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Kuba 2017 - Ein karibisches Paradies in Armut versunken

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Christina:
Das ist das Havanna wie man es sich vorstellt - besonders das erste Bild gefällt mir sehr, sehr gut. Aber sich vorzustellen, dass dort tatsächlich Leute wohnen müssen, ist schrecklich.

Gerade habe ich im Fernsehen über die 500 Jahr Feier von Havanna einen kurzen Bericht gesehen. Da wurde gesagt, dass sich die Wirtschaftskrise stark verschlimmert hat und auch keine Ende in Sicht ist, vor allem, weil es in Venezuela wirtschaftlich so bergab geht. Die Leute müssen für fast alles anstehen, wenn man es überhaupt bekommt, selbst z.B. für ein Stückchen Seife, das deckt sich ja mit deinen Beschreibungen Heimo.

Ilona:

--- Zitat von: Christina am 16. November 2019, 21:19:27 ---Die Leute müssen für fast alles anstehen, wenn man es überhaupt bekommt, selbst z.B. für ein Stückchen Seife, das deckt sich ja mit deinen Beschreibungen Heimo.
--- Ende Zitat ---

Da fällt mir gerade ein, dass ein Bekannter von mir erzählte, dass die Leute immer über ihre Haut streichen, wenn die Touris vorbeigehen. Damit wollen sie mitteilen, dass sie gerne ein Stück Seife hätten. Die haben deshalb Seife und Kugelschreiber an die dankbaren Kubaner verteilt.

Heike Heimo:

--- Zitat von: Ilona am 16. November 2019, 10:00:01 ---Darf Hans mit seiner Frau eigentlich uneingeschränkt reisen? Er könnte zumindest aus D Schrauben mitbringen.

--- Ende Zitat ---

Er reist nach Deutschland, kann aber praktisch nichts mitnehmen. Er hat die kubanische Staatsbürgerschaft und wird daher am Zoll ebenso gefilzt wie alle anderen Kubaner. Auch mit der Post geht es nicht so einfach, jedes Paket wird genau untersucht. Was für uns Nichtigkeiten sind, hat in Kuba großen Wert. Wie eben Schrauben, Kosmetikartikel usw. Wenn er Glück hat fallen "nur" Zollgebühren an, wenn er Pech hat, werden die Sachen beschlagnahmt. Auch der Zöllner hat was zu reparieren.


--- Zitat von: serendipity am 16. November 2019, 11:55:57 ---Da ist er, der morbide Charme - wohnen möchte ich allerdings so nicht.

--- Ende Zitat ---

Charme konnten wir keinen spüren. Wir, auch sämtliche Tagungsteilnehmende, waren bestürzt wir sie hier hausen und wie die Versorgungslage ist. Was zu bemerken ist, dass wir nie angeschnorrt wurden. Da habe ich in wesentlich reicheren Ländern oder auch bei uns schlimmeres erlebt.

Susan:
Zumindest bekommt man eine Ahnung wie prachtvoll Havanna mal ausgesehen haben muss. Bedauerlich, dass das alles so verfällt und bestürzend unter welchen Verhältnissen die Leute dort leben.  :(
Um so bemerkenswerter, dass ihr nie angeschnorrt worden seid.

Heike Heimo:
10.11.2017   Havanna

Beim Zubringerflug nach Zürich gab es einen Zwischenfall mit einem schwerer Verletzten an Bord. Beim Eindrehen zum Anflug auf den Flughafen gelangte das Flugzeug in die Wirbelschleppe eines großen Flugzeuges das kurz vorher die Flugbahn kreuzte. Das Flugzeug kippte in extreme Schräglage, alle Gegenstände flogen auf die der Erde zugewandte Seite. Ein Passagier krachte mit dem Kopf gegen ein Hindernis. Die Folge war eine kräftig blutende Platzwunde. Andere klagten über Prellungen. Das Ganze dauerte nur Sekunden, bis die Flugbahn wieder korrigiert wurde. Die Pilotin entschuldigte sich und beschwerte sich über die Fluglotsen, da so etwas nicht passieren darf. Der verletzte Mann wurde von der schon wartenden Rettung abgeholt.

Der Flug nach Havanna verlief ereignislos. Auch ihr fiel die dunkle Beleuchtung gegenüber Florida auf. Aussteigen musste sie auf ein praktisch unbeleuchtetes Vorfeld. Heike kam so spät aus dem Flughafengebäude, weil ihr Koffer der letzte war.

Blöd, wenn der Koffer nicht mitgekommen wäre. Es gäbe nicht zu kaufen. Keine Zahnbürste, keine Kosmetikartikel, wahrscheinlich wurde es auch nicht einfach sein, Kleidungsstücke zu kaufen.

Bis kurz nach Mittag machten wir noch eine Technical Visit zum neuen großen Frachthafen, der westlich von Havannna entsteht. Danach ging die Veranstaltung zu Ende.

Heike und ich gingen am Nachmittag in die Stadt und machten mit einem dieser Oldtimer eine Stadtrundfahrt. Die Fahrer warten mit ihren Fahrzeugen auf die Touristen. Es gibt mehrere Touren unterschiedlicher Länge zur Auswahl.





Der stolze Fahrer.



Wir machten die Tour mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Wie dem Plaza de la Revolución.



Daneben das Memorial a José Martí. Der Nationalheld war Schriftsteller und Freiheitskämpfer vor 1900.



Wir besuchten den Bosque de La Habana, einem tropischen Park in der Stadt.





Der Elefant



Ein paar Schnappschüsse der Fahrt.



Fahrbereit









Natürlich wurden wir auch zu einem Verkaufsstand gebracht. Es war dort aber niemand ungut oder aufdringlich. Der Fahrer deutete uns, dass dieses Haus erst vor kurzem eingestürzt war.



Auch bei der amerikanischen Botschaft kamen wir vorbei, aber von der anderen Seite. Die Kubaner haben hier vor dem Gebäude eine Veranstaltungsgelände mit Flaggenmastenwald errichtet. So richtig provokativ.



Am späten Nachmittag fuhren wir mit einem Kollegen aus Österreich zu Besuch zur österreichischen Botschaft. Das Fahrzeug, ein alter Opel Rekord, der nur noch durch den Lack zusammengehalten wurde. Es kamen wahrscheinlich mehr Abgase in den Beifahrerraum, als aus dem Auspuff. Beim Gasgeben entstand dort eine bläuliche Wolke.



Man beachte die „dichte“ Tür oben und den Fenstersteher.





Diese Taxis sind keine offiziellen Taxis, sondern werden von Privaten betrieben. Sie haben eine eigene Lizenz und sind billiger als die staatlichen Taxis. Den Preis natürlich immer vorher aushandeln.

Die Botschafterin empfang uns höflich und erzählte uns Geschichten über ihre Erlebnisse in Kuba. Über Autofahrer, die nicht ausreisen durften und bestätigte damit unsere Informationen. Über Touristen, die vermeintlich Kunstschätze ausführen wollten und hängen blieben. Sich das ganze dann aber nach Wochen und unter Beiziehung eines Sachverständigen, sowie mit finanzieller Nachhilfe, in nichts auflöste usw. Groß ist die Korruption und die große Armut. Natürlich hat sie vorwiegend mit den Schattenseiten zu tun. Wer wendet sich sonst schon an die Botschaft.



Nach diesem interessanten Besuch gingen wir zu Fuß zurück zu unserm Hochhaus. Der Malecon





Den Abend verbrachten wir in einem Lokal vor dem Meliã Cohiba auf der Terrasse und beobachteten bei „einem“ Mojito das Geschehen.

Danach hatte mein Kollege und ich noch ein Lifterlebnis. Wir fuhren mit ihm hinauf zu unserem Stockwerk. Bald gab es einen kleinen Ruck. Der Lift fuhr dann weiter nach oben, ohne zu halten, bis zum Dach. Dass es nicht weiter hinauf gehen würde war unsere Hoffnung. Wir beschlossen den Lift zu verlassen und gingen die enge, nur von kleinen Innenfenstern beleuchte Stiege, die um einen Lüftungsschacht führte hinunter zu unserem Stockwerk. Begleitet von den Gerüchen aus den Küchen, der verschiedenen Wohnungen.

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