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WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes

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Susan:
Hallo ihr Lieben,

die wichtigen Nach-Urlaub-Aufgaben – Post, Bilder überspielen, Wäsche, 1697 Mails checken, Eltern besuchen -  sind erledigt, Juniors Abifeiern überstanden, auch die Packerei zu seiner ersten (fast) Solo-USA-Tour.  Also kann es so langsam mit dem versprochenen Reisebericht losgehen.

Wiedersehen mit Pelops Insel

Griechenland gehörte ursprünglich zu unseren Europatour Zielen, ist irgendwie aber ins Hintertreffen geraten. Es gibt eben immer was Neues zu entdecken.  :floet: Birgit brachte mich auf die Idee, nach zwölf Jahren das Land mal wieder anzusteuern.

Die Peloponnes bot sich für eine Revival-Tour an. Eine Reise in eine landschaftlich interessante Gegend, in den hoffentlich sonnigen Süden, in die Geschichte und die griechische Mythologie;  diesmal mal nicht im Spät- sondern im Frühsommer.

Apropos Mythologie...

Es gab da mal den sagenhaften König Tantalos, der die Götter prüfen wollte, indem er ihnen seinen in Stücke geschnittenen Sohn Pelops als Festmahl servierte. Die Götter bemerkten jedoch den Betrug, setzen den Jungen wieder zusammen und bestraften den Vater böse (Stichwort Tantalusqualen). Später besiegte Pelops dann einen Stadtherrscher beim Wagenrennen, gewann dessen Tochter zur Frau sowie dessen Reich, welches er über die ganze (Halb)Insel ausweitete: "Pelop o nissos" - die Insel des Pelops.



Ihr seid herzlich eingeladen einzusteigen


Susan:
17. bis 21. Mai   Ab in den Süden….
Lindau – Riccione – Ancona – Patras - Kato Alissos

Reiseentschluss gefasst, Fähre gebucht und zur Auffrischung ein paar Blicke in die alten Reiseführer geworfen. Dann fliegt die Zeit dahin mit Haushaltsauflösung inklusive Verkaufsangebote erstellen und Päckchen packen, Renovierung der Wohnung meiner Schwiegereltern, etlichen Steuererklärungen, Abi-Nachhilfe, der Packerei…  :o Kurz gesagt, wir starten schließlich ganz ohne Plan;  ein absolutes Novum.  8)

Ist nicht ganz so tragisch, schließlich waren wir schon ein paar Mal dort, doch eigentlich hätte ich doch gern noch ein paar neuere Infos über Straßen, Campingplätze, Sehenswertes und so weiter.

Wir haben gut drei Tage Zeit zum italienischen Fährhafen zu kommen, leider ist die Wettervorhersage für die ganze Strecke nicht gerade rosig.  :(

Am Freitag kommen wir bis Lindau, genauer gesagt bis zum Park Camping kurz vor der österreichischen Grenze. Dort ist das Wetter besser als vorhergesagt, also bleiben wir auch noch am Samstag. Nach der Hektik der letzten Woche tut eine Fahrpause ganz gut.

Wir wandern mehr oder weniger am Bodenseeufer entlang zur Insel, schlendern dort umher und gönnen uns einen Eisbecher.

Wir staunen wie viele Leute Zeit und Lust für einen Samstagnachmittagsbummel haben  (nein, die hörten sich nicht alle wie Touris an). Obwohl wir auch einen See in Spaziernähe haben, ist es Ewigkeiten – Kerlie noch im Kinderwagen-  her, dass wir das mal einfach so gemacht haben. Zurück fahren wir mit dem Bus, kostenfrei auf Gästekarte.

Offenbar war ich zu faul zum Fotografieren  :verlegen:

Sonntag folgt die lange Etappe die Schweizer Rheintal-Autobahn entlang durch den San Bernardino Tunnel über Como, Mailand und Bologna nach Riccione. Am Hinterrhein liegt noch Schnee neben der Straße und ab der Po-Ebene regnet es. Zeitweise wie aus Eimern. Glücklicherweise informieren uns die Autobahnschilder, dass unser angedachter Zwischenstopp wahrscheinlich von Radsportfans belagert wird; die Giro d‘ Italia rollt. Wir kehren daher kurzerhand am erstbesten Campingplatz in Riccione ein.

Der Montag zeigt sich von einer besseren Seite; wir können gemütlich draußen frühstücken. Dann geht’s weiter zum Fährhafen von Ancona.



Obwohl wir recht früh da sind, können wir schon einchecken und uns in die – noch kurze – Warteschlange einreihen.  Man könnte jetzt noch Ancona besichtigen, aber dazu haben wir keine Lust. Der Gatte hält ein Mittagsschläfchen und ich lese (allerdings immer noch keinen Reiseführer  ::) ).

Endlich gegen 15:30 Uhr kommt dann unser Schiff in Sicht.


Cruise Olympia

Jetzt muss es nur noch entladen werden  ;)  Immer wieder erstaunlich, wie viele LKWs da ausgespuckt werden. Es geht recht flott voran, schon bald können wir an Bord fahren. Bei früheren Reisen gab es immer das Angebot "Camping an Bord": die WoMos standen auf einem speziellen halboffenen Deck, dort konnte man im eigenen Bett nächtigen und sonst alle Angebote des Schiffes nutzen. Und man bekam einen Stromanschluss. Aus Sicherheitsgründen geht das wohl nicht mehr, nur der Stromanschluss ist geblieben. Wir haben dafür aber ein Camper-Angebot nutzen können; Übernachtung in einer Zweibett-Innenkabine zum Preis der Deckpassage und 30% Rabatt in den Bordrestaurants.  ;D

Als erstes suchen wir unsere Kabine auf, recht weit vorn auf Deck 9. Sie ähnelt der auf der Newcastle Fähre, immerhin bleibt mir das Klettern erspart und nachts ist es schön kühl.



Danach klettern wir hinauf zum Pooldeck, das unser bevorzugter Aufenthaltsort an Bord wird. Der Pool allerdings ist während der Reise nicht in Betrieb. 



Das Bier als Aperitif ist recht teuer mit 4 Euro. Pünktlich gegen 18:30 Uhr bzw. 19:30 Uhr ( denn an Bord gilt die griechische Zeit) legen wir ab.




Blick auf Ancona


noch mehr Fähren


Steilküste Richtung Süden


schlechtes Wetter Richtung Norden

22 Stunden auf See liegen vor uns.

Der Magen knurrt, Zeit zum Abendessen. Neben einer Snack- und Kaffeebar gibt es noch ein Selbstbedienungs- und ein A-la-carte-Restaurant. Nach Studium der Speisekarte gehen wir in letzteres; Angebot und Preise sind okay, besonders mit dem Rabatt. Wir zahlen 40 Euro für Vor- und Hauptspeise und eine Flasche Wein. Draußen sieht man nicht mehr viel: Dunkelheit und Wasser  ;) Schauen wir uns mal die Disco an  ;D Wir spekulieren auf einen Metaxa als Absacker, leider haben sie keinen, es wird ein ordinärer Cognac.  Auch hier sind die Getränkepreise sind nicht mehr so günstig wie früher (zollfrei, ade ??) Für eine Weile sorgt noch ein etwas ältlicher DJ für Stimmung und hottende Schüler auf Klassenfahrt.

 :bett:

Wir stehen (für uns ) relativ früh um 9 Uhr auf, denn es gibt nur bis 10 Uhr Frühstück. Das kostet und 6,30 Euro pro Person und beinhaltet Kaffee satt , einen Orangensaftnektar, ein gekochtes Ei, eine Portion Joghurt mit (Dosen) Phirsich, je eine dicke Scheibe Gouda und Feta, sowie reichlich Brötchen und Croissant.

Danach haben wir noch einige Stunden Zeit totzuschlagen. Die Meersicht gibt erstmal nicht viel her, kaum Schiffsverkehr. Man könnte an Spielautomaten daddeln, sich eine Massage verpassen lassen, Shoppen oder wie wir einfach nur rumgammeln. :floet: Trotz strahlendem Sonnenschein ist es im Fahrtwind recht frisch an Deck, zumindest verhindern lange Hose und Fleecejacke einen Sonnenbrand.  8) Was uns positiv auffällt: es gibt nicht so viele Deck-Lagerstätten wir früher. Da rollten die ja sogar im Treppenhaus oder vor den Kabinen ihre Isomatten aus.  ::) Auch der Sicherheit geschuldet oder ist noch keine Saison?

Land in Sicht und willkommene Abwechslung, der erste Stopp in Igoumenitsa.







Hier fahren die ersten von Bord: Urlauber und LKWs in Richtung Thessaloniki, Chalkidiki und die Türkei. Bei der Weiterfahrt sehen wir dann auch die Insel Korfu im Dunst, samt anfahrenden Kreuzfahrtschiff.



Die Aussichten werden jetzt interesssanter, schließlich müssen wir uns durch einige Inseln durchschlängeln bis endlich auch der Golf von Patras erreicht wird.


Insel im Dunst


in der Ferne die Brücke zwischen Rion und Antirion am Golf von Korinth


Patras

Das Anlegemanöver können wir nicht weiter beobachten, denn wir werden schon früh zu den Wagen gebeten. Gegen 17.30 Uhr docken wir an, es dauert noch ein kleines Weilchen bis wir von Bord fahren können. Dann geht es aber flugs ohne weitere Kontrollen aus dem Hafen heraus. Als ich lese, dass der anvisierte Campingplatz nur 20 Touristenplätze hat, ändere ich kurzerhand den provisorischen Plan und lasse den Gatten einen der nächstgelegenen anfahren. Der ist in Kato Alissos, etwa 20 km entfernt, und hat noch reichlich Plätze frei. Wir haben keine Lust zu kochen, deshalb gehen wir dort ins Restaurant. Es gibt griechischen Salat und Zaziki, dazu Souflaki, das eher wie Schaschlik gemacht ist, trotzdem sehr lecker, Landwein und einen selbstgebrannten Likör als Nachtisch. Die lange Anreise ist geschafft!


Silv:
Ui, ich freue mich!

Es gibt ja noch Fähren... ::) Soweit hab ich gar nicht gedacht, Griechenland stand bis jetzt eigentlich ziemlich weit hinten, weil ich dachte, da muss man ja soooo lange fahren um hinzukommen. Blöd

Silvia:
Ich spring auch mit auf   :adieu:

Christina:
Da bin ich doch sehr gerne mit dabei.

Lindau und die Rheintalautobahn bis Chur kenne ich ganz gut, die weitere Strecke bis zum Lago Maggiore ist schon fast verblasst in der Erinnerung und alles weitere ist komplettes Neuland für mich. Die Fährüberfahrt dauerte ja ganz schön lange, aber der letzte Teil war mit Blick auf Land immerhin recht interessant.

Das ist sicherlich ein etwas merkwürdiges Gefühl - Kerlie reist nun alleine in die USA und ihr bleibt in Europa - aber auf jeden Fall hat sich der Reise- und USA-Virus auf ihn übertragen ;D.

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