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Mit dem Mietwagen durch den Süden von Peru – 2024
Heike Heimo:
01.05.2024 Wien – Lima
Unser Flug von Wien nach Amsterdam startete um 7 Uhr, daher mussten wir schon sehr früh aus dem Bett. Das Service von KLM, auch auf dem Kurzstreckenflug, war wieder hervorragend. Nach dem Start gab es eine schöne Sicht auf die Donauauen östlich von Wien.
Beim Anflug auf Amsterdam war die vielen Wasserstraßen zwischen den grünen Agrarflächen zu sehen.
In Amsterdam hatten wir nur gut eine Stunde Umsteigezeit. Sie lösen das am Flughafen bei der Passkontrolle sehr gut. Alle 5 Minuten werden die Leute, die nur noch eine halbe Stunde zum Boarding haben aus der Schlange geholt und zu einer Fast-Track-Spur umgeleitet.
Wir errichten daher pünktlich das Gate. Das Boarding war rasch erledigt und wir machten uns auf den langen Weg zur Startbahn. Als wir an der Reihe waren, kam eine Durchsage, dass dringend ein Doktor benötigt wurde. So rollten wir von der Startbahn und fuhren wieder die 25 Minuten zurück zum Gate. Zum Glück dürfte es nicht so schlimm gewesen sein, die Frau verließ selbstständig das Flugzeug.
Bis wir wieder am Start waren, vergingen insgesamt mehr als 2 Stunden, da der Flieger, eine Boeing 777, noch aufgetankt werden musste. Endlich konnten wir den mehr als 12 Stunden langen Flug antreten.
Die Landspitze von Südwales sollte das letzte Land sein, dass wir die nächsten 8 Stunden sehen werden.
Über Venezuela war zu sehen, wie stark der Regenwald bereits abgeholzt ist. Es sind nur noch die Flächen entlang der Flüsse bewaldet. Ebenso war es in Kolumbien.
Erst Richtung Peru wurde der Wald dichter. Wenn eine Straße in den Wald führt, waren auf beiden Seiten deutlich frische Abholzungen zu sehen.
Als wir Peru erreichten, schloss sich der Wald zu einem dichten Grün, dass von mächtigen Flüssen durchzogen wurde.
Wie aus dem nichts tauchten die Anden auf und es schien, als ob die Berge rasch zum Flugzeug heraufwachsen würden. Immerhin sind die Berge hier über 6.000m hoch.
Es könnten sogar Rainbow-Mounten ähnliche Verfärbungen erkannt werden.
Auf der Pazifikseite der Anden war es deutlich trockener.
Das Flugzeug sinkt jetzt rasch nach Lima hinunter in den Nebel, der in dieser Jahreszeit an der Küste ansteht.
Mit 2 Stunden Verspätung landeten wir auf dem Internationalen Flughafen von Lima. Das war aber kein Problem, da wir die erste Nacht im Flughafenhotel gebucht hatten. Die Einreise verläuft hier ohne Formalitäten. Die Grenzbeamtin fragt aber einiges ab, Rückflug, Aufenthaltsdauer etc.
Beim Gebäckband zogen wir noch schnell Bargeld vom Automaten der Interbank. Es können nur maximal 400 Soles, das entspricht rund 100€ pro Behebung abgehoben werden. Die Behebungsgebühr von knapp mehr als 6€ pro Vorgang ist geschmalzen.
Bevor der Sicherheitsbereich des Flughafens verlassen wird, kommen die Schalter der Mietwagenfirmen. Ich ging zum Schalter von National fragte, ob wir unser Auto schon haben können. Der Mann am Schalter sagte, es kann nur morgen in der Früh abgeholt werden. Auf die Frage, wie ich wieder in den Sicherheitsbereich kommen soll, meinte er, ich sollte einfach hereingehen. Da bin ich dann morgen gespannt, wie das funktioniert.
Auch der Schalter für das Hotel-Shuttle war hier. Nach einer kurzen Wartezeit wurden wir abgeholt und ich konnte das Verkehrschaos bis zum nahen Hotel, dass gleich gegenüber dem Kreisverkehr liegt, beobachten. Bei der Ausfahrt aus dem Kreisverkehr, einer mehrspurigen Hauptstraße, war ein Rohrbruch. Die Fahrbahn war aufgerissen und Wasser strömte heraus. Das schien aber niemanden zu stören. Die kleinen Fahrzeuge versuchten auf der äußersten Spur herumzufahren und LKW´s durch das Wasser.
Die erste Nacht verbrachten wir im Holiday Inn Lima Airport, mit 156€ die deutlich teuerste Unterkunft unserer Reise. Wir bekamen ein Zimmer im sechsten Stock und hatten eine Aussicht auf den Flughafen. Der Verkehr hat sich schon deutlich abgeschwächt.
Nachdem beziehen unserer Zimmer gönnten wir uns unseren ersten Pisco Sour, dem Nationalgetränk, in Peru.
Susan:
Ich steige auch noch mit ein :winkewinke:
In Peru würde mich auch so einiges interessieren, doch es wird wohl beim virtuellen Bereisen bleiben.
Heike Heimo:
02.05.2024 Lima - Nazca
Der Grund, warum ich dieses Hotel gewählt hatte, war, dass schon um 4 Uhr in der Früh das Frühstück startete. Ich wollte so früh wie möglich das Fahrzeug, damit wir den Morgenverkehr möglichst ausweichen. Die Fahrzeit nach Nazca soll auch ohne Stau knapp 7 Stunden dauern.
Tatsächlich war um kurz nach 4 Uhr alles bereit, als wir zum Buffet kamen. Die Bediensteten waren sehr freundlich und halfen uns soweit sie konnten. Das Buffet glich eher einem Mittagessen. Geschnetzeltes Hühnerfleisch mit Soße, Reis mit Mais, die unvermeidlichen Erdäpfel usw. Es schmeckte alles hervorragend.
Mit dem Shuttle fuhren wir zum Flughafen und suchten den Eingang zu den Mietwagenfirmen. Bei Flughafeninformation sagten sie, wir sollen zur Security beim Exit des Sicherheitsbereiches gehen. Hier wurden wir einfach durchgewunken und wir waren schon beim Schalter von National. Wie gestern war bei den Mietwagenschaltern nichts los. Auch unser Mann schlief hinter dem Tresen. Wir weckten ihn sanft. Er war sehr freundlich und versuchte uns keine Versicherung oder ähnliches aufzuschwatzen. Die Formalitäten waren rasch erledigt und wir gingen zur Fahrzeugausgabe auf die andere Seite des Parkplatzes, bei den Bushaltestellen.
Es war deutlich zu sehen, dass hier wenig Fahrzeuge vermietet werden. Es standen nur 2 kurze Reihen mit Autos für alle Mietwagenanbieter. Wir wurden von einer noch etwas verschlafen dreinschauenden jungen Frau in das Fahrzeug eingewiesen. Es wurde alles sehr genau erklärt und dass wir auf die Spiegel und die Radkappen aufpassen sollen. Sie werden gerne gestohlen. Unbedingt mit Licht fahren, das wird von der Polizei gerne bestraft. Als ich anmerkte, dass das Fahrzeug kein 4x4 ist, begann sie hektisch zu telefonieren. Nach einiger Zeit und Übersetzungsschwierigkeiten, kam heraus, dass sie keine 4x4 vermieten, außer wir hätten einen Toyota Hilux gebucht. Wo wir hinwollen. Nach Cusco und zurück. Da machte sie große Augen und wünschte und einmal viel Glück. Sie meinte, dass wir überall ohne Allrad hinkommen werden. Damit sollte sie auch recht behalten. Die wenigsten Menschen in Peru können sich ein Allradfahrzeug leisten, daher es sind fast alle Straßen, auch die unbefestigten Straßen, von der Steigung her für 2WD Fahrzeuge ausgelegt.
Wenn wir zurückkommen, sollen wir bei dem massiven Einfahrtsstahlgittertor hupen. Es kommt dann jemand und sperrt uns auf. Sie sperrt uns noch das andere massive Tor zum Verlassen des Platzes auf.
Hinaus geht es auf den Kreisverkehr vor dem Flughafen. Um kurz nach 5 war noch nicht viel los. So konnten wir ihn einfach überwinden. Am Wasserrohrbruch vorbei ging es Richtung Expressway. Die Straßen in Lima und den Städten allgemein, sind ein besonderes Kapitel. Manchmal nur holprige Erdwege. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine Hauptstraße handelt oder nicht. Das Hupen gehört zum guten Ton und ist auch lebensnotwendig. Verkehrsregeln interessieren hier niemanden, außer Ampeln und wenn Polizisten den Verkehr regeln. Wobei es niemand wagen sollte bei gelb stehen zu bleiben. Das würde unweigerlich zu einem Auffahrunfall führen. Eine tolle Sache ist, dass die meisten Ampeln einen Zeitzähler haben, wie viele Sekunden es noch bis zur Rot- oder Grünphase dauert. Das bedeutet aber, dass man als erster schon 2-3 Sekunden bevor die Ampel grün wird losfahren muss, ansonsten gibt es ein ohrenbetäubendes Hupkonzert. Abbiegespuren gibt es nicht. Es ist oft der Fall, dass das Fahrzeug ganz links nach rechts abbiegen möchte und umgekehrt.
So trieben wir durch den Verkehr, vorbei an mit hohen Gittertoren gesicherten Straßen, bis wir den Expressway erreichten. Hier wurde der Verkehr schlagartig weniger. Diese Straße ist eine Mautstraße und die Maut in Peru ist nicht billig. Der Expressway führt zur Panamericana Sur, die wiederrum Richtung Nazca führt. Die Panamericana ist ebenfalls eine Mautstraße. Die Maut ist außerhalb von Lima aber nur Richtung Süden zu bezahlen. Auf der Panamericana in Lima herrscht das Chaos. Bushaltestellen, bei den die Buse bis in die zweite Fahrspur stehen. Dazwischen kreuz und quer andere Fahrzeuge und Fußgänger. Verkehrsunfälle mit LKW´s, später dann einer mit einer Mopedfahrerin. Erst als wir aus dem Großstadtbereich kamen, wurde der Verkehr deutlich weniger. Nach einigen Kilometern waren fast nur noch LWK unterwegs. Wie in Vietnam ist auch hier zu beobachten, dass der langsame Verkehr oft auf der „Überholspur“ fährt und der schnelle auf der ersten Spur.
Bis vor Ica ging es bei nebeligem Wetter entlang des Pazifiks dahin. Die Panamericana ist bis Ica sehr gut ausgebaut. Was schon zu sehen ist, dass die Leute hier in kleinen Häusern wohnen. Größere Häuser wirken unfertig, als wäre alles noch im Bau.
Bei Ica endet die Autobahn und es beginnt wieder der chaotische Stadtverkehr. Wir wollten zur Oase Huacachina. Sie ist der erste Touristenmagnet außerhalb von Lima. Hier hat es uns aber nicht besonders gefallen. Ein Bild ohne Hochglanz:
Wir sind nicht ausgestiegen und gleich weiter Richtung Nazca gefahren.
Der Nebel hat sich schon vor Ica gelichtet und ist strahlendem Sonnenschein gewichen. Es zeigt sich nun eine schöne Wüstenlandschaft.
Die Panamericana ist hier als normale einspurige Gegenverkehrsstraße ausgeführt und im guten Zustand. Neben der Straße sind laufend Gedenkbauten von Verkehrstoten zu sehen. Ungefährlich dürfte es auf diesen Straßen nicht sein.
Vor Palpa verließen wir neue Straße und fuhren über die alte Panamericana mit einem einspurigen Tunnel.
Nachdem Tunnel eröffnet sich eine bunte Felslandschaft.
Zurück auf der Hauptstraße kommen nach Palpa die ersten Scharbilder, die Palpa Lines. Sie sind vom Erdboden aus sichtbaren und über gut ausgebaute Schotterwege zu erreichen. Es war nun sehr heiß, über 30°C.
Ein Suchbild: Wo sind die Bilder?
Sie sind im Sand an den Hügelflanken eingescharrt.
Auch die Landschaft war sehenswert.
Und weiter geht es zu neunen Aussichtspunkten und schöner Landschaft.
Nach den Palpa Lines beginnen die weltberühmten Nazca Lines. Vom Boden aus sind zwei Bilder am besten vom Besichtigungsturm neben der Panamericana zu sehen. Die Straße wurde mitten durch die Bilder errichtet, da beim Bau der Straße noch niemand von den Linien wusste.
Ein paar Kilometer weiter kommt ein Hügel mit der Katze von Nazca. Sie ist vom Boden aus zu erkennen.
Auf dem Hügel sind die geraden Linien, die auf den Hügel zulaufen, bzw. am Horizont verschwinden, sehr imposant. Der Hügel musste eine besondere Bedeutung haben, da hier so viele Linien zusammenlaufen.
Auch die Aussicht ist wieder hervorragend.
Wir waren sehr gut vorangekommen und schon am frühen Nachmittag in Nazca. Es war daher noch ausreichend Zeit, um eine der vielen Sehenswürdigkeiten der Gegend zu besuchen.
Silvia:
Peru, da spring ich sofort mit auf ... stand laaange auf meiner Wunschliste, bis ich in Ecuador lernen musste, das alles über 3.000 m nix für mich ist - da ist viel zu wenig Sauerstoff in der Luft :heul:
Umso mehr freue ich mich hier einen Bericht mitzulesen. :)
Susan:
Die Scharrbilder sind immer wieder interessant.
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