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Spätsommer auf der "Insel der Schönheiten" - Korsika 2.0
Susan:
Hat doch wieder länger gedauert als gedacht, nun aber
Weiter geht's ...
Auf dem Rückweg zum Roller spazieren wir nicht die Uferpromenade entlang, sondern durch die Rue Notre Dame; quasi Fußgängerzone und Flaniermeile. Gleich am Anfang steht ein Turm, der oft ebenfalls als Genueser Turm bezeichnet wird. Tatsächlich wurde er jedoch im 17. Jahrhundert von der Famile Fabiani als Lagerturm, speziell für Salz, errichtet. Ein Wachturm wurde er erst unter Paoli und dann später unter französischer Herrschaft Gefängnis und Munitionslager. Er wurde durch eine Explosion teilweise zerstört und erst 2012 restauriert.
Hier mal ein schöneres Bild
Die Straße ist gesäumt von allerlei Geschäften und Lokalen. Es ist einiges los hier.
etwas sonniger
Insgesamt hat uns Isula auch sehr gefallen.
Auf der Rückfahrt nach Calvi steuern wir noch Algajola an, in den meisten Reiseführern zumindest als sehenswert erwähnt. Bereits die Phoenizier hatten hier eine Siedlung, später unter genuesischer Herrschaft war es ein bedeutender Stützpunkt, zeitweise sogar mehr als Calvi. Ein Türkeneinfall brachte den Untergang. Übrig geblieben ist die Festung, die sich heutzutage im Privatbesitz befindet.
Ansonsten gibt es noch einen großen schattigen Platz und eine kleine Straße mit Läden.
Wir parken am Bahnhof und kommen direkt zum zugänglichen Teil der Festung, den Bastionen.
Von dort blicken wir auf den Strand von Aregno, dem eigentlichen Grund, warum die Leute nach Algajola kommen.
Teil des Castells
Wir können die Bastion entlang spazieren und wieder mal die ungewohnte Brandung bestaunen.
Auf der Hinfahrt ist mir ein Intersport Geschäft aufgefallen. Dort halten wir, um nach einem Campingstuhl Ausschau zu halten. Tatsächlich finden wir einen, nicht ganz so wie der Zusammengebrochene, aber immerhin. Bleibt die Transportfrage. Leichtsinnigerweise schlage ich vor, zu Fuß mit dem Stuhl zum Campingplatz zu gehen. Die Entfernung ist dann etwas weiter als in meiner Erinnerung; besonders mit dem Schleppen des doch etwas sperrigen Stuhls. :girly: Zur Belohnung darf ich ihn dann auch einweihen ;D Zum Sitzen und Relaxen ist er dann auch sehr nett, gleich mit Fußteil zum entspannten Fastliegen. Für's Essen ist er dann doch nicht ganz das Wahre, doch besser als der bisherige Ersatzstuhl.
Heutige Strecke
Christina:
Die Fußgängerzone von Isula sieht auch sehr nett aus, auch die "Decken" dekoration.
Sehr schöne Fotos von der Brandung im Gegenlicht.
Als du von der Transportfrage geschrieben hast, war ich kurz etwas verwirrt und dachte, warum sollte in einem Wohnmobil kein Platz für einen Campingstuhl sein - aber ihr wart ja auf dem Roller unterwegs :totlach:
Susan:
14. September Fangotal & Galeria
:strahl: und kaum noch Wind - genau das richtige Ausflugswetter :))
Zu unserem ersten Ziel wählen wir die schnellere Strecke durch's Hinterland. So können wir rechts auf die T30 abbiegen und kommen dann auf die D81. Am Flughafen von Calvi vorbei rollern wir hinauf zum 443 m hohen Marsolinu Pass. Das hört sich erstmal nicht hoch an, doch wenn man quasi von null kommt, sind das einige Kurven. Weiter geht's hinunter ins und durch das einsame Marsolino-Tal bis zur Brücke über den Fluss Fango. Ein breites Flussbett, doch wir sehen mehr Steine als Wasser.
Ein Stückchen begleitet die D81 den Fluss ehe sie nach Süden abdreht. Wir folgen daher der D351 ostwärts ins Fangotal. Dies ist ein weiteres der korsischen Täler, die für ihre schönen Badestellen bekannt sind. Schon von Anfang an sehen wir Schilder, die das Parken am Straßenrand (im Sommer) verbieten. Da muss hier dann wohl einiges die Hölle los sein. ::)
Wir halten am ersten großen Parkplatz und spazieren zur Ponte Vecchiu, einer alten Bogenbrücke.
Von der Brücke aus können wir schon die beliebte Badestelle hier sehen.
Auf der anderen Seite der Blick in die Berge
Paglia Orba 2525 m und Konsorten
Um zur Badestelle zu kommen und für Bilder der Brücke quert man sie am besten.
von der anderen Seite
Auf dieser Seite des Flussufers führt ein Teil des Fernwanderwegs Mare e Monti entlang, das könnte man für eine kürzere Wanderung bis zum Ort der nächsten Brücke nutzen (ca. 3,5 km). Ich folge dem jedoch nur ein kurzes Stück. Einige machen diese Wanderung sogar im Fluss. Mit Schwimmstrecken zwischendurch braucht man da aber entsprechende Ausrüstung.
Wir fahren mit dem Roller weiter ins Tal hinein und zwar ganz bis ans Ende im Weiler Montestremu. Vom Fango selbst sieht man auf der Strecke selten etwas, aber Zufahrten und Parkplätze für weitere Badestellen. Der Weiler selbst besteht aus ein paar alten Häusern und drei Herbergen, wohl hauptsächlich von Wanderern besucht.
Blick von hier oben
Wenn wir von hier aus nordöstlich über die Berge gehen würden, kämen wir in Haut Asco heraus; Luftlinie 5 km. Tatsächlich geht laut Karte ein paar Kurven tiefer ein Weg dorthin ab. Hier fällt uns auch zum ersten Mal dieser Baum auf
Wir tippen richtig auf eine Kastanienart und zwar die, mit denen hier auf Korsika alles mögliche hergestellt wird, von Keksen bis Bier. ^-^
Da wir keine Bergwanderung unternehmen wollen, rollern wir wieder hinunter ins Tal. Kurzer Stopp an einer Brücke über einen Zufluss des Fangos.
Von hier aus sehen wir auch Montestremu oben am Hang unter den 2000er Gipfeln.
Kurz danach Fotostopp bei der Eglise Saint Pancras in Bardiana. Da die Tore zugesperrt sind und ich nicht so groß bin wie ein Streetview Kameraauto, bekomme ich Kirche und Turm nur getrennt abgelichtet. ::)
Nächster Halt ist die Aire de Treccia mit einem recht großen Parkplatz. Wir spazieren hinunter zum Fangoufer
ziemlich steinig hier
Weiter hinten gibt es auch Becken zum Baden
Picknick Pause!
Susan:
--- Zitat von: Christina am 03. Dezember 2024, 18:18:38 ---Als du von der Transportfrage geschrieben hast, war ich kurz etwas verwirrt und dachte, warum sollte in einem Wohnmobil kein Platz für einen Campingstuhl sein - aber ihr wart ja auf dem Roller unterwegs :totlach:
--- Ende Zitat ---
Mit dem WoMo dort vorzufahren, wäre sicherlich einfacher gewesen. Und bis Montag - wo wir da sowieso lang kämen - wären die Stühle bestimmt auch nicht ausverkauft gewesen. ;D
Susan:
Wir rollern weiter ...
flussabwärts. Die Tuarelli Brücke mit tiefen Badebecken und einem 12 m hohen Sprungfelsen haben wir irgendwie verpasst. Später bei Streetview gesehen, dass das leicht passieren kann. Der Abzweig ist recht unscheinbar.
Wir fahren die D351 weiter westwärts bis zum ehemaligen Fischerdorf Galeria. Da der Ort eine ganze Ecke abseits der Küstenstraße liegt, kommen wenig Urlauber hierher. Die Mehrheit sind Wanderer, denn Galeria ist Etappenziel der Wanderung Mare e Monti. Bei der Anfahrt sehen wir noch oben an der Steilküste eine Seltenheit auf Korsika, einen Wohnmobilstellplatz. Wir fahren durch bis zum neu angelegten Hafen. Von dort aus haben wir einen weiten Blick auf Strand und Ort
Hier ist ziemlich viel Seegras angespült, wahrscheinlich wegen des starken Winds die Tage. So eklig das abgestorben ausschaut (und zuweilen stinkt ), Seegras bindet beachtliche Mengen Kohlenstoff und sorgt für das klare Wasser hier.
der kleine Hafen
und im Hintergrund der Strand vom Fangodelta. Der steht unter Naturschutz und man darf dort nicht Baden.
Wir finden eine Strandbar, die auch Eisbecher im Programm hat ;D
Für den Rückweg nach Calvi wählen wir die Küstenstraße D81B. Die ist schmal, kurvig und teilweise im miserablen Zustand; nicht für WoMos zu empfehlen. Wären da nicht die vielen Schlaglöcher könnten wir diese Bergtour durchaus genießen. Stellen für Fotostopps gibt es kaum.
Wir kommen an Überresten von Fabrikgebäuden vorbei. Die gehören zur alten Argentella Mine, in der Silber, Kupfer und Blei geschürft wurden. Außerdem gibt es Stichstraßenpisten zum Strand von Argentella und den Ruinen des Château Prince Pierre, das einst ein Cousin Napoleons erbaute. Heute wird drumherum ein Bio-Weingut betrieben.
Einen Parkplatz gibt es dann an der Zufahrt zur Revellata Halbinsel. Sie kann über unbefestigte Straßen befahren werden, ansonsten gibt es Wanderungen zu kleinen Stränden und dem Leuchtturm.
Es ist schon etwas spät für weitere Erkundung, außerdem haben wir schon genug Holperstrecke hinter uns. Auch die Fahrt hinauf zur Kapelle Notre Dame della Serra lassen wir ausfallen.
Kurz vor Calvi stoppen wir noch an einem Aussichtspunkt mit Kreuz.
Blick auf die Zitdelle
und aufs Meer
Ein Korse spricht uns an: wir hätten heute Glück und könnten am Horizont sogar das Festland sehen. Auf dem Foto erkennt man nichts. Vor Ort jedoch mit angestrengtem Schauen meinen wir Berge zu erkennen. Oder sind es doch nur Wolken? ;)
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