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2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020

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Christina:

--- Zitat von: Susan am 08. März 2021, 21:40:24 ---Also ich würde lieber in Putbus wohnen als in einem Betonbunker am Meer  ;)  Wäre schön, wenn die weiße Stadt so erhalten werden kann.

--- Ende Zitat ---

Meinst du im Urlaub oder als Dauerwohnung? Als Dauerwohnung ja, da würde ich auch lieber in einem hübschen weißen Haus in Putbus leben, als in einem Betonbunker, wie z.B. Prora ^-^

Im Urlaub wäre mir die Nähe zum Meer am Wichtigsten - wenn schon an der Küste, dann richtig ;D

Christina:
14. Tag – Donnerstag, 01.10.

Auf dem Mönchgut, also der Halbinsel südlich von Sellin, habe ich mir mit den Zickerschen Bergen die mittlere der drei Landzungen bereits angeschaut, heute sollen die beiden anderen folgen. Gegen 8.30 Uhr kaufe ich mir meinen Mittagsproviant beim Bäcker, dann fahre ich nach Alt Reddevitz. Von dort möchte ich die Rother Wanderung Nr. 45, die bis zur Spitze des Reddevitzer Höft führt, gehen. Auf dem Parkplatz bin ich aber das einzige Auto, kein Mensch ist irgendwo in Sicht und der Himmel düster – da habe ich nicht so richtig Lust auf eine Wanderung.

Ich beschließe zur südwestlichsten der drei Landzungen, dem Thiessower Haken zu fahren und dort eine Runde zu wandern. Gegen 10 Uhr parke ich in Thiessow (für EUR 5,50 kann ich bis halb vier Uhr bleiben) und wandere zunächst auf den Lotsenberg mit immerhin 36 m :) Höhe. Von 1909 bis 1949 stand dort ein Turm, von dem die Lotsen den Schiffen, die um diese Landspitze Rügens fuhren, den Weg wiesen. Heute befindet sich anstelle des Lotsenturm ein Aussichtsturm, von dem aus ich einen wunderbaren Blick habe, man kann gut erkennen wie schmal die Landzunge nach Norden hin ist, auf der einen Seite ist die offene Ostsee mit Sandstrand zu sehen und auf der anderen die Boddengewässer. Auch in Richtung Osten kann man das runde Anhängsel beim Ort Klein Zicker bestens ausmachen.



Ich gehe auf dem gut ausgeschilderten Weg weiter, er führt zunächst durch einen Wald an der Steilküste entlang bis zu einem weiteren Aussichtspunkt, dem «Kleinen Königsstuhl».



Dann geht es bergab bis auf Meereshöhe und an einem Strand entlang. Sehr hübsch die Boote, die am Strand liegen und auch ein einzelnes Haus, mit direktem Strandzugang und Blick aufs Wasser.




Schließlich erreiche ich das Ende der Landzunge mit dem winzigen Ort Klein Zicker von dem aus ein Rundweg durch die Hügel führt. Auch hier gibt es eine Steilküste und von verschiedenen Punkten aus kann man die benachbarte Landzunge mit den Zickerschen Bergen sehen, wo ich in der ersten Woche gewandert bin, auch ein Blick zurück nach Thiessow mit dem Lotsenturm ist möglich.



Leider fängt es nun an heftig zu regnen, ich stelle mich unter einen Baum, der immerhin ein bisschen Schutz bietet. Als der Regen nachlässt beende ich die Runde und warte dann am Bushaltestellenhäuschen in Klein Zicker das Ende des Regens ab. Das dauert zum Glück nicht allzu lange und ich mache dann am Strand Mittagspause mit meinen belegten Brötchen.

Auf bekanntem Weg, nun aber an der Straße entlang, statt am Strand, gehe ich danach zurück nach Thiessow. Die Sonne kommt ein bisschen heraus und ich spaziere in Thiessow am Strand entlang,



wechsle dann durch ein Wäldchen hindurch auf die Boddenseite der Landzunge und gehe zum dortigen Hafen. Hier findet ausgerechnet heute ein Flohmarkt statt und so ruhig es bis jetzt war, so voll ist es hier. Schade, ich hätte mir gerne die Fischerboote im Hafen in Ruhe angeschaut, aber solche Menschenmassen mag ich überhaupt nicht, schon gar nicht zu Coronazeiten, daher drehe ich eine kurze Runde und verschwinde schnell wieder in Richtung Strand.



Im dortigen Strandcafé würde ich nun gerne Kaffee trinken, drinnen sind aber alle Plätze belegt und auch wenn einige Tische im Freien besetzt sind, mir ist das eindeutig zu kalt zum draußen sitzen. Daher gehe ich zum Auto zurück und fahre in Richtung Sellin. Ich komme durch das Örtchen Middelhagen, wo ich freie und kostenlose Parkplätze sehe, da bietet sich ein Stopp an. Ich schaue mir das alte Schulhaus (von außen) und die mittelalterliche Katharinenkirche an. Der schlichte Innenraum mit viel Holz gefällt mir gut.





Neben Schulhaus und Kirche befindet sich das Gasthaus «Zur Linde», das oder eines der ältesten Gasthöfe auf Rügen, die Gaststube ist sehr gemütlich – rustikal eingerichtet und hat noch genügend freie Plätze. Hier bekomme ich einen leckeren Milchkaffee und einen Apfelstrudel mit Vanillesauce.

Danach fahre ich zurück nach Sellin und bin gegen 15.30 Uhr in der Ferienwohnung. Nach einer kurzen Pause mache ich noch einen Spaziergang am Strand entlang nach Baabe und zurück.



Wetter: bewölkt, vormittags ca. 30 min Regen, ca. 15 °C
Wanderungen: Thiessow Strand-Lotsenturm-Kleiner Königsstuhl-Endhaken-Klein Zicker und zurück, Thiessow Strand – Hafen, Sellin – Baabe und zurück, ca. 14,65 km (lt. Google Maps)

Silvia:
Sehr wechselhafter Tag heute.... auf so einen Apfelstrudel hätte ich jetzt auch Lust  :D

Christina:
15. Tag – Freitag, 02.10.

Heute ist mein letzter voller Tag auf Rügen, daher stehen nach dem Frühstück Tanken und Proviant Einkauf für die Fahrten morgen und übermorgen an. Danach putze ich die Ferienwohnung (besenrein, Endreinigung als solche ist im Mietpreis enthalten).

Nach dem ich diese Pflichten erledigt habe, möchte ich den ziemlich sonnigen Tag heute für eine letzte Wanderung nutzen. Es soll eine Mischung aus Neuem und Bekanntem werden. Gegen 9.45 Uhr starte ich zu Fuß von der Ferienwohnung aus zum Selliner See. Nachdem ich letzte Woche zum Sonnenuntergang hier war, heute also bei Tageslicht. Die Mischung aus Sonne und Wolken ergibt eine tolle Lichtstimmung.





Ich gehe am Seeufer entlang bis zum Ort Altensien mit einigen hübschen Reetdachhäusern und einer Windmühle, ich meine der einzig noch erhaltenen auf Rügen.




In Altensien verlasse ich den Selliner See und wandere nach Neuensien am Neuensiener See, ein Wegstück führt mal wieder durch eine wunderbare Baumallee.


Es gibt schöne Blicke über den Neuensiener See, auch das Jagdschloss Granitz, wo ich bei meiner ersten Wanderung war, ist zu erkennen.



Dann erreiche ich Seedorf, ab hier bin ich auf bekanntem Weg (eben von meiner ersten Wanderung des Urlaubs) unterwegs.



Von Seedorf umrunde ich die Halbinsel wieder auf dem Fußpfad, der am Seeufer und durch lichten Wald führt und erreiche gegen 12 Uhr Moritzdorf. Perfekt, um dieses Mal nicht nur die Aussicht von der auf dem Hügel über dem Ort gelegenen Moritzburg zu genießen, sondern um auch im dortigen Restaurant zu Mittag zu essen. Die Aussicht von der Terrasse ist natürlich genial, aber dort ist es mir heute eindeutig zu kalt, windig und ungemütlich. Ich frage, ob ich auch drinnen sitzen kann, da dort noch gar niemand ist und wähle dann einen Tisch mit Blick nach draußen. Die Gaststätte wurde bereits zu Beginn des 20. Jh. errichtet, damals schon der Aussicht wegen, die Bäume, die heute rund um das Haus stehen, wurden später als Windschutz gepflanzt, da die häufigen Stürme das Gebäude immer wieder beschädigten.


Von den Coronaregeln scheint der Wirt allerdings nichts zu halten, er bedient drinnen wie draußen ohne Mundschutz und meine Adressdaten muss ich auch nicht angeben.

Das Essen ist aber extrem lecker, ich bestelle gebackenen Rotbarsch mit Bratkartoffeln und Salat, dazu eine Sanddornschorle (EUR 17,40). Nach dem Essen geht’s die 200 Treppenstufen wieder hinunter, an den hübschen Häusern von Moritzdorf vorbei zur Ruderfähre. Heute nehme ich mir ein bisschen mehr Zeit, An- und Ablegestelle sowie die unmittelbare Umgebung anzuschauen. Wirklich schön hier.





Die Fährüberfahrt erfolgt leider wieder mit Motor.

Dann spaziere ich nach Baabe. Dort komme ich an der Bushaltestelle vorbei und überlege mir, nach Göhren zu fahren (der Nachbarort südlich von Baabe), zum dortigen Hochufer zu wandern, wo ich bisher noch nicht war und dann auf der Strandpromenade über Baabe zurück nach Sellin. Der Bus soll in ein paar Minuten abfahren, aber leider hat er Verspätung. Als auch zehn Minuten nach der eigentlichen Abfahrtszeit kein Bus in Sicht ist, gebe ich auf. Dann wandere ich eben zu Fuß von Baabe in Richtung Göhren und schaue mal, wie weit ich komme (da hätte ich besser planen sollen und gleich von der Ruderfähre statt nach Baabe nach Göhren wandern, das wäre ein mir noch unbekannter Weg gewesen und das Hochufer dort wäre zeitlich und von der Entfernung her noch gut möglich gewesen).

Zunächst mache ich aber einen Kaffee (und natürlich Kuchen-) stopp ;D, danach spaziere ich auf der Strandpromenade in Richtung Göhren.

Ich komme am Fischerstrand von Baabe vorbei, hier liegen noch wie in alten Zeiten die Boote der Fischer am Strand und werden von dort ins Wasser gezogen. Das sieht man leider nur noch selten heutzutage. Ich bin begeistert, hatte ich doch davon schon gelesen, aber gar nicht mehr daran gedacht.



Weiter wandere ich nach Göhren. Der Wind und dementsprechend der Wellengang ist wie schon in den vergangenen Tagen recht kräftig, ich kann einige Kite- und Windsurfer beobachten. In Göhren gehe ich noch auf die dortige Seebrücke – einige Stellen werden immer wieder von hohen Wellen überrollt, kaum zu glauben, dass das die meist so ruhige Ostsee ist.





Ich überlege kurz, ob ich doch noch weiter wandere aufs Hochufer hinauf, aber das ist mir dann doch zu weit. Daher drehe ich um und gehe bei wunderbaren Lichtstimmungen auf der Strandpromenade zurück nach Baabe und dann weiter nach Sellin.


Gegen 17.15 Uhr bin ich in der Ferienwohnung, wo ich einen Teil meiner Sachen schon mal packe und ins Auto bringe, das spart mir morgen früh etwas Zeit.

Wetter: teils sonnig, teils wolkig, kräftiger Ostwind, ca. 15 °C
Wanderung: Selliner See – Altensien – Neuensiener See – Neuensien – Seedorf – Moritzdorf – Baabe – Göhren – Baabe - Sellin, ca. 19,45 km (lt. Google Maps)

Ilona:
So viel wie du gewandert bist, kann die Ferienwohnung doch gar nicht schmutzig geworden sein :floet:.

Die Boote am hellen Sandstrand gefallen mir sehr gut.

Ansonsten scheinen die Ureinwohner an der Ostsee keine große Angst vorm Virus zu haben. Die salzhaltige Luft wird die Biester schon außer Gefecht setzen  :zwinker:, denn schließlich hast du dich auch nicht angesteckt.

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