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Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
Horst:
8.Tag, Mo, 16.8.2021
Zumindest Richtung Süden - vorbei am langen Lagerflot-See, sieht heute das Wetter sehr vielversprechend aus, das wollen wir für eine ganz besondere Wanderung nutzen.
Die 910 führt uns etwa eine Stunde geteert ins „Hochland für Anfänger“, gerne so benannt, weil die Route als Zuführung zum Bau des Karahnjukar Damms benötigt wurde und deshalb die einzige asphaltierte Zuführung ins isländische Hochland darstellt. Am Horizont schweift der Blick zum meist schneebedeckten 1883m hohen Berg Snaefell, dem damit höchsten Berg Islands außerhalb des Vatnajökull-Gletschergebiets.
Wollgras - symbolhaft für den hohen Norden
Am Ende geht es dann noch 2 km zu einer Hütte nach Laugarfell, wo es nicht nur gastronomische Versorgung, sondern auch zwei Hot Pots und einen deutschen Hüttenwart gibt mit dem wir uns länger unterhalten.
Danach starten wir auf die Wanderung – den Waterfall Circle – eine Rundwanderung zu diversen wässrigen Naturwundern.
Der Weg führt zunächst über eine Wiese ...
... und erreicht nach etwa 30 Minuten ...
... einen Canyon ...
... in dem ein mächtiger Wasserfall (Kirkjufellfoss), tosend seinen Weg hinab in die Schlucht findet.
Der Weg folgt nun dem westlichen Canyonrand.
Irgendwann wird der Fluß reißender ...
... und ein weiterer Wasserfall kündigt sich an und was für einer.
Beim Faxifoss ...
... fallen im 90° Winkel zwei Wasserfälle zusammen
... und wir bekommen sogar noch einen knalligen Regenbogen dazu – Island spielt mit seinen Muskeln.
Wir verlassen die ursprüngliche Schlucht und folgen einer anderen Flußaufwärts, die den kleinen Zulauf zum Faxifoss gebildet hat. Hier treffen wir bald auf den nächsten Wasserfall, den Studlafoss, der über Basaltsäulen seinen Weg findet.
Immer wieder bieten sich wunderbare Blicke auf Schlucht, Fluß, Felsen, ...
... wirklich ein wunderbarer Weg bei diesem Traumwetter.
Ein absolutes Highlight in Island.
Nach einem Einkehrschwung in der Laugarfellhütte mit Kaffee und Kuchen und der kurzen Überlegung ob wir die Hot Pots testen entscheiden wir uns lieber das schöne Wetter zu nutzen und noch etwas zu unternehmen.
Wir entscheiden uns für Kontrastprogramm und fahren über Egilsstadir zum Mjoifjördur.
Eine landschaftlich tolle Strecke, ...
... die alle paar Meter von immer wieder neuen Wasserläufen mit Schmelzwasser von den Gletschern hinab ins Tal bei der Straße garniert wird.
Wolkenfetzen hängen in den Bergen – eine wilde Szenerie ...
... die mit dem Kliffbrekkufoss einen Höhepunkt findet.
Wir fahren hinab zum Fjord ...
... und passieren einen Ort der wohl auch schon bessere Zeiten gesehen hat ...
... und passend dazu ein altes Schiffswrack.
Mächtig und majestätisch wirken die grünen Berge die den Fjord außerhalb der Sommersaison von der Außenwelt abschneiden, der dann nur per Boot erreichbar ist.
Wir stoppen an einigen selbst gewählten Aussichtspunkten entlang der Piste,
... inspizieren das Schiffswrack, ...
... bis irgendwann kein Licht mehr in den Fjord fällt und fahren dann über Egilsstadir zum unserem temporären Domizil zurück.
Übernachtung:
Eidavellir, (8 km nördlich Egilsstadir) – 166 € , sauber, einfach, geräumig, Küche, Türschloß defekt (nur mit Türgriff fest anziehen aufzubekommen) etwas teuer bezüglich Preis/Leistungsverhältnis
Preis/Leistung: 6/von 10
Heike Heimo:
Den Waterfall Circle hatten wir ursprünglich im Programm und sogar eine Nacht in dieser Hütte mit den Hotpots gebucht. Leider mussten wir diesen Punkt wetterbedingt, wegen dem Kaltlufteinbruch, aus unserer Reise nehmen. Es wäre tatsächlich ein sehr schönes Ziel gewesen. Danke fürs Zeigen.
Insgesamt wieder ein Tag vom Feinsten.
Horst:
--- Zitat von: Heike Heimo am 05. Februar 2022, 06:31:53 ---Den Waterfall Circle hatten wir ursprünglich im Programm und sogar eine Nacht in dieser Hütte mit den Hotpots gebucht. Leider mussten wir diesen Punkt wetterbedingt, wegen dem Kaltlufteinbruch, aus unserer Reise nehmen.
--- Ende Zitat ---
Dann vielleicht beim nächsten Mal. Natürlich habe ich da gleich an Euch gedacht als ich den Tag gestern eingestellt habe - die tolle Umgebung und das Haus mit den zwei Hot Pots rufen ja förmlich nach Euch. ;)
Die Wanderung war wunderschön - ob als Abstecher von Egilstadir (ca. 1 Stunde Anfahrt) oder eben als Übernachtung (man kann auch noch die Kárahnjúkar Damm/Schlucht mitnehmen).
Horst:
9.Tag, Di, 17.8.2021
Für heute ist mieses Wetter angekündigt und der morgendliche Blick aus dem Fenster bestätigt das. Wettervorhersagen sind in Island nicht so einfach, da es oft lokal große Unterschiede geben kann und ein bisschen Wind, der eine oder andere Berggipfel usw. einen großen Einfluß darauf nehmen kann wo es tatsächlich regnet und wie stark.
Wir entscheiden uns dafür heute den Studlagil Canyon zu probieren.
Besser etwas versuchen als den ganzen Tag nur in der Bude zu sitzen.
Wir folgen der Ringstraße nach Nordwesten und halten nach 45min Fahrt am Rjukandafoss.
Da kurz nach unserer Ankunft starker Regen einsetzt fällt der Aufenthalt kurz aus.
Es regnet sich ein aber zwei meiner vier Wetterdienste melden mir ein Regenloch von Mittag bis zum frühen Nachmittag.
So gehen wir erst mal Tanken und auf einen Einkehrschwung ins Cafe bei Sköldolfsstadir – dem einzigen bisschen Infrastruktur für viele Kilometer.
Das Gasthaus deutet mit Bildern und Exponaten darauf hin, dass in dieser Region Rentiere unterwegs sind. So probiere ich natürlich auch mal einen Rentierburger aus - wenn es schon kein Rentier entlang der Straße gab - sehe ich so wenigstens eines (teilweise) auf dem Teller.
Danach fahren wir auf der 923 nach Süden zu einer Stahltreppe die hinab zu einer Aussichtsplattform westlich des Flusses mit Blick auf den Studlagil Canyon führt.
Dieser Canyon im Tal des Gletscherflusses Jökla wurde erst 2016 entdeckt, da er früher komplett geflutet war, ...
... so dass sich die charakteristischen Basaltsäulen unterhalb der Wasseroberfläche des Gletscherflusses Jökla befanden.
Doch ein großes Staudammprojekt kappte nahezu alle Zuflüsse des 150 langen Jökla. Der einst wilde und ungebändigte Gletscherfluss, der von den mitgerissenen Sedimenten eher bräunlich war, verwandelte sich in einen klaren und gemächlichen Fluss. Die türkise bis bläuliche Farbe der Jökla formt einen schönen Gegensatz zu den teilweise grau, teilweise rötlich schimmernden Basaltsäulen, die ihn nun flankieren.
War der Canyon vor ein bis zwei Jahren noch ein Ziel für Insider ist dort heute die Hölle los. Selbst bei diesem Wetter. Die Nähe zur Ringstraße und auch die Tatsache, dass man den Canyon auch mit einem PKW erreichen kann sorgt für zahlreiche Touristen an den Parkplätzen an der Schlucht.
Wir fahren zu einem Parkplatz auf die andere Flussseite nach Osten und wandern zur gleichen Stelle die wir schon von der Plattform gesehen haben, die von der Ostseite aber wesentlich eindringlicher und spektakulärer ist.
Wenn man die Piste auf der Ostseite bis zur letzten Parkmöglichkeit fährt läuft man nur etwa eine halbe Stunde, bis der Canyon erreicht ist.
An einigen Stellen ist es möglich zu den Basaltfelsen hinabzusteigen, wobei man wegen den rutschigen Felsen etwas vorsichtig sein muss.
Auf der Anfahrt war uns auf dem letzten Kilometer ein Rettungsfahrzeug entgegengekommen – später lesen wir, dass heute eine Stunde vorher eine Frau von einer der Felsen bei einem Selfie-Versuch in den Canyon gefallen ist und sich wohl schwer verletzt hat.
Die schöne Farbe die trotz des bedeckten Himmels türkis leuchtet, hat der Canyon nicht über das ganze Jahr sondern nur im Sommer, wenn der nahe Stausee kein Wasser an den Fluß ablässt. Sobald Ende des Sommers die braunen Fluten des Kraftwerks den Canyon fluten ist der Anblick weit weniger schön.
Auf dem Rückweg fängt es ordentlich an zu regnen – perfektes Timing und ein heute verlässlicher Wetterbericht.
Übernachtung:
Eidavellir, (8 km nördlich Egilsstadir) – 166 € , sauber, einfach, geräumig, Küche, Türschloß defekt (nur mit Türgriff fest anziehen aufzubekommen) etwas teuer bezüglich Preis/Leistungsverhältnis
Preis/Leistung: 6/von 10
Christina:
Ein Sonnentag und ein Regentag und beide sind toll. Die Wasserfallwanderung muss ich mir merken, wunderbare Landschaft.
Der Basaltsäulen Canyon ist absolut beeindruckend, da kann ich mir gut vorstellen, dass die Selfie/Instagramm Fraktion dort hinfährt.
In Island muss man sich scheinbar keine Gedanken darüber machen, dass Wasserfälle im Sommer/Herbst ausgetrocknet sein könnten, das verhindert der regelmässige Nachschub nehme ich an?
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