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Wolkenspiegelungen, Schäfchenwolken und dramatischer Himmel - Finnland im Juni 2024

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Susan:
Wow, das war ja eine lange Tagestour!

Die Holzkirche finde ich sehr schön, wirklich mal was ganz anderes. Witzigerweise haben ausgerechnet Mormonen (Colins damalige Gastfamilie) uns gefragt, warum in keiner unserer evangelischen Kirchen ein Bild von Martin Luther zu finden ist (im Gegensatz zu Joseph Smith & Co bei denen). Was mir vorher nie auf- oder gar eingefallen wäre. 

Gut für dich, schade für die Führerin, dass die Reiseleiter die Tour abgekürzt haben. Wahrscheinlich haben die bei ihrer Zeitplanung auch nicht mit so vielen Nachfragen gerechnet  ;)

Silv:
Die Landschaft erinnert mich sehr an Schweden.  :)

Das deutsche Paar hatte vielleicht vorher einen Streit und wollte nur noch zum Auto zurück  :weissnicht:  Wenn ich irgendwo anders wandere, bin auch jedenfalls auch nur am schauen. Auch auf dem Fahrrad, da bin ich einmal auf Andy geknallt, weil ich nicht nach vorne geschaut hab  ::)

Ilona:

--- Zitat von: Silv am 16. November 2024, 11:22:55 ---Das deutsche Paar hatte vielleicht vorher einen Streit und wollte nur noch zum Auto zurück  :weissnicht: 
--- Ende Zitat ---

Oder er hat Reizdarm und es pressierte :cool2:, weil er gleich auf die Toilette ist.


--- Zitat ---Hier überholt mich ein deutsches Paar (vermutlich aus dem Womo am Parkplatz), das den Weg entweder schon mal gegangen ist oder sich nicht für die Landschaft interessiert, ohne jegliche Fotos oder Pausen zum Betrachten, wandern sie am See entlang, am Rastplatz mit Feuerstelle, Feuerholz und Unterstand nutzt der Mann die Toiletten, die Frau geht kurz auf den Steg am See, dann gehen beide weiter, der Mann hat sich den See nicht mal angeschaut, sehr merkwürdig.
--- Ende Zitat ---

Man kann nicht hinter die Kulissen schauen und sollte deshalb nicht vorschnell urteilen.


--- Zitat ---Jetzt habe ich aber wieder eine blöde Zeit erwischt, die Kirche ist zwar offen, es stehen aber tatsächlich gleich zwei Reisebusse davor und die Kirche ist völlig überfüllt.
--- Ende Zitat ---

Da bist du die meiste Zeit ziemlich alleine unterwegs und gerade an der Kirche stoppten gleich zwei Reisebusse. Aber gut, dass die etwas Vorlauf hatten.

Christina:

--- Zitat von: Susan am 15. November 2024, 20:14:39 ---
Die Holzkirche finde ich sehr schön, wirklich mal was ganz anderes. Witzigerweise haben ausgerechnet Mormonen (Colins damalige Gastfamilie) uns gefragt, warum in keiner unserer evangelischen Kirchen ein Bild von Martin Luther zu finden ist (im Gegensatz zu Joseph Smith & Co bei denen). Was mir vorher nie auf- oder gar eingefallen wäre. 

--- Ende Zitat ---

Interessant, ich hab da auch noch nie darüber nachgedacht.


--- Zitat von: Silv am 16. November 2024, 11:22:55 ---Das deutsche Paar hatte vielleicht vorher einen Streit und wollte nur noch zum Auto zurück  :weissnicht:  Wenn ich irgendwo anders wandere, bin auch jedenfalls auch nur am schauen. Auch auf dem Fahrrad, da bin ich einmal auf Andy geknallt, weil ich nicht nach vorne geschaut hab  ::)

--- Ende Zitat ---

Das mit dem Streit könnte natürlich sein.
 ;D Deshalb nutze ich im Urlaub das Fahrrad eher nicht, so was könnte mir sonst aus dem gleichen Grund auch passieren.


--- Zitat von: Ilona am 16. November 2024, 13:53:25 ---
Da bist du die meiste Zeit ziemlich alleine unterwegs und gerade an der Kirche stoppten gleich zwei Reisebusse. Aber gut, dass die etwas Vorlauf hatten.


--- Ende Zitat ---


Mit den Reisebussen bin ich dann doch mal wieder auf dem Boden der touristischen Tatsachen gelandet - das blieb aber zum Glück das einzige Mal im gesamten Urlaub, interessant wäre gewesen zu erfahren, wo die Holländer als nächstes hingefahren sind.

Christina:
9. Tag – Mittwoch, 12.06.

Schon sind die Tage am Hiddeniemi Campingplatz vorbei und es steht wieder ein Unterkunftswechsel an: von diesem nördlichsten Punkt meiner Reise geht es einige hundert Kilometer nach Südosten an den östlichsten Punkt des Urlaubs. Wanderungen sind heute keine geplant, aber kürzere Stopps werden die lange Fahrt auflockern.

Um 8.45 Uhr verlasse ich den Campingplatz und verbringe die nächsten drei Stunden im Auto, unterbrochen von einer Pause zum Beine vertreten und auf die Toilette gehen.

Um 11.45 Uhr erreiche ich das 10.000 Einwohner Städtchen Leppävirta, dort möchte ich mir die Kirche anschauen. Diese wurde 1846 vollendet, Architekt war wiedermal C.L. Engel, zu dem ich nun wohl nichts mehr schreiben muss. Die Kirche öffnet um 12 Uhr, so dass ich noch kurz warte, um auch den Innenraum anschauen zu können. Zur Öffnung gehen aber auch recht viele Leute, hauptsächlich ältere, in die Kirche und setzen sich auf die Bänke, es findet wohl gleich ein Gottesdienst/Zusammenkunft statt, so dass ich mir nur wenig Zeit für die Innenbesichtigung nehme. Das Kircheninnere ist schlicht und in freundlichem gelb gehalten, passend zum Äußeren.



Etwas außerhalb des Stadtzentrums kann man direkt am Saimaa Kanal (an anderer Stelle des weitläufigen Saimaa See und Kanal war ich im letzten Urlaub auch schon) Spazierengehen und vor allem Angeln. Jetzt vor Ferienbeginn und unter der Woche bin ich fast alleine hier, das Ausflugsrestaurant mit Spielplatz und altem hölzernen Schiff ist geschlossen.


Ich gehe zur modernen Schleuse, leider ist kein Schiff in Sicht. Den Schleusenkanal kann man auf einer Eisenbrücke überqueren, ich bin mir aber nicht sicher, ob das „einfach so“ erlaubt ist, das Schild mit viel Text ist nur auf Finnisch. Daher spaziere ich auf dieser Seite des Kanals entlang und esse dabei ein sehr leckeres belegtes Brötchen, das ich in einem Café unterwegs gekauft habe, als ich dessen Toilette genutzt habe.



Auf dem Rückweg zum Auto kommt mir eine Familie, Eltern mit erwachsenen Söhnen (vermutlich) entgegen und überquert den Schleusenkanal auf dieser Eisenbrücke, also ist es erlaubt und ich gehe gleich hinter her. Der Weg führt über zwei weitere Schleusenkanäle, diese sind wesentlich älter und schmaler und vermutlich nicht mehr in Benutzung.


Dann geht es auf Holzbohlen über Stromschnellen zu einer kleinen Insel. Dort ist ein Rastplatz mit Grillmöglichkeiten und Möglichkeiten ans Ufer zu gehen zum Angeln, weiter führt der Weg nicht. Hier sind wieder zahlreiche Mücken, kein Wunder bei Wald und Wasser, daher verlassen sowohl die Familie als auch ich die Insel recht schnell.





Das war eine sehr nette Fahrtunterbrechung, gegen 13.15 Uhr geht es weiter.

Schon eine Stunde später erreiche ich mein nächstes Ziel, das orthodoxe Kloster Uusi-Valamo (Neu-Valamo). Ich befinde mich nun im Landesteil Karelien, der direkt an Russland grenzt und sich vor Winter- und Fortsetzungskrieg (1939-40 und 41-44) bis weit ins heutige Russland ausdehnte. Finnland musste am Ende dieser Kriege einen großen Teil Kareliens an Russland abtreten, zahlreiche Karelier flohen in den finnischen Teil. So auch die Mönche des Valamo Kloster, das sich auf einer Insel im Ladogasee befand, der ebenfalls an Russland fiel. Hier in der Nähe der Stadt Joensuu an einem Seeufer errichteten sie ein neues Kloster, galten zunächst als „orthodoxe Fundamentalisten“, die den Patriarchen in Moskau als Oberhaupt ansahen, seit den 1970iger Jahren sind sie aber Teil der finnisch-orthodoxen Staatskirche und haben ihr Kloster sowohl für Tagesbesucher als auch Übernachtungsgäste, die an verschiedenen Kursen teilnehmen können, geöffnet.

Am großen Parkplatz vor dem Kloster warte ich erstmal den sehr kräftigen Regenschauer ab, der mich schon auf den letzten Fahrtkilometern begleitet hat. Nach einer Viertelstunde hört der Regen erwartungsgemäß auf und ich kann mir das Klostergelände trocken anschauen.

Auf dem sehr gepflegten Gelände befinden sich eine ältere, kleinere Kirche und eine größere, neuere, verschiedene Unterkünfte für die Mönche und für Übernachtungsgäste, ein Restaurant, ein Souvenirshop und ein Museum. Außerdem gibt es einen 4,5 km langen Pfad über den unbebauten Teil des Geländes, der zu einem Kreuz am Seeufer und zum Hafen mit kleiner Kapelle führt.

Auf der anderen Seeseite gibt es einen Campingplatz und einen Badestrand.

Größere Spaziergänge sind mit meinem Bein nicht möglich, ich schaue mir die beiden Kirchen auch von innen an, dort gibt es wie immer in orthodoxen Kirchen viel Gold und viele Ikonenbilder zu sehen, es gibt noch ein Museum über Ikonenbilder und sonstige Themen der orthodoxen Kirche, dieses kostet Eintritt, da verzichte ich, so sehr interessiere ich mich nicht für das Thema, wäre es kostenlos, wäre ich mal durchgeschlendert und hätte das eine oder andere angeschaut.





Auch den Souvenirshop lasse ich aus und gehe abschließend in das Restaurant wo es einen Kaffee und einen mit Marmelade gefüllten Munkki für mich gibt. An der Theke werden allerlei im Kloster hergestellte Kekse, Kuchen usw. zum Mitnehmen verkauft.



Gegen halb vier mache ich mich auf die letzte Etappe für heute, mit einem Einkauf im Supermarkt brauche ich noch knapp zwei Stunden bis zu meiner Unterkunft etwas außerhalb des Örtchens Kovero.

Die Vermieterin hat mir im Lauf des Tages geschrieben, dass sie bis 18 Uhr in der örtlichen Tankstelle arbeite, der Schlüssel zum Apartment aber in der Tür stecke.

Ich parke vor dem Gebäude, einer ehemaligen Schule, die Vordertür ist nicht verschlossen und innen steht an einer Tür mein Name und im Schloss steckt der Schlüssel.

Die Unterkunft entspricht leider nicht so ganz meinen Erwartungen, ich hatte lange gezögert diese zu buchen, da schon von den Fotos klar war, dass die letzte Renovierung sehr lange zurückliegt. Da aber die Bewertungen allesamt recht positiv waren, vor allem nichts enthielten, was mich persönlich abgeschreckt hätte, habe ich mich aufgrund des günstigen Preises (und weil ich es mag, wenn alte Gebäude weiter genutzt werden) schließlich dafür entschieden.

Die Fotos im Internet entsprechen aber nicht mehr der Realität, jetzt herrscht bei den Vorhängen, Tisch-Sets und Bettwäsche ein Durcheinander von grellen Farben, statt einem Doppelbett und einer Couch gibt es drei Einzelbetten und eine Couch (und auch nicht die auf den Fotos, sondern eine hässlichere). Und im Küchenbereich ist es nicht sehr sauber, insbesondere die Mikrowelle bräuchte eine ausführliche Grundreinigung, das gleiche gilt für die Außenseite der Dusche. Na ja, so eine deutliche Fehleinschätzung ist mir seit es die Onlinebuchungsmöglichkeiten mit Bewertungen gibt, soweit ich mich erinnere, bisher erst einmal passiert, nun das zweite Mal. Immerhin ist die Dusche eine „richtige“ Dusche (weil nachträglich eingebaut), um Wasser auf dem Badezimmerboden muss ich mir hier keine Gedanken machen (allerdings ist die Aufhängung für den Duschkopf gebrochen, man muss den Duschkopf in der Hand halten, was mich nicht stört, aber für mich ein Zeichen für die Nachlässigkeit der Vermieterin ist).




Wetter: vormittags trocken, teils sonnig, nachmittags mehrere Schauer, ca. 13° - 18°C
Kosten: 4 Nächte Ferienwohnung in Kovero, inkl. Bettwäsche, Handtücher, Endreinigung, EUR 180,00 (gebucht über booking.com)

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