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Eine Herbstwoche im Nordwesten von Wales (2018)
Christina:
Die nächsten Tage werden im Hinblick auf die Autofahrsituation auf jeden Fall ruhiger, erst ganz zum Schluss kommt dann noch ein bisschen Aufregung.
--- Zitat von: serendipity am 10. Februar 2019, 18:49:12 ---
Das mit dem Bestellen am Tresen ist in Pubs ja durchaus normal und ich finde es prima, da ich nicht erst lange auf eine Bedienung warten muss - so kommt man schneller ans begehrte Bier ;D
--- Ende Zitat ---
Am Tresen bestellen finde ich nicht so toll, klar es geht schneller, aber ist irgendwie unbequem und ungemütlich.
Paula:
So, heute zeigt mein iPad auch mal alle Bilder an, keine Ahnung was die letzten zwei Tage nicht funktioniert hat.
Ich sehe du hast mal wieder klasse Wetter gebucht :thumb:
Bei den Schilderungen der Autofahrt über Einspurige Straßen mit Mauer rechts und links komme ich direkt ins Schitzen, sowas ist für mich der Albtraum, vor allem da ich nur sehr schlecht rückwärts fahren kann. Das würde mir die Urlaubsfreude sehr vermiesen.
Die Landschaft ist aber wirklich super, die beiden Wanderungen waren klasse, wenn nur die Anfahrt nicht wäre...
Die Story mit dem Steak ist ja zum Piepen ;D ja so ist das wenn man in fremde Länder fährt!
Christina:
--- Zitat von: Paula am 12. Februar 2019, 08:43:34 ---Ich sehe du hast mal wieder klasse Wetter gebucht :thumb:
Bei den Schilderungen der Autofahrt über Einspurige Straßen mit Mauer rechts und links komme ich direkt ins Schitzen, sowas ist für mich der Albtraum, vor allem da ich nur sehr schlecht rückwärts fahren kann. Das würde mir die Urlaubsfreude sehr vermiesen.
Die Landschaft ist aber wirklich super, die beiden Wanderungen waren klasse, wenn nur die Anfahrt nicht wäre...
Die Story mit dem Steak ist ja zum Piepen ;D ja so ist das wenn man in fremde Länder fährt!
--- Ende Zitat ---
Es kommen leider auch noch Tage mit schlechterem Wetter, aber unterm Strich konnten wir uns nicht beklagen.
Ja, das Fahren war manchmal nervig, aber dann auch wieder schnell vergessen.
Was nennen die auch ein Stück Fleisch "Steak" das gar keines ist? :) Aber ich denke, das sind so die netten kleinen Erlebnisse, die zu einer Reise dazugehören. In USA/Kanada haben wir ähnliches am Anfang mit "peperoni" erlebt und ein paar anderen Sachen, fällt mir gerade nicht mehr ein.
Susan:
Single track ohne passing places und viel Verkehr hört sich sehr nervig an. In Cornwall hatten wir da die ein oder andere gottseidank nur sehr kurze Strecke.
Dafür war der Klippenspaziergang ja sehr nett und zum Abschlussnoch die beleuchtete Burg.
Mit Essensbestellungen kann man ja immer wieder Überraschung erleben, auf das Gammon Steak wäre ich wohl auch reingefallen.
Christina:
4. Tag – Sonntag, 30.09.
Nachdem wir gestern an der Küste waren, wollen wir heute nochmal in den Snowdonia National Park. Für eine Bergbesteigung ist das Wetter leider nicht gut genug, aber es gibt auch viele kürzere Wanderungen und Spaziergänge in den tieferen Lagen des National Parks. Wir haben uns den sehr bekannten See Llyn Idwal ausgesucht. Im Rother Wanderführer gibt es dazu nur eine Wanderung, die am See vorbei hinauf in die Berge führt (Nr. 12), aber auf der Homepage des National Parks ist die kleine Wanderung rund um den See aufgeführt. Sie ist mit 3 h für 4,8 km angegeben, das kommt mir sehr lange vor, aber mal sehen, vielleicht ist die Wegbeschaffenheit so schwierig, dass man die Zeit braucht.
Gegen 8.45 Uhr fahren wir in Caernarfon los, es ist noch sehr ruhig, bei wenig Verkehr sind die mal wieder schmalen Straßen einigermaßen zu bewältigen. Nach dem gestrigen Erlebnis entschließe ich mich doch wieder ans Steuer zu setzen, sonst bräuchte ich an eine Alleine-Tour, die vielleicht in der Zukunft mal anstehen könnte, gar nicht zu denken. Es sind ca. 30 km, also eine halbe Stunde Fahrt bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.
Am See sind noch viele Parkplätze frei und so starten wir gegen 9.45 Uhr am Visitor Centre unsere Wanderung (Parkgebühr £ 5 am Automaten zu bezahlen). Natürlich ist auch hier kein Schild vorhanden, das in Richtung Trailhead weist, aber nach ein bisschen herumirren und lesen der Wanderbeschreibung ist klar, dass wir die Stufen neben dem Visitor Centre nehmen müssen. Nach dem kurzen Anstieg geht es dann ziemlich eben weiter. Es ist sehr felsig und bald kommen wir an einem schönen, kleinen Wasserfall vorbei.
Und dann sind wir auch schon am See und mir ist sofort klar, dass wir für die Umrundung dieses kleinen Sees niemals 3 h brauchen werden. Leider hängen die Wolken sehr tief, so dass man die umliegenden Berge kaum sieht, aber das führt auch zu einer sehr schönen, mystischen Stimmung und der herbstlich gefärbte Bewuchs kommt richtig schön zur Geltung.
Anfangs habe ich Bedenken, dass es auf den nassen Felsen sehr rutschig sein könnte, zum Glück ist das nicht so, die Felsoberfläche ist wunderbar griffig.
Obwohl die Bergwettervorhersage für den Lauf des Vormittags Wetterbesserung versprochen hat, wird es schlechter, aus dem sporadischen Tröpfeln, wird als wir die Hälfte des Sees umrundet haben, dichter Nieselregen. Wir haben dennoch unseren Spaß, die Jacken und Kapuzen und vor allem meine Kamera samt Objektiv sind ja wasserfest.
Eine längere Pause am schönen Kiesstrand des Sees scheidet wetterbedingt aus und so sind wir nach ca. 1,5 h wieder am Auto. Peter kauft sich einen Kaffee am Kiosk und wir machen im Auto mit ein paar Müsliriegeln Pause im Trockenen. Der Parkplatz ist nun gut gefüllt und nach einiger Zeit klopft es an die Autoscheibe, ob wir nicht bald wegfahren, werden wir gefragt. Na ja, auch wenn das einige anders sehen, aber wir haben die Parkgebühr bezahlt und bei besserem Wetter würden wir jetzt am See sitzen, so dass unser Parkplatz auch nicht frei wäre, daher antworten wir, dass wir noch ein paar Minuten brauchen, bis wir fertig gegessen haben.
Ganz in der Nähe des Parkplatzes soll es einen Wasserfall geben (Rheadr Ogwen), den ich gerne angeschaut hätte. Aber es fehlt mal wieder jegliche Ausschilderung und im Regen möchte ich nicht herumirren und suchen und daher fahren wir dann weiter nach Llanberis (ca. 30 km entfernt). Die Fahrt führt durch eine wunderschöne Landschaft, erst durch ein weites Tal, dann stehen die Berge wieder enger, leider gibt es überhaupt keine Möglichkeit mal anzuhalten und in Ruhe zu schauen und zu fotografieren. Wir kommen am Trailhead zum Mt. Snowdon vorbei und erreichen danach den Ort Llanberis. Dieser liegt noch im National Park und lebt heutzutage hauptsächlich vom Tourismus.
Es gibt eine Vielzahl von Parkplätzen und nachdem wir erst den überfüllten Parkplatz angefahren haben, der am nächsten zur Talstation der Bahn, die hinauf auf den Mt. Snowdon fährt, liegt, finden wir schnell einen freien Platz auf dem nächsten. Wir bezahlen £ 4 Parkgebühr und spazieren dann durch ein Waldstück zur Ruine des Dolbadarn Castle.
Das Wetter hat sich inzwischen tatsächlich gebessert, es ist trocken, aber stark bewölkt. Vom ehemaligen Castle ist außer einem Turm nichts mehr erhalten, aber die Lage auf einem Hügel mit Blick auf die Berge (und auf den ehemaligen Schieferabbau) ist beeindruckend, vor allem, wenn man sich vorstellt, wie einsam das früher zu Bauzeiten der Burg gewesen war.
Nach der Burgbesichtigung schlendern wir noch ins Ortszentrum, das aber wohl seine besten Zeiten hinter sich hat und wo ich tatsächlich mangels geeignetem Motiv, kein einziges Foto mache. Aber es gibt ein einladendes Café, in dem ich (endlich!) meinen ersten Cream Tea nach ziemlich genau 7 Jahren bekomme und Peter eine Hot Chocolate und einen Carrot Cake. Ach ist das lecker!
Wir bezahlen £ 10,00 und fahren anschließend den bereits von vorgestern bekannten Weg zurück nach Caernarfon.
Dort kommen wir gegen 13.15 Uhr an und machen eine etwas längere Erholungspause im Ferienhaus.
Um 16 Uhr laufen wir dann ins Zentrum, zum Caernarfon Castle. Dieses gehört wie Beaumaris Castle zu den Burgen, die im 13. Jh. von den Engländern erbaut wurden, um die Waliser zu unterwerfen. Das Besondere an diesem Schloss ist, dass hier die britischen Thronfolger zum Prince of Wales gekürt werden. Das wurde vom Schlosserbauer King Edward I begonnen und nach längerer Pause 1911 auf Drängen von David Lloyd George (Premierminister von 1916 bis 1922 und Waliser) mit der sog. Investitur des zukünftigen König Edward VIII fortgesetzt. 1969 war dann Prince Charles an der Reihe. Dazu gibt es eine kleine Ausstellung und man kann die Fernsehübertragung (eine der weltweit ersten Live-Übertragungen eines Großereignisses) dieses Ereignisses anschauen. Unumstritten ist die Zeremonie nicht, sie wurde eigentlich eingeführt, um die Waliser mit den Engländern zu verbinden bzw. sie an sie anzunähern, wird aber von einigen nationalistischen Walisern als Symbol der Unterdrückung der Waliser durch die Engländer betrachtet.
Am Eingang stellen wir erfreut fest, dass der Eintritt heute kostenlos ist (den Grund dafür konnten wir nicht herausfinden). Die Türme und Mauern sind noch sehr gut erhalten, das Innere ist aber, abgesehen von einigen Ausstellungen (die wir uns, bis auf die über den Prince of Wales, nicht anschauen), leer. Aber am tollsten ist eh der Blick, den man von den Türmen in den Innenhof und in die Umgebung hat. Zwischendrin kommt dann auch noch die Sonne raus, was eine tolle Lichtstimmung ergibt.
Nach der Schloss Besichtigung schauen wir uns das hübsche Städtchen genauer an,
gegen 17.30 Uhr gehen wir dann wegen des kalten Winds schon früher als geplant zum Abendessen. Die frühe Uhrzeit ist hier in GB, anders als z.B. in Frankreich, zum Glück kein Problem. Im Restaurant (diesmal achten wir darauf, nicht im Pub Bereich zu sitzen, sondern im Restaurant, wo man bedient wird) des Black Boy Inn sind schon einige Tische besetzt. Das Black Boy Inn ist eines der ältesten Restaurants der Stadt und dementsprechend urig und gemütlich ist der Gastraum mit viel dunklem Holz und niedrigen Decken.
Ich esse einen traditionellen Fish Pie (weil es so dunkel ist, ist die Qualität des Fotos leider sehr schlecht),
Peter eine Lammkeule und zum Nachtisch einen Cheese Cake (ich) und einen Toffee Pudding (Peter), dazu Cider, Wein und Wasser. Alles ist sehr lecker! Wir bezahlen £ 60,00 (plus £ 5,00 Trinkgeld) und sind gegen 19 Uhr wieder zu Hause.
Dort schauen wir unter anderem noch ein bisschen fern. Schon interessant, dass das Fernsehprogramm dem deutschen sehr ähnlich ist, sowohl was die Uhrzeit der Prime Time angeht, als auch das Programm. Es gibt, wie auch in Deutschland Kochsendungen, Haus-/Einrichtungssendungen, Autosendungen und verschiedene Filme, z.B. auch Inspector Barnaby. In den Nachrichten hat allerdings die USA einen wesentlich größeren Stellenwert als bei uns, zurzeit geht es z.B. um die Befragungen des zukünftigen Supreme Court Richters Cavanaugh, die Befragungen werden in voller Länge gezeigt. Aber insgesamt alles durchaus auch dem deutschen Geschmack entsprechend, anders als z.B. in Frankreich, wo die Prime Time sehr viel später beginnt, wo es sehr viel mehr Diskussionssendungen gibt und auch mehr Shows mit viel Gesang oder in Italien, wo Musikshows und Shoppingsender in der Mehrzahl sind.
Wetter: bewölkt, vormittags z.T. Nieselregen, nachmittags kurze sonnige Abschnitte, ca. 10 °C
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