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Mit dem Mietwagen durch den Süden von Peru – 2024
Heike Heimo:
15.05.2024 Puno Umgebung
Auch an diesem Tag standen wir wieder früher auf, um vor dem Beginn der Baustelle durchzukommen.
Wir wollten die verschiedenen Sehenswürdigkeiten zwischen der Grenze zu Bolivien und Puno besichtigen. Das erste Ziel war die mit 1 3/4 Stunde Fahrzeit am weitesten entfernte Playa de Queñuani. Auf der Zufahrt sind wieder unzählig Strohmänner zu sehen.
Hier befindet sich eine Tempelanlage der Inka direkt am See. Treppen und Zeremonienplätze sind in den Felsen geschnitten.
Lieder ist der Platz wie so oft in Peru völlig vermüllt. Ein großes Problem in diesem Land.
Es soll einen Mond, vermutlich weil der Schnitt im Felsen so aussieht und einen Sonnentempel gegeben haben. Wir inspizierten natürlich das Bauwerk.
Die Aussicht vom obersten Zeremonienplatz war sehr schön. Man konnte es sich gut vorstellen, wie es gewesen sein musste, wenn Kerzen geleuchtet oder Feuer gebrannt haben und Menschen am Vorplatz gestanden sind.
Um den Platz zu schützen haben sie eine Abflussrinne in den Felsen geschlagen.
Nach dem Verlassen der Anlage, spazierten wir noch etwas der Küste entlang.
Bei der Rückfahrt kauften wir im Ort vor der Kreuzung mit der Hauptstraße Wasser. Im hinteren Teil des Geschäftes war die „Fleischabteilung“.
Im Nebengeschäft wollte Heike 2 Packungen Chips kaufen. Sie gab der Inhaberin einen Geldschein. Die Frau nahm ihn und sagte passt so, zumindest klang es so. Das war aber in keinem Verhältnis zum Wert der Chips. Die Inhaberin konnte gar nicht so schnell schauen, wie ihr Heike den Schein wieder aus der Hand zupfte und ihr die Chipspackungen die Hand drückte. Husch war sie im Auto und weg waren wir.
Unser nächstes Ziel war das Portal von Aramu Muru oder Ajayu Marka oder auch Willka Uta genannt. Der Eingang liegt unweit der Hauptstraße.
Es wird ein geringer Eintritt von den Einheimischen verlangt. Übersetzt bedeuten die Namen Seelen-Tor oder Sonnen-Tor und liegt am Fuß der Felslandschaft. Klassisch wissenschaftlich erforscht wurde die Anlage noch nicht. Es gibt aber natürlich Mythen und Theorien, die bis zu einem Stargate handeln, mit den zu anderen Galaxien gereist werden kann.
Mal schauen, ob es etwas passiert, wenn das T betreten wird.
So einfach dürfte es nicht sein, wir sind nicht Lichtjahre entfernt. Das Tor liegt in einer grandiosen Felslandschaft. Die sehr an den Südwesten der USA erinnert.
Bald erreichten wir ein Felstor. Das einen Blick auf das Land dahinter öffnete.
Schön zu sehen ist wie kleinstrukturiert die Landwirtschaft ist.
Der Ausblick auf unserer Seit ist aber auch nicht schlecht.
Auf dem Rückweg machte ich noch einen Abstecher auf eine Felsnadel.
Ganz oben gibt es einen Aussichtspunkt mit grandiosem Blick auf den See.
Auf der Felsspitze befindet sich ein Steinschälchen, wie es sie auch bei uns von den Kelten gibt.
Wir fuhren weiter zu den Chullpas von Molloco. Auch bei diesen Chullpas handelt es sich um Grabtürme. Hier sind sie eckig, nur einer ist rund.
Die Öffnungen sind wieder nach Osten ausgerichtet.
Über einem Eingang waren Schlangen in einer Art Doppelhelix zu sehen.
Die Innenräume mit einer Nische sind gut erhalten.
Für die Unterklasse in der Bevölkerung gab es nur kleine Hohlräume, die unterirdisch angelegt waren.
Wir gingen auf den Höchsten Punkt. Von hier hatten wir wieder einen schönen Ausblick auf die Ebene.
Auf unserer Weiterfahrt kamen wir an einer ehemaligen Mautstation vorbei, die bei den Unruhen im letzten Jahr geplündert und zerstört worden war.
Im Ort Chucuito besuchten wir noch die Tempelanlage Inca Uyo. Wieder ein meisterliches Bauwerk.
Das besonders an dieser Anlage sind die vielen pilzähnlichen Steinskulpturen.
Der Pilz beim Eingang hatte einen Schlitz, der mit dem Sonnenstand zu einem bestimmten Tag übereinstimmt. Dahinter stand ein Stein mit einem Vogelrelief.
Gleich nach dem Ort begann der Stau vor der Baustelle. Ich hatte versucht, einen Zeitbereich zu erwischen, bei dem die Baustelle geöffnet sein sollte. Tatsächlich hatten wir Glück. Wir mussten nicht lange warten, bis es weiterging. Im Wartebereich verkauften Straßenverkäufer Getränke und Snacks. Als alle in die Fahrzeuge sprangen, wurden die Becher und Verpackungen von den Wartenden einfach auf den Wegesrand und in die angrenzende Wiese geschmissen.
Um zum Hotel zu gelangen, musste ich links abbiegen. Da Gegenverkehr kam, ordnete ich mich mittig ein, obwohl ich wusste, dass das ein No-Go in Peru ist. Hinter mir begann ein Hupkonzert mit langen Hupen (übersetzt du Ar…) von vielen Fahrzeugen. Überholen konnten sie mich wegen dem Gegenverkehr nicht. Als die beiden Autos vorbei waren, bog ich rasch ein. Gibt es keine Abbiegespur und es sind mehr als ein Fahrzeug hinter dem eigenen Auto, ist besser zuerst rechts ranzufahren und zu warten, bis alle vorbei sind. Danach ist ein ungefährdetes Linksabbiegen möglich. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass man beim Linksabbiegen vom überholden Verkehr abgeschossen wird.
Es war nun früher Nachmittag. Wir beschlossen nach einem kleinen Mittagsschläfchen in die Stadt zu fahren. Hier stärkten wir uns mit einem guten Essen und wir hoben Geld beim Bankomaten ab.
Am Abend gab es noch etwas Süßes mit Pisco Sour.
Paula:
Die roten Felsen erinnern wirklich an den Südwesten der USA, in Kombination mit so erstaunlichen Bauten wie dem Sonnentor sieht es aber noch viel interessanter aus. Ich finde den Anblick auch spacig, es wundert mich nicht dass da Mythen von Außerirdischen entstehen. Sehr faszinierend das ganze, ich beneide euch ein bisschen, ich würde das schon gern mal mit eigenen Augen sehen aber mit meiner Höhenunverträglickeit ist das leider nicht drin. Und Autofahren würde ich mich auch nicht trauen, links abbiegen muss man doch öfter mal…. Respekt wie ihr das alles gemeistert habt!
Silvia:
An diesem Tag waren es sehr unterschiedliche Anlagen und wieder sehr interessant, die Pilze sehen ja echt lustig aus
Jedes Mal wenn ich lese mit Ausblick oder wir gehen hoch bekomme ich alleine schon bei dem Gedanken Schnappatmung :verpiss:
Heike Heimo:
--- Zitat von: Silvia am 05. Januar 2025, 15:44:49 ---
Jedes Mal wenn ich lese mit Ausblick oder wir gehen hoch bekomme ich alleine schon bei dem Gedanken Schnappatmung :verpiss:
--- Ende Zitat ---
Es hat nur einen Tag gedauert, um sich an die neuerliche Höhenveränderung zu gewöhnen und ging ohne körperliche Probleme, außer einer geringen Kurzatmigkeit beim schnelleren Gehen am ersten Tag in Puno.
Heike Heimo:
16.05.2024 Bei den Uros auf dem Titicaca See
Bis wir zum Hafen mussten, bei dem die Inselbesucher abgeholt werden, hatten wir noch Zeit. So konnten wir ausschlafen und später Frühstücken. Beim Frühstück beobachteten wir Bustouristen, die gestern angekommen waren. Eine Frau am Nebentisch litt sichtlich an der Höhenkrankheit. Sie war ganz weiß im Gesicht und konnte nicht essen. Dabei wäre es so wichtig gewesen.
Da noch Zeit war inspizierte ich den Steg vom Hotel zum Titicaca See. Von Endes des Steges war die gesamte Bucht von Puno zu sehen.
Zurück im Zimmer konnte ich einen Polizeitrupp beobachten, der am Hotel vorbei marschierte. Es sah aus wie ein Ausbildungstrupp und sie sahen schon recht müde aus. Die Ausbildner schwirrten um die Truppe um sie zu „motivieren“.
Am späten Vormittag verließen wir das Hotel und fuhren auf die andere Seite der Bucht. Hier befindet sich der kleine Hafen, bei dem die Touristen zum Besuch der schwimmenden Inseln abgeholt werden. Nach einer kurzen Wartezeit kam unser Gastgeber mit einem Boot. Er führte uns zu einem Haus mit einem Innenhof. Hier konnten wir unser Auto sicher parken. Gebucht hatten wir die Titicaca Aruntawi Lodge, All Inclusive (Boottransfer, Vollpension und Bootrundfahrt) um 100€ pro Nacht.
Nachdem bezahlen der Eintrittsgebühr konnten wir das Boot besteigen. Durch den Schilfgürtel gingen es nun zu den Inseln.
Die Zufahrten sind mit Wächtertürmen und Unterwasserschnüren gesichert. Die Schnur war nur an den schwimmenden PET-Flaschen zu erkennen. Der Außenbordmotor musste über die Schnur gehoben werden. An den Hauptinseln vorbei ging es zu einer eher abgelegenen Schilfinsel.
Vorbei an den bebauten Schilfinseln ging es zu unserer.
Wir wurden zu unserer Hütte gebracht, die in sehr schöner Lage eine Terrasse auf den See hinaus hatte.
Neben uns wohnte eine deutsche Frau mit ihrer kleinen Tochter. Die Tochter war sichtlich froh endlich jemanden zu haben, mit dem sie deutsch sprechen konnte. Die beiden sind mit dem Bus unterwegs. Sie waren schon eine Nachte hier.
Bald nach unserer Ankunft gab es ein Mittagessen im Gästehaus.
Der Inhaber, er sprach gut Englisch, erzählte uns, dass die Insel einem ständigen Erneuerungsprozess braucht. Dabei müssen die Häuser angehoben werden, damit sie das neue Schilf darunterlegen können.
Nachdem Mittagessen machten wir es uns in der Hängematte gemütlich. Auch die junge Hauskatze hatte uns gleich in ihr Herz geschlossen.
Wir genossen die Ruhe und beobachteten, was sich am See so tat.
Das braune Schilfgras leuchtet hinter dem Haus in der Sonne.
Bald kam Wolken auf und es begann zu blitzen und zu donnern. Auch Regen setzte ein. Der Inhaber kam und meinte, dass er bei diesem Wetter keine Bootstour machen möchte. Es war ihm sichtlich unangenehm. Ich machte ihm den Vorschlag, dass wir die Rundfahrt morgen im Zuge der Rückfahrt zu unserem Auto machen können. Der Vorschlag gefiel ihm.
Mit dem Regen wurde es schlagartig kühl. Wir zogen uns in die Gästehütte zurück und machten Erfahrungsaustausch mit der Frau aus Deutschland. Als die Sonne untergegangen war leuchteten die Lichter von Puno zu uns herüber.
Es wurde nun richtig kalt. Bald nach dem Abendessen wurden uns von der Hausherrin große Falschen mit heißem Wasser, eingewickelt in Tüchern für die Nacht übergeben. Mit diesen Falschen gingen wir in unsere Hütte. Sie wärmten hervorragend unter den dicken Decken.
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