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Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

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Horst:
3.Tag, Mi, 10.8.2021


Der Tag startet erstmal damit, dass unser Magen ordentlich zu tun bekommt. Das Frühstücksbuffet im Hotel lässt kaum Wünsche offen.




So benötigt unser Dacia Duster auf der Fahrt ins grüne Tal von Thakgil sicher einen Liter mehr als gestern.





Das Wetter ist heute bedeckt aber zumindest ist wohl nicht mit Regen zu rechnen. Die Piste lässt sich gut in 30 min erledigen und ist auch PKW-tauglich da ohne Furten und ohne Notwendigkeit größerer Bodenfreiheit. Man könnte sagen - die Bodenfreiheit eines Schafes reicht ...
















Am Ende der Piste erreicht man eine kleine Parkverwaltung mit Campingplatz.





Von dort führt ein kurzer Weg durch ein enges Tal ...





... zu einem Wasserfall – ein schöner erster Eindruck der Gegend hier.





Es gibt drei große Wanderwege im Tal von Thakgil die farblich gekennzeichnet sind. Wir entscheiden uns für den roten Trail, der hinauf in die Bergwelt nach Nordwesten führt.




Stetig steigt der Weg an und wir erleben das Tal mit Campingplatz und Verwaltung aus der Vogelperspektive.









Der Weg steigt nun weniger steil an dafür wird der Blick in die grünbraunen Berge immer reizvoller.












Bizarres am Wegesrand.





Die Natur ist immer noch der beste Bildhauer.











Wir erreichen einen Canyon der wie ein grünes Tischtuch voller Falten aussieht.











Auch die Berge der Umgebung faszinieren uns – zumindest soweit das Auge reicht – den der klare Fernblick hat heute seine Grenzen.





Schneehuhn mit seinem Sommertarnfederkleid.




Ohne Moos nix los ...





Die Wanderung gefällt uns richtig gut und wir gehen so lange wir Lust haben. Die komplette Strecke ist uns zu lange so kehren wir nach ca. 2 Stunden um und steigen dann wieder zu unserem Duster hinab ins Tal.







Fazit – das Tal von Thakgil gilt immer noch als Geheimtipp – nur wenige Besucher verirren sich hierher – es gibt drei tolle gut angelegte Wanderwege und großartige Isländische Natur zu bewundern.
Durch die einfache und schnelle Erreichbarkeit ist die Gegend immer eine Option wenn man zwischen Vik und Kirkju (Kirkjubaerklaustur) unterwegs ist.





Danach fahren wir nach Vik an die Küste und suchen uns ein nettes Cafehaus. Diese Breaks bestehend aus Koffein und Eindrücken der Leute und gastronomischen Einrichtungen gehören für uns unverzichtbar zu jeder Reise dazu.





Am Abend sehen wir kurz am Black Lava Beach an den Reynisdrangar vorbei.




Einen etwas längeren letzten Stopp gibt es am Kap Dyrholaey.





Dort gibt es einen bekannten Vogelfelsen und der ist heute Abend nicht nur gut von Touristen sondern auch von Papageitauchern besucht.




So zahlt es sich aus, dass wir diesen Sommer gut eine Woche früher dran sind als letztes Jahr – denn die Lundis verlassen im laufe des Augusts die Bruthöhlen am Festland und leben monatelang wieder bis zum nächsten Frühjahr/Frühsommer auf dem Meer.














Anders als letztes Jahr, soll dieses Jahr der Schwerpunkt der Reise mehr auf den Küstenregionen liegen und nicht auf dem Hochland wie letztes Jahr.
Morgen gibt es davon allerdings eine Abweichung.



Übernachtung:
Hotel Dyrholeay, Dyrholaey (nahe Vik I Myrdal) – 144 € , sauber, groß, hell mit Frühstücksbuffet, sehr gute Lage – Empfehlenswert wenn man keine Küche braucht

Preis/Leistung: 8/von 10

Silv:
Das grüne Tal ist ja toll. Für mich kaum vorstellbar, dass es noch ein Geheimtipp ist.

Und die Puffins...wie süß! Da wir nun im Sommer Norwegen geplant haben, steht auch die Insel Runde als Stopp fest. Ich hoffe nur, dass ich dann auch welche sehe.

Horst:

--- Zitat von: Silv am 26. Januar 2022, 20:09:56 ---Und die Puffins...wie süß! Da wir nun im Sommer Norwegen geplant haben, steht auch die Insel Runde als Stopp fest. Ich hoffe nur, dass ich dann auch welche sehe.

--- Ende Zitat ---
Soweit ich gehört habe sollte das klappen.

Horst:
4.Tag, Do, 11.8.2021


Kurz nach 7 lässt der Duster den Staub des Hotel-Parkplatzes aufwirbeln – heute darf er mal sein Können zeigen (vielleicht).




Ihr Können zeigt aber in Island erst einmal mehr die Natur, die am Morgen mit einem Regenbogen aufwartet.


Etwa eine Stunde dauert die Fahrt auf der 1, der Ringstraße, bis eine Piste (209) nach Norden abzweigt, die dann bald zur Abzweigung der F232 führt.
Ab hier beginnt die Öldufellsleið, die den Mýrdalsjökull nördlich umrundet.
Unmissverständlich wird klar gemacht, diese Strecke ist nichts für normale PKW`s.
Auch PKW´s mit Allradantrieb sollten gut überlegen, ob sie den Mýrdalssandur durchqueren wollen. Bei zu wenig Bodenfreiheit kann die Reise schnell zu Ende sein, besonders, wenn es zuvor viel geregnet hat.




Eine schmale Brücke überquert die Leira und gleich danach findet sich auch eine schöne Flussstelle inklusive Wasserfall.






Nun folgt die Piste ein Stück der Leirá durch ein großes bemoostes Schotterfeld ...





... bis wiederum ein sehenswerter Flußlauf (diesmal die  Jökulkvísl) die Fahrt für Fotos zwingend unterbricht.
Es folgen kleine Brücken und tiefere Pfützen die durchfahren werden – alles völlig ohne Probleme.





Ein Problem ist heute eher das Wetter. Aufgrund von Nebeltreiben ist der Gletscher und teilweise selbst die nahen Berge nicht oder kaum zu erkennen.





Die Strecke ist bisher trotzdem toll und macht viel Spaß.
In der Ferne (sogar mal erkennbar) zeigt sich der Öldufell und rechter Hand taucht die Holmsa – eine de der großen Hochlandflüsse auf.




Jetzt folgt eines der großen Highlights der Strecke – der über zwei parallele Stufen fallende Holmsarfoss. Die Beschaffenheit der Strecke wechselt immer wieder, mal kurze steinige, mal sandige Strecken aber meist ist die Piste gut bis sehr gut zu fahren.
Immer wieder setzt Nieselregen wohl als Nebeneffekt des tiefhängenden Nebels ein, der aufgrund fehlenden Windes (heute wäre er hilfreich) hängen bleibt.





Entlang der Piste gibt es einiges zu entdecken.












Ein weiteres Highlight ist der 818m hohe Öldufell und die Gegend rund um den Berg.




Auch wenn heute die Sicht wirklich schlecht ist – ein faszinierende Landschaft, wie man sie auf der Welt nur in Island finden kann. Schwer zu beschreiben, das mal grüne, mal gelbe Moos, die Farben, das schwarz und grau der Aschelandschaft, wilde Flußlauf, die Berggipfel die aus jedem Winkel anders aussehen, eben einfach Island.





Kurz danach kommt man fahrtechnisch an eine der Herausforderungen der Strecke – die Bláfjallakvísl muss (oder darf) durchfahren werden.
Das ist hier eine eher spektakuläre als schwierige Operation, da der Fluß und die Furt nicht sonderlich tief ist ...






... aber oberhalb eines Wasserfalles verläuft was ich bisher nur von der alten Strecke zum Kerlingarfjöll kannte (inzwischen unterrohrt).





Beeindruckend ist auch die darauffolgende Gegend – wo sich ein Flußtal um die Sudur-Kerlingarhnúkar Berge schlängelt ...





... und tolle gelbe Moose die Flußufer eingenommen haben.















Am dunstigen Horizont taucht der König des Hochlandes – der Maelifell, wie eine Fata Morgana aus dem Nichts auf. Seine Bergspitze ist noch von Nebelschwaden umgeben.





Hier kommt der spannendste Teil der Strecke (oder auch nicht) – die Maelifellsandur – eine Schwemmlandschaft bestehend aus Aschesand in dem man bei Nässe nicht unbedingt stehen bleiben sollte. Da ein wieder Anfahren das Fahrtende bedeuten könnte, wenn man schlicht und ergreifend im Schlamm stecken bleibt.
Heute ist die Sandur fast enttäuschend völlig ausgetrocknet – mit jedem PKW befahrbar und somit verpufft die Spannung schneller als der Nebel, der sich immer noch über weiten Teilen der Landschaft hält.






Der Maelifell ist in wenigen Minuten erreicht und hat ein Einsehen und zeigt sich kurz weitgehend wolkenfrei. Schon immer wollte ich diesen erhabenen Berg einmal aus der Nähe erleben – der für mich eine der magischen Landschaften dieses Planten ist.
Am Maelifell ist heute die Strecke beendet. Normalerweise folgt nach dem Maelifell eine tiefe Furt die für den Duster das Aus bedeuten würde – heute ist sie wie die meisten Hochlandfurten aufgrund des fortgeschrittenen Sommers und der letzten trockenen Tage extrem seicht – und selbst für so einen Pseudo-Allrad wie den Dacia Duster kein Problem.
Überhaupt muss man konstatieren, dass sich der Duster der auf einer geraden Gravel-Piste bei schnellerer Fahrt schon mal ins Schwimmen kommt – bei den Auf- und Abs dieses Tages recht gut zurecht kommt. Besser als gedacht. Trotzdem kein Fahrzeug, dass man für einen wirklich ausgeprägten Island-Hochland-Tourenurlaub empfehlen würde, schon wegen der geringen Wattiefe.





Einen Aufreger gab es dann doch noch auf dem Rückweg. Ich filme ja zusätzlich mit einem Gimbal – dem DJI OSMO Pocket. Kurz vor dem Holmsarfoss entdecke ich an der Holmsa eine schöne Stelle mit Felsen und Moosen wo auch der Gimbal zum Einsatz kommt, genau wie wenig später noch einmal am Holmsarfoss.
Zurück im Auto stelle ich fest, dass der Gimbal, den ich in der Hemdbrusttasche unter der Fließjacke platziert hatte, nicht mehr da ist.
Schei….
Eigentlich unmöglich, das mir der Gimbal aus der Brusttasche die unter der Jacke verborgen war herausgerutscht ist – aber wohl so passiert.
Wo habe ich den verloren?
Am Wasserfall oder am Fluß – wo ich über viele z.T. bemooste Lavasteine gelaufen bin ….?
Oh je – die Stecknadel im Heuhaufen. Ein Wiederfinden wäre ein Wunder.
Zunächst wird am Wasserfall – wo ich über ein paar Steine geklettert bin gesucht. Leider nichts.
Dann nochmal zurück zu der Flussstelle, auch wenn das eigentlich wirklich überflüssig ist - das Teil dort zu finden ist unmöglich. Ein großer Allradtruck den ich auch am Holmsarfoss gesehen hatte nähert sich auf der Piste. Ich will schon den Duster zur Seite fahren, da hält der Fahrer meinen Gimbal aus dem Fenster und fragt mich ob der mir gehört…
Ich bin so verdattert, dass ich ihn gar nicht frage wo er ihn genau gefunden hat aber wahrscheinlich am Wasserfall bevor ich dort gesucht habe.






Zurück in Vik fahren wir zum Heidarvatn ...






... zu dem eine kurze Piste in eine reizvolle Gegend führt – weniger reizvoll sind die Mückenschwärme die uns dort empfangen.






Die Piste hatte vorher einen Abzweiger den wir noch erkunden, der zur Stora Heidi führt und bei einer kleinen Hütte in einer Felsnische einen hübschen Wasserfall bietet.




Lamm in der Natur ...





... und auf dem Teller. ;) (Haldorskaffi in Vik)





Da es ja noch bis 22 Uhr hell ist, fahren wir noch bis zur Abzweigung der 222 (Myrdalsjökull) zum Solheimajökull, der doch wieder interessante Veränderungen zum letzten Jahr aufweist.






























Vor allem die Entdeckung einer kleinen Eishöhle ist wie ein Nachtisch auf diesen abwechslungsreichen Tag.









































Da freut sich jeder Entdecker, ob mit oder ohne rote Jacke ...  ;)




Übernachtung:
Hotel Dyrholeay, Dyrholaey (nahe Vik I Myrdal) – 144 € , sauber, groß, hell mit Frühstücksbuffet, sehr gute Lage – Empfehlenswert wenn man keine Küche braucht

Preis/Leistung: 8/von 10

Christina:
Wie gut, dass der Nebel nicht so dicht war, dass man die Landschaft gar nicht mehr hätte sehen können, so war er gerade (zumindest auf den Fotos) richtig, um das Grün des Moos und das Schwarz der Lava hervozuheben und das ganze mystisch wirken zu lassen.

Was für ein Glück mit dem Gimbal, dass Einzelteile des Fotoequipments aber auch immer die Tendenz zum Verschwinden hat.... ;D

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