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Ein Trip drei Städte - Andalusien im Jan/Feb 2025
Christina:
--- Zitat von: Ilona am 03. Juni 2025, 16:24:28 ---
--- Zitat ---ich bin mal wieder erstaunt über die Unmengen an Handgepäck, das die Leute mitnehmen und noch erstaunter, dass das niemanden vom Personal zu stören scheint
--- Ende Zitat ---
Aufgrund der Light-Tarife wird das immer schlimmer. Manche reisen sogar nach Übersee mit nur noch Handgepäck. Für uns unvorstellbar, selbst wenn man sich vor Ort Klamotten kauft.
--- Ende Zitat ---
Für mich auch unvorstellbar und dann auch noch die ganzen Flüssigkeiten aus dem Kulturbeutel bei der Sicherheitskontrolle auspacken.
--- Zitat von: Ilona am 03. Juni 2025, 16:24:28 ---
Ich hoffe, dass der Kelch an dir vorüberging.
--- Ende Zitat ---
Um schon mal vorzugreifen, tatsächlich habe ich mich nicht angesteckt, wirklich erstaunlich.
--- Zitat von: Ilona am 03. Juni 2025, 16:24:28 ---
Die Pilze, also die Holzkonstruktion, sieht toll aus :beifall:. Eigentlich wie das frühere Innenleben einer Schaumkusspackung, als das noch so Pappegitter waren.
--- Ende Zitat ---
Stimmt, ein guter Vergleich ;D
Christina:
--- Zitat von: Susan am 04. Juni 2025, 10:01:49 ---Natürlich bin auch ich gespannt auf deine Eindrücke und Erlebnisse aus Andalusien. Werde den Bericht aber erst nach unserem Urlaub in Ruhe nachlesen.
:strahl: ige Grüße aus Meteora
--- Ende Zitat ---
Hallo Susan, viel Spaß weiterhin im Urlaub, der Bericht läuft nicht weg.
Christina:
Diesen und auch viele der folgenden Tage muss ich wegen den vielen Fotos in mehrere Teile aufteilen.
3. Tag – Montag, 27.01. - 1. Teil
Andalusien ist ja einer der touristischen Hotspots dieser Welt, nicht wegen der Landschaft, sondern wegen vieler historischer Gebäude, die sich auf mehrere andalusische Städte verteilen.
Hier in Sevilla ist der Real Alcázar eines dieser Gebäude. Wie bei solchen touristischen Zielen heute üblich, sollte man das Ticket (EUR 15,50) dafür vorab online kaufen. Ich habe bei allen Ticketbuchungen für diese Reise versucht, eines für den ersten Einlass des Tages zu kaufen, da ist die Chance, dass es nicht ganz so voll ist, am höchsten, da dann nicht auch noch die Leute der früheren Zeitfenster vor Ort sind. Die Buchungsfenster für die verschiedenen Sehenswürdigkeiten öffnen zu unterschiedlichen Zeiten, hier in Sevilla war das für den Alcázar als erstes offen, daher habe ich das für meinen ersten Tag hier gleich gebucht.
9.30 Uhr war die erste mögliche Uhrzeit, die ich reservieren konnte, trotz des reservierten Tickets soll man ungefähr eine halbe Stunde vorher da sein.
Gegen 8.30 Uhr mache ich mich gemütlich auf den Weg zum Alcázar. Es regnet gerade nicht und ist noch recht ruhig in der Stadt, daher mache ich gleich mal ein paar Fotos. Besonders gut gefällt mir die Plaza de San Francisco mit den pastellfarbenen typisch andalusischen Häusern auf der einen Seite und dem Rathaus im Renaissance Stil aus dem 16. Jh. auf der anderen. Und die Orangenbäume mit denen ich in dieser Vielzahl überhaupt nicht gerechnet habe (ich habe nur gehofft, zu dieser Jahreszeit überhaupt ein paar der Bäume mit Früchten zu sehen), zeigen mir, dass ich zwar nur drei Flugstunden vom Winter zu Hause entfernt bin, aber doch in einer ganz anderen Welt, die nicht ganz so zahlreich, aber durchaus auch vorhandenen Palmen tragen zu diesem Eindruck bei.
Vom Rathaus ist es nicht mehr weit zum historischen Herzstück der Stadt mit Kathedrale, Real Alcázar und dem Archivo de las Indias. Trotz Regenwetters sieht das alles wunderbar aus und ich bin wie gestern Abend schon begeistert.
Gegen zehn nach 9 stelle ich mich in die noch sehr kurze Schlange vor der roten Puerta del León, dem Eingangstor zum Real Alcázar für Ticketinhaber.
Mit der Zeit wächst die Schlange und ein paar Einheimische laufen an der Schlange auf und ab und versuchen, Kunden für eine Führung durch den Königspalast zu finden. Ich höre der Dame, die das hinter mir stehende Paar aus Frankreich in bestem Französisch über das von ihr angebotene Programm und über ihre beruflichen und sprachlichen Qualifikationen informiert, zu, das sind sicher seriöse Angebote, warum man aber nicht gleich beim Ticketkauf die Möglichkeit hat, ein Ticket mit Führung zu buchen, weiß ich nicht, so auf der Straße angesprochen zu werden, gefällt mir jedenfalls überhaupt nicht. Wobei ich sowieso keine geführte Tour machen würde, ich will mir das in meinem eigenen Tempo anschauen, Details kann ich vorher und hinterher nachlesen.
Punkt halb zehn geht endlich das große Tor auf. An einer ersten Kontrollstelle muss das Ticket vorgezeigt werden, an einer zweiten wird es dann gescannt und Pass oder Personalausweis (dessen Nummer man bei der Ticketbuchung angeben musste) muss vorgezeigt werden. Dann kommt eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen, wobei Wasser und Elektronik nicht ausgepackt werden müssen.
Ich habe auf dem Handy einen Pdf Plan des Komplexes aus dem Internet dabei, hätte aber schon erwartet, dass es eine gute Ausschilderung und auch Tafeln mit Erläuterungen gibt. Dies ist aber nicht der Fall bzw. nur sehr spärlich und oft kaum noch lesbar – die von mir gerade so abgetanen Führungen sind vielleicht doch gar nicht so verkehrt? Nein, ich habe mich ja schon vorab informiert und werde auch nochmal nachlesen, hier möchte ich das Ganze einfach nur optisch genießen.
Der Real Alcázar ist eine Palastanlage mit einer Vielzahl von Gebäuden und Gärten, umgeben von einer hohen Mauer. Schon im Jahr 913 entstand ein erster Gouverneurspalast. Zu dieser Zeit herrschten seit ungefähr zweihundert Jahren die Araber in Andalusien und ganz Spanien. Im Laufe der Zeit wurde immer weiter gebaut und ausgeschmückt. Auch nach der Rückeroberung Andalusiens durch christliche Heere wurde die Palastanlage von den neuen Herrschern genutzt und bis heute übernachtet die Königsfamilie, wenn sie in Sevilla verweilt, in diesem Palast (die entsprechenden Zimmer können gegen eine Zusatzgebühr besichtigt werden, so etwas zu sehen ist mir nicht wichtig und ich habe dafür kein Ticket gekauft).
Einer der Höhepunkte des Alcázars ist der Palacio Mudéjar (oder auch Palacio del Rey Don Pedro genannt). Hier gibt es einige wunderschön verzierte Räume und Innenhöfe – es gibt unglaublich viele Details zu entdecken, auch die Decken sind mehr als einen Blick wert – herrlich. Ich habe das Glück diese Räume fast für mich alleine zu haben, der Vorteil des ersten Zeitslots des Tages und einem Platz weit vorne in der Schlange am Eingang.
Nach dem ausgiebigen Genießen dieser Pracht gelange ich durch einige Gärten zu den Baños Doña María de Padilla, hier kann ich eine tolle Spiegelung bewundern.
Nun widme ich mich ausführlich der Galería del Grutesco, einer zweistöckigen Galerie von der man einen guten Blick über verschiedene Gartenbereiche hat. Herrlich dieses üppige, fast dschungelartige Grün mitten im Winter, da tut der bedeckte Himmel und inzwischen wieder stetige Regen dem Eindruck keinen Abbruch.
Einen Teil dieser Gärten schaue ich mir noch von unten an,
mache einen Abstecher in den recht nüchternen Palacio Gótico und schaue mir dort einen Saal mit einigen riesigen Wandteppichen an. Dann wechsle ich nochmal ins Freie und gehe in den großen Park, der sich an die Gärten anschließt. Hier gibt es nicht so viel zu sehen, die Wege sind zum Teil matschig, daher wende ich mich schließlich dem Ausgang zu. Vorher nutze ich noch die Toiletten und werfe nochmal einen Blick auf den Eingangsbereich und in den Palacio del Rey Don Pedro – unfassbar welche Menschenmassen sich nun dort tummeln – sehr auffällig die vielen Asiaten, ich würde sagen 80% der Besucher sind Asiaten – man stelle sich vor, wie herrlich ruhig und leer es ohne sie wäre bzw. wenn sie in ähnlicher Anzahl wie die anderen Nationalitäten hier wären.
Christina:
3. Tag – Montag, 27.01. - 2. Teil
Gegen halb 12 bin ich am Ausgang und bummle nun durch das Barrio de Santa Cruz, ein ehemals arabischer Stadtteil. Hier ist es sehr idyllisch mit engen Gassen und vielen kleinen und größeren Plätzen, oft mit vielen Orangenbäumen, die bei Sonnenschein und Hitze sicherlich wunderbare Schattenspender sind. Vorteil des Dauerregens: außer mir ist fast niemand unterwegs.
Aber nun ist auch für mich Zeit eine Pause im Trockenen zu machen und etwas zu essen. Das ist bekanntlich in Spanien um diese Uhrzeit (kurz nach 12) nicht einfach, die meisten Lokale haben noch geschlossen oder es sitzt kein Mensch drin, es gäbe sowieso noch nichts zu essen, vielleicht ein paar Tapas. Schließlich finde ich eine Art „ökologisches“ Café / Restaurant („Naturalmente“), das auf der aushängenden Karte einige leckere Bowls auflistet und recht gut besetzt ist.
Im Restaurant möchte ich von der Karte eine Bowl bestellen, da weißt mich der Kellner daraufhin, dass diese auf der Lunch Karte steht, zurzeit aber noch die Breakfast Karte gilt – oh man, jetzt noch Frühstückszeit - aber ich hätte es mir ja denken können. Nun gut, einen Smoothie gibt es immer und auf der Frühstückskarte finden sich einige belegte Brote, von denen ich eins mit Avocado und Rote Beete (EUR 15,90 beides zusammen) bestelle.
Am Nebentisch sitzt ein französisches Paar, das sich natürlich ebenfalls mit belegten Broten von der Frühstückskarte zufriedengeben muß. Weil es jetzt hier schon wieder um Franzosen geht, nach meinem Gefühl ist das nach den Asiaten (hier sicherlich hauptsächlich Chinesen) und den Spaniern aus anderen Regionen des Landes, die drittgrößte Touristengruppe, danach kommen Italiener und dann diverse andere unter denen dann auch die Deutschen, ich bin sehr erstaunt so wenig Deutsch zu hören.
Nach dem Essen regnet es leider immer noch, ich gehe daher ins Flamenco Museum (EUR 6,00), hier bin ich fast alleine. Der Flamenco ist ein wichtiger Teil der andalusischen Kultur und das moderne Museum zeigt überwiegend mittels kurzen Filmen die wichtigsten Punkte dazu, also Herkunft, Entwicklung, verschiedene Stile. Dazu gibt es eine Ausstellung mit Kunstwerken rund um den Flamenco, hauptsächlich Bilder und Skulpturen von Tänzern, insgesamt sehr interessant und gut gemacht.
Jetzt ist es halb drei und ich gehe für eine Kaffeepause in mein Apartment, da kann alles besser trocknen als in einem Café und meine späteren Ziele liegen eh in der Nähe.
Gegen halb vier gehe ich dann wieder los, auf dem Weg zum meinem Ziel komme ich an den Setas vorbei, der Regen hat nachgelassen und laut Vorhersage soll es ab 17 Uhr trocken sein und den Rest des Abends bleiben. Daher kaufe ich ein Ticket für heute Abend ab 18.45 Uhr (EUR 16,00), das ist kurz vor Sonnenuntergang, so kann ich von oben den Blick bei Helligkeit, Dämmerung und Dunkelheit erleben.
Mein Ziel jetzt ist der Palacio Las Dueñas, einer von mehreren historischen Herrenhäusern in der Stadt, die für Touristen geöffnet sind. Die Eintrittspreise sind recht hoch, es gibt aber immer einmal pro Woche die Möglichkeit für eine kostenlose Besichtigung, meist muss aber auch dafür vorab ein Online Ticket gekauft werden. So auch hier, montags ist ab 16 Uhr freier Zugang und ich kann mir noch im Dezember ein Ticket (Verwaltungsgebühr EUR 1) dafür sichern.
Gegen viertel vor vier bin ich am Eingang, wo bereits eine größere Menschenansammlung wartet und ein Schild daraufhin weißt, dass es heute keine Tickets mehr für den kostenlosen Eintritt gibt.
Angeschaut werden kann der Garten, mehrere Innenhöfe und das Erdgeschoss des Palastes. Die Leute verlaufen sich ganz gut, so dass es mir nirgends gedrängt oder voll vorkommt. Der Palacio de las Dueñas wurde im 15. Jh. gebaut und im 16.Jh. im Renaissance- und Mudéjar Stil umgebaut, also zur gleichen Zeit und im gleichen Stil wie ein Großteil des Alcázars. Im Erdgeschoss befindet sich eine große Sammlung diverser Kunstgegenstände aus mehreren Jahrhunderten. Höhepunkt ist der zentrale Innenhof mit dem wunderschön verzierten Säulengang drumherum, auch wenn die Bepflanzung natürlich nicht so üppig ist wie später im Jahr, das gilt aber für alle Innenhöfe, Parks und Gärten, die ich während dieser Reise besuchen werde.
Nach einer dreiviertel Stunde habe ich alles gesehen und gehe zurück in meine Unterkunft zum Abendessen.
Christina:
3. Tag – Montag, 27.01. - 3. Teil
Um halb sieben mache ich mich auf den Weg zu den Setas. Mit einem Aufzug fährt man nach oben und kann dort dann auf Stegen über die gesamte Anlage gehen. Sowohl der Blick über Sevilla als auch auf die Konstruktion selbst ist toll, gerade jetzt in der einsetzenden Dämmerung. Natürlich bin ich auch hier nicht alleine, aber abgesehen vom höchsten Punkt (der aus meiner Sicht aber gar nicht den schönsten Ausblick bietet), kann man immer wieder direkt ans Geländer heran und die Ausblicke genießen.
Ich schlendere mehrfach die gesamte Strecke entlang, gegen 18.45 Uhr geht die Sonne unter und die Licht- und Tonshow „Aurora“ beginnt. Und die ist wirklich wunderschön: verschiedene Farben und Farbwechsel in Kombination mit dem immer dunkler werdenden Himmel und der immer heller leuchtenden Stadt. Erstaunlicherweise verlassen die allermeisten Besucher die Setas kurz nachdem es richtig dunkel geworden ist, nun kann ich in Ruhe nochmal alles anschauen (die Show wird regelmässig bis zur Schließung um Mitternacht wiederholt).
Zum Ausgang gelangt man über Treppen nach unten, man kommt an einem Souvenirladen vorbei und auf einigen Schautafeln wird die Geschichte der Setas erzählt: Architekt war der Deutsche Jürgen Mayer H., gebaut wurde von 2004 bis 2011, wie bei den meisten Großprojekten dieser Art gab es zahlreiche Bauverzögerungen und Kostenüberschreitungen. Mit einer Länge von 150 Metern, eine Breite von 70 Metern und eine Höhe von 26 Metern gilt es als größtes Holzbauwerk der Welt, wobei für die insgesamt 6 Sonnenschirme, die miteinander verbunden sind, um auf dem Platz darunter für Schatten zu sorgen, auch Stahl und Beton verwendet wurden, mehrheitlich aber Holz.
Eine gute Stunde halte ich mich auf den Setas auf, dann gehe ich durch die nun sehr volle Stadt (genauso war es in Madrid auch, im Laufe des Abends und der Nacht wurde es immer voller) zurück in mein Apartment.
Wetter: bewölkt, immer wieder Regen, teils über mehrere Stunden anhaltend, abends trocken, ca. 20°C
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