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September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence

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Susan:
2. September  Labeaume & Balazuc

Eine weitere Rollertour steht an und zwar zu zwei "Villages de caractère", eines davon gehört außerdem zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Schauen wir mal, was die Titel so aussagen. ^-^

Wir folgen dem Tal der Ardèche flussauf und biegen dann links ins Gebirge ab. Der Fluss Beaume hat hier ebenso eine kleine Schlucht in den Kalkstein gegraben. Das Dorf Labeaume ist in den Hang dieser Gorges gebaut und besteht seit dem 12. Jahrhundert. Die Einwohner lebten früher vom Wein- und Olivenanbau, sowie der Produktion von Seide. Zwischenzeitlich starb der Ort fast aus, der Tourismus brachte wieder mehr Bewohner, zur Zeit sind es etwa 680. Wir kommen von oben ins Dorf und parken beim Place d' Église. Der Großteil der engen Gassen ist nämlich für den Verkehr gesperrt.


Lunchtime  ;)


Église "Saint Joseph"
erbaut im 14. Jahrhundert.

Wir bummeln die Gassen hinunter zum Fluss, teilweise etwas steil und natürlich Kopfsteinpflaster. Da muss ich mich für Trittfestigkeit schon beim Gatten einhaken.  ^-^







Anders als in ähnlichen Ort gibt es nur wenige Schnickschnackläden und ein paar Bistros. Oder haben die Geschäfte etwa Mittagspause? Am Ufer der Beaume liegt der Dorfplatz, hier führt zudem eine ca. 100 Jahre alte Steinbrücke über den Fluss. Sie hat kein Geländer,  angeblich ist das besser bei Hochwasser. Und das gibt es dort wohl ab und an im Frühjahr oder nach heftigen Gewittern. Wir spazieren zum anderen Ufer für einen Blick auf den Ort.







Ein Wanderweg führt von hier aus in etwa 15 min zu einem Belvedere. Wir verzichten aber auf den Aufstieg, ebenso auf die Wanderung an der Beaume entlang zu den hängenden Gärten des Récatadou. In der Gegend soll es zudem viele Dolmengräber geben, keine Ahnung, ob man sie erwandern und besichtigen kann.

Das schönste bzw. besondere am Dorf ist für uns die landschaftliche Szenerie mit den Felsen drum herum. Zwar wieder nur Kies"strand", doch wir sind froh, die Badesachen eingepackt zu haben  8)

 

Wir fahren wieder hinunter ins Tal der Ardèche und weiter flussauf. Balazuc thront auf einem Felshang oberhalb des Flusses. Die Siedlung besteht schon recht lange, es gab Funde aus der Jungsteinzeit sowie Überreste aus der Antike. Soll wohl eine Festung der Gallier gegen die Römer gewesen sein, hat aber keine Ähnlichkeit mit dem Dorf von Asterix ;) Im Mittelalter soll der Ort mit dem Château de Balazuc dann der prachtvollste der Gegend gewesen sein. Die Glanzzeiten sind vorbei, zur Zeit wohnen nur noch circa 380 Personen dort.

Wir parken irgendwo am Straßenrand und der erste Blick geht zur örtlichen Brücke, die im 20. Jahrhundert erneuert wurde.



Wir spazieren hinunter zu ihr.


Balazuc von der Brücke aus


Blick flussauf

Auch wenn der Himmel sich zeitweise zuzieht, ist es warm und die Ardèche lockt zum Bade.  ;D


Kiesstrand bei der Brücke




gepaddelt wird hier auch
Außerdem springen kleine wie große Kinder gerne von den Klippen.  ;) Es muss auch Wanderwege in der Gegend geben, denn wir sehen Leute in entsprechender Ausrüstung, die hier ebenso eine Erfrischung suchen. Wir suchen nach der äußeren, eine innere - am liebsten in Form von Eis  :))  - und spazieren zurück ins Dorf. Die Bilder der Gassen ähneln denen in Labeaume.

 

Es ist für mich nicht so einfach, die abgebildeten Gebäude zuzuordnen, denn es gibt keine rechte Beschilderung  :gruebel: Gesucht - naja, nicht intensiv - haben wir die Burg. Sie soll Gebäudeteile aus dem 13., 15. und 16. Jahrhundert vereinen. Vieleicht sind das ja welche davon?

 

Ein Turm, benannt nach Königin Johanna I., soll isoliert stehen. Der Karte nach müsste dies der Blick darauf sein.

 


Hier stand, glaube ich, Kirche dran???

Ein Cafe oder etwas ähnliches finden wir leider nicht im Oberdorf, nur einen Laden, der Eis in der Waffel verkauft. Dafür ist es handgemacht und hat einige interessante Sorten, z.B. mit Basilikum. Das ist mir aber etwas zu "wild", mein Minzeis ist jedenfalls sehr lecker und der Gatte bleibt eh auf der schokoladigen Seite  :floet:

Gegen 16 Uhr treten wir die Rückfahrt an; Einkaufen für's Abendessen unterwegs -hier gibt es nun auch einen Lidl - und danach Lesestunden.

Die Tour, einfacher Weg

Susan:
Hallo Christina,

wegen meiner Bänderdehnung habe ich sehr wenig auf Wanderungen geachtet. Ich denke aber, du wirst da einige Möglichkeiten finden, denn  wir haben oft genug Schilder und entsprechend ausgerüstete Leute unterwegs gesichtet. Ich war selbst überrascht, was die Gegend außer Kajaktouren noch so bietet - und Kersten erst  ;)


--- Zitat von: Christina am 11. Oktober 2021, 19:58:27 ---zu meinem Nordseeurlaub werde ich einen Bericht schreiben, aber ich brauche da deutlich länger dafür als du, ich bin gerade dabei, meine abendlichen Notizen etwas zu ergänzen und schaue zum zweiten Mal die Bilder durch.

--- Ende Zitat ---

Keine Eile, der Winter ist lang  8)


Ich finde es gut,  wenn gefährdete Höhlen einen Nachbau bekommen. Die Besucher verändern das Höhlenklima ja doch erheblich. Jede nachzubilden, käme dann wohl doch zu teuer  - trotz EU-Geldern  ;) Darum sicher auch kein unterirdischer Nachbau, schon gar bei felsigem Gelände.  Fotos und Filmen waren nicht erlaubt, man will ja noch Postkarten und Bildbände verkaufen  8)  Wir durften zwar selbständig dort herumstromern, Aufsicht war trotzdem da.

Susan:
Der nächste Tag ist schnell erzählt  ;)

3. September  Zum Tal der Cèze

Wir ziehen etwas weiter gen Süden: der nächste Zufluss der Rhone, die nächste Gorges; und zwar von der Cèze, die in den Cevennen  entspringt. La Roque-sur-Cèze ist es eines der Dörfer am Ufer und zählt ebenfalls zu den schönsten Frankreichs. Mit rund 180 Einwohner ist es ziemlich klein. Eine alte Bogenbrücke führt über den Fluss. Sie ist jedoch nur noch für Breite 2,10 m zugelassen, daher fahren wir einen Umweg über Bagnols-sur-Cèze. Dort gäbe es ein Kunstmuseum zu besichtigen. Grad richtig bei dem bedecktem Himmel und kleinen Schauer. Allein wissen wir nicht, wie die Parksituation ist, und später regnet es ausdauernd, da haben wir keine Lust mehr mit dem Roller zu fahren.  Heute wäre der Tag gewesen, eventuell mit den Bateliers die Ardeche zu befahren. War ja leider ausgebucht, hättet bei dem Wetter jedoch kaum Spaß gemacht.

Wir beziehen Quartier auf dem Campingplatz Les Cascades. Wie viele Plätze in Frankreich nun eine Mischung aus Mobilhomes und Stellplätzen. Offenbar wurden bei bei dem Umbau die Waschhäuser abgebaut, dafür bekam jeder Stellplatz sein eigenes "Bad".



Nur eine Holzhütte, doch praktisch: an der Stirnseite Spülbecken mit heißem Wasser, Stromanschlussdose, Waschbecken, WC und Dusche.





 

Es ist warm genug, mit der Markise als Regenschutz draußen zu sitzen. Veranstalten wir mal einen Lesenachmittag. In einer Regenpause unternehmen wir noch einen kurzen Gang zum Strand am Fluss (keine Bilder).

Die Etappe

Ilona:
Mit so einer Nachbau-Höhle kann ich mich einfach nicht anfreunden. Schutz hin oder her. Auch wenn das naturgetreu nachgebaut wurde, ist es dann doch eher wie ein Museum.


--- Zitat ---Zwar wieder nur Kies"strand", doch wir sind froh, die Badesachen eingepackt zu haben
--- Ende Zitat ---

Wie tief ist eigentlich der Fluss? Geht das Schwimmen von der Strömung her?

Was für ein Luxus mit dem eigenen Bad am Stellplatz :thumb: .

Christina:
Diese kleinen alten französischen Dörfer sind einfach toll für einen Bummel und Labeaume mit der Lage an und auf den Felsen sieht dadurch sehr interessant aus. Dass es mit deiner Bänderdehnung auf dem alten Kopfsteinpflaster recht mühsam war, kann ich gut nachvollziehen, da erinnere ich mich an meinen Ermüdungsbruch und die Gassen von Lissabon.

So ein privates Badhäuschen ist ja sehr komfortabel, die Campingplätze sind dann aber vermutlich teurer als solche mit Gemeinschaftssanitärräumen?

Ich war noch nie in einer nachgebauten Höhle, wenn sich das mal ergibt, bin ich gespannt, ob ich das dann als Museum empfinde oder doch recht schnell "vergesse", dass es keine echte Höhle ist.

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