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Sardinien – Reise zu den Megalithbauwerken

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Heike Heimo:
20.06.2019   Silanus - Torre dei Corsari

Nach einem köstlichen Frühstück, mit frisch gebackenem Brot, machten wir uns zu einer der Haupttouristenattraktion von Sardinien auf den Weg. Bevor wir sie erreichten, kamen wir noch an der Nuraghensiedlung Losa vorbei. Es war noch nichts los.



Die imposante Nuraghe liegt innerhalb einer umfangreichen Steinmauer. Sie schließt die ehemalige Siedlung ein, von der nicht mehr viel zu sehen ist. Nur ein paar Rundbauten vor der Nuraghe.



Die Nuraghe konnte wieder betreten werden.



Von oben gab es wieder einen schönen Ausblick auf die Umgebung.




Ein Tor in der Mauer um die ehemalige Siedlung.




Wenige Kilometer von Losa entfernt liegt das außergewöhnliche Brunnenheiligtum Pozzo Santa Cristina. Das Alter wird auf zumindest 4.000 Jahre geschätzt. Von oben betrachtet, sieht die Grundform wie ein Schlüsselloch aus. Früher stand über dem Grundriss ein Gebäude.





Könnte auch ein Architekt aus der heutigen Zeit entworfen haben.







Die Stufen und Wände sind exakt bearbeitet und nach dem Sonnenschein ausgerichtet. Bei einem bestimmten Sonnenstand beginnen die Ränder der Abstufungen der Wände wie Linien zu leuchten. Wir waren nicht zur optimalen Zeit hier, so ist der Effekt nur in Ansätzen zu erkennen war. Auf der linken Seite beginnt der Effekt auf den Rändern der Wand. Auf dem Höhepunkt sind es exakte Linien, die den gesamten Umfang umlaufen.



Die Brunnenstube hat ebenfalls ein eignes Lichtspiel.





Die Anlage wird laufend von Busgruppen besucht. Sie halten sich nur kurz auf, dann herrscht wieder Ruhe.

Reste einer Nuraghensiedlung sind auf dem Gelände auch zu sehen.



Unser nächstes Ziel war Biru e’ Concas. Auf einem Hügel befinden sich hier Menhir-Reihen. Die rund 200 Stück stammen aus einer Zeit vor den Nuraghen. Die Bedeutung und der Zweck sind unklar. Der Weg zu den Menhiren führt durch eine blühende Blumen Wiese. Vorbei an Rundhüttenresten wird zuerst eine Quellfassung erreicht.





Von dieser Quellfassung an, beginnen die Menhirreihen.









Es stehen auch einzelne herum, bzw. liegen im Gelände verwachsen umher.



Es ist deutlich zu erkennen, dass die Reihen parallel zum Anstieg des Hügels errichtet wurden.

Nach diesem schönen, ruhigen Ort machten wir uns auf den Weg zur Küste zu unserer nächsten Unterkunft für die nächsten 3 Nächte in Torre dei Corsari. Auf dem Weg besuchten wir noch die ehemalige Römertherme Fordongianus.



Die Therme liegt schön am Fluss. Das sehr heiße Wasser wird den Fluss abgeleitet. Sie wurde in mehreren Etappen erbaut.





Das die Römer wussten, wie das Leben zu genießen ist, ist noch deutlich zu sehen.

Am späten Nachmittag erreichten wir das Hotel Torre in Torre dei Corsari. Es liegt unweit des Turmes über dem sehenswerten Dünenstrand.



Der Ort wirkt noch recht verlassen. Bei den meisten Häusern sind die Fensterläden geschlossen. Auch sind erst drei Restaurants geöffnet. Vom Hotelzimmer haben wir einen schönen Ausblick.



Wir machten uns auf dem Weg zum Strand. Hier befinden sich 2 Strandbars. Bei einer genossen wir das Meer und die Abendstimmung. Toll ist, dass es bei jeder Bar etwas zu knappern dazu gibt.



Bei der zweiten gab es noch etwas zu essen. Das hätten wir uns sparen können. War nicht besonders. Aufgewärmte Supermarktware zu Restaurantpreisen.

Denn Sonnenuntergang beobachteten wir beim Torre.




Heike Heimo:
21.06.2019   Torre dei Corsari - Capo S.Marco - Torre dei Corsari

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Capo S.Marco. Die Anfahrt ist etwas langwierig, da die ganze Bucht von Oristano umfahren werden muss. Die römische Ausgrabungsstätte Tharros ließen wir vorerst links liegen. Wir besuchten den Torre auf der Landverbindung zum Capo. Von dort starteten wir einen Rundgang. Der Weg führt zuerst quer durch die Halbinsel zu einem Leuchtturm.



Blick zurück zum Torre.



Auf dem Weg sahen wir, wie jemand von einem Rettungsboot von einer kleinen Jacht abgeholt wurde, die vor dem Land ankerte. Das Rettungsboot fuhr die ganze Strecke über die Bucht mit Folgetonhorn, obwohl keine anderen Schiffe unterwegs waren.
Nach dem Leuchtturm führt der Weg sehr schön an der Steilküste entlang zurück zum Torre.









Auf dem Weg sind Reste von Nekropolen zu sehen, die von den Klippen gestürzt sind. Oben sind noch welche in den Klippen, die irgendwann auch hier herunten liegen werden.



Zurück beim Ausgangspunkt setzten wir uns in ein Lokal. Für einen Besuch der Ausgrabungsstätte war es uns zu heiß und irgendwie haben die Römer hier keinen Reiz. Vom Weg hatten wir aber einen guten Blick. Der breite graue Streifen ist eine Römerstraße, die sehr massiv ausgeführt war. Wie eine Autobahn.



Am frühen Nachmittag führen wir wieder zurück nach Torre dei Corsari. Wir gingen wieder zum Strand und besuchten die Strandbar.

Das Abendessen nahmen wir dieses Mal beim Restaurant am Strand ein. Begleitet von einem Sonnenuntergang, bei dem die Sonne scheinbar genau die Bergflanke entlang ins Meer rollte.


Paula:
Kaum zu glauben was ich alles verpaßt habe bei unserem Sardinienurlaub. Freunde von mir sind am Wochenende für 2 Wochen nach Sardinien geflogen, ich bin mal gespannt was die auf der Route haben. Ich habe bisher wirklich immer nur Strandbilder von Sardinien gesehen, dabei sind diese Megalithbauten sooo interessant.

Silvia:
Das Brunnenheiligtum sieht genial aus!! Und wenn man dann noch bedenkt wie alt das ist  :respekt:

Die Wanderung hätte mir auch gefallen.  :thumb:

Heike Heimo:
22.06.2019   Torre dei Corsari - Ausflugsfahrt in die Umgebung

In der Früh war es gewittrig. Am Himmel waren Mammatus-Wolken zu sehen. Außer ein paar Tropfen brachten sie keinen Regen.



Der erste Weg an diesem Tag führte uns nach Sardara und zur Aquae Neapolitaneae, eine ehemalige Römertherme. Hier gab es nicht viel zusehen. Wir fuhren gleich weiter in den Ort. Die Sonne war zurück und es wurde schon wieder sehr warm.

Durch die engen Gassen versuchten wir den Pozzo Sacro di Sant'Anastasia zu erreichen. Wir ergatterten ein Parkplatz direkt beim Brunnenheiligtum. Es dürfte sich hier um ein bedeutendes Heiligtum gehandelt haben. Zumindest wenn es nach den Funden geht. Altar in Form einer Nuraghe, Bronzebecken usw.



Es gibt hier 3 Brunnen. Einer in der Kirche Sant'Anastasia, die mitten im Ausgrabungsfeld steht. Sie wurde wie überall bei der Christianisierung über die alten „heidnischen“ Kraftplätze gebaut. Er dürfte aber jüngeren Datums sein. Die beiden anderen stammen aus den Anfangszeiten der Nuraghenkultur. Einer kann bis in die Brunnenkammer begangen werden. Das zufließende Wasser wird laufend abgepumpt.







Sonne genau in der Dachöffnung der Brunnenkammer.



Die Brunnen waren von Rundbauten umgeben.



Unser nächstes Ziel war die Nuraghe Genna Maria. Hier kamen wir gegen Mittag an. Wir wurden nicht mehr hineingelassen, da sie von 12 – 15 Uhr geschlossen ist. Macht nichts, wir hatten eh schon einige gesehen.

Ein Geocach zeigte uns ein weiteres Ziel an. Über verwinkelte Straßen kamen wir auf eine Hochebene zum Gigantengrab Sa Domu 'e S'Orku. Wie üblich war niemand hier. Ein monumentales Bauwerk, im guten Zustand.











Der Innenraum des Grabes





Gleich in der Nähe befinden sich die unscheinbaren Reste der Nuraghe. An den Steinansammlungen, die in der Gegend herumliegen auf dieser weitläufigen Hochebene, war zu erkennen, dass hier einst viele Gebäude gestanden waren.

Ein weiterer Geocach zeigte uns unweit eine weitere Nuraghe an. Sie wollten wir noch mitnehmen. Bald darauf erreichten wir den Parco Naturalistico Sa Fogaia. Durch einen Wald ging es hinauf zur Nuraghe Sa Fogaia. Auf dem Weg kamen wir an einer Feier vorbei. Eine Runde Männer grillte und ein Harmonikaspieler musizierte und sang.

Von der Nuraghe selbst ist nicht mehr viel zu sehen. Von der Feier herauf klang das Lied „Oh sole mio“.







Auf dem Rückweg kamen wir wieder bei der Feier vorbei. Die Männer deuteten, wir sollten zu ihnen kommen. Wir nahmen die Einladung an. Gefeiert wurde die Pensionierung von Giuseppe. Sofort bekamen wir Wein und gleich den Nächsten. Jeder war stolz auf seinen Wein, der natürlich besser als der andere war. Würstel vom örtlichen Fleischer und Brot vom örtlichen Bäcker.



Unterhalten haben wir uns mit Händen und Füßen. Heike kann ein wenig italienisch, die Männer ein wenig englisch. Ein Mann war sehr erfreut, dass wir uns die Nuraghe angehen hatten. Es gab uns zu verstehen, dass es noch weitere Bauwerke gibt. Wir zeigten ihm das Foto vom Gigantengrab und er war noch mehr erfreut. Er versuchte uns die Geschichte zu erklären. Leider scheiterten wir an der Sprachbarriere.

Bevor der Alkohol zu viel wurde, verließen wir die Feier und fuhren zurück nach Torre dei Corsari und genossen noch die Abendstimmung.

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