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WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes

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Christina:

--- Zitat von: Susan am 17. Juli 2019, 23:14:00 ---
Zum Glück war die Anquatscherei -Kaltakquise nennt der Gatte das -

--- Ende Zitat ---

Sehr treffend  :totlach:

Susan:
23. bis 30. Mai   Gialova: Rollertouren & Relaxing


Der gestrige Regen zeigt deutliche Dreckspuren, nicht nur am Wohnmobil, auch auf dem Rucksack, der Jeans und sogar der Kamera.  :o Aber was solls: Endlich Sonnenschein und blauer Himmel!  8) Nur die zuhause in der 16-Tage-Vorschau angezeigten Temperaturen von 33 Grad waren reichlich getrommelt.

Sehr zuvorkommender Service am Campingplatz. Dem Gatten auf der Jagd nach Brot zum Frühstück wird gesagt, er möchte sich einen Moment gedulden. Nein, sie müssen keins aufbacken, einer schwingt sich aufs Moped und besorgt welches.  ;D

Nach einem gemütlichen Frühstück – auch hier mit Blütenduft – machen wir uns auf dem Weg zurück zur Küste. Wegen des Einbahnstraßensystems der Ortsdurchfahrt kommen wir nun auch an dem großen Parkplatz vorbei. Wow, mindestens ein Dutzend Reisebusse stehen dort. Da wird heute an der Ausgrabungsstelle einiges mehr los sein!

Bei einem Zwischenstopp bunkern wir beim Lidl in Kyparissia ein paar Vorräte, hauptsächlich Mineralwasser und Fleisch. Denn in den kleineren Orten findet man oft keinen Fleischer. Dann geht es weiter nach Gialova zum Camping Erodios. Der liegt am so genannten Ntivari (Golden Sand) Beach. Wir sind zeitig dort und bekommen so noch einen Stellplatz direkt am Strand; zumindest für fünf Tage, danach ist der reserviert. Ich dachte erst, das reiche ja auch, doch es kommt etwas anders.



Den Rest des Tages, sowie den ein oder anderen der folgenden, verbringen wir am Strand bzw. vor unserm Wohnmobil.

Etappe:



Das Wetter bleibt uns hold mit blauem Himmel und Sonnenschein, nur weht meist eine ziemlich s-teife Brise. Gut für die (Kite)-Sufer, weniger für mich; ab und an ist doch eine wärmende Strickjacke von Nöten. Der Gatte wagt sich zwar schon ins Wasser, doch ich verzichte dankend.
Eine Erkältung und der Stress der letzten Wochen lähmen meine Unternehmungslust. Ganz wie bei einem alten Loriot-Sketch "ich will hier einfach nur sitzen"  ::)
Nicht überlegen, was man machen könnte, nicht überlegen, was wir kochen wollen und dafür einkaufen müssen. Kurzzeitig fühle ich mich reif für eine Kreuzfahrt.


Hausstrand


Blick über die Bucht

Immerhin kann ich mich dann doch noch zu der ein oder anderen Rollertour aufraffen (später mehr). Und zu einer Wanderung über den Strand nach Gialova. Dazu müssen wir einen reissenden Strom queren  - okay, das war jetzt schamlos übertrieben. Es war nur ein Flüsschen, wadentief, doch schon mit einiger Strömung  :floet: Der Ort selbst besteht aus einigen Ferienunterkünften, einer Mole und einer kleinen Strandpromenade, an die sich Restaurants an Cafes an Bistros reihen. Nur eine Eisdiele fehlt leider.



Wir fragen uns, ob die jemals alle voll besetzt sind und wie bevölkert es dann in der Gegend sein müsste. Wir wählen dann ein Cafe mit gemütlichem Lounge-Sofa für eine Erfrischung. Zum einen eines der Lieblingsgetränke der Griechen: Nescafe Frappe; im Prinzip aufgeschäumter kalter Kaffee mit Zucker und/oder Milch, manchmal noch mit Eiswürfeln serviert. Kersten hat beobachtet, dass die dazu tatsächlich irgendein Nescafepulver nehmen. Recht erfrischend und oft koffeiniger als erwartet.  Zum anderen habe ich Appetit auf eine Waffel; unter "haselnut praline cookie" kann ich mir nicht viel vorstellen, lassen wir uns mal überraschen.



Heraus kommt Waffel mit sehr viel Nutella, Puderzucker und Keksbröseln. Sehr lecker, zumindest anfangs. Irgendwann wird es mir doch viel zu süß, ich muss nebenher all das Wasser, das immer mit Kaffee zusammen serviert wird, dazu trinken. Danach bin ich pappensatt und mag den Rest des Urlaubs kein Nutella mehr sehen.  ::) In einem Nebengässchen sehen wir dann doch noch einen laden mit dem üblichen Strandgedöns und Postkarten.

Uns gefällt der Campingplatz; die Stellplätze sind ordentlich unterteilt, zum Teil schattig, die Sanitärs sauber, der Mini-Markt gut bestückt, nettes Personal und ein gutes Restaurant. Dort waren wir einmal, da hatte ich eine große Portion sehr leckeren gegrillten Lachs mit Gemüse und für den Gatten gab es sogar Gyros. Außerdem haben wir noch nicht alles in der Gegend gesehen, also verlängern wir drei Tage. Dazu müssen wir den Stellplatz wechseln. Hätten wir gewusst, dass unser Nachbar an dem Mittag abreist, hätten wir nur ein Stück vor rollen müssen. So aber sind wir vier Plätze landeinwärts gezogen.

Ging es die ersten sechs Tage recht beschaulich auf dem Platz zu, fielen dann die Rentner ein. Hier ein Camper-Stammtisch, dort ein Trupp mit drei WoMos, zwei fette Clouliner, dieser und jener. Zum ersten Mal wurde mir bewusst, wieviele Leute mittlerweile mit WoMo unterwegs sind. Und mit was für schicken; ruckzuck stand da ein Milliönchen auf dem Platz (oder auch zwei). Cool fand ich da das Pärchen, das unseren Stellplatz reserviert hatte: beide gut in die 70 und mit VW-Bus unterwegs.  8)

Wir fanden einigen Stoff zum Lästern, den verbreite ich hier aber lieber nicht weiter. Kommen wir stattdessen zu den Rollertouren ...

Silvia:

--- Zitat von: Susan am 20. Juli 2019, 01:18:37 ---Wir fanden einigen Stoff zum Lästern, den verbreite ich hier aber lieber nicht weiter.

--- Ende Zitat ---
oh doch   :bitte:     :toothy9: :toothy9: :toothy9:

Ilona:
Der Strand gefällt mir sehr gut, da hätte ich auch "einfach nur sitzen wollen". Schließlich hattet ihr doch Urlaub.

Die Nutella-Waffel hätte ich verschmäht. Ich mag Waffeln nur ohne alles oder wie in den USA mit Erdbeeren und Cream :sabber:.

Das mit dem ToPa in den Eimer werfen kennen wir von den Mexiko-Reisen und in Peru war es genauso. Die haben halt keine Kanalisation wie wir und da verstopft das Papier nicht nur die schmalen Rohre, sondern auch die Sickergruben. Das ist jetzt nach der Nutella-Waffel kein leckeres Thema, aber es gehört doch zu dem einen oder anderen Land dazu.

Susan:
Gialova Rollertouren - Pylos

Unsere erste kurze Tour führt uns in das nahegelegene Städtchen Pylos, das uns in der Bucht quasi  gegenüber liegt (siehe obiges Foto).  Auf Asphalt sind es knapp 10 km, wäre auch mit dem Fahrrad zu schaffen, wenn man sehr sportlich ist. Es gilt nämlich einen Hügel mit 10% Steigung zu erklimmen.  8) Pylos liegt am Südende der gleichnamigen Bucht, die zum Meer hin noch durch das Inselchen Sfaktiria abgeschirmt wird. Ein schöner Naturhafen, den auch schon die alten Griechen zu schätzen wussten. So fand man ein paar Kilometer nordöstlich einen Palast aus mykenischer Zeit, den der Archäologe Nestor zugeordnet hat, der in Homers Geschichte über den trojanischen Krieg erwähnt wird als "König vom sandigen Pylos". 425 v. Chr. fand in der Bucht eine bedeutende Seeschlacht statt, im Krieg zwischen Athen und Sparta (die ersteren haben gewonnen).

Wir parken an der modernen Marina. Auch Wohnmobile finden dort gut Platz.





Etwas Altes sehen wir auch  ;)



Am Ufer entlang schlendern wir zum Westende des Ortes, unterwegs auch hier wieder viele Restaurants und Cafes.


Pylos vom Westend aus

Hier führt ein Wanderweg mit ein paar Stufen eine Ecke den Hügel hinauf zum Neokastro, der neuen Burg. 1571 errichten die Osmanen die Festung, bestehend aus einem Kastell und einer ummauerten Siedlung. Immer mal wieder wurde sie teilweise zerstört und neu aufgebaut. Denn seit der Zeit der Kreuzzüge im 13. Jhd. wechselten sich Osmanen und Venezianer mit der Herrschaft über den Ort ab. Aus dieser Zeit stammt auch der zweite Name Navarino. Für den Eintritt zahlen wir 6 Euro pro Person.



Durch eines der alten Tore in der Festungsmauer betreten wir die Anlage. Die ersten Gebäude, die wir sehen sind neueren Datums. Sie wurden im Auftrag des französichen Oberbefehlshaber der Alliierten im griechischen Freiheitskampf 1827 errichtet. Das war zu der Zeit, als die zweite bedeutende Seeschlacht in der Bucht stattfand. Und zwar zwischen ägyptisch-türkischen Schiffen einerseits und britischen, französischen und russischen auf der anderen. Es war die letzte Seeschlacht, die ausschließlich zwischen Segelschiffen ausgetragen wurde. In einem der so genannten Maison Quarters können wir eine archäologische Ausstellung, in einem anderen eine zu den antiken Schiffswracks der Gegend und den Funden darin besichtigen.



Von der alten Festungssiedlung, die im 17. Jhd. etwa 600 Häuser, 85 Geschäfte, einen Gasthof, ein Bad und zwei Moscheen zählte, ist wenig übrig geblieben. Alte Bäume, Blumen und die alte Moschee, die je nach herrschender Macht auch als Kirche diente.

Kirche Metamorphosis tou Sotiros (Transfiguration of the Savior)





Große Teile des Boden waren mit dieser fliederfarbenen Pflanze bedeckt




Mohn gibts auch

Ein Blick hinüber zur Insel Sfaktiria mit Sea Arch



Zum Kastell müssen wir noch ein Stück den Hang hinauf laufen.





Auch damals gab es schon Mauerkritzler  ;)



Von dort oben haben wir nochmal eine schönen Blick auf die Moschee-Kirche und die Navarino Bucht.



Die Straße entlang schlendern wir zurück in den neuen Ort und landen bei zentralen Platz.



Hier hoffen wir, sowas wie eine Eisdiele zu finden bei all den Schirmen und Stühlen, die hier stehen. Doch es bleibt wieder mal bei einer Eiswaffel auf die Faust.





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