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September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence

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Christina:
Da hatte ich jetzt richtig viel zum nachlesen.

So viele Flamingos in der Camargue sehr schön, ich habe Flamingos bisher leider nur im Zoo gesehen.

Ach ja, Gordes und dann die Ockerbrüche, das hat mich natürlich an unseren Urlaub erinnert. Wegen der Wege durch den Colorado Provencal habe ich gerade nochmal meinen Bericht gelesen und die Bilder angeschaut - wir sind wohl denselben Weg gegangen ;D Den Weg durch die Ockerbrüche von Roussillon haben wir ja nicht gemacht, wie ich an deinen Bildern sehe, wäre das durchaus lohnenswert gewesen.

Ilona und Silvia, ich meine mich zu erinnern, dass ihr beide auch schon meinen Bericht zu den Ockerbrüchen mitgelesen habt ;)

Ilona:
Hallo Christina,

 :-[ stimmt, an deinen 2017er Bericht habe ich mich gar nicht mehr erinnert, obwohl ich eifrig kommentiert hatte. Asche über mein Haupt.

Nun habe ich schnell nochmals nachgelesen und deine Bilder sind auch erste Sahne  :beifall:.

Susan:
Christina, da habe ich noch ein paar Erinnerungen für dich  ;D  Herzlichen Dank für die Anregung!


30. September  Fontaine-de-Vaucluse

Unser nächstes angedachtes Ausflugsziel wäre mit dem Roller auch von diesem Campingplatz machbar, jedoch hart an der Po-Schmerzgrenze  ;) Da außerdem hier so langsam die Schotten dicht gemacht werden, wechseln wir das Quartier.

Dazu müssen wir nur knapp 30 km weit fahren bis zum Camping La Sourgette bei L' Isle-sur-la-Sorgue. So schaffen wir es grade noch rechtzeitig bevor die Rezeption Mittag macht.  Etwas ungewöhnlich ist die Anordnung der Stellplätze in Viererquadraten. So ist man zwar etwas abgeschieden, für die jeweils hinteren Plätze muss man aber rangieren können.  8) Es ist erstaunlich voll. Oder auch nicht erstaunlich, wenn ich bedenke, dass viele Campingplätze in der Gegend spätestens ab morgen geschlossen sind.  Der Platz liegt an einem der Arme des Flusses Sorgue, dessen Ufer hier ziemlich zugewachsen ist.

Nachdem wir uns eingerichtet haben,  fahren wir mit dem Roller Richtung der Quelle der Sorgue nach Fontaine-de-Vaucluse. Schon die Römer kannten dieses abgeschlossene Tal als vallis clausa. Es gibt ein paar Relikte aus dem 4. Jhd. Wir parken an der


Église Notre-Dame-et-Saint-Véran 
Sie wurde im 11. Jhd. an der Stelle des Grabes vom Heiligen Véran gebaut. Bei den Kelten war der Platz ein Wasserheiligtum. Auf dem Vorplatz steht eine Skulptur zur Darstellung einer alten Legende aus dem 6. Jhd.:
Der Drachen Coulobre bedrohte die Bewohner und Tiere des Sorgue Tals. Saint Véran, der Bischof von Cavaillon, belauerte die Bestie viele Tage lang und in dem Moment, als sie sich zeigte, zeichnete er sie mit einem Kreuz. Coulobre wurde dadurch verwundet und floh -lange war sein Stöhnen zu hören-  bis in die Alpen, wo er verendete.




Wir kommen zum Platz vor dem Rathaus und können einen ersten Blick auf das Flusstal werfen. Die Säule in der Mitte ist dem italienischen Dichter Petrarca gewidmet, der hier im Ort etliche Jahre lebte und hier den Großteil seiner Gedichte verfasst haben soll. Er kreierte einen neuen Stil von Minnesang, der sogar Shakespeare inspiriert haben soll.


   
   

Im Dorfkern ist das Ufer gesäumt von Cafe- und Restaurantterrassen, dann folgt eine Art Promenadenbalkon, von dem man auf die Sorgue schauen kann. Im Sommer sollen hier und im weiteren Wegverlauf viele Buden stehen. Die sind heute wohl schon im Winterschlaf.  ::)  Auch die Zahl der Ausflügler hält sich in Grenzen.





Dafür sehen wir ein paar Schülergruppen, die Kajakfahren üben.







Regulärer Sportunterricht oder Klassenfahrtsevent?  ^-^

Wir folgen dem Weg zum Quelltopf der Sorgue.



   

Auch von unten können wir sehen, dass es reichlich Höhlen in den umliegenden Karstfelsen gibt. Einige sollen einst bewohnt gewesen sein.



Der Weg endet vor rund 230 m hohen Felswänden. Dahinter bzw. darunter liegt ein unterirdisches, etwa 1100 qkm großes Becken, das das Wasser der Berge Mont Ventoux, Monts de Vaucluse und Montagne de Lure aufnimmt. Es wurde schon oft von Tauchern, darunter der berühmter Jacques-Yves Cousteau, erforscht. Ein Tauchroboter ermittelte 1985 eine Tiefe von 308 m. Die Quelle der Sorgue ist der einzige Ausfluss und damit die größte Frankreichs und eine der bedeutendsten Quellen der Welt. Der Wasserstand unterscheidet sich je nach Jahreszeit und nach der Menge des gefallenen Regens außerordentlich. Wir haben Pech und sehen nur ein Loch in der Felswand  ;) (Wohl auch, weil wir brav  hinter der Absperrung bleiben).



Christina hatte da etwas mehr Glück und zu Zeiten der Schneeschmelze kann es auch so aussehen. Daher, dass die Quelle nicht so vor sich hinplätschert, sondern den Fluss quasi ausspuckt, rührt der Name Fontaine.  In Trockenperioden tritt der Fluss dann erst einige hundert Meter weiter an die Oberfläche.




Kleine Verschnaufspause ...

Susan:
Und weiter: kehrt, Marsch...

Auf gleichem Weg gehen wir zurück ins Dorf.



Eine der Schülergruppe übt nun, das Wehr hinunter zu fahren.   
:respekt: Ich würde mich das nicht trauen! 
Kersten meint, die Mauer sei geschickt gebaut: duch die leichte Wellenform würde unten nicht so eine Strudelwalze entstehen. Die Kiddies kommen auch glatt durch, nur einer der Lehrer (?) zeigt, wie man es nicht machen sollte.


gerade darauf zu


durchrutschen


Nass werden garantiert  ;)


unten kräftig rauspaddeln

Fontaine-de-Vaucluse war lange das Zentrum der regionalen Papierindustrie. Die letzte erhaltene Papiermühle wurde 1974 in ein Museum umgebaut. Wir werfen einen kurzen Blick hinein; einen Großteil der Fläche nimmt jedoch ein Laden für (besondere?) Papiere ein.


dies Wasserrad
treibt weitere Zahnräder im Innern an, die Klöppel in Gang setzen, welche wiederum 24 bis 36 Stunden lang Leinen, Baumwolle und Hanf beklopfen, bis eine bearbeitbare Masse hergestellt ist. Diese Masse kommt in eine Presse, wird gespült und mit Zutaten wie Blüten oder Blätter zu Papier verarbeitet.



Das angrenzende Museum Le Monde Souterrain mit dem Thema Höhlenforschung und den Nachbildung von Höhlen der Welt ist geschlossen.

   
Blicke auf La Sorgue und die angrenzenden Felsen

Jetzt wird es aber Zeit für einen Nachmittagssnack  8) Wir kehren auf einen Eisbecher und Cappuccino (mit Milchschaum) im Grand Café ein und bekommen ein schönes Plätzchen auf der Terrasse am Fluss. Von dort haben wir unter anderem einen guten Blick auf die Burgruine, die auf einer Felsklippe über dem Ort thront.




Château des Évêques
wurde im 12. Jahrhundert erbaut und war zwei Jahrhunderte die Sommerresidenz der Bischöfe von Cavaillon. Man kann wohl auch hinauf wandern, aber das lassen wir heute.

Wir sehen noch ein weiteres Wasserrad. Hat vielleicht auch mal eine Papiermühle betrieben?



Zu dem Becken links im Bild kommt eine Gruppe Paddler. Ich denke schon, die steigen hier aus. Doch nein, irgendwie verschwinden sie im Gebäude  :gruebel: Das schauen wir uns noch näher an. Offenbar gibt es dort einen Röhrendurchgang im Haus, um das Wehr im nächsten Bild zu umgehen (oder für eine abenteuerlichere Kajakpartie).



letzte Blicke auf die Sorgue vom anderen Ufer bzw. der Brücke


Grande Café



Wir rollern zurück nach L' Isle-sur-la-Sorgue.  Eigentlich wollten wir uns dort noch ein wenig umschauen, doch der Feierabendverkehr schreckt uns ab. So halten wir nur noch bei Super U um das Abendessen einzukaufen. Später sind wir dann zu faul nochmals loszudüsen  :floet:

Die kurze Reiseetappe



Und die Rollertour


Silvia:

--- Zitat von: Christina am 29. November 2021, 18:52:55 ---Ilona und Silvia, ich meine mich zu erinnern, dass ihr beide auch schon meinen Bericht zu den Ockerbrüchen mitgelesen habt ;)

--- Ende Zitat ---
:verlegen:   ist mir einfallen als Susan deinen Bericht erwähnte ...  :anbeten:  entschuldige mich dafür ... kann ich es auf mein Alter schieben?  :cool2:

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