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Provence - Mai 2017
Silv:
Du gehörst wohl zu den wenigen, die noch Postkarten schreibt? Ich mache das auch noch gerne, zwar nicht mehr so viele wie früher, aber da wo ich weiß, die Leute freuen sich darüber, schreibe ich noch. Ich jedenfalls freue mich sehr darüber, wenn eine Karte im Briefkasten liegt. :)
Andrea:
--- Zitat von: Silv am 22. Oktober 2017, 12:11:57 ---Du gehörst wohl zu den wenigen, die noch Postkarten schreibt? Ich mache das auch noch gerne, zwar nicht mehr so viele wie früher, aber da wo ich weiß, die Leute freuen sich darüber, schreibe ich noch. Ich jedenfalls freue mich sehr darüber, wenn eine Karte im Briefkasten liegt. :)
--- Ende Zitat ---
Ich schreibe und bekomme auch gerne Postkarten. Aber mangels Reisen schreibe ich gar nicht sooo oft :( Falls mir jemand mal einen Urlaubsgruß senden möchte, kann er/sie gerne meine Adresse per PN bekommen ;)
Susan:
Kopfweh besser und ein weiterer entspannter Provencetag - so lass ich es mir gefallen. 8)
--- Zitat ---Nachteil nur bei der Lavendelblüte: der Ansturm der Massen muss unerträglich sein, insbesondere die Asiaten vergessen dann wohl alles um sich herum, insbesondere die in solch einer Umgebung angebrachte Stille.
--- Ende Zitat ---
Tja, leider :( Dabei liebe ich die Lavendelblüte, habe ein Foto genau überm PC hängen und weitere im Schlafzimmer. Eines mit dem Kloster passt noch hin.
Christina:
Silvia, Andrea, ja ich schreibe noch einige wenige Postkarten, z.B. an Verwandte in Kanada, die uns um die vielen unterschiedlichen Länder in Europa beneiden, die freuen sich sehr, wenn sie eine Karte samt Briefmarke aus einem fremden Land bekommen oder an eine alte Schulfreundin, mit der ich nur Kontakt per Brief bzw. Karte zum Geburtstag und Urlaubskarte habe, die E-Mail Adresse von ihr kenne ich gar nicht.
Ilona, Stadtbummel und shoppen finde ich auch manchmal anstrengender als eine Wanderung, hier haben wir uns aber einfach treiben lassen, ohne bestimmte Sehenswürdigkeiten, die angeschaut werden mussten, außerdem ist Apt ein kleines gemütliches Städtchen, das war tatsächlich entspannend.
Christina:
12. Tag – Mittwoch, 24.05. (Arles)
Um halb neun Uhr starten wir heute in südwestliche Richtung, wir wollen uns Arles anschauen. Für die ungefähr 55 km nehmen wir (ohne Navi) die uns bereits bekannte Strecke auf der Landstrasse über Cavaillon und St-Rémy-de-Provence, von dort geht es dann auf unbekannter Strecke weiter nach Südwesten. Während es bis St-Rémy noch sehr hügelig war (erst der Luberon, dann die Alpilles), ändert sich die Landschaft in Richtung Arles grundlegend, es wird vollkommen flach und statt grün ist es überwiegend gelb-braun.
Auch für Arles hatte ich bei der Vorbereitung kostenlose Parkplätze rund um das Zentrum herausgesucht, wie auch in allen anderen Städten in diesem Urlaub bisher gibt es auch hier kein Parkleitsystem. Die Beschilderung in Richtung Zentrum führt uns dann aber am großen, kostenlosen Parkplatz rund um den Bahnhof vorbei. Hier biegen wir natürlich ab und - auch das ist inzwischen keine Überraschung mehr – der Parkplatz ist voll, auch hier überwiegend Autos aus der Region. Wir drehen eine Runde über den gesamten Platz, so etwas haben wir noch nie gesehen, nicht nur auf allen eingezeichneten Parkflächen stehen Autos, nein, wirklich jeder Zentimeter ist gefüllt. Also auch erhöhte Flächen und sonstige Lücken sind mit Autos in der jeweils passenden Größe belegt. Immer gerade so, dass die anderen Autos noch raus- oder reinfahren können.
Am Ende geht der Parkplatz in eine schlecht geteerte Straße über, die in Richtung eines Gewerbegebiets führt. Im Grünstreifen neben der Straße liegt ein ausgebranntes Lkw Untergestell, dann eine ganze Reihe uralter, aber offensichtlich noch bewohnter Wohnwagen mit Feuerstellen und einigem Müll davor.
Wir drehen um und entscheiden uns, am Beginn dieser Straße am Rand zu parken. Hier steht schon ein anderes Auto mit deutschem Kennzeichen und ein Parkverbotsschild gibt es nicht. Ich habe etwas Bedenken, hinsichtlich Autoaufbruch oder auch Strafzettel bzw. abschleppen, da mir nicht ganz klar ist, weshalb, wenn man tatsächlich problemlos hier parken kann, kein Franzose hier steht. Na ja, wir riskieren es, denn die Alternative wäre, einmal die Altstadt von Arles komplett zu umrunden und am südlichen Stadtrand unser Glück auf einem der dortigen Parkplätze zu versuchen. Darauf haben wir überhaupt keine Lust.
Auf dem Weg über den Parkplatz in Richtung Innenstadt kommen wir am Bahnhof vorbei – dort gibt es doch bestimmt eine Toilette, die wir beide ziemlich dringend benötigen. Wir gehen also ins Bahnhofsgebäude und – stehen vor einer Sicherheitsschleuse wie am Flughafen. Wohlgemerkt, Arles hat gerade mal ca. 52.000 Einwohner und der Bahnhof ist dementsprechend klein. Vielleicht liegt es daran, dass der Schnellzug TGV hier hält.
Wir gehen durch die Schleuse und natürlich piepst es, denn man geht mit allem was man dabei hat, durch. Wir müssen unsere Taschen öffnen, bei mir wird nur ganz oberflächlich geschaut, dann kann ich weitergehen. Bei Peter dauert es länger, der Kontrolleur scheint irgendetwas zu suchen, das er nicht findet. Schließlich öffnet Peter auch noch eine schmale Außentasche an der Rückseite seiner Tasche und da befindet sich sein Taschenmesser. Ich gehe näher zu Peter und sage dem Kontrolleur, dass wir nur auf die Toilette wollen (die sich, wie ich inzwischen entdeckt habe, direkt neben der Sicherheitsschleuse befindet) und sonst gar nicht den Bahnhof weiter betreten, sondern Arles besichtigen. Damit gibt der Kontrolleur sich zufrieden und wir dürfen, samt Taschenmesser, auf die Toilette. Na hätten wir das geahnt, hätten wir uns unser Bedürfnis bis zum nächsten Café verkniffen.
Nun ist es ungefähr zehn Uhr und wir können endlich die Stadt anschauen. Wir betreten die Altstadt durch die Überreste der Stadtmauer bzw. des Stadttores Porte de la Cavalerie.
Über den kleinen Platz Voltaire
erreichen wir dann auch schon eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Arles, das römische Amphitheater bzw. Les Arènes. Dieses wurde Ende des 1. Jh. unter Kaiser Augustus erbaut und fasste 21.000 Zuschauer, im Mittelalter siedelte sich unter den Arkaden und in der Arena eine kleine Stadt samt Kirche an, als Baumaterial dienten Steine aus dem oberen Teil des Amphitheaters, was dadurch zwar beschädigt wurde, aber immerhin nicht völlig zerstört. 1825 begannen erste Restaurierungsarbeiten.
In einem von Peters Lieblingsfilmen, „Ronin“ mit Robert De Niro und Jean Reno von 1997 spielt eine längere Verfolgungsszene in den Gängen des Amphitheaters und in den Straßen drumherum, das macht die Besichtigung natürlich noch interessanter.
Wir bezahlen den Eintritt von EUR 8,00 p.P. (Kombiticket mit dem antiken Theater) und erkunden dann ausführlich das Amphitheater. Mir gefällt besonders gut der Blick vom höchsten Punkt auf die Arkadenbögen von oben und die Dächer der Stadt, sowie auf die Bergzüge im Süden, Osten und Norden von Arles, die bei fantastischer Fernsicht sehr gut zu erkennen sind.
Nur wenige Meter vom Amphitheater entfernt befinden sich die Überreste des römischen Theaters bzw. Théâtre Antique. Auch dieses Freilufttheater wurde von den Römern errichtet, etwa hundert Jahre vor dem Amphitheater (hier war Platz für 10.000 Zuschauer), im Mittelalter als Steinbruch genutzt und dann von Häusern und Gärten bedeckt. Erst Anfang des 19. Jh. wurde die Fundamente wieder freigelegt.
Als wir das römische Theater verlassen entdecke ich in der angrenzenden Straße einen Laden der Stoffe, Tischdecken, Tischsets, Taschen usw. in herrlich kräftigen, bunten Farben verkauft. Wir kaufen zwei Paar Tischsets mit bunten Streifen fürs Esszimmer zuhause.
Wir gehen durch die Rue Porte-de-Laure in den an das römische Theater anschließenden Park Jardin d’été, den wir durchqueren. Hier sieht man nochmals eines der Eingangstore des römischen Theaters von außen.
Über den breiten Boulevard des Lices, der die Altstadt im Süden abschließt, erreichen wir, wieder in der Altstadt gelegen, die Médiatheque d’Arles – Espace Van-Gogh. Das ist ein ehemaliges Krankenhaus mit wunderschönem Innenhof, in dem Van Gogh 1889 behandelt wurde (danach ließ er sich dann ins Krankenhaus Monastère de St-Paul-de-Mausole bei St-Rémy-de-Provence einweisen, wo wir vergangenen Freitag waren). Heute befinden sich darin eine Mediathek und sonstige kulturelle Einrichtungen.
Als nächstes kommen wir zur großen, etwas kahl wirkenden Place de la République. Er ist umgeben vom Rathaus, den beiden Kirchen Eglise St. Anne und Eglise St. Trophime und dem Kloster St. Trophime. Wir schauen uns die Kirche St. Trophime an, eigentlich würde ich gerne auch noch den Kreuzgang des Klosters anschauen, dieser schließt aber in wenigen Minuten zur Mittagspause, außerdem würden schon wieder EUR 4,00 p.P. Eintritt anfallen, dann verzichte ich eben.
Der in der Mitte des Platzes stehende Obelisk stammt aus dem römischen Zirkus der Stadt und wurde im 17. Jh. hier aufgestellt.
Nun betreten wir den Eingangsbereich des Rathauses mit seinem flachen Gewölbe, das im 17. Jh. als es erbaut wurde, als ein Meisterstück der Handwerkskunst galt, das von vielen angehenden Handwerkern besichtigt und bewundert wurde.
Nicht weit vom Vordereingang des Rathauses kommen wir zur hübschen Place du Forum mit vielen Restaurants und Cafés.
Wir schlendern weiter durch die Gassen bis wir das Ufer der Rhône erreichen, wo wir fast wieder an unserem Ausgangspunkt sind.
Nun ist es Zeit fürs Mittagessen, wir gehen zurück in das Gewirr von Gäßchen und entscheiden uns für das „La Cuisine du Comptoir“ in der Rue de la Liberté mit Terrasse im Schatten. Wir bestellen beide das Tagesgericht, einen sehr leckeren Gemüse-Hackfleisch-Auflauf. Zum Nachtisch beschränken wir uns heute erfolgreich :) auf einen Kaffee, dafür (und eine große Flasche Mineralwasser) bezahlen wir EUR 40,00.
Nach dem Essen gehen wir nochmal zum Rhône Ufer zurück und spazieren ein Weilchen am Wasser entlang.
Inzwischen ist es wieder sehr heiß geworden, so dass wir auf jegliche weitere Besichtigungen in Arles oder der Umgebung verzichten und in die Ferienanlage zurück fahren. Natürlich gibt es einen Stopp am SuperU in Coustellet, wir brauchen noch etwas zum Abendessen und für morgen.
Gegen 16.30 Uhr sind wir dann am Pool, hier macht sich der morgige Feiertag, der auch in Frankreich bei vielen zu einem langen Wochenende führt, bereits bemerkbar. Einige sind wohl schon heute Nachmittag angereist und erholen sich nun am Pool. Wir finden aber noch problemlos zwei freie Liegen und genießen die nächsten anderthalb Stunden die Abkühlung.
Dann essen wir auf dem Balkon zu Abend und lassen den Tag wie üblich ausklingen.
Wetter: sonnig, ca. 31° C
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