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Mit dem Mietwagen durch den Süden von Peru – 2024

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Heike Heimo:
09.05.2024      Ollantaytambo – Cusco   Teil 3

Da es im Museum so viel zu sehen gab, kamen wir etwas spät zur archäologischen Stätte von Pisac. Hier habe ich auf meine Planung vergessen. Geplant war im Ort zu parken und mit dem Taxi hinauf zum Parkplatz beim Eingang zu fahren. Vom Eingang zu Fuß die 500 Höhenmeter wieder zurück zum Auto. Stattdessen fuhren wir hinauf zum Parkplatz auf über 3.400m.

Entlang der wieder spektakulären Terrassen geht es zu den ersten Gebäuden und den Wasserspielen.







Durch Steingänge mit Nischen ging es durch die Gebäude. Mit was diese Nischen auch immer bestückt waren, es muss ein erhabener Anblick gewesen sein.





Bald erreichten wir ein Tor, das wieder durch seine Bauweise bestach.





Durch dieses Tor ging es hinauf zum Aussichtspunkt und dem höchsten Punkt der Anlage auf 3.525m. Auch die Landschaft ist wieder sehr schön.



Von hier ist der Tempelbereich gut zu sehen. Nur er liegt deutlich tiefer. Wir beschlossen zumindest zum Tempel zu gehen. Links der Tempelbereich und rechts der Blick ins Tal, von dem wir gekommen sind.



Ein landschaftlich sehr schöner Weg führt über den Bergrücken zu einem Schlupf.



 

Gleich darauf ein offener Schlupfstein.



Nach dem Schlupf saß eine junge Frau mit ihrem Sohn und knüpfte Handbänder. Wir kauften ihr 2 ab. Bald darauf war der Tempelbereich erreicht.



Es befindet sich hier ein intakter Intihuatana. Der direkte Zutritt war abgesperrt.







Die Bauwerke waren wieder in perfekter fugenloser Präzession errichtet.









Wie bei jedem Tempel gibt es auch hier eine Quelle und entsprechende Wasserführungen.





Auch die Aussicht auf die Umgebung und weitere Anlagen und Gebäude ist hervorragend.



Rechts das Tal Richtung Cusco.



Auf dem Gelände befinden sich weitere, zugängliche Altarsteine.







Zurück geht es wieder auf dem gleichen sehr schönen Weg.









Wir machten uns nach diesem tollen Ort ohne viele Besucher auf den Weg nach Cusco. Bevor wir die Stadt erreichten, musste noch ein knapp 3.800m hoher Pass überwunden werden. Unsere Unterkunft war die Inka Tambo Hacienda für 43€ pro Nacht für die nächsten beiden Tage. Sie lag oberhalb der Stadt auf 3.560m nahe dem Eingang zur Hauptattraktion Sacsayhuamán. Das wir hier in einem bedeutsamen historischen Gebäude nächtigen, sollte uns erst bei der Abreise bewusst werden.

Wir wurden sehr freundlich vom Besitzer mit Coca- und Muña-Tee empfangen. Das Gebäude und die Einrichtung sahen sehr alt aus.

Der Besitzer empfahl uns zu Fuß in die Stadt hinunterzugehen und mit dem Taxi zurückzufahren. Ich zierte mich, da ich schon müde war. Ein anderer Gast meinte ebenfalls wir sollten das so machen. Sie sind schon 3 Tage da und machen es immer so.

Gut, dann machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Zuerst geht es entlang der Straße. Hier bedurfte es wegen dem halsbrecherischen Fahrstiel der Peruaner etwas Vorsicht.  Entschädigt wurden wir mit einem schönen Blick auf das nächtliche Cusco.



Bald waren die ersten Stiegen erreicht und es ging hinunter in den Trubel der Stadt. Wir gingen zum Plaza Mayor de Cusco. Der Himmel war so klar, dass trotz dem Licht der Stadt der Sternenhimmel zu sehen war. Er konnte sogar fotografiert werden. Rechts unten etwas verschwommen die aufgehende Mondsichel.



Wir suchten uns ein Lokal, das einen offenen Balkon über den Plaza Mayor hatte. Das Essen war hier hervorragend und nicht teurer als sonst wo. Zusätzlich konnten wir das Treiben auf dem Platz beobachten. Im Dunklen oberhalb ist die große beleuchtete Christusstatue über der Stadt zu sehen.



Es waren mehrere Gruppen Polizei mit Schutzschiledern zu sehen.


 
Nach dem Essen gingen wir vor die Tür des Lokals, hoben die Hand und sofort blieb ein Fahrzeug stehen. Der Preis von 3€ war uns recht. Bei uns würde diese Fahrt sicher 20 bis 30€ kosten.

In der Hacienda fielen wir gleich ins Bett und deckten uns mit den vielen dicken Decken zu, da es im Zimmer recht kalt war.

Susan:
Okay, ich wiederhole mich  ;) Aber die Bauten sind nun mal absolut beeindruckend! Ebenso die Landschaft drumherum.

Dass Cusco eine größere Stadt ist, als ich vermutet habe, ist mir ja schon in Ilonas Bericht aufgefallen. Ein Taxi zu dem Preis, mit dem ich hier in ähnlich großer Stadt, nicht mal mit der U-Bahn ins Zentrum käme ( 5 Haltestellen), da kann man wahrlich nicht meckern.

Paula:
der abendliche bzw. nächtliche Blick ist noch mal was ganz besonderes. Die Idee mit dem Taxi finde ich gut, ich möchte vor allem in einem Land wo die Fahrweise eh schon chaotisch ist nicht im Dunkeln fahren müssen.
Und die Terrassen waren wieder sehr beeindruckend, das erinnert mich an China, da sahen sie auch so aus, aber die Steingebäude hier sind viel beeindruckender als die Holzhäuser in China.

Heike Heimo:

--- Zitat von: Susan am 05. Dezember 2024, 23:47:20 ---Dass Cusco eine größere Stadt ist, als ich vermutet habe, ist mir ja schon in Ilonas Bericht aufgefallen. Ein Taxi zu dem Preis, mit dem ich hier in ähnlich großer Stadt, nicht mal mit der U-Bahn ins Zentrum käme ( 5 Haltestellen), da kann man wahrlich nicht meckern.

--- Ende Zitat ---

Wie sich das mit den Kosten ausgeht ist mir nicht klar, auch wenn der Treibstoff nur die Hälfte vom Preis wie bei uns kostet.

Heike Heimo:
10.05.2024      Cusco

Auf dieser Höhe sind die Nächte kalt und es gibt keine Heizungen im Haus. Der Hausherr machte uns ein sehr gutes Frühstück. Coca- und Muña-Tee durften wieder nicht fehlen.

Die archäologische Stätte von Sacsayhuamán lag ums Eck und wir brauchten daher unser Fahrzeug nicht. Wir waren schon in aller Früh beim Eingang. Sacsayhuamán ist eines der imposantesten prähistorische Bauwerke der Welt. Wir haben ein Pärchen getroffen, dass 4 Tage in Cusco war und Sacsayhuamán nicht besucht hat. Das ist so, als wenn ich in Kairo bin und die Pyramiden nicht besuche oder bei den Niagarafällen bin und den Wasserfall nicht besichtige.

So waren beim Festungsteil noch ganz wenige Menschen. Ganz sicher ist sich die Wissenschaft nicht, ob es sich tatsächlich um eine Festung gehandelt hat. Es könnte auch ein Zeremonienort gewesen sein. Das Bauwerk, obwohl nur noch die Grundmauern stehen, ist gewaltig. Leider haben die Spanier die Steine für die Bauwerke, insbesondere für die Kirchen, in Cisco benötigt.





Die riesigen Steine und die Präzession wie sie verbaut wurden ist faszinierend. Sie sind dreidimensional ineinander verschachtelt und dadurch absolut Erdbebensicher. Das trifft auf alle Megalithbauten in Peru zu.









Die größten Steine wiegen über 200t und wurden aus einem 20km entfernten Steinbruch herangeschafft. Allein der Höhenunterschied vom Steinbruch hierher ist schon eine große Herausforderung. Über die Transport- und Bearbeitungstechnologie gibt es viele Konzepte.

Die Anlage selbst betraten wir wieder über eines dieser schönen Tore.





Wir gingen über verschiedene Wege durch die Anlage, bis wir den höchsten Punkt erreichten. Die Festung soll der Sitz des Inka-Königs gewesen sein. Von hier regierte er sein Reich. Auf dem Bild sind die Grundmauern eines einst monumentalen Turms zu sehen.



Von hier ist die Aussicht auf die Stadt Cusco hervorragend.



Auch unser Balkongasthaus von gestern ist zu sehen.




Auf der gegenüberliegenden Seite Richtung Berghang befindet sich ein weiterer Hügel, mit dem sakralem Bereich der Anlage.



Wir verließen den Festungsteil und gingen auf die Wiese zwischen den beiden Hügeln.



Auf der Wiese angekommen, gingen wir entlang der mächtigen Steinmauern.







Auch die Ecken der Bauwerke sind sehenswert.





Auf der anderen Seite der Mauer ist wieder ein Tor, aber ohne den Boden zu berühren.





Wir überquerten die Wiese und gingen auf den anderen Hügel, auf dem sich der Inka Thron befindet. Zumindest wird das so angenommen. Der Thronstein schaut auf die weite Fläche zwischen Festung Thronhügel.



Von hier gab es einen schönen Ausblick auf die Festung. Es lässt sich die ganze Dimension des Bauwerkes erahnen.







Der Hügel ist mit kupierten Steinen versehen, die mit reliefartigen Linien überzogen sind. Im Hintergrund die Christusstatue.





Auf dem Hügel stießen wir auf interessante Vögel, die nicht scheu waren.



Auf der anderen Seite befinden sich Heilige Plätze mit verschiedenen Steinformationen und einem großen rundem Zeremonienplatz. Die Reliefsteine scheinen auf den Platz zu fließen.



Der Weg führt zuerst durch die Steine. Die meisten sind mehr oder weniger bearbeitet.







 Auch ein offener Schlupfstein darf nicht fehlen.



Auf dem Platz sprach uns ein Mann im Touristenführergewand auf Deutsch an. Er könnte uns führen, damit wir nicht nur schnell durch die Anlage laufen. Er hat heute schon zwei Führungen mit einer Stunde gemacht. Heike und ich sahen uns an und ich meinte, dass wir uns ausreichend Zeit lassen. Wir sind schon über 2 Stunden in der Anlage. Er machte große Augen und ging wortlos seiner Wege.

Am Ausgang des Zeremonienplatzes gibt es seitlich verschlungene Wege im Felsen. Sie sind mit Schreinen versehen und es sind viele Opfergaben zu sehen. Ein Mann vollführte gerade ein Ritual und filmte sich dabei mit dem Handy.



Es gibt dort auch mehrere Schlupfe. Einer hatte ein verglaste Wand und war schön bearbeitet. Um solche Verglasungen zu ermöglichen, braucht es Temperaturen von über 1.000°C. Das ist mit einer normalen Fackel oder Öllicht nicht möglich.





Imposant war aber ein anderer. Er ist relativ lange und führt in einer S-Kurve durch den Felsen. Es ist völlig finster in diesem Gang und man tastet sich mit den Händen vorwärts. Vor dem Betreten des Schlupfes soll man sich aller Dinge (geistig und körperlich) bewusstwerden, die losgelassen (abgestreift) werden sollen.







Der Gang endet am Rand des Zeremonienplatzes. Es spannendes Erlebnis.

Wer Lust hat, kann uns durch die stockdunkle Wanderung durch den Schlupf begleiten.



Nach dem Zeremonienplatz geht es zu einem Ausgang, über den wir die Anlage verließen.

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