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Vom Pindos über Pelion zur Perle im Ionischen Meer - Hellas 2025
Silv:
Das ist schon eine lange Anreise...puuuhh Mit einer Nils Holgersson sind wir tatsächlich mal nach Schweden gefahren :)
Aber die Gegend ist wunderschön. Schlucht, Berge, Wasser - und auch die Tavernen sehen sehr gemütlich aus.
Wie teuer sind denn die Campingplätze in Griechenland?
Susan:
--- Zitat von: Ilona am 05. Juli 2025, 16:18:03 ---Komisch, dass man in den Kirchen nicht fotografieren darf. Davon abgesehen, scheinen sie sehr einfach, mit viel Wandmalerei, gehalten zu sein. Musstest du da auch einen Rock an- bzw. überziehen?
--- Ende Zitat ---
Nicht alle Kirchen haben Fotoverbot; in den Klöstern betrifft es meist die innerste Kapelle (was durchaus eine größere Kirche sein kann). Wandmalereien sind tatsächlich sehr häufig und beliebt, es gibt aber auch welche mit genug Gold ;) Rock oder ähnliches war nur in Meteora wirklich verpflichtend. Dort werden auch Tücher zum Umbinden verliehen.
Horst, willkommen an Bord.
Die Brücke von Mostar war wahrscheinlich Vorbild für eine ganze Reihe ähnlicher Brücken auf dem Balkan. Einige der Belag Steine sind im Laufe der Jahre tatsächlich wie blank poliert, bei Regen stelle ich mir das rutschig vor. Auf jeden Fall war es sehr holprig, so dass ich Umknickqueen, da immer äußerst vorsichtig drüber gegangen bin.
Schade finde ich es schon, die Schlucht nicht mal von unten gesehen zu haben. Doch steil und steinig liegt mir nicht so und mit Stöcken habe ich es noch nie probiert.
Ja, die Anreise war bzw. ist lang, aber lieber Fähre als über Land. Wir haben einige Leute mit mehr Zeit getroffen, die über den Balkan angereist sind. Die schwärmten durchaus von interessanten Landschaften unterwegs, haben für die Rückfahrt jedoch lieber eine Fähre nach gebucht. ::)
Die Campingplätze haben inklusiv Strom und "Kurtaxen" mancherorts zwischen 25 und 34 Euro die Nacht gekostet.
Christina:
--- Zitat von: Susan am 04. Juli 2025, 22:35:24 ---
Wenn ich micht recht an den Physikunterricht erinnere, verteilt sich die Druckkraft bei Bögen nach unten auf die Pfeiler und zwar je mehr, je steiler. Sie tragen sich dann quasi selbst. Nur so konnten Steinbrücken eine weite Spannbreite erreichen. Die Kuppeln in Kirchenbauen z.B. folgen dem gleichen Prinzip. Der Bau an sich mit exakt behauenen Steinen war sicher eher mühselig.
--- Ende Zitat ---
Danke, das klingt sehr logisch. In Physik war ich eine absolute Niete, aber deine Erklärung ist auch für mich verständlich.
Christina:
Das waren wieder sehr schöne Aus- und Einblicke in die Vikos Schlucht, schon sehr beeindruckend. Auch das Dorf und das Kloster sehen hübsch aus. Der Kuchen sieht lecker aus.
Von Mallorca kenne ich die extrem schnellen Fahrradfahrer auch, dort Rennräder, keine E-Bikes. Bei kurvigen Strassen wurde man als Autofahrer von den Radfahrern überholt, d.h. die sind deutlich schneller als 50 km/h gefahren, würde ich mich auch nie getrauen.
Susan:
29. Mai Kipoi Brücken Tour
Eine weitere kalte Nacht, in der mehrmals die Heizung anspringt. Da sich die Sonne hinter einer Wolkenbank versteckt, frühstücken wir drinnen. Brot ist noch von gestern da und schmeckt auch aufgebacken.
Eigentlich hatte ich schon die Raftingtour hier eingeplant, doch Wasserstand und der mögliche Abschluss, das Wehr hinunter, haben uns abgeschreckt. Naja, heute jedenfalls ist es uns zu kalt dafür. Die Gegend bietet ja noch genug anzuschauen.
Nach Monsterabwasch und Durchfegen starten wir also zu unserer möglicherweise längsten Rollertour. Eigentlich sollte der Sprit noch reichen für die erste Tankstelle auf der Route (30 km). Als wir vom Camping hinauf zur Bergstraße gekurvt sind, meint Kersten jedoch, er wolle lieber gleich tanken. Um mein Hinterteil und die Schultern zu schonen, warte ich hier oben bei einer Kapelle (leider abgeschlossen). Da habe ich mal die Aussicht auf etwas andere Berge; auf denen weiter weg liegt sogar noch etwas Schnee.
Zum Glück muss Kersten nicht ganz bis Konitsa rollern, die sonst geschlossene Tankstelle hat heute mal geöffnet. Weiter geht’s auf bekannter Strecke. Kurz darauf in Aristi tröpfelt es tatsächlich mal für 5 Minuten.
Hier in der Zagori Bergregion gibt es 46 mehr oder weniger versteckt gelegene Dörfer. In ihrer Blütezeit Ende des 18. Jahrhunderts wurde es für den Transport von Ware und Menschen nötig, Brücken über die zahlreichen Flüsse zu bauen. Angeregt und bezahlt wurde der Bau meist von reichen Einwohnern oder einem Kloster. Nach ihnen wurde dann die Brücke in der Regel auch benannt. Heute findet man in Zagori 45 dieser alten Steinbrücken. Einige davon können wir relativ einfach in der Gegend um Kipoi besuchen.
Erster Stopp: Kapetan Arkoudas Brücke
Ein jüdischer Kaufmann geriet bei der Flussquerung hier in einem Sturm in Lebensgefahr. Nach seiner Rettung ließ er 1806 die Brücke als sichereren Überweg bauen. Viele Jahre später bekam sie den Namen des mazedonischen Helden, der an dieser Stelle 1906 von Türken ermordet wurde.
Grundbaustoff der Brücken war Schiefer, den es hier massig gibt. Bindemittel war eine Mischung aus gelöschtem Kalk, geriebenen Stein, Wasser und Lehm. Manchmal sollen noch Tierhaare und Eiweiße dazu gegeben worden sein. Gerüchteweise sind für den Brückenbau in der Gegend dreihunderttausend Eier zerschlagen worden. ^-^
Nächster Halt: Noutsos / Kokkoris Brücke. Ersterer hat sie 1750 errichten lassen, der andere irgendwann saniert. Sie steht an wichtiger Stelle, ermöglichte sie doch allen Zagoridörfern eine sichere Flussquerung für den Weg ins Handelszentrum Ioannina.
kaum Wasser hier im Vikos
Das Loch rechts an der Brücke diente als Leitung zu einer Wassermühle, von der aber nichts übrig geblieben ist. Wir machen es einigen anderen nach und steigen hinunter ins Flussbett.
alte Brücke und heutige
Ab hier soll ein Wanderweg dem Tal des Vikos folgen bis zur Misios Brücke, die die Dörfer Vitsa und Kokokouli verbindet. Sie wurde 1748 erbaut und ihre Lage markiert den Beginn der Vikos-Schlucht. Eigentlich eine kurze Wanderung (3,5 km ret), doch außer dem Flussbett sehen wir keinen Weg. Das Balancieren über die vielen Steine ist besonders mir jedoch zu mühselig. Es gäbe wohl noch den alten Weg von den jeweiligen Dörfern; allerdings länger, steiler und schlecht markiert.
Wir machen einen kleinen Abstecher und rollern hinauf nach Kapesovo und zum Beginn eines spektakulären Wanderwegs.
Kapesovo
Ränder der Mezari Schlucht
gegenüber liegende Felswand
Erkennt ihr die fast mit der Felswand verschmelzenden Steinmauern? Sie kennzeichen den sich die steilen Wände hinaufschlängenden Weg in das abgelegene Dorf Vradeto, die Skala Vradetou (Vradeto Treppe) Bis 1973 waren die Steintreppen der einzige Weg von Vradeto nach Kapesovo und den Rest der Welt.
Von unserem Standort aus geht es auf relativ leichten Weg hinunter auf 1100 m zu Steinbrücken über die Schlucht, danach geht es in Serpentinen und rund 1150 Treppenstufen hinauf zum höchst gelegenen Zagori Dorf. 2,9 km lang soll der Weg sein. Uns haben natürlich nur die Kühe auf dem Weg von der Wanderung abgehaltenen :zwinker: Daher hier ein paar Eindrücke von anderen Leuten: Schlucht und Brücke, Vradeto Treppe 1 und Vradeto Treppe 2
Auf etwas anderer Strecke rollern wir zurück ins Vikos Tal, dort warten noch drei Brücken auf uns. Nummer 1 Plakidas:
Vom Parkplatz aus müssen wir etwa 500 m hinunter zur drei bogigen Brücke laufen
So wellenartig auf und ab läuft es sich etwas komisch auf der Brücke
Weiter geht es zur Mylos Brücke
Da ist wenigstens mal Wasser drunter ^-^
So bei der Durchfahrt scheint es in Kipoi kaum Restaurationen zu geben. Kersten macht das Kipi Mountain Resort Cafe ausfindig. Dafür müssen wir auf einem Bohlenweg den Hang hinauf. Zum Glück war der Gatte damit nicht auf dem Holzweg; wir bekommen leckeren Cappucchino und selbst gebackene Kekse. Außerdem haben wir hier das tolle Herbstbild von Konitsa gesehen.
Gestärkt nehmen wir den Weg zur Lazaridis Brücke unter die Füße.
Dort treffen wir auf zwei Wanderer, die offenbar mit einem Führer unterwegs sind. Anscheinend haben sie all die Brücken hier am Ort in einer Runde erwandert. Wir schauen uns die Lazaridis noch vom Flussbett aus an.
Auch hier nur ein Rinnsal von Wasser am Rand. Diese Brückentour war an sich interessant, etwas mehr Fluss unter ihnen wäre schöner gewesen. Ich habe nicht herausgefunden, ob die hier oben so schnell ausgetrocknet sind seit Winter oder schon länger trocken liegen.
Wir kommen im Trocknen zurück zum Campingplatz, dann regnet es leider den ganzen Abend.
Heutige Strecke:
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