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September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
Susan:
Rollertour Gorges & Causses II
Aus vorgenannten Gründen halten wir bei der Chapelle Notre Dame de la Malène
Erklärungstafeln habe ich nicht gesehen und ich war zu bequem um den Felsen herum zu gehen, darum ist mir entgangen, dass die Kapelle in einer Höhle des Felsens wohnt. 8) Dafür haben wir die Aussichten genossen.
Endlich unten angekommen parken wir bei der Brücke. Großes Lob an den Gatten, er ist schön vorsichtig mit mir diese Bergstraße heruntergerollert. Jetzt haben wir uns wirklich einen Cappuccino verdient - und einen Eisbecher dazu :floet: Danach spazieren wir noch kurz durchs Dorf. Bilder gibt es die von gestern, da war das Wetter besser.
La Malène entstand aus dem Castel Merlet, einer Burg in Holzbauweise aus dem 6. Jhd., die circa 150 Jahre lang bewohnt und dann zerstört wurde. Die Ruinen wurden 2007 erst entdeckt und ausgegraben. Dabei wurden auch Spuren einer gallisch-römischen Siedlung gefunden. Davor gab es erste Erwähnungen nur aus dem 12. Jhd.
Im 15. Jahrhundert wurde im Auftrag der Familie Montesquiou ein Herrenhaus erbaut, heute ist es ein Hotel.
Manoir de Montesquiou
Entlang der Uferstraße fahren wir zurück nach Sainte-Enimie. Roller betanken, Eier fürs Omelette kaufen und Bummeln gehen. Der Ort wirkt von allen am Tarn, die wir bisher besucht haben, am lebhaftesten.
Blicke zur Brücke und flussauf zeigen: hier fließt momentan wirklich wenig Wasser.
Auch zu diesem Ort gibt es eine Legende:
Die merowingische Prinzessin Enimie aus dem 6. Jahrhundert sollte mit einem ungeliebten Mann verheirat werden, wie das damals halt so üblich war. Kurz vor der Hochzeit bekam sie einen fürchterlichen Hautausschlag, also wurde sie in die einsame Bergwelt am Tarn verbannt. Dort badete Enimie in der Quelle des Burle und sie war geheilt. Doch wann immer sie den Ort verlassen wollte, kehrte der Ausschlag zurück. So lebte sie weiterhin als Eremitin in einer Grotte bei der Quelle.
Später gab es wohl an der Stelle Klöster, aus denen später eine Burg entstand. Sie wurden jedoch während der französischen Revolution weitgehend zerstört. Der Weg zu den Überresten soll steil sein, das lassen wir lieber. Die Gassen ins historische Viertel hinauf reichen schon ;)
Zu einzelnen Gebäuden gibt es Erklärungstafeln, die ich weder abgelichtet noch mir gemerkt habe. Das Studio mit Glaswaren ist leider (zu Kerstens Erleichterung) schon geschlossen.
In Sainte-Enimie findet alljählich ein Festival des mittelalterlichen Comics statt. Keine Ahnung was ich mir darunter vorzustellen habe. Doch wir sehen ein paar Überbleibsel der Veranstaltung.
Der Typ links kommt mir sogar bekannt vor :gruebel:
Und wie kommen wir wieder nach unten?
Auf gleichem Weg zurück ;)
Es ist fast 18 Uhr als wir uns auf den Heimweg machen. Für ein Bad im Pool ist es schon zu schattig, gehen wir doch gleich zum gemütlichen Teil des Abend über.
Die Route
PS: In den Cevennen gibt es eine ausgeschilderte Rundtour Gorges & Causses. Davon sind wir einen Teil heute gefahren.
Ilona:
--- Zitat ---Einige der Häuser sind in die Felswand hineingebaut oder schmiegen sich an solche.
--- Ende Zitat ---
Sowas begeistert mich :adieu:, aber Eintrittsgelder für Aussichtspunkte nicht. Bei den Parkgebühren wird schon so einiges verlangt, aber dass Aussichtspunkte auch was kosten :gruebel:.
--- Zitat ---
Der Typ links kommt mir sogar bekannt vor :gruebel:
--- Ende Zitat ---
:totlach: Jedenfalls schmunzelt er glücklich vor sich hin. Der Besuch bei der Domina durchtrainierten Dame hat ihm wohl gefallen :zwinker:.
--- Zitat ---Auch zu diesem Ort gibt es eine Legende:
Die merowingische Prinzessin Enimie aus dem 6. Jahrhundert sollte mit einem ungeliebten Mann verheirat werden, wie das damals halt so üblich war. Kurz vor der Hochzeit bekam sie einen fürchterlichen Hautausschlag, also wurde sie in die einsame Bergwelt am Tarn verbannt. Dort badete Enimie in der Quelle des Burle und sie war geheilt. Doch wann immer sie den Ort verlassen wollte, kehrte der Ausschlag zurück. So lebte sie weiterhin als Eremitin in einer Grotte bei der Quelle.
--- Ende Zitat ---
:schreck: Wir stellen uns den Zukünftigen besser nicht vor :floet:, nicht dass wir auch noch einen Ausschlag bekommen :verpiss: .
--- Zitat ---Großes Lob an den Gatten, er ist schön vorsichtig mit mir diese Bergstraße heruntergerollert
--- Ende Zitat ---
Und dafür danken wir Kersten, denn sonst hätte es keinen so tollen Reisebericht :beifall: gegeben.
Silvia:
Was für ein herrliches Eck ... paddeln, tolle Canyons von oben und nette Städtchen :herz:
--- Zitat ---Der Typ links kommt mir sogar bekannt vor :gruebel:
--- Ende Zitat ---
Das ist Tim ... aus Tim und Struppi
Christina:
Ein wunderbarer Tag mit all den beeindruckenden Aussichten und den idyllischen Dörfern. Schön, dass auch Castelbouc (mit der netten Geschichte) obwohl autountauglich, nicht verfallen ist, sondern immerhin wohl als Feriendomizil genutzt wird.
Das wäre auf jeden Fall auch eine Gegend für uns.
Susan:
10. September Unter Geiern
Heute fahren wir mal mit dem Wohnmobil durch die Gorges du Tarn. Vom Fluss sehen wir meist nicht viel, doch da ist ja noch das Schluchtgefühl.
Die Straße ist auch mit dem Dickschiff gut fahrbar. Ein paar Felstore, das niedrigste war 3,5 m, mein ich.
Burg unterwegs, ein Hotel?
Manche Stellen schauen recht eng aus, passen dann aber doch. Trotzdem: so um die Mittagszeit sind zum Glück keine Kajak-Shuttle unterwegs. 8) Zu Sommerferienzeiten ist es bestimmt kein Spaß hier lang zu fahren.
In Le Rozier biegen wir ab in die Gorges de la Jonte. Die 500 m tiefe Schlucht bildet die Grenze zwischen den Causses Méjean und Noir. Sie ist noch recht wild und unberührt: keine Kajaktouren, vielleicht Wanderungen? Die Straße folgt nicht dem Flussufer, sondern steigt an.
Wir halten beim Maison des Vautours. Dies entstand aus einem Projekt zur Wiederansiedlung von Gänsegeiern, dient als Informationszentrum über deren Lebensraum und bietet Gelegenheit zur Beobachtung.
Da kreisen sie
Die Ausstellungen finde ich sehr interessant, wir bekamen dazu ein Infoblatt in deutsch.
:read2:
Rund 70.000 Jahre - wie Funde beweisen- lebten über den Causses Geier, bis der letzte um 1940 herum ausgerottet wurde. Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert waren sie als Entsorger von Tierkadavern durchaus geschätzt. Mit dem Aufkommen von Maschinen und Autos sowie Hygienegedanken änderte sich das, Geier wurden gejagt und vergiftet. Später kam man darauf, dass Raubvögel für ein Ökosystem durchaus wichtig sind. (Wobei Geier eigentlich keine Raubvögel sind, denn sie jagen nicht.) So versuchte man 1970 Gänsegeier aus Spanien in den Gorges de la Jonte anzusiedeln, boten die Felsklippen doch ein ideales Revier. Das ging allerdings schief. Danach entschied man sich für ein Aufzuchtprogramm, aus dem 1981 bis 1986 etliche Gänsegeierpaare ausgewildert wurden. Mittlerweile leben in den Cevennen rund 100 ausgewachsene Exemplare dazu noch Bart-, Schmutz- und Mönchsgeier.
Modelle der Geier in Lebensgröße
Auswilderungskäfig
gezüchtet wurde sie in Volieren
In einer Ecke muss ich grinsen, da zeigen sie die Szene aus dem Disneyfilm Dschungelbuch: "keine Feier ohne Geier" ;D
Am alten Aussichtspunkt Belvedere sehen wir hauptsächlich auf die Schlucht.
mit dem Dorf Le Truel
Jetzt aber zur Beobachtungsterrasse. Dort stehen Fernrohre, die ein Mitarbeiter meist schon auf Geier ausgerichtet hat. Außerdem hilft er, die Vögel in den Felsen ausfindig zu machen.
Selbst mit dem P900 Tele nur relativ klein abzulichten. Die Geier nutzen Aufwinde zum Fliegen, die sind hier günstig, so fliegen sie meist recht hoch.
Wir haben ausgesprochenes Glück, dass zwei dann doch etwas näher kommen :toothy9:
und als Ausschnitt
Einmal habe ich sogar zwei Geier in einem Felsen abgelichtet, allerdings leider recht unscharf, daher nur als kleines Bild
Neben der Terrasse gibt es noch einen Vorführraum, in dem Videoaufnahmen, teils live, gezeigt werden. Im Sommer werden wohl noch geführte Wanderungen angeboten. Rund zwei Stunden haben wir im Maison verbracht, danach fahren wir weiter in die Schlucht hinein. Da die Straße höher am Hang verläuft, haben wir unterwegs einen weiteren Ausblick.
Unser Ziel ist der Campingplatz Le Capelan bei Meyrueis. Hier sehen wir dann erstmals die Jonte, an deren Ufer wir ein nettes Plätzchen finden. Die Saison geht hier schon dem Ende zu, wir sind fast die einzigen Camper; nur drei, vier Mobilhomes sind noch belegt. Wir genießen einen sonnigen Nachmittag am Fluss und sehen zudem noch ein Tier, von dem wir schon gehört, es jedoch noch nie gesehen haben ^-^
Flusskrebs
von Adlerauge Kersten erspäht
Außerdem erspähen wir noch jede Menge Wasserläufer und ein paar springende Forellen (oder andere Fische)
Abendprogramm wie üblich.
Die Etappe:
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