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Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
Horst:
--- Zitat von: Christina am 28. Januar 2022, 18:32:16 ---Wie gut, dass der Nebel nicht so dicht war, dass man die Landschaft gar nicht mehr hätte sehen können, so war er gerade (zumindest auf den Fotos) richtig, um das Grün des Moos und das Schwarz der Lava hervozuheben und das ganze mystisch wirken zu lassen.
--- Ende Zitat ---
Ja auf Reisen im hohen Norden muss man das Wetter nehmen wie es ist. :)
Horst:
5.Tag, Fr, 13.8.2021
Nach dem Frühstück im Hotel geht es nun endgültig nach (Nord-)Osten.
Diese Reise hat immer wieder Ziele im Programm die eher seltener besucht werden, so ist mit dem Hjörleifshöfdi, einer Art Ayers Rock am Strand, einige Kilometer östlich von Vik. Rund um den 221 m hohen Felsen führt eine Piste, die von der Ringstraße abzweigt.
Der Berg war einst vom Meer bedeckt, dann eine Insel, später schwemmten Gletscherläufe nach Ausbrüchen der Katla so viel Sand und Geröll zur Küste hinab, so dass er sich inzwischen auf dem Festland befindet und nicht mehr vom Meer erreicht wird.
Eine Besonderheit des Berges ist eine hohe kurze Höhle, die mit einer Eingangstür daherkommt, die an eine entartete Skulptur denken lässt.
Auf dem Felsen kann man zu einem Wikingergrab wandern und vor dem Felsen stehen noch zwei Felsmonolithen vereinsamt im schwarzen Aschesand.
Die Ringstraße verläuft auf ihrem Weg nach Nordosten durch ein endloses Lavafeld mit grün-gelb übermossten Steinen - die sogenannte Eldhraun.
Ein Ziel das nahezu jeder Islandersttäter im Programm hat, wird in Freundeskreisen nur F-Canyon genannt. Die Abkürzung tut Not den eigentlich heißt dieser sehenswerte grün überwucherte Canyon Fjadrargljufur. Ich übernehme keine Verantwortung für Leute mit etwaigen Knoten in der Zunge, die das leichtsinnig aussprechen wollen.
Der Canyon ist weiter östlich sehr nahe der Ringstraße an der Zufahrt F206 zu den Laki Kratern.
Durfte man früher (am besten in Gummistiefeln) noch in den Canyon laufen, ist das heute nicht mehr zulässig und auch den Canyonrand hat man aufgrund des leichtsinnigen Verhaltens mancher Touristen abgesichert. Manchmal treibt der Selfie-Wahn mancher Instagramm-Jünger so absurde Blüten, dass jegliche Vernunft und Menschenverstand gen Null gehen.
Leiden müssen dann alle drunter leiden – so ist das ja auch in anderen Bereichen.
Immerhin hat man nun eine gesicherte Plattform mit tollem Aussichtspunkt geschaffen, ...
... die den kurzen Abstecher von der Ringstraße sicher wert ist.
Die Region im Süden Islands steht zum einen für Gletscherzungen aber offensichtlich auch für Zungenbrecher. Neben dem F-Canyon gilt das auch für Kirkjubaerklaustur – dem nach Vik zweiten größeren Versorger an der Südküste Islands kurz Kirkju.
Dort trinken wir Kaffee, kaufen ein und stoppen dann am Stornarfoss.
Stornarfoss
Danach müssen Kilometer gemacht werden – es geht auf der 1 weiter nach Nordosten vorbei am schönen Foss a Sidu ...
... und zu den ersten breiten Gletscherzungen vorbei u.a. dem Skeidararjökull.
Wir parken am Parkplatz und Besucherzentrum des Skaftafell Nationalparks. In Island ist man übrigens (was Wunder) digital fortschrittlicher als im digitalen Steinzeitdeutschland. Die wenigen kostenpflichtigen Parkplätze werden hier digital per App bezahlt. Wir schnüren unsere Wanderschuhe und starten auf eine der schönsten Wanderungen im Park. Der Weg steigt 220 Höhenmeter hinauf durch einen kleinen Wald mit vielen Engelwurzsträuchern.
Oben öffnet sich der Blick auf Berge und auch der große Skaftafell Gletscher mit seiner Lagune kommt in Sicht.
Nach etwa einer Stunde ist der Sjonarnipa – ein phantastischer Aussichtspunkt oberhalb der Skaftafellgletscherzunge erreicht.
Die Gletscherzunge Skaftafellsjökull ist zehn Kilometer lang und fast zweieinhalb Kilometer breit. Sie ist Teil des über 8000 km² großen Vatnajökull, des größten Gletschers Europas.
Nachdem wir den Blick hinab auf den Gletscher ausgiebig genossen haben folgen wir einem Weg, der zum bekannten Svartifoss führt, einem der besonderen Plätze der Vulkaninsel und eine Ikone Islands – da er besonders malerisch über Basaltsäulen hinab in einen Bach fließt.
Der letzte Wegabschnitt führt zurück zum Parkplatz und vorbei an einem so großen Feld mit Engelwurz, wie wir es noch nie gesehen haben.
Nach insgesamt 3h sind wir zurück am Besucherzentrum und gönnen uns Fish & Chips – eine britische Errungenschaft die sich auch in Island weit verbreitet hat – im Gegensatz zu McDonald’s und Burgerking – die es auf Island (nicht mehr) gibt. Generell heißt das aber nicht, dass sich Isländer besonders gesund ernähren, leider nicht. Die Nähe zu den USA und deren schlechter (kulinarischer) Einfluß sorgen für eine große Begeisterung der Isländer für Fast Food, was man ihnen inzwischen auch ansieht.
Und weil wir schon weitesgehend beim Thema Gastronomie sind – dort arbeiten wie bei uns viele Ausländer vor allem aus Polen (die jetzt ja den Briten fehlen) bestimmt 20.000-30.000, die hier etwa 5x soviel verdienen können wie im eigenen Land. Bekanntermaßen liegt Island im Preislevel hoch – wenn man hier dann nicht viel verbraucht – ist der Ertrag sehr gut.
Unser Ertrag bekommt noch ein Naturjuwel auf die Habenseite – wir fahren zur Eislagune Jökulsarlon.
In diesem Sommer herrschen vor allem entlang der Ringstraße zumindest bis zur beliebten Eislagune Jökulsarlon fast wieder Bedingungen wie zu Zeiten vor der Pandemie. Also ist der Parkplatz rappelvoll.
Die Lagune ist an diesem Tag im fortgeschrittenen Sommer dagegen nicht sonderlich gut mit Eisstücken gefüllt, so daß wir uns nicht allzu lange aufhalten.
Wesentlich interessanter ist dagegen der nur 500m entfernte Diamond Beach, an dem sich große Eisbrocken nach dem kurzen Abfluß aus der Lagune ins Meer, dem aussichtslosen Kampf gegen die Brandung aussetzen müssen.
So endet ein Tag, an dem Wasser in all seinen Erscheinungsformen im Mittelpunkt stand, in einem Guesthouse 13 km nördlich der Eislagune.
Übernachtung:
Guesthouse Gerdi, (13 km nördlich Jökulsarlon) – 157 €, sauber, klein, kein Wasserkocher, kein TV, keine Küche, schlechtes Preis/Leistungsverhältnis
Preis/Leistung: 4/von 10
Christina:
Das war ein Tag randvoll mit Highlights bei traumhaftem Wetter. Die großen Felsen im Aschesand sehen aus wie Schiffe, die mangels Wasser gestrandet sind.
Wie ist das mit der App zum Parken - kann man sich die schon zu Hause aufs Handy laden und für alle Parkplätze in Island nutzen oder hat da jeder Parkplatz seine eigene App? Man muss dann vermutlich online sein, um zu bezahlen?
Heike Heimo:
Tag 4 hat mir besonders gut gefallen. Zuerst schwarz-grüne Landschaft und dann die Eishöhle. Beeindruckend.
Ich bewundere immer die Leute, die sich mit so einem Fahrzeug durch die Flüsse fahren trauen. Mir fehlt da meist der Mut, wenn es nicht offensichtlich ist, dass die Tiefe passt.
Horst:
--- Zitat von: Christina am 31. Januar 2022, 18:46:04 ---Wie ist das mit der App zum Parken - kann man sich die schon zu Hause aufs Handy laden und für alle Parkplätze in Island nutzen oder hat da jeder Parkplatz seine eigene App? Man muss dann vermutlich online sein, um zu bezahlen?
--- Ende Zitat ---
Die App heißt "parka.is".
Habe ich mir zu Hause aufs handy geladen und Zahlungsmittel (Kreditkarte) eingegeben.
Vor Ort habe ich dann noch das Nummerschild des Mietwagens eingegeben und den QR Code am Parkautomaten mit der App gescannt - das wars schon. Wenige Klicks - alles bestens funktioniert (sind wir hier halt nicht gewöhnt ::) ).
Habe das z.B. am Wanderparkplatz am Vulkan und eben am Skaftafell NP mit der App gemacht. Der Rest der Reise hat es nirgendwo was gekostet.
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