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Mit dem Mietwagen durch den Süden von Peru – 2024
Heike Heimo:
--- Zitat von: Silvia am 26. Januar 2025, 13:22:14 ---
--- Zitat von: Heike Heimo am 20. Januar 2025, 18:19:44 ---
--- Ende Zitat ---
Was ist das denn? Ne Mischung zwischen Hase und Hörnchen?
--- Ende Zitat ---
:weissnicht: Haben wir uns auch gefragt?
Heike Heimo:
20.05.2024 Chala – Paracas Teil 2
Wir fuhren nicht gleich zum Hotel, sondern weiter zur Reserva Nacional de Paracas. Das Wetter war perfekt und das wollten wir nutzen. Wer weiß, ob morgen nicht wieder Nebel an der Küste hängt. Bei der Einfahrt in den Park muss eine geringe Gebühr bezahlt werden. Wir fuhren die Aussichtspunkte ab und begannen mit dem Mirador Istmo. Die Wege sind meist harte Sandpisten.
Es eröffnet sich ein sehr schöner Ausblick auf eine farbenfrohe Wüstenlandschaft. Das Meer leuchtet dunkelblau am Horizont.
Im Park sind einige Radwege für die Touristen zu sehen. Jetzt wissen wir wenigstens, wohin ein kleiner Teil der Förderungen der Deutschen Bunderegierung für die Radwege gegangen ist. Wie viele Millionen geflossen sind, darüber wird gestritten. Aus meiner Sicht braucht das Land kein Geld für Radwege. Ich habe außer ein paar Touristen in diesem Park, niemanden in diesem Land mit dem Rad fahren gesehen. Viel wichtiger wäre es Geld in die Müllabfuhr, Kläranlagen und Ölabscheidern (Stichwort zum allgegenwärtigen Autowaschen im Bach) zu investieren. Schon wegen dem Plastik- und Schadstoffeintrag ins Meer und in den Boden. In weiten Landstrichen gibt es beides nicht. Kläranlage habe ich überhaupt keine gesehen. Die Menschen, die das Geld für Radwege freigegeben haben, können nie in Peru gewesen sein oder waren nur in der korrupten Politikerblase in Lima.
Unweit des ersten gibt es den Aussichtspunkt Mirador Istmo II direkt am Meer, oberhalb der Playa Roja, mit schöner Aussicht auf das Meer.
Der nächste Aussichtspunkt mit Zugang zum Meer war der Mirador Playa Yumaque
Der letzte Richtung Süden war La Cátedral. Leider wurde der ursprüngliche Felsbogen im Meer bei einem Erdbeben 2007 zerstört. Es sind nur noch die Reste zu sehen.
Als letzten Punkt wollten wir bei tief stehender Sonne zurück zur Playa Roja und direkt zum Strand. Der Weg führt durch die traumhafte Wüstenlandschaft.
Die Playa Roja ist ein Sandstrand mit rotem Sand, der am Abend besonders schön sein soll. Er ist ein beliebtes Motiv in den Landschaftskalendern und automatischen Bildschirmschonern. Der Vollmond war über der Bucht gerade aufgegangen.
Nach diesem Erlebnis fuhren wir zu unserem Hotel dem Atoq Paracas direkt an der Bucht.
Das Hotel liegt direkt am Strand und es tummeln sich unzählige Vögel davor im Meer. Vor allem die vielen Pelikane stachen hervor.
Das Abendessen nahmen wir an der Terrasse am Strand ein. Der Sonnenuntergang war vom Feinsten. Da schmeckt der peruanische Wein mit eine lokalen Traubensorte gleich noch besser.
Heike Heimo:
21.05.2024 Paracas
In der Nacht war der Nebel zurückgekehrt und er war sehr dicht. Die Sichtweite war sehr gering. Zusätzlich nieselte es kräftig. Wir hatten in der Früh eine Bootsfahrt zur Islas Ballestas gebucht. Ich kontaktierte den Veranstalter per Whats App ob die Fahrt stattfindet. Er bejahte. Wir werden wie geplant vom Hotel abgeholt.
Der Fahrer war pünktlich am Hoteltor und brachte uns zum Büro des Veranstalters. Eine Mitarbeiterin ging mit uns zur Anlagestelle. Hier war schon einiges los. Die Islas Ballestas und der Paracas Nationalpark sind ein Haupttouristenmagnet auf den Weg nach Arequipa für eine Nacht. Nachdem die Verwirrung bezüglich unserer Tickets gelöst war, wurden wir einer Warteschlange zugeteilt. Es legen laufend Boote zu den Inseln ab.
Bald waren wir an der Reihe ins Boot zu steigen. Da es noch immer nieselte, in der Regenmontur. Wir wurden sehr freundlich von unserem Guide begrüßt. Er ging durch jede Reihe und machte ein Foto mit dem Handy des Fahrgastes vom Fahrgast, plus Begleitung. Glich darauf ging es mit dem Schnellboot los. Er entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten bezüglich des Regenschutzes. Hochnebel ja, aber Niederschlag haben sie hier nur ganz selten. Wir sind die „Glücklichen“ das zu erleben.
Gleich nachdem die Bucht verlassen wurde, kamen wir zu einem Scharbild, das nur vom Meer aus zu sehen ist, dem Kandelaber von Paracas. Leider war es durch den Nieselregen diesig. So war er nicht ganz scharf zu erkennen.
Nach 15 Minuten waren wir bei den Inseln und begannen sie zu umrunden. Auffällig sind die vielen Felsbögen, die ins Meer reichen.
Auf einem Felsplateau waren drei Pinguine unterwegs. Sie kamen an die Klippe und schien uns zu zuwinken. Dann gingen die wieder weiter.
Die Tour führte weiter um die Insel. Der Bootsführer zog schleifen vor den Sehenswürdigkeiten, damit beide Seiten alles sahen. Die Inselgruppe ist mit Hohlräumen durchlöchert wie ein Schweizer Käse.
Auch die Tierwelt war sehr interessant. So schwammen rote Krappen im Wasser. Größere Exemplare sind in den Wänden zu finden.
Es gab natürlich auch unzählige Vögel.
Ein riesiger Seestern war am Übergang von Meer und sichtbaren Felsen zu sehen.
Gut eine Stunde umkurvten wir die Inseln mit vielen Informationen, die der Guide mehrsprachig erzählte.
Auf der Rückfahrt hielten wir noch bei einer Boye in der Hafeneinfahrt. Hier faulenzten 4 Robben.
Zurück im Hafen hatte sich inzwischen der Nebel gehoben und der Nieselregen aufgehört. Die Fischer sortierten am Steg den Fang. Den Beifang warfen sie ins Meer. Daher waren auch die vielen Vögel in der Bucht.
Zum Hotel fuhren wir nicht mehr mit dem Shuttle, sondern gingen entlang einer Art Promenade zurück.
Heike Heimo:
21.05.2024 Paracas Teil 2
Mit dem Auto fuhren wir wieder in den Nationalpark und zuerst zum kleinen Museum de Sitio Julio C. Tello de Paracas. Wieder relativ neu errichtet und von der Konzeption sehr gut angelegt. Hier werden Artefakte der Paracas Kultur und der momentane wissenschaftliche Kenntnisstand ausgestellt.
Der Namensgebe des Museums Julio C. Tello wird als Vater der peruanischen Archäologie bezeichnet und war erster Archäologe indianischer Abstammung [Quelle: Wikipedia]
Große Teile der Ausstellung befassen sich mit den Gräbern der Paracas Kultur. Die Toten wurden in vielen Decken eingehüllt und wie in einem Familienverband in unterirdische Hohlräume abgelegt.
Das besondere an der Kultur sind die Langschädel und die Löcher im Schädel, die mit Goldtafeln ausgefüllt wurden. Auch das Operationswerkzeug ist zu sehen. Diesbezüglich wäre das Museum in Ica sehr interessant gewesen.
Auf dem unteren Bild ist das Operationswerkzeug zu sehen.
Es sind auch einige Keramiken mit interessanter Bildgebung ausgestellt
Die schwebenden Gestalten sind auch Motive auf den Decken und Teppichen.
Ein schönes Beispiel der Interpretationsmöglichkeiten. Aus heutiger Sicht könnte eine fliegende oder tauchende menschenähnliche Gestalt erkannt werden, die mit einem Luftschlauch ausgestattet ist. Ähnlich einem Schnorchel. Ob das bei der damaligen Herstellung des Teppichs auch die Intention war oder was tatsächlich symbolisiert hätte werden sollen? Niemand weiß es.
Nachdem kleinen, aber feinen Museum wollten wir wieder an die Küste fahren. Der Hochnebel war zäh. Am Satellitenbild war aber zu sehen, dass wenige Kilometer südlich kein Nebel sein sollte. Wir fuhren daher im Hinterland Richtung Salinas de Otuma. Auf diesem Weg gibt es einen Haltepunkt, bei dem versteinerte Fossilien zu sehen sind.
Unweit von diesem Punkt liegt ein mumifizierter großer Quastenflosser am Wegesrand.
Tatsächlich lichtete sich der Nebel und die Sonne kam heraus. Die Salinas de Otuma waren nicht so farbenprächtig, wie sie im Internet zu sehen sind. Die Landschaft war aber trotzdem sehr schön.
Flamingos waren im Brackwasser zu sehen.
Mit der Sonne begann der Wüstensand in verschiedenen Brauntönen zu leuchten.
Wir fuhren auf der Sand-/Salzpiste bis zur Laguna Grande, einem kleinen Fischerdorf.
Hier drehten wir um und fuhren wieder auf der gleichen Straße zurück. Bei der Playa Mendieta machten wir einen Abstecher. Hier liegen vor der Küste schöne Felsgebilde mit einigen Feldbögen.
Wir kletterten auf eine der Steininseln, um die Aussicht auf die Umgebung zu genießen.
Auf der Insel lag eine mumifizierte Robbe.
Zurück auf dem Strand beobachteten wir Einheimische, die Seegras auf den Strand zogen, um es zu trocknen. Zusätzlich sammelten sie auch etwas zwischen dem Gras.
Auch landschaftlich gab es einiges zu entdecken.
Zum Abschluss besuchten wir weiter Aussichtspunkte auf der Nationalparkhalbinsel, die wir noch nicht gesehen haben, wie zum Beispiel die Playa La Mina Pisco.
Den letzten Abend verbrachten wir wieder im Hotel am Meer und genossen unseren letzten Pisco Sour in Peru.
Silvia:
Nachdem der Vormittag ja leider bei dem Nieselregen nicht ganz so optimal verlief war der restliche Tag ja wieder der Hammer :thumb:
Die Langschädel und die riesigen Löcher in den Schädeln sehen ja echt skurril aus - möchte nicht wissen wie viele diese Deformationen nicht überlebt haben oder nur mit schweren Hirnschäden :verpiss:
So ein Quastenflosser liegt ja auch nicht überall so einfach am Weg :happy:
Und zum Abschluss noch tolle Wüsten-/Küstengegend :)
Ein sehr, sehr abwechslungsreicher Tag
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