem Niveau, insbesondere dann in der zweiten Woche, war es mir zu heiß, wir fahren ja extra nicht im Sommer weg, weil ich Hitze nicht so mag. Und anders als bei euch in Hamburg, ging es bei uns in Rheinhessen direkt weiter mit der Hitze und das fast ununterbrochen bis Mitte Juli, da habe ich mir oft gewünscht weiter im Norden zu wohnen.
Aber: ihr hattet in den USA im Frühjahr doch auch bestes Wetter :strahl:
Christina:
8. Tag – Samstag, 20.05. (Wanderung Mourre Nègre)
Heute Morgen beeilen wir uns etwas mit dem Frühstück, wir wollen so früh wie möglich abfahren, da heute eine Wanderung auf den höchsten Berg des Luberon ansteht: von Cucuron aus wollen wir den Mourre Nègre, also das schwarze Gesicht, erwandern (Müller Wanderführer Nr. 20). Das Wetter ist dafür ideal, der immer noch vorhandene kleine Mistral sorgt, wie schon gestern, für angenehme Temperaturen, einen knallblauen Himmel und gute Fernsicht.
Um acht Uhr sind wir startklar und fahren in einer dreiviertel Stunde ins 30 km entfernte Cucuron. Das liegt auf der Südseite des Luberon, wir wohnen auf der Nordseite, so dass wir das Gebirge auf einem engen, sehr kurvigen Strässchen durchqueren müssen. So früh am Morgen können wir das genießen, außer uns ist fast kein anderes Auto unterwegs.
Wir parken auf einem großen, kostenlosen Parkplatz am Dorfrand, nutzen die dort vorhandenen Toiletten und werden einen kurzen Blick auf den gleich nebenan liegenden Dorfplatz mit einem großen von Platanen umstandenen Teich.
Die Wanderroute führt uns dann aus dem Ort hinaus, es geht auf einem schmalen, mit herrlich gelb blühendem Ginster bewachsenen Pfad steil nach oben.
Nach einer halben Stunde erreichen wir gegen 9.30 Uhr ziemlich außer Atem die Chapelle de l’Ermitage aus dem frühen 17. Jh. Von hier hat man einen tollen Blick nach Süden.
Nun geht es zum Glück deutlich flacher weiter, der Pfad wird zu einem breiten Forstweg, der zum Teil sogar bergab führt. Eine weitere halbe Stunde später verlassen wir den Forstweg und gehen auf einem steinigen, links und rechts von Ginster, Steineichen und sonstiger Vegetation umgebenen Weg stetig nach oben.
Gegen halb zwölf machen wir eine kurze Pause und essen eine Kleinigkeit. Dabei überholt uns ein Mountainbikefahrer, die erste Person, der wir seit Verlassen des Dorfs begegnen.
Schon eine Viertelstunde später erreichen wir den Gipfelgratweg und stoßen auf zwei französische Paare Mitte fünfzig, die sich hinsichtlich ihres geplanten Ziels nicht sicher sind, welchen Weg sie nehmen müssen. Den richtigen Weg kennen wir auch nicht, aber wir haben eine Wanderkarte dabei, die ich ihnen reiche. Nun bemerken sie, dass wir keine Franzosen sind und sprechen Englisch mit uns – och man – wie soll ich denn da Französisch üben, wenn die Franzosen so oft Englisch mit uns reden? Na ja, ist auf jeden Fall nett gemeint. Mit Hilfe der Karte können sie sich orientieren, dann packe ich die Karte wieder ein und wir verabschieden uns.
Nun geht es noch einige Minuten relativ flach bis direkt unter den Gipfel des Mourre Nègre, hier sind wir auf 1093 m.
Auf dem Gipfel selbst ist ein größeres Gebiet rund um einen Sendemast abgesperrt, wir gehen aber natürlich trotzdem so weit wie möglich nach oben und erreichen damit mit 1125 m die höchste Erhebung des Luberon. Hier oben pfeift der Mistral ordentlich, so dass wir nur einmal rundum die herrliche Weitsicht geniessen, im Osten sind sogar die schneebedeckten Spitzen der Alpen zu erahnen.
Dann gehen wir wieder auf 1093 m hinab, setzen uns auf den Rand einer Betonzisterne und machen Mittagspicknick. Dabei können wir ein paar Mountainbikefahrer und eine Handvoll weitere Wanderer beobachten. Obwohl es Samstag ist und herrliches Wetter sind wir also auch bei dieser Wanderung ziemlich alleine.
Gegen halb eins brechen wir wieder auf, zunächst geht es auf breiten Wegen und über Wiesen auf dem Gipfelgratweg nach Osten, hier oben gefällt es uns richtig gut.
Schon nach einer knappen halben Stunde beginnt aber der Abstieg. Also Kamera in den Rucksack, Wanderstöcke raus.
Über einen Geröllpfad geht es in Serpentinen mal mehr, mal weniger steil bergab. Nach ungefähr einer Stunde ist dieser unangenehme Teil der Wanderung geschafft und es geht zunächst auf einem breiten Weg abwechselnd leicht bergauf, leicht bergab durch einen lichten Wald mit vielen Blumen und einem unfassbar blauen Himmel – herrlich!
Nun sind wir seit etwa fünf Stunden unterwegs, der Mourre Nègre als Tagesziel wurde erklommen und der Abstieg ist geschafft, eigentlich würden wir nun einen breiten, leicht abschüssigen Weg erwarten, der uns in höchstens einer weiteren Stunde zurück ins Dorf führt. Aber jetzt kommt, wie schon bei der Wanderung auf den kleinen Luberon vor fast einer Woche, eine Art zweite Wanderung dazu: auf einem schmalen Waldpfad geht es nochmal kräftig bergauf, dann wechselnd bergab- und bergauf. Eigentlich ein netter Weg, aber als Rückweg einfach zu viel (deshalb gibt es auch keine weiteren Fotos von diesem Tag, da hatte ich einfach keinerlei Motivation mehr, jetzt im nachhinein ärgere ich mich darüber, ein paar Fotos vom Weg wären schon noch interessant gewesen). Na ja, wir machen noch eine weitere Pause mit Müsliriegeln und endlich, nach insgesamt 8 Stunden sind wir um 17.00 Uhr wieder am Parkplatz.
Wie erwartet zieht sich die Rückfahrt ein bisschen, da auf der engen Serpentinenstraße nun recht viele Fahrzeuge unterwegs sind, aber auch das bringen wir hinter uns. Gegen 18.00 Uhr sind wir wieder in der Ferienwohnung, essen dort zu Abend und sind mal wieder sehr früh bettreif.
Wanderung lt. Wanderführer:
Gehzeit 5.50 h (unsere Gesamtzeit 8.00 h)
Strecke 21,3 km
Aufstieg 1320 m
Wetter: sonnig, leichter Mistral, ca. 22 °C
Andrea:
Wirklich herrlichstes Wetter!
War das andere auch der Müller Wanderführer? Dann würde es sich ja vielleicht wirklich mal lohnen an die Redaktion zu schreiben, wenn deren Beschreibungen selbst den erfahrenen Wanderer "überraschen"
Ilona:
Da war wohl der Weg das Ziel, denn den Sendemast fand ich jetzt nicht gerade prickelnd ;).
Aber wenigstens hatte man von oben einen schönen Blick.
Christina:
--- Zitat von: Andrea am 16. Oktober 2017, 18:38:37 ---Wirklich herrlichstes Wetter!
War das andere auch der Müller Wanderführer? Dann würde es sich ja vielleicht wirklich mal lohnen an die Redaktion zu schreiben, wenn deren Beschreibungen selbst den erfahrenen Wanderer "überraschen"
--- Ende Zitat ---
Wir hatten nur den Müller Wanderführer - hm, wäre vielleicht eine Idee, die mal anzuschreiben, vielleicht hilfts ja anderen.
--- Zitat von: Ilona am 16. Oktober 2017, 19:32:11 ---Da war wohl der Weg das Ziel, denn den Sendemast fand ich jetzt nicht gerade prickelnd ;).
Aber wenigstens hatte man von oben einen schönen Blick.
--- Ende Zitat ---
Auf den Sendemast hätte ich natürlich auch verzichten können, aber er hat auch nicht sonderlich gestört. Uns hat es sehr gut dort oben gefallen, nicht nur wegen der tollen Aussicht (die auf Fotos nicht so gut rüberkommt), sondern auch wegen den grünen Wiesen, den Tannen - war einfach insgesamt schön.
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