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September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence

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Silvia:
Boah, das ist ja schon ein bißchen fies .... einen Stellplatz direkt am Strand ... was aber hier nicht direkt am Meer heißt  :cool2:

Susan:
25. September  Petite Camargue – Centre du Scamandre

Nach all dem Faulenzen am Strand ist mal wieder eine Rollertour dran.  8)

Als Camargue wird traditionell das Gebiet zwischen den beiden Rhônearmen bezeichnet. Das im Languedouc westlich des Deltas gelegene Schwemmland nannten die Einwohner Petite Camargue. Beide teilen das Klischee des Lands der weißen Pferde, der schwarzen Stiere, der Gardians (südfranzösische Cowboys) und der rosa Flamingos.
Zahlreiche Lagunen, so genannte  Étangs,  gliedern die Landschaft  in kleine Halbinseln und Inseln. Der höchste Punkt liegt grad mal bei 4,50 m, etliche andere unterm Meeresspiegel. Das Sumpfgebiet der Camargue war in antiker und mittelalterlicher Zeit kaum besiedelt; Hirten weideten dort manchmal Schafe und Ziegen. Erst ab dem 17. Jahrhundert wurde mit dem Bau von Kanälen und der Eindeichung der Rhône begonnen. Einerseits ermöglichte dies Gemüse-, Obst- und Reisanbau sowie Viehzucht, andererseits versalzten durch die fehlenden Überschwemmung Böden und bildeten Steppen. Andere Teile wurden zur Gewinnung von Salz in Meerwassersalinen genutzt.

Salinenfelder sehen wir auch als erstes, sie gehören zur Salins du Midi, einer der größten Europas. Die schmale Straße neben dem Canal du Roi erlaubt aber keinen Fotostopp. Danach kommt überraschend viel Weinanbau. Ich hätte mehr Sumpf oder Steppe erwartet.  8)

Beim Étang de Scamandre gibt es ein kleines Vogelschutzgebiet, das auf Bohlenwegen und Stegen erkundet werden kann.  Heute findet hier ein kleines Fest statt, daher ist das Besucherzentrum geschlossen. Wir brauchen etwas bis wir den Startpunkt der Wanderungen gefunden haben. Dort gibt es ein Faltblatt mit Karte; wir haben die Wahl zwischen drei Rundkursen von 500 m bis 4 km Länge. 

Anfangs geht es auf festem Boden wenig spannend einen Graben entlang. Fast verpassen wir einen der Bewohner des ersten Tümpels.



Bald folgt der erste Bohlenweg. Auch dort erstmal außer einem Schwanenpaar in der Ferne nichts Interessantes.  ::)



Wir kommen zu einem größeren Teich und folgen dann der Beschilderung zum Observatoire. Das sieht schon vielversprechender aus.





Das Observatoire ist eine größere getarnte Beobachtungshütte. Außer uns ist noch ein Fotograf mit fettem Teleobjektiv da. Ich vergnüge mich zumindet mit der Coolpix P900 und durch die Flut der Bilder müsst ihr jetzt durch   ;D







Da sind sie also die berühmten rosa Flamingos der Camargue. Sie heißen zwar so, sind aber weit weniger rosarot als Flamingos im Zoo, in Seaworld oder Las Vegas  ;)  Die Färbung hängt wohl vom Carotingehalt der Nahrung ab.

   





Wir sehen außerdem viele Flamingos mit brauner Federfärbung. Auf der Erklärungstafel sind die nicht aufgeführt, erst Recherchen daheim ergeben: das ist die ältere Generation  8)



    

Scheinbar sind Flamingos die ganze Zeit auf Nahrungssuche  ;) nach Kleinkrebsen, Ringelwürmern, Kiemenfüßer und Mückenlarven. Letzteres macht sie mir sehr sympatisch.







Flamingos sind aber nicht die einzigen Wasservögel hier, die zu beobachten sind.


Seidenreiher




"Weg von meinem Ast!"


Graureiher?


Purpurhuhn

Wir verweilen eine gute halbe Stunde in der Beobachtungshütte. Richtige Vogelkundler bleiben sicher länger, doch wir wollen mal schauen, was es sonst noch gibt.

Kleine Verschnauspause ...

Susan:
Weiter geht's ...

Bislang sind wir der orangenen Route gefolgt, jetzt gehen wir die rote weiter. Die führt einen Damm zwischen zwei Teichen entlang. Vögel sichten wir erstmal weniger, dafür andere fliegende Gesellen.



Und Leben im und am Wasser






einmal Rücken kratzen




ganz schöne Beißerchen

Quizfrage: Wer außer dem einen Baumarkt hat noch mit einem Biber geworben?

Weiter hinten dann doch noch mehr Flamingos







Wir kommen an einem Aussichtsturm vorbei, von dem wir jedoch nichts spannendes erblicken. Der Rest des roten Weges zieht sich dann, weil es unspektakulär durch Wald geht. Interessanter wäre es, vom Belvedere aus die rote Route wieder zurück zu gehen.

Auf der Rückfahrt erspähen wir dann von weitem noch drei Camarguepferde.



Wir halten außerdem in einer der beiden einzigen größeren Ortschaften, in Aigues-Mortes. Der Kamera-Akku reicht grade noch bis zum Stadttor  ::)  Macht aber wenig, die Gassen sind sehr belebt, da wäre fotografieren eh schwierig. Vielleicht kommen wir morgen nochmal wieder.


Rhône-Sète-Kanal in Aigues-Mortes



Mit dem Boot rechts kann man auch durch die Kanäle kreuzen und vielleicht auch Stiere und Gardians sehen. Im September -zumindest diesen- ist der Fahrplan aber leider  schon recht eingeschränkt.




Tour de Constanze und Stadtmauer


Kanal du Roi





Wir suchen uns ein Eiscafe, d.h. ich nehme dann einen Crepe Bounty - Nutella, Banane, Kokosraspel - weil  Pfefferminzeis aus ist und die anderen Eisbecher mich nicht so anmachen.  8) Cappucchino gibt es nur mit Schlagsahne statt Milchschaum, da nehmen wir lieber einen Cafe au Lait. Kurioserweise gibt es den mit Milchschaum  :))


Route einfach

Silvia:
 :beifall:  Was für ein herrlicher Tag, genau nach meinem Geschmack

Wie schön das der Biber sich tagsüber blicken ließ  :thumb:


--- Zitat von: Susan am 16. November 2021, 18:05:08 ---Quizfrage: Wer außer dem einen Baumarkt hat noch mit einem Biber geworben?

--- Ende Zitat ---
War das nicht irgendeine Zahnpasta  (... und eine Zimmerei bei uns in der Gegend  ;D )

Christina:
Tolle Tierausbeute, gerade Biber sind ja nur selten tagsüber zu sehen. Mir fällt auch die Zahnpastawerbung ein, aber auf den Baumarkt komme ich grad nicht.

Aigues-Mortes scheint einen Besuch wert zu sein.

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