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September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence

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Ilona:
Hallo Susan,

wie du weißt, kann ich derzeit nur Bilder anschauen, denn alles andere ist noch zu anstrengend. Aber step-by-step :zwinker:.

Nichtsdestrotrotz war das eine tierische Ausbeute  :beifall: und Flamingos finde ich ohnehin immer wieder faszinierend.

Bin weiterhin begeistert dabei  :adieu:.

Susan:
Richtig, da war in den 90ern Werbung für Dentagard-Zahnpasta mit einem Biber und dann gab es früher noch die Blendi-Kinderzahncreme. Wusste gar nicht, dass man Biber tagsüber selten sieht. Im Spreewald haben wir auch einige nachmittags gesehen. Und auch sonst ... Da haben wir wohl wenigstens bei einem Tier Sichtungsglück  ;-)

Ist zwar spät, aber trotzdem: viel Spaß in Kopenhagen, Christina!

Ilona, schön von dir zu hören   :winkewinke:  Lass es ruhig langsam angehen, der Bericht läuft ja nicht weg!

Susan:
26. September  Teil I  Phare de l’ Espiguette

Der Sonntag beginnt mit dem, was im Wetterbericht so als Hochnebel artige Bewölkung bezeichnet wird. Als es auflockert, schwingen wir uns auf den Roller.
Es soll hier noch einen alten Leuchtturm geben. Da wir ihn bei unserem Gang zum Strand nicht gesehen haben, versuchen wir es mal über die Straße. Tatsächlich fahren wir gut 4 km ehe wir zum Parkplatz kommen. Wir zahlen 3 Euro und Kersten rollert bis zu einem großen Strandzugang. Die Dünen sind hier leicht zu queren und danach Sand soweit das Auge reicht  8)


rechts


links

Leider ist auch der Leuchtturm ein Eckchen weiter weg. Offenbar haben wir die direkte Zufahrt verpasst.





Der Phare de l’Espiguette hat einen quadratischen Grundriss, ist 27 Meter hoch und wurde 1869 erbaut. Er hat da wohl den Leuchtturm, den wir in Le Grau-du-Roi am Kanal gesehen haben, abgelöst. Damals stand er nur 150 m von der Küstenlinie entfernt. Heute sind es mehr als 700 m, Meeresströmung ließen die Küste versanden. Sein Leuchtfeuer soll eine Reichweite von 24 Seemeilen haben.
Wie wir zufällig hören, wird an ihm gebaut, so dass momentan keine Besichtigung möglich ist. (Jetzt auf den Bildern erspähe ich auch ein Baugerüst.) Also brauchen wir uns keinen Weg durch die Dünen dahin zu bahnen.  ::)



Etwa 100 m daneben Radar- und Funktürme, vermutlich von der Küstenwache. Wir spazieren eine Weile am Strand entlang Richtung Le Grau. Es ist recht windig; gut, da  werden die Wolken weg gepustet.  8)  Bald ist es sonnig genug für ein Meerbad.



Der Wind / die Winde haben hier fazinierende Sandwellen geschaffen und Muster in denselben.





Außerdem gibt es Möwen zu beobachten; naja, hauptsächlich beim Mittagsschläfchen  ;)









Zum Abschluss mal ein Panorama



Wenn man vom Parkplatz aus noch 1 km Schotterpiste weiter fährt,  kommt man zum FKK-Strand und zum Étang des Baronnets. Wir haben eine allerdings arg verwitterte Holztafel zu Wanderwegen gesehen. Außer dass es möglich ist, kann ich dazu nichts sagen. Auf jeden Fall kann man in der Gegend Ausreiten, wir haben einige Ranches gesehen, die das anbieten.

Schon auf der Hinfahrt habe ich Flamingos im Kanal neben der Straße bemerkt, daher halten wir an einer Vogelbeobachtungshütte. Da stehen auch Hinweisschilder zu Wanderungen.









Hier scheinen mehr die jungen Vögel unterwegs zu sein und nicht ganz so nur mit Futtersuche beschäftigt  ^-^



   



Was Flamingos angeht, bin ich voll auf meine Kosten gekommen  :toothy9:

Zeit für eine Kaffeepause am Wohnmobil und dann müssen wir uns ein wenig anhübschen



Susan:
26. September  Teil II  Die Stadt des toten Wassers

Heute Abend wollen wir ins Restaurant zum Essen, Aigues-Mortes schien uns ein guter Ort dafür. Außerdem waren wir mit der Besichtigung noch nicht weit gekommen. Also rollern wir am späten Nachmittag nochmal dorthin.

 :read2:
Gegründet wurde die Stadt 1246 vom französischen König Louis IX, wegen seiner extremen Frömmigkeit später "der Heilige" betitelt. Er besaß damals keinen Zugang zum Mittelmeer und war daher auf italienische oder provenzialische Häfen angewiesen. Da er aber unbedingt an den Kreuzzügen teilhaben wollte, erwarb er ein Stück Sumpfland an der Mündung der Petit Rhône und errichtete dort einen befestigten Hafen. Der Name Aigues-Mortes (totes Wasser) spiegelt die wenig attraktive Lage in den ungesunden Sümpfen. Die eindrucksvolle Stadtmauer wurde erst von Sohn und Enkel vollendet. Bereits im 14. Jahrhundert begann der Hafen zu versanden und als 1481 die Provence an Frankreich fiel, wurde die Stadt aufgegeben.

Wir parken wieder an der Porte de la Gardette.




hinter'm Wall

 


Tour de Constance
war das erste Bauwerk, das Louis IX errichten ließ und als Wohn- und Leuchtturm nutzte. Ab dem 17. Jahrhundert war er dann ein Gefängnis, insbesondere für Hugenotten (frz. Protestanten). Die berühmteste Gefangene war eine Marie Durand, die mit 15 in Haft kam und 38 Jahren später dann begnadigt wurde. Sie soll das Wort  resister in die Wand geritzt haben. Es gibt eine Aussichtsplattform, von der man auch einen Teil der Stadtmauer begehen kann. Wir sind leider einen Tick zu spät dran für den letzten Einlass.  :( Schade, die Ausblicke auf die Marsch und die Salinen sollen schön sein.


Graben mit Brücke zum Turm
arg veralgt :P

Wir folgen der Stadtmauer also auf Straßenniveau bzw. außen.


südwestliche Ecke innen


Porte des Moulins
und Südmauer



   

Die Stadtmauer ist 11 m hoch und umschließt ein unregelmäiges Viereck: die Längseiten messen 496 / 567 m, die Schmalseiten 301 / 269 m. Sie soll 15 Türme haben und wir zählen 6 Tore. Ursprünglich gab es noch einen Burggraben, der wurde aber aufgeschüttet. Die Festung von Aigues-Mortes zählt zu den best erhaltenen Europas aus dem Spätmittelalter. Die Gassen innerhalb der Mauern sind rechtwinklig angelegt.  Die Hauptachsen säumen allerlei Touristengeschäfte. Heute am Sonntag ist deutlich weniger los. Teils finde ich das angenehm, kein Gedränge; teils wirkt es aber auch etwas öde.





In einer der Gassen direkt an der Mauer fand ein Motorrad-Flohmarkt statt. Himmel, was gab es da an Schrott zu sehen  ::) Aber irgendwen scheint es ja interessiert zu haben.

Herzstück ist der Platz Saint-Louis: nett mit Bäumen, Brunnen mit Statue des heiligen Königs und sehr viel Außengastronomie  ^-^


Handybild von gestern


Ludwig, der Heilige
Mit seinen Kreuzzügen hatte er wenig Glück; beim ersten 1248 wurde er in Ägypten gefangen genommen und musste ein hohes Lösegeld zahlen. Beim zweiten 1270 kam er nur bis Tunis und starb dort an Ruhr oder Pest.

Vor lauter Tischen und Sonnenschirmen bemerken wir kaum die anliegenden Gebäude wie das Rathaus oder die Kapuzinerkapelle. Nur die alte Kirche Notre-Dame-des-Sablons ist kaum zu übersehen. Gestern war sie belagert von Hochzeitsgesellschaften, heute ist alles geschlossen.



Für Abendessen ist es noch etwas früh, daher beschließen wir das gesparte Eintrittsgeld in Aperitifs anzulegen  :zwinker: Die Loungebar des Hotel Remparts direkt an der Nordmauer machte einen netten Eindruck. Wir lassen uns also in den Sofas nieder und genießen unsere Pastis. Ich weiß nicht, ob der endgültige Sonnenuntergang das Signal war oder was anderes. Jedenfalls hören wir auf einmal lautes Vogelgezwitscher und hunderte von Piepmätzen kreisen um die Stadtmauer. Solch Schwärme haben wir noch nie erlebt. Außer vielleicht im Hitchcock-Film "Die Vögel", die hier blieben zum Glück friedlich.





Wir haben einige Speisekarten studiert; irgendwas vom Stier gibt es hier reichlich und überall. Kersten hätte lieber was traditionelleres  ;) also von der Kuh und ich lieber Fisch. Wir kehren zurück zum Place Saint Louis und im Restaurant La Citadelle ein bzw. natürlich an einen Tisch draußen. Ein Reiseführer schrieb schon, dass die Besitzer und Namen hier oft wechseln und Rezensionen daher schwierig sind. Bei google-Maps heißt es daher noch anders. Kersten nimmt "Faux Filet", was sich für mich irgendwie gefaked anhört  ;) Tatsächlich ist es ein Sirloin Steak.  Ich esse wieder Menue: als Vorspeise hatte ich Tomate-Mozarella bestellt, bekam aber Lachs-Carpaccio   ::) Okay, war auch lecker. Und die gegrillte Dorade sowieso. Den Nachtisch Mousse au Chocolat mit Orangensauce haben wir geteilt. 

Beim Rückweg habe ich mich noch mit Nachtfotos versucht.


rechts unser Restaurant


Route vereinfacht
 

Silvia:
Noch ein Tag ganz nach meinem Geschmack ... tolle Mischung ... Meer und Natur, dann trutzige Bauten  :thumb:


--- Zitat von: Susan am 20. November 2021, 01:12:12 ---In einer der Gassen direkt an der Mauer fand ein Motorrad-Flohmarkt statt. Himmel, was gab es da an Schrott zu sehen  ::) Aber irgendwen scheint es ja interessiert zu haben.

--- Ende Zitat ---
;D  Ich kenn da etliche Kollegen die nur zu gerne da stöbern würden

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