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September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence

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Susan:
Bitte wieder einsteigen...

... wir paddeln weiter


mal ein paar Häuser

Stellenweise haben wir jetzt (zu) wenig Wasser unter'm Kiel



und laufen auf Grund. Manchmal hilft stochern mit den Paddeln, manchmal muss Ballast weg  :floet: (Einer Kersten aussteigen und Boot ziehen oder schubsen) Wie gut, dass diese robust sind. Die Szenerie wird felsiger.  Paula fragte ja nach einem Wanderweg durch die Schlucht. Wir haben später zwar entsprechende Schilder gesehen, können uns aber nicht vorstellen, dass der Weg nahe am Ufer verläuft.







Dann wieder wirkt der Fluss ziemlich tief.





Während unserer Verschnaufspause überholten uns drei Kajaks mit Pärchen meines Alters. Sie begegneten uns später noch hin und wieder, weil wir teils schneller waren, teils uns treiben ließen. Hätte nicht der Verleiher uns gefragt, ob wir wirklich einen Zweier haben wollten und ob wir uns vertragen würden, wären wir nicht in Versuchung gekommen zu lästern. Ist eigentlich gemein, weil sie offensichtlich Anfänger waren, doch ihr Zickzackkurs amüsierte uns trotzdem. Die sind mehr als 12 km gepaddelt. Dazu war in zwei Booten die Stimmung ein wenig angespannt. Die Nachfrage des Verleiher hatte schon so seinen Grund.  8) Gut, dass niemand gesehen hat, wie wir aus Unaufmerksamkeit eine kleine Schnelle unfreiwillig rückwärts durchfahren sind.  ^-^



Weiterhin säumen Felsklippen unseren Kurs. Ich versuche mich in Selfies, aber meine Arme sind einfach zu kurz  ;D Die Großaufnahmen von meinen Schönheitsfehlern erspar ich euch mal.







Das Ziel kommt in Sicht



doch da lauert noch eine kleine Schikane  :o



Man soll hier aussteigen, das Boot runterziehen oder -schubsen und dann wieder einsteigen. Den Abstieg über die rutschigen Steine finde ich nicht besonders spaßig  :P Da muss das bewährte "Allrad" ran.



Doch gleich danach sehen wir schon das Schild zu unserem Landeplatz in La Malène. Geschafft! Alles in allem weniger anstrengend als befürchtet. Zum nächsten Haltepunkt wären es noch weitere 7 km gewesen, das hätte ich trotzdem nicht haben müssen. Sowas wie Stromschnellen gab es nicht, das sähe im Juni wahrscheinlich anders aus. Wie lange wir für die Tour gebraucht haben, kann ich leider nicht sagen. Nachdem unsere Wasserkamera zur Reparatur war, hatte ich die Zeit noch nicht wieder eingestellt.  :verlegen:  Wir müssen jedoch noch fast zwei Stunden auf den Shuttle warten.

Im Schatten der Brücke - die Sonne brennt ganz schön- finden wir ein lauschiges Plätzchen. Leider passten keine Strandstühle ins Boot.  ;) Trotz Snack unterwegs knurrt der Magen, Kersten besorgt uns belegte Baguettes. 



Frisch gestärkt spaziere ich dann zur und über die Brücke. Sie führt zu einer Serpentinen reichen Bergstraße. Schon von unten haben wir den Verkehr darauf bewundert. Das Foto gibt die Wirkung nicht so recht wieder.



Sie soll nur von Fahrzeugen bis zu einer Länge von 6 m befahren werden. Wir haben auch ein, zwei Wohnmobile gesehen (keine Ahnung wie lang); mit unserem würde ich da nicht hoch wollen  :P


Brücke mit Beam  ;)


Blick zu Ort und Fluss


das Wehr


La Malène


Sur le pont


Fotofassade, der neue Trend

Ab hier starten übrigens die Kahnfahrten auf dem Tarn. Ich bummle noch ein wenig durchs Dorf (Die Bilder dazu gibt es beim nächsten Tag, da passen sie besser ins Programm).

Pünktlich um 16 Uhr fährt der Kleinbus mit dem Bootsanhänger vor, der uns zum Campingplatz zurück bringt. Ziemlich forsch übrigens. Merke: lieber nicht am späten Nachmittag von Osten die Gorges durchfahren. Oder nur mit Kleinwagen 8)

Da wir nicht richtig zum Baden gekommen sind, gehen wir noch ein Stündchen an den Pool. Leider verschwindet die Sonne bald hinterm Berg und es wird kühl.

Abendprogramm wie üblich

Ilona:

--- Zitat ---Die Spitze des Berges funkelt im Morgensonnenschein (Quiz: welchem Volkslied entlehnt?
--- Ende Zitat ---

Ich weiß es, ich weiß es  :adieu: :

Bei 0:38



Eure Paddeltour hat sogar virtuell Spaß gemacht  :toothy9:.


--- Zitat ---Stellenweise haben wir jetzt (zu) wenig Wasser unter'm Kiel
--- Ende Zitat ---

Da hätte ich mich als Anfänger auch ins Boot getraut :cool2:.


--- Zitat ---Hätte nicht der Verleiher uns gefragt, ob wir wirklich einen Zweier haben wollten und ob wir uns vertragen würden, wären wir nicht in Versuchung gekommen zu lästern. Ist eigentlich gemein, weil sie offensichtlich Anfänger waren, doch ihr Zickzackkurs amüsierte uns trotzdem. Die sind mehr als 12 km gepaddelt. Dazu war in zwei Booten die Stimmung ein wenig angespannt. Die Nachfrage des Verleiher hatte schon so seinen Grund.
--- Ende Zitat ---

Also MERKE: Nur eine harmonische Beziehung überlebt das gemeinsame Paddeln in einem Kajak.


--- Zitat ---Ich versuche mich in Selfies, aber meine Arme sind einfach zu kurz
--- Ende Zitat ---

Ja, ja, nobody is perfect - bei mir sind es die Beine :totlach:.


--- Zitat ---Wir müssen jedoch noch fast zwei Stunden auf den Shuttle warten.
--- Ende Zitat ---

Oh man, das ist schon heftig. Vor allem, wenn der Magen knurrt.







Christina:
Auf das Lied wäre ich nicht gekommen, ich dachte, es wäre vielleicht die Übersetzung eines ausländischen Textes, da ich mir "funkeln" gar nicht in einem Liedtext vorstellen konnte. Vielen Dank Ilona für das Video dazu, das sind richtig schöne Blicke auf den Rhein.

Die Kanutour gefällt mir sehr gut, diese letzte Stufe, mit klettern über glitschige Steine hätte es aber nicht gebraucht. 2 h Stunden warten ist nicht so toll, aber es gab ja Baguettes, ein hübsches Dörfchen und Schattenplätze.

Die Bilder sind also mit einer Wasserkamera aufgenommen? Ich hatte mir schon gedacht, dass ich mich nicht getrauen würde, auf so einer Tour meine Kamera mit zu nehmen.

Am Rand der Cevennen waren wir auch schon, aber am nördlichen, bei unserer ersten Auvergne Tour 2004 sind wir bis Aurillac und Le-Puy-en-Velay gekommen.

Susan:
Ilona und danke für das Video. Meine Eltern hatten eine etwas jazzigere Version auf Platte. Und offenbar wurde ich als Kind mit derartiger Musik so dauerbeschallt, dass mir in allerlei Situationen solche Liedzeilen einfallen  ::)

Die zweistündige Wartezeit war jetzt nicht so schlimm. Wir hatten ja trockene Klamotten dabei und so Gelegenheit schon mal durchs Dorf zu bummeln.

Da wir ja öfter Kajak- oder Raftingtouren unternehmen und die Einweg-Kameras nicht so tolle Bilder liefern, hatten wir schon länger eine wasserfeste Kompakte. Zum Schnorcheln auf Hawai'i gab es dann ein Upgrade auf eine Nikon Coolpix. Es gäbe zwar Schutzhüllen/-gehäuse für die Spiegelreflex, doch das wäre mir beim Paddeln zu unhandlich.

Christina, der Rest der Cevennen wäre bestimmt auch etwas für euch. Ich habe mich diesmal ja nicht so mit möglichen Wanderungen beschäftigt, doch unterwegs haben wir etliche Schilder gesehen und Wanderer getroffen.

Susan:
9. September  Rollertour Gorges & Causses

Für heute war schlechteres Wetter angesagt, noch ist es jedoch schön heiter. Einer weiteren Rollertour steht also nichts im Weg.

Zuerst fahren wir ein Stück unserer Anfahrtsroute zurück. Schließlich konnten wir dort mit dem Dickschiff für Aussichten nicht so recht halten. Eine Ausnahme wäre der Belvedere Castelbouc, den wir als erstes ansteuern. Das ist ein Dorf mit einer Burgruine auf einem der steilen Felsen am Tarn.



Um den Namen rankt sich eine Legende:

Der Papst rief zum ersten Kreuzzug, die Männer der Region folgten. Sie meldeten sich beim Militär und zogen in die Ferne nach Palästina. Nur der Burgherr Raymond blieb lieber daheim. Die Frauen wähnte er einsam und sich nach Kindern sehnend, so beglückte er sie alle. Das war etwas viel für Raymond, daraufhin starb er vor Erschöpfung. Am folgenden Abend sichtete man seinen Geist in Form eines Ziegenbocks (frz.: bouc) über die Burg fliegend. Seither heißen Burg und Dorf eben Castelbouc .



Im 12. Jahrhundert gehörte Château de Castelbouc einem Vasallen des Templerordens, 1592 wurde sie im Zuge der Hugenottenkriege geschleift.

Wir fahren hinunter ins Tal und ans andere Tarnufer.


eher Steg als Brücke

Am Ortsanfang gibt es nur wenige Parkplätze. Da die auch die Bewohner nutzen müssen, sollten Besucher ihre Autos vorher abstellen. Für WoMos gibt es jenseits der Brücke Stellplätze.  Der Blick geht gleich zum Felsen mit der Burgruine. Einige der Häuser sind in die Felswand hineingebaut oder schmiegen sich an solche.

   


ab hier ist spätestens Schluss mit Auto  ;)

 

Anders als bei manch ähnlichem Ort gibt es keine touristischen Lädchen. Einige der Häuser sehen bewohnt aus, andere unbewohnt, aber gut in Schuss. Vielleicht Feriendomizile? Schnell sind wir am anderen Ende des Dorfes, dort geht es dann auf Wanderwege weiter.


Ein Traubenbaum ??
ich staune, des Rästels Lösung: eine Weinranke hat sich soweit hochgearbeitet   :))

 

Bis zur Burgruine wollen wir nicht hinauf - das Kopfsteinpflaster macht mir zu schaffen - doch gern zum Flussufer mit Blick auf Castelbouc. Das ist gar nicht so einfach, denn die Kiesbänke sind als privat abgesperrt. Da wir bisher grad drei Leuten begegnet sind, ignorier ich das mal für ein Foto.

 

Wir fahren auf gleichem Weg zurück nach Sainte-Enimie, dort über die Tarnbrücke und hinauf zur Causse Méjean. Das ist die größte der Kalk-Hochebenen im Zentralmassiv und liegt ca. 800 bis 1247 m (= höchster Punkt) hoch. Die Landschaft würde ich als Heide beschreiben, hier im westlichen Teil gibt es auch Wald. Auf den etwa 340 Quadratkilometern leben nur rund 450 Menschen. Die D986 ist die Hauptverbindungsstraße und auch Wohnmobil tauglich, denn es geht recht sanft bergan, nur zwei Spitzkehren. Wir halten am Aussichtspunkt Le Saltadou oberhalb von Saint-Chély. Es gibt dort ein Souvenirlädchen und ein Cafe mit Terrasse. Das macht unsicher, ob Eintritt fällig wird, doch die Aussichten gibt es umsonst.  ;) Nur einfach durchgehen und ein paar Stufen hinab.


"oh, look a Horseshoe Bend"
Zitat Dame neben uns  8)


Saint-Chély
gestern noch dran vorbei gepaddelt


das komplette Panorama

Wir löschen unsern Durst mit Eistee auf der Cafeterrasse und rollern dann ein Stück weiter bergan bis zum Col de Copelac  auf 907 m. Danach wird es relativ eben mit Aussicht auf Felder und Weiden, bis wir auf die D16 abbiegen, da kommt mehr Wald. Bislang konnten wir uns gut an Schildern orientieren, doch an einer Kreuzung fehlt es. Im Zweifel geradeaus, doch bald habe ich das Gefühl nicht mehr richtig zu sein. Wir kehren um und aus Gegenrichtung steht dann der richtige Hinweis  ::)

Paula hatte im Bericht ihrer Wanderung zu diesem Aussichtspunkt geschrieben, man käme auch mit dem Auto hin. Also setzte ich ihn aufs Programm für Rollertouren und nun haben wir ihn auch gefunden, den Roc des Hourtous



Zum gegenüberliegenden Felsen Roc de la Truque sollen es nur 100 m sein. Mr. Henry hat die 1990 auf einem Seil überquert, siehe  Nach unten sind es etwa 160 m. Es hieß, der Aussichtspunkt koste Eintritt. Tatsächlich ist ein Teil des Roc durch ein Restaurant abgesperrt. Dies hatte allerdings geschlossen und wir kommen auch hintenrum zu Panoramablicken.

   
flussaufwärts und flussabwärts

Leider zieht sich der Himmel zunehmend zu. Daher und weil der Roller bald Sprit brauchen könnte und wir bisher nur von einer Tankstelle wissen - außerdem haben wir Kaffeedurst - kürzen wir die Runde etwas und fahren statt über Les Vignes Richtung La Malène. Dafür müssen wir die steile und kehrenreiche Straße hinunter, die wir von unten schon gesehen haben. Sie ist bei Motorradfahrern wohl beliebt, hier mal ein gefundenes Bild Doch ich bin halt keine echte Bikerin  ;)

Gönnen wir meinen Nerven und den Bremsen des Rollers
eine kleine Verschnaufspause...

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