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Sardinien – Reise zu den Megalithbauwerken
Paula:
Ich bin auch dabei ;)
In Sardinien waren wir vor ewigen Zeiten mal drei Wochen beim campen. Allerdings hätten wir wohl nur einen Strandreiseführer dabei, an Megaithbauten kann ich mich nicht erinnern, dabei hätte mir das auch sehr gefallen. Noch besser hat mir eure Wanderung im Felsgewirr von Capo Testa gefallen, das ist genau nach meinem Geschmack, das muss ich gleich mal meinem Freund zeigen :)
Heike Heimo:
Hallo Paula, willkommen.
--- Zitat von: Christina am 17. September 2019, 18:21:59 ---Die Ausblicke über die Küste waren wieder herrlich und das Wetter war auch bestens, wie waren eigentlich die Temperaturen? Mitte/Ende Juni wahrscheinlich schon recht schweißtreibend, zumal es aufgrund der niedrigen Vegetation nur wenig Schatten gibt?
--- Ende Zitat ---
Am Anfang war die Hitze erträglich. Manchmal war es bewölkt. Dann ist der Sonnendruck nicht so hoch. Am Ende der zweiten Woche war es sehr heiß um 35°C.
Heike Heimo:
19.06.2019 Platamona (Porto Torres) – Silanus
An diesem Tag war der Monte d'Accoddi geöffnet. Eine sehr nette Ticketverkäuferin, sie ist gleichzeitig Fremdenführerin, versuchte uns so gut sie konnte zu erklären, um was es hier geht.
Der Monte d'Accoddi ist eine Art Pyramide oder Terrassenbau, der in dieser Form im Mittelmeerraum einzigartig ist. Der Ursprung ist rund 6.000 Jahre alt, also noch von einer Kultur, älter als die Nuraghen. Sie besitzt mehrere außergewöhnliche Funde.
Eine Besonderheit sind die Menhire, die noch älter als das Bauwerk selbst sind.
Neben dem Bauwerk befindet sich über einem Loch im Karstboden ein Altarstein. Er hat Öffnungen auf allen 4 Seiten. Es wurden hier einige Knochen von Tier- und Fischopfern gefunden. Vermutet wird, dass die Bodenöffnung der Mund einer Erdgottheit sein soll.
Besonders interessant ist der eiförmige Stein vor dem Bauwerk. Der Stein stammt nicht von hier, sondern wurde von weither hierher gebracht. Es dürfte sich dabei um ein Weltenei handeln. Das Weltenei gehört zum mythologischen Grundstock nahezu aller Kulturen und symbolisiert den Urzustand des Universums, aus dem alles entsteht. In Delphi konnten wir schon ein Weltenei bestaunen.
Besonders schön waren hier die vielen Blumen.
Etwas abgelegen von der Hauptstraße liegt der Dolmen Sa Coveccada. Zuerst waren wir uns nicht sicher, ob die Zufahrt erlaubt ist. Der junge Sohn des Bauern deutete uns aber, dass das kein Problem ist. Nach der Durchfahrt müssen wir nur wieder das Gatter schließen. Der Dolmen war von Kühen belagert, die uns misstrauisch beäugten. Als wir näher heranfuhren, machten sie gemächlich Platz.
Der Dolmen ist nicht mehr im Originalzustand sondern wiederaufgebaut, das ist deutlich zu sehen. Zum Schutz wurde er überdacht.
Zurück zur Hauptstraße ging es wieder über den gleichen Weg. Bald erreichten wir die Nuraghe Santu Antine. Sie ist noch relativ gut erhalten. Es ist sehr schön zu sehen, welche Leistung die damaligen Erbauer erbracht haben.
Zuerst wird ein großer Innenraum betreten. Die Tore führen zu Gängen und Stiegen im Inneren des Gebäudes. Der Innenraum war früher überdacht.
Die Gänge im Inneren erscheinen mystisch.
Die hohen Räume im Inneren sind erhalten und erstrecken sich über mehrere Stockwerke. Rechts der Aufgang, in der Mitte der Raum und links der Aufgang zur nächsten Etage. Interessant wäre zu wissen, wie damals die Beleuchtung ausgesehen hat, da wir uns doch ziemlich vorsichtig durch das Dunkel tasten mussten.
Vom höchsten Punkt gibt es eine schöne Aussicht über das Tal. Zwei weitere Nuraghen im Blickfeld.
Ein paar Kilometer abseits, beim Ort Rebeccu, befindet sich die Fonte Nuragica di Su Lumarzu. Der Ort schaut völlig verlassen aus. Alle Fensterläden sind geschlossen, kein Fahrzeug ist zu sehen. Die Häuser wirkten aber bewohnt. Wir parkten am „Hauptplatz“. Ein gepflegter Weg führt zur Quelle. Das Bauwerk liegt unscheinbar im Hang. Es ist absolut ruhig hier. Nur das Summen der Wespen und Bienen ist zu hören, die Wasser von der Quellstube holen. Das Bauwerk muss natürlich genau inspiziert werden.
Wieder ein sehr schönes Plätzchen abseits der Massen.
Vom Ort gibt es einen schönen Ausblick über die weite Ebene.
Wir wollten noch zur Nekropole Sant’ Andria Priu, die gleich in der Nachbarschaft liegt. Sie soll innen sehr schön bemalt sein. Wir kamen zu früh, die Mittagspause war noch nicht zu Ende. Wir beschlossen daher weiterzufahren. Nekropolen sind Gräber und irgendwie fühlen wir uns nicht wohl beim Betreten von Gräbern. Fühlt sich an, wie Störung der Totenruhe.
Unser weiterer Weg führt uns in das Tal der Nuraghen. Wir wollten nur eine besondere besuchen. Über der Stadt von Macomer liegt die Nuraghe Tamuli. Vor der Nuraghe befinden sich 3 nebeneinander liegende Gigantengräber. Beim einem Grab stehen 6 interessante Steine.
Drei haben Brüste, 3 haben keine. Es wird vermutet, dass es sich um weibliche und männliche Monumente handelt. Sie schauen in die Richtung der Nuraghe.
Von der Nuraghe sind nur noch Reste erhalten. Sie liegt schön über einem Tal.
Die Gebäude sind hier nicht rund, sondern höhlenartig. Alles ist mit blühenden Blumen umrahmt. Wieder ein sehenswerter Ort.
Bevor wir zu unserer Unterkunft dem Agriturismo Bonu Suile in Silanus kommen, besuchen wir noch die Kirche mit Nuraghe vor dem Ort.
Interessantes Plätzchen. Die Nuraghe kann über den finsteren Gang im Inneren bestiegen werden.
Unweit befindet sich noch ein kleines Brunnenheiligtum.
Den Abend verbrachten wir im Agriturismo Bonu Suile. Sie haben ein quasi öffentliches Bad für die Einheimischen. Hier bekamen wir die billigsten Getränke unserer Reise. Die beiden Töchter des Hauses waren äußerst bemüht. Das 4-gängige Abendessen war ein Genuss. Sollten wir wieder nach Sardinien kommen, werden wir öfter in Agriturismo Unterkünfte übernachten.
Silvia:
Jetzt bin ich endlich auch hier "nachgefahren". Schon die Überschrift hatte mein Interesse geweckt, aber das es soooooo viele Megalithbauwerke in Sardinien gibt hatte ich nicht gewusst. :herz:
Ich finde diese halbrunden hohen Stelen mit der kleinen Öffnung unten einfach nur gigantisch :happy:
Heike Heimo:
--- Zitat von: Silvia am 21. September 2019, 12:02:11 ---Jetzt bin ich endlich auch hier "nachgefahren". Schon die Überschrift hatte mein Interesse geweckt, aber das es soooooo viele Megalithbauwerke in Sardinien gibt hatte ich nicht gewusst. :herz:
--- Ende Zitat ---
Auch bei uns werden immer mehr solcher Bauwerke gefunden. In der Nähe von uns, in Vorau, wurden in den letzten Jahren mehr als 700 Gänge gefunden. Sie sind teilweise mehr als 10.000 Jahre alt. Niemand weiß wer sie errichtet hat und warum. Solche Gänge gibt es auch in Bayern und anderen Orten auf der Welt.
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