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Nach 2,5 Jahren und 6 Umbuchungen – USA 2022
Ilona:
Überraschung
2. Teil
Danke für eure Geduld. Es geht weiter :adieu:.
Schon im Kindesalter faszinierten mich Hubschrauber. Allerdings bin ich noch nie in einem geflogen und es wurde so langsam Zeit.
Während der Reiseplanung entdeckte ich, dass es in Page Heli-Flüge über meine geliebten roten Steine gibt. Es konnte schließlich keinen schöneren Ort für das erste Mal geben. Ich wartete allerdings sehr lange mit der Buchung und dann war der letzte Flug um 15:30 Uhr ausgebucht. Kurzum reservierte ich den ersten Flug für den Folgetag. Damit wollte ich an dem Abend Heiko überraschen. Nun schrieb mir aber jemand auf Deutsch, dass der Pilot krank geworden ist und ich war überrascht.
Auf meine Antwort hin erhielt ich das Angebot, dass wir um 15:30 Uhr am Flughafen sein sollen. Ein Pilot würde ausnahmsweise Überstunden machen .
Mittlerweile war es 15:15 Uhr und die Steaks lagen auf den Tellern vor uns. So schnell haben wir noch nie Steaks gegessen, bezahlt und sind dann zum Flughafen gefahren.
Dort begrüßte uns am Schalter von Papillon Helicopters ein Angestellter auf Deutsch. Er hatte mir die Nachrichten geschickt. Die Flüge hatte ich online bezahlt, aber vor Ort war noch ein Kerosinzuschlag von 15 $ pro Person zu entrichten.
Es gesellten sich vier Amerikaner zu uns. Wir schauten ein Video bezüglich der Sicherheitsvorkehrungen an und jeder bekam einen kleinen gelben Beutel mit einer Rettungsweste umgeschnallt. Der deutschstämmige Mitarbeiter war überheblich und witzelte auf Englisch über seine Landsleute. Falls jemand Flugangst hat, kommen seine Witze zudem nicht gut an.
Er fragte, wer das erste Mal in einem Heli fliegt. Dann sagte er uns, wo jeder sitzen würde. Eine Amerikanerin und ich waren die Rookies. Wir bekamen die hinteren Fensterplätze zugeteilt. Ihre Freundin und Heiko saßen in der Mitte. Die Frontsitze neben dem Piloten ergatterte ein junges Paar. Ob die je 50 $ dafür bezahlt haben, das weiß ich nicht. Die erste Reihe kann man gegen diesen Aufpreis gleich mitbuchen.
Jedenfalls schwebte unser Heli um 16 Uhr ein.
Bei laufenden Rotoren half der deutsche Auswanderer beim Aus- und Einsteigen sowie beim Anlegen des Sicherheitsgurtes.
Noch die Kopfhörer auf und wir waren startklar.
Wir flogen über den Antelope Canyon
und steuerten auf den Tower Butte zu. Der Pilot flog links um den Felsen und zog dann den Heli hoch
und schon landeten wir auf dem Tower Butte .
War das schön da oben. Den westlichen Teil vom Butte durften wir nicht betreten. Das erlauben die Navajo nicht, weil es ein Vogelschutzgebiet ist.
Nach 20 Minuten funkte der Tower, dass es Zeit zum Aufbruch ist.
Wir hoben ab
und der Pilot flog über die Seitenarme vom Lake Powell,
Antelope Marina,
an der Staumauer vorbei
zum Horseshoe Bend.
Dann ging es zurück in Richtung Airport. Dort unten (New Wave, Radio Tower Rock) waren wir vor einigen Jahren zu Fuß unterwegs.
Nach 45 Minuten landeten wir in Page. Das war ein so tolles und viel zu kurzes Erlebnis! Mein Jungfernflug war herrlich und mit der Tower Butte Landung außergewöhnlich. Ich schwebte den Rest des Tages auf Wolke Sieben .
Danach fuhren wir zum Comfort Inn und checkten ein. Ich hatte ein Zimmer mit Balkon reserviert. Der schmale Balkon hat leider keine Sitzgelegenheit, aber wenigstens konnte man nachts die Türe offen lassen.
Eine der Twins vom Gone West Restaurant lud uns beim Verabschieden zur abendlichen Live-Musik ein. Anscheinend handelte es sich aber um eine geschlossene Gesellschaft, denn die unwirsche Dame am Einlass wimmelte uns um 19 Uhr ab. Dann eben nicht. Erlebt hatten wir an dem Tag doch genug.
Übernachtung: Comfort Inn & Suites, Page
Preis: 96,33 $ inkl. Tax
Christina:
--- Zitat von: Rainer am 07. Februar 2023, 19:50:45 ---
--- Zitat von: Christina am 07. Februar 2023, 18:07:11 ---Über die Unsitte manche Dinge nur noch Online kaufen zu können...
--- Ende Zitat ---
Naja, was heißt "Unsitte"? Wie man es macht, macht man es wohl falsch. Es ist ja ein Dauerthema, dass Deutschland so "schlecht" digitalisiert ist. Und jetzt gibt es mal Dinge (ok, nicht in Deutschland, aber daraus kann man ablesen, wie es in Deutschland "wäre wenn"), die voll digital im Internet vertrieben werden - und dann ist es eine "Unsitte"?
Dass man für eine Übergangszeit die analoge Welt und die digitale Welt (mit entsprechendem Personalmehraufwand) weiter betreibt, dafür hätte ich ja noch Verständnis. Aber grundsätzlich nach Digitalisierung zu rufen (was ich persönlich für richtig halte, so nervt es mich beispielsweise tierisch, dass ich für einen neuen Personalausweis oder Pass immer noch persönlich beim Amt erscheinen muss und dann auch noch lange warten muss) und dann "Unsitte" zu rufen, wenn es die Digitalisierung konsequent gibt - finde ich ehrlich nicht sehr konsequent. Also wollen wir das, oder wir wollen es nicht? Aber wir können es nicht erst verlangen, und wenn es dann da ist, es als Unsitte abtun.
Wenn solche Dinge bis zum Ende konsequent umgesetzt werden (und das gibt es durchaus auch schon), dann kann man zu jeder Tages- und Nachzeit und an jedem Ort ein Ticket mit dem Smartphone kaufen und in ein sog. Wallet ablegen. Diese Apps gibt es zuhauf jetzt schon (wobei eine einzige reichen würde) und das ist doch beguem und elegant bis zum geht nicht mehr. Man muss nicht zu irgendeinem Ticketshop laufen und im schlimmsten Fall Cash irgendetwas kaufen. Alles wird digital erledigt, inkl. die Zahlung mit seinem (Google/Apple) Account. Eigentlich ist das doch genial?! Ich selbst habe auch die Hoffnung, dass selbst unser Ausweis (Pass/Perso) nur noch auf dem Smartphone existiert. Wenn wir in den Niederlanden zum Strand fahren und den kostenpflichtigen Parkplatz nutzen wollen, müssen wir genau NICHTS mehr machen. Wir sind in einer App ("EasyPark") registriert mit unserem Kennzeichen und beim Befahren des Parkplatzes wird das Kennzeichen automatisch gescanned und die Gebühren zugeordnet. Einfacher geht es nicht mehr.
--- Ende Zitat ---
Wenn es um Dinge geht, die nur die Einwohner des jeweiligen Lands betreffen, wie Personalausweis oder auch z.b. eine Jahreskarte für den öffentl. Nahverkehr ist das i.O., vielleicht sogar wünschenswert, dann kann alles bequem von zu Hause einrichten und brauche es dann auch regelmässig. Aber bei Dingen, die man als Tourist braucht und das in Gegenden in denen viele Touristen üblich sind, z.b. Einzelfahrkarten oder Wochenkarte oder Parken oder Eintritt zu Parks empfinde ich es als Unsitte, weil man als Tourist eben entweder wie bei Europa/USA u.U. keine Internetverbindung außerhalb von W-Lans hat, weil man eine extra SIM Karte bräuchte (wie jetzt hier Ilona) oder weil man erst eine App laden müsste und Zahlungsdaten hinterlegen, die man nur einmal braucht oder oft sogar, z.B. beim Parken in Norwegen habe ich das gelesen, nur möglich ist, mit nationaler Bankverbindung (dort ist es inzwischen wohl so gelöst, dass man als Ausländer wieder Geld einwerfen bzw. in einem Umschlag hinterlegen darf).
Aber es ist mir durchaus bewusst, dass die Digitalisierung fortschreitet und es tatsächlich irgendwann gar nicht mehr ohne funktionierendes Smartphone geht. Allerdings hoffe ich da noch auf weiteren Fortschritt im Bereich Tourismus, z.B. dass man im öffentlichen Nahverkehr (und beim Parken wäre das auch möglich), direkt mit Kreditkarte zahlen kann, dann braucht keine App, kein Internet. In London, auf Mallorca und z.B. in der finnischen Stadt Turku ist das beim Nahverkehr heute schon so. Das Zahlen von Parkgebühren und Maut über die Autonummer geht ja auch in die Richtung, hier aber das Problem, dass man bei Mietautos dann immer noch die Bearbeitungsgebühr der Vermieter zusätzlich bezahlt.
Christina:
Was für ein Glück, dass es doch noch mit dem Hubschrauberflug geklappt hat, die Landschaft sieht toll aus von oben und dass dann auch noch eine Zwischenlandung dabei war, war sicherlich das I-Tüpfelchen. Mir wird ja bei jeglichen Kurven oder auf und ab schon gleich schlecht (beim Landeanflug auf Helsinki war ich mal wieder entsetzt, wie schnell das bei mir geht, nur ein paar Turbulenzen wegen ein paar dünnen Wolken und schon muss ich froh sein, wenn ich nicht die Spuktüte verwenden muss :(
Heiko war wohl sehr überrascht und erfreut über den Flug?
Schade mit der Live Musik, aber wie du schreibst, hattet ihr ja einen wunderschönen, erlebnisreichen Tag hinter euch.
Paula:
Rote Steine von oben :anbeten:
Tolle Idee, das kannte ich bisher nur vom Grand Canyon. Ich leide zwar an Höhenangst und Karusellfahren geht auch gar nicht aber einen Hubschrauberflug würde ich mich auch trauen. Ich nehme an dass der Pilot so ruhig wie möglich geflogen ist damit man gut fotografieren kann. Darf ich fragen was das gekostet hat?
Dass ihr dann on top gelandet seid auf einem Felsen wo man sonst keine Chance hat hinzukommen ist wirklich die Krönung, einfach klasse!
Rainer:
--- Zitat von: Christina am 08. Februar 2023, 18:00:39 ---Wenn es um Dinge geht, die nur die Einwohner des jeweiligen Lands betreffen, wie Personalausweis oder auch z.b. eine Jahreskarte für den öffentl. Nahverkehr ist das i.O., vielleicht sogar wünschenswert, dann kann alles bequem von zu Hause einrichten und brauche es dann auch regelmässig. Aber bei Dingen, die man als Tourist braucht und das in Gegenden in denen viele Touristen üblich sind, z.b. Einzelfahrkarten oder Wochenkarte oder Parken oder Eintritt zu Parks empfinde ich es als Unsitte, weil man als Tourist eben entweder wie bei Europa/USA u.U. keine Internetverbindung außerhalb von W-Lans hat, weil man eine extra SIM Karte bräuchte (wie jetzt hier Ilona) oder weil man erst eine App laden müsste und Zahlungsdaten hinterlegen, die man nur einmal braucht oder oft sogar, z.B. beim Parken in Norwegen habe ich das gelesen, nur möglich ist, mit nationaler Bankverbindung (dort ist es inzwischen wohl so gelöst, dass man als Ausländer wieder Geld einwerfen bzw. in einem Umschlag hinterlegen darf).
--- Ende Zitat ---
Sicherlich hat es für einen geringen Anteil Menschen auch mal Nachteile. Aber wir sind ja selbst überall auf der Welt Touristen (nur nicht zu Hause) und alle Ausländer sind dafür bei uns zu Hause Touristen. D.h. Touristen und Einheimische gibt es überall und in der Regel sind die Einheimischen in der großen Überzahl. Wenn ich jetzt anfange zu trennen, eine Leistung für Einheimische und eine Leistung für Touristen zu erbringen, dann habe ich nichts gewonnen und habe nun noch mehr Aufwand als ohne Digitalisierung.
Ja, das ist dann so, dann muss man ggf. eine SIM des Landes haben, in welchem man (mal) als Tourist auftaucht (wobei sich sehr viele Dinge auch im WLAN des Motels am Abend vorher erledigen lassen - man muss eben nur dran denken). Deutsche sind ja beispielsweise eine absolute Minderheit unter den USA Touristen (nicht einmal 3%). Die allermeisten "Touristen" in den USA sind Einheimische. Was nicht so ganz untypisch ist, auch in Deutschland sind die meisten Touristen wiederum Deutsche. Und in den USA ist die Digitalisierung schon deutlich weiter fortgeschritten als bei uns, die Amerikaner sind es viel gewohnter als wir Deutschen, mit Apple Pay oder entsprechenden Apps zu bezahlen. Ich hatte schon 2 USA SIM Karten hier liegen, als ich die Reise im September dann doch abgesagt habe. Das gehört inzwischen auch zu einer Reisevorbereitung, die Infrastruktur und die Gegebenheiten vor Ort zu "ergooglen" und sich entsprechend auszurüsten. Ist ja nicht so, dass die unbezahlbar sind oder dass sie schwer zu bekommen wären. Bei Amazon ist eine Riesenauswahl, da ist für jeden etwas dabei.
--- Zitat von: Christina am 08. Februar 2023, 18:00:39 ---Aber es ist mir durchaus bewusst, dass die Digitalisierung fortschreitet und es tatsächlich irgendwann gar nicht mehr ohne funktionierendes Smartphone geht. Allerdings hoffe ich da noch auf weiteren Fortschritt im Bereich Tourismus, z.B. dass man im öffentlichen Nahverkehr (und beim Parken wäre das auch möglich), direkt mit Kreditkarte zahlen kann, dann braucht keine App, kein Internet. In London, auf Mallorca und z.B. in der finnischen Stadt Turku ist das beim Nahverkehr heute schon so. Das Zahlen von Parkgebühren und Maut über die Autonummer geht ja auch in die Richtung, hier aber das Problem, dass man bei Mietautos dann immer noch die Bearbeitungsgebühr der Vermieter zusätzlich bezahlt.
--- Ende Zitat ---
Es wäre genauso einfach, wenn man mit dem Smartphone via Apple Pay / Google Pay zahlen könnte. Braucht man auch keine eigene App. Wegen mir bräuchte man nur noch ein Smartphone. Die Zahlerei direkt mit Kreditkarte ist auch ein zweischneidiges Schwert, das ist nämlich keine echte Kreditkartenzahlung (die müßte mit PIN autorisiert werden, das ist natürlich viel zu aufwändig), sondern geschieht über diesen NFC-Chip, mit dem man bis zu 20€ (bei manchen Instituten auch bis zu 50€) pro Monat ohne Autorisierung(!) direkt zahlen kann. Das erzeugt aber bei so vielen Deutschen ein starkes Unsicherheitsgefühl, dass sie den Chip nicht nutzen, versuchen ihn "abzustellen", bis hin zur Zerstörung. Sprich: Deutsche wollen das nicht. Ich kann es auch teilweise nachvollziehen und es ist auch keine echte Digitalisierung. Es ist ein bißchen blauäugig umgesetztes Zahlungswesen.
In den USA zahlen schon sehr viele Menschen mit dem Smartphone. Das ist die Zukunft. Ich habe das schon vor 5 Jahren gesehen, dass die Gäste bei Starbucks beispielsweise an der Kasse nur noch mit dem Smartphone gewedelt haben. Und dass man als ausländischer Tourist ggf. selbst Sorge dafür tragen muss, dass man vor Ort auch eine Internetverbindung hat - daran werden wir uns gewöhnen müssen. Wobei ja viele Anwender auch Apple iPhone oder hochwertige Android Handys benutzen, die besitzen eine sog. eSIM (viele wissen das gar nicht, resp. wissen nicht, was das eigentlich bedeutet), mit dieser eSIM können sie überall auf der Welt Internetzugang bekommen, ohne eine zusätzliche "normale" SIM einlegen zu müssen. Man muss einen Anbieter finden, der Tarife vor Ort anbietet. Bei www.airalo.com gibt es beispielsweise weltweite Angebote für eSIMs.
Wir befinden uns aktuell in der weltweiten Umstellungsphase zur Digitalisierung und wir sind es einfach noch nicht gewöhnt. Für die nächste Generation sieht das sicherlich schon ganz anders aus, die jungen Leute machen ja jetzt schon alles nur noch mit dem Smartphone.
Und um mal ein abstruses Beispiel zu nennen, wo die alte analoge Welt "für die Touristen" auf absurde Art weitergeführt wird: in San Francisco kann man auch seit geraumer Zeit mit einer App ein Tagesticket/3-Tagestickes/Wochenticket/Monatsticket für die "Öffis" kaufen, inkl. Cablecar (die Touriattraktion schlechthin), die Tarife sind sehr moderat. Es gibt aber immer noch die Möglichkeit, eine Einzelfahrt beim Schaffner der Cablecar zu kaufen. Preis: 8,50$(!!!!!). Für eine einzige Fahrt.... Wer sich für die App und für die Preise interessiert: https://www.sfmta.com/getting-around/muni/fares/munimobile
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