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Der Norden Englands – von der Ostküste zum Lake District
Silv:
Die Höhle an Tag 7 gefällt mir richtig gut. Und auch die Landschaft, erinnert sie mich teilweise doch an Norwegen ^-^
Horst:
9.Tag, 12.6.2022 Sonntag
Am Morgen verlassen wir den Lake District und fahren nach Süden Richtung Manchester Flughafen.
Für unterwegs haben wir uns noch einen Abstecher in die Yorkshire Dales eingeplant. Die Yorkshire Dales sind Flusstäler im zentralen Norden Englands die zu den Grafschaften Cumbria und Yorkshire gehören. Die wären fast eine eigene Reise wert. Wir haben uns einen Rundweg zu einigen Wasserfällen herausgepickt, die für uns auch günstig auf der Strecke liegen. In Ingleton gibt es einen großen Besucherparkplatz und ein Besucherzentrum. Von hier startet der Ingleton Waterfalls Trail.
Der Trail hat eine Länge von 7 km und führt an 6 Wasserfällen vorbei. Zunächst folgen wir dem River Twiss der mit seiner Whiskeyfarbe an Flüsse in Schottland erinnert.
Dann erreichen wir die Stelle, die ich für manchen Parkplatz gebraucht hätte – den Money Tree – Baumstämme voller Münzen.
Die Briten sind ja bekannt für ungewöhnliche Traditionen und das scheint mir auch so eine zu sein. Jeder hat hier im Vorbeigehen Münzen in den Stamm getrieben. Wozu weiß ich nicht. Böse-Modus an: sollte es Schönheit, Modegeschmack oder kulinarische Weihen in Aussicht stellen hat es definitiv nicht funktioniert. Böse-Modus aus.
Witzig ist es allemal – und Humor kann man den Briten definitiv nicht absprechen.
Kurz danach erreichen wir den ersten Wasserfall – die Pecca Falls - die in Kaskaden den Fluß hinabfallen.
Auch Hollbush Spout (Wasserfall Nr.2) ist nicht gerade Niagara aber nett anzusehen.
Ein anderes Kaliber ist Thornton Force, ...
... der mit 15 Metern Höhe malerisch über eine Felsklippe rauscht.
Dann verlässt der Weg den Fluß. Grüne Auen mit den obligatorischen Steinwällen ...
... und sanft geschwungene Hügel prägen das Bild.
Es tröpfelt ein bisschen, so daß wir am Eiswagen achtlos vorbei gehen.
Der Weg erreicht den zweiten Fluß (River Doe) und jetzt folgt der schönste Teil des Trails, vorbei an den Kaskaden der Beezley Falls ...
... gewinnt der Fluß deutlich an Temprament und jagt in mehreren Haarnadelkurven durch einen Canyon.
Der Weg führt nun durch eine Klamm vorbei an den Snow Falls ...
... zu einer Brücke über der Baxenghyll Gorge. Der Blick in die Schlucht mit den gleichnamigen Kaskaden bildet den Abschluß der dramatischen Wasserpracht.
Danach plätschert der Fluß wieder breiter und gemächlicher dahin, wobei der Urwaldcharakter bleibt.
Der Weg verlässt den Wald und es geht Richtung Ingleton, vorbei an Ruinen eines ehemaligen Steinbruchs und schließlich nach Ingleton selbst, wo noch einmal Kaffee getrunken wird.
Vorbei an einem Aquedukt geht es zurück zum Parkplatz und auf der Autobahn M6 und M60 nach Süden bis Cheadle Hulme, ganz in der Nähe des Flughafens zu einem Hotel wo diese Reise endet.
Ausnahmsweise wird heute nicht gekocht sondern in einem Pub (sogar bei Live Musik) gegessen. Zu bemerken wäre noch dass das Hotel etwas ungewöhnlich ist. Des Nachts werden nämlich sämtliche Türen abgesperrt. Man kommt also von außen nicht rein von innen vermeintlich nur dann raus wenn man einen Alarm auslöst (die Alarmbeschriftung auf dem Türöffner in die Freiheit war aber wohl nicht aktiv), wie wir am nächsten Morgen erfuhren. Wenn man also nochmal zum Auto möchte kommt man zwar einmal raus – wenn man aber keinen Stein in den Türspalt legt (sich also auskennt) kommt man nicht mehr zurück ins Zimmer.
Übernachtung:
Governor House, Cheadle Hulme, über einem Pub (über Booking.com)
Wertung: 3/10 – klein, hellhörig, und die Geschichte mit den Ausgängen so nicht hinnehmbar
Horst:
Fazit
Das war eine sehr schöne Reise. So erhofft – sonst hätte man sie ja nicht gemacht – aber das Nord England soo viele Pfeile im Köcher hat – und man bei der Planung so derart die Qual der Wahl bekommen würde – das hätte ich nicht gedacht. 6 Wochen hätten locker mit Top-Zielen gefüllt werden können.
Das ist wirklich eine absolut starke Region, die im Konzert der großen Reiseziele sicherlich ein Schattendasein führt. Gut so, dadurch ist es nicht so überlaufen.
Zusammen mit Nordspanien für mich die größte Entdeckung der letzten 10 Jahre.
Ob es noch genug für eine zweite Reise hergibt oder andere Ziele sich dann doch wieder in den Vordergrund schieben wird man sehen. Auf jeden Fall hat die Region wahnsinnig Spaß gemacht und wirklich alles angeboten was das Herz begehrt.
Highlights waren natürlich allen voran die Bootstour zu den Inner Farne Islands, die Cat Bells Wanderung in Lake District, Langedale Valleys im Lake District, Flammborough Coast mit Bempton Cliffs und Whitby(für mich der stärkste Küstenort Britanniens), nicht zu vergessen die Wanderung vom Honester Pass im Lake District.
Danke fürs Mitlesen!
Silv:
--- Zitat von: Horst am 20. August 2022, 22:24:00 ---
Die Briten sind ja bekannt für ungewöhnliche Traditionen und das scheint mir auch so eine zu sein. Jeder hat hier im Vorbeigehen Münzen in den Stamm getrieben. Wozu weiß ich nicht. Böse-Modus an: sollte es Schönheit, Modegeschmack oder kulinarische Weihen in Aussicht stellen hat es definitiv nicht funktioniert. Böse-Modus aus.
Witzig ist es allemal – und Humor kann man den Briten definitiv nicht absprechen.
--- Ende Zitat ---
Allemal besser als die Kaugummiwand in Seattle :))
Vielen Dank fürs Mitnehmen! War wirklich eine tolle Reise und definitv auf der "Wo würde ich gerne noch hinfahren - Liste" aufgenommen.
Silvia:
Wie schon vorbei ... aber wir sind doch erst losgefahren in diese herrliche (für mich teilweise sehr irische) Landschaft
Ein herzliches Dankeschön für diesen traumhaft schönen Bericht, der bestimmt nicht nur bei mir Sehnsucht auslöst. Die letzten drei Tage waren ja echt nochmal der Hammer :herz:
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