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Vom Pindos über Pelion zur Perle im Ionischen Meer - Hellas 2025

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Susan:
1. Juni  Altstadt von Ioannina

Nach einem gemütlichen Sonntagsfrühstück satteln wir den Roller für einen Ausflug in die Stadt.

Ioannina ist die Hauptstadt der Region Epirus, hat um die 115 tausend Einwohner und eine Universität. Sie liegt am Westufer des Pamvotida Sees. Die Altstadt mit ihren Bauten ist geprägt durch die osmanische Herrschaft. 
Wir verfahren uns in den Einbahnstraßen ein wenig (weil ich einem falschen Schild folgte), finden dann aber doch die Stadtmauer und einen Rollerparkplatz. Durch einen Park, der vernachlässigt ausschaut, gehen wir zur Seepromenade. Diese folgt einerseits dem Ufer und andererseits der Stadtmauer. Hier sind etliche Sonntags Spaziergänger unterwegs.


Pamvotida See


Insel Nisi



Es fahren Boote hinüber zur Insel, auf der man nett spazieren gehen und mehrere kleine Klöster anschauen könnte. Heute am Sonntag ist hier Höchstbetrieb. Neben den Familien, die unterwegs sind, zählen wir im Lauf der Zeit am Platz beim Anleger acht Reisebusse, die Leute  ausspucken. Im Nachhinein bedacht ist Sonntag ein ungünstiger Tag für den Besuch von Ioannina. Nicht nur wegen des Andrangs; die Museen haben geschlossen und manche Tore machen ebenfalls früher als sonst zu.

Endlich sehen wir auch ein Tor hinein in die Festung, die den Kern der Altstadt bildet. Sie wurde im 13. Jhd. erbaut und war ein wichtiger Stützpunkt im osmanischen Reich. 1822 wurde sie von den griechischen Freiheitskämpfern eingenommen. Wir kommen vom Norden her und folgen dem Weg hinauf zur Aslan Pascha Moschee.



Laut dem Zettel am Eingangstor haben wir leider nur kurz Zeit uns umzusehen.



Überreste der Befestigungsanlagen




Mendrese
die alte islamische religiöse Schule. Die Studenten wohnten dort.


Schrifttafeln Funde


Eingang zur Moschee

Ich weiß jetzt nicht, ob den Bauarbeiten oder der Zeit geschuldet; leider konnte ich kein Bild des kompletten Gebäudes machen  :( Darum eins aus dem Web Aslan-Pascha-Moschee

Die Moschee wurde 1618/19 erbaut und beherbergt heutzutage ein Volkskundemuseum. Unter ihr liegen die Katakomben und Gefängnisse, in denen viele Widerstandskämpfer hingerichtet wurden.

Nachdem wir aus dem Tor heraus sind, wird es tatsächlich geschlossen. (15 Uhr, wenn ich mich recht erinnere). Auf dem Rückweg sehen wir noch die osmanische Bibliothek, die vermutlich zur obigen Schule gehörte.



Da es hier drum herum nicht so altstadtmäßig aussieht, kehren wir zum Seeufer zurück und folgen der Stadtmauer außen weiter.

 

Restaurants an der Strandpromenade; noch gut besucht, Griechen essen frühestens ab 14 Uhr Mittag





An der Straße vor der westlichen Festungsmauer reihen sich die Geschäfte aneinander, die allerlei Souvenirs und Spielzeug für kleine Ritter verkaufen. Kennt ihr diese Karikaturf-Figurinen von Berühmtheiten? Neben Rockstars und Fußballern gab es hier auch eine von Angela Merkel  :totlach: Leider nicht abgelichtet.


Stadtmauer mit Thomas Turm

Dort befindet sich ein weiteres Tor in der Festung, durch das wir erneut in die Altstadt gehen. Der erste Eindruck ist wenig; viele Häuser mit Graffiti. Dann stoßen wir auf ein nettes Cafe mit Außenplätzen auch an der Festungsmauer.



Zeit für eine Erfrischung. Die Speisekarte gibt es leider nur in griechisch, die Kaffeespezialitäten können wir aber identifizieren. Kersten bleibt bei Cappucchino, ich bekomme einen Frappee Karibik, sehr lecker mit einem Hauch Kokos.

Auf Graffiti  Häuser habe ich keine Lust, also gehen wir außen herum weiter.





Rund 2 km lang ist die Umrundung der Festung. Wir entdecken noch ein verstecktes Tor



zum südlichen Teil der Festung. Dort findet man die Ruinen des Palastes, das neue Byzantinische Museum, das Silberschmiedekunst Museum und die Fethiye Moschee mit dem Grabmal von Ali Pascha.



Wir betanken den Roller und tuckern zurück zum Campingplatz. Kurzer Fotostopp noch am Uhrturm von Ioannina



Gegen Abend ziehen dunkle Wolken auf, wir hören auch Donnergrollen, bleiben aber letztlich vom Gewitter verschont.



Susan:

--- Zitat von: Ilona am 10. Juli 2025, 16:29:06 ---Hat Lidl in Griechenland auch fast das gleiche Sortiment wie hierzulande? Also in Spanien gibt es zwar regionale Produkte, aber überwiegend die Waren/Eigenmarken, die man hier kaufen kann.

--- Ende Zitat ---

Teils, teils. Es gibt schon etliches von hier wie Perlenbacher Radler, ordentliche Salami und Mortadella oder -für uns wichtig - Brot und Brötchen. Anderes ist eher regional, besonders bei Fleisch eher weniger als hier;  außer Hack, kaum Rind. Oder Käse - so große Fetapackungen habe ich noch nie gesehen  ;D Außerdem eine größere Fischauswahl. Kuchen, Chips, Wein größtenteils griechische Marken.

Paula:
Perückenstrauch: Wieder was gelernt  :) die Pflanzenbestimmungsapp benutzte ich auch sehr gerne, toll dass es sowas gibt.
Die Wanderung am Fluß entlang in der Schlucht ist genial, vor allem wenn dann noch die Sonne scheint, zum Kloster wäre ich auch hochgegangen.
Ioannina mit der Moschee sieht irgendwie gar nicht wie Griechenland aus, eher wie in Bosnien. Ich kann mich nicht erinnern auf unserer Griechenlandreise eine Moschee gesehen zu haben und dass die Osmanen in Griechenland waren ist mir auch neu, da sieht man mal wieder: Reisen bildet…
Den Lidl gab’s damals schon überall in Griechenland (das ist schon 20 Jahre her) , normalerweise gehe ich im Ausland lieber in regionale Geschäfte, aber das war oft der einzige Laden mit einigermaßen Auswahl.

Christina:
Hm, Ioannina beeindruckt mich trotz des hübschen Namens nun nicht so sehr, also die Ecken, die ihr angeschaut und fotografiert habt sind schon schön, aber bei einer Stadt dieser Größe hätte ich doch noch mehr "Altstadt" oder auch einen modernen, sehenswerten Teil erwartet. Merkwürdig auch, dass die Museen Sonntags geschlossen haben, normalerweise ist doch Montag der Ruhetag bei Museen.

Oh je, die Griechen sind auch so späte Esser, na ja, war zu erwarten.

Susan:
Ioannina muss man  nicht unbedingt gesehen haben. Fairerweise muss ich klarstellen, dass wir die Altstadt nur punktuell besucht haben. Wir können durchaus  einige idyllische Ecken verpasst haben. Der Teil der modernen Stadt, den wir durchfahren haben, ist allerdings wenig sehenswert.

Hauptsächlich haben wir dort halt gemacht, um nicht am Wochenende in Meteora zu sein  8)

Griechenland war nach der Blütezeit in der Antike Jahrhunderte nicht eigenständig: Römer, Byzantiner, Osmanen, Venezier... Erst im 19. Jahrhundert erkämpften sich die Griechen ihre Unabhängigkeit.

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