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Lanzarote 2025 – We LAVAd it
Ilona:
5. Tag: Lavahöhlen und Pools
Der Morgen begann schon sehr windig und deshalb standen die Lavahöhlen auf dem Programm.
Los Jameos del Agua ist das erste von César Manrique geschaffene Zentrum für Kunst, Kultur und Tourismus, das in einem Vulkantunnel angelegt und 1977 fertiggestellt wurde. Wie kein anderer verstand er es, eine Symbiose zwischen Natur und Kunst zu schaffen.
Jameos sind Vulkanhöhlen, deren Decken zum Teil eingestürzt sind. Weil ein natürlicher See vorhanden ist, heißen diese Jameos del Agua (Wasserhöhlen).
Die Hauptattraktion ist die Grotte mit den klitzekleinen Albinokrabben.
Die kleinen weißen Punkte sind die Krabben.
Die Basalthöhle von der anderen Seite. Hier befindet sich eine Bar.
Schon vor 36 Jahren begeisterte mich der weiße Pool, in dem man nicht schwimmen darf, sehr.
In einem weiteren Lavatunnel wurde ein natürliches Auditorium mit einem Fassungsvermögen von 550 Personen geschaffen. Das Basaltgestein sorgt für eine außergewöhnliche Akustik, die es sonst nirgends gibt. Die Sitze wurden dem natürlichen Gefälle des Bodens angepasst.
Die Eintrittskarten kauften wir vor Ort und wollten das in der naheliegenden Cueva de los Verdes genauso machen. Leider sind dort die Parkplätze begrenzt und ohne Online-Ticket wird man vom Parkwächter abgewiesen. Dann eben zum nächsten und höchsten Punkt des Tages, dem Mirador del Rio.
Auch an Lanzarotes Nordspitze vereinigte César Manrique die Architektur mit der Natur. Zum stolzen Eintrittspreis von 8,50 €/Person kann man auf die Insel La Graciosa schauen.
Dort oben pfiff leider der Wind so stark, dass man die Kamera nicht stillhalten konnte. Also nichts wie rein.
Die meisten Besucher blieben drinnen im Café oder im Shop und dementsprechend voll war es. Wir versuchten, Online-Tickets für die Cueva zu ergattern, doch leider ist das Netz auf der Klippe grottenschlecht.
So langsam machte sich der kleine Hunger bemerkbar. Auf dem Weg nach Haria machten wir im Küstenort Arrieta Halt. Dort befindet sich das wahrscheinlich preiswerteste Restaurant der Insel, das wir durch Zufall im Vorbeigehen entdeckten.
Das Restaurant war gut besucht, doch wir hatten Glück und zwei Plätze auf einem kleinen Balkon wurden gerade frei. Vor der Tür dachten wir, dass die Preise nicht aktuell sind, aber dieselben Preise standen auch auf der Speisekarte, die uns gereicht wurde. Wir entschieden uns für das gegrillte Fischfilet á 5 €. Die kleine Portion reichte uns vollkommen aus. Nebenbei war es uns möglich, Online-Tickets für den Nachmittag zu ergattern.
Doch bis dahin blieb noch genügend Zeit für Césars letztes Wohnhaus in Haria.
Manrique hatte in den 70ern eine alte Finca erworben und begann 1986 mit den Bauarbeiten. Er lebte hier bis zu seinem Tod im Jahr 1992. Seit 2013 ist es ein Museum. Der Rundgang führt durch die Wohnräume und Werkstatt.
Der Ort Haria liegt im Tal der 1000 Palmen und auch Césars Haus liegt inmitten eines Palmenhains.
Manriques Werkstatt wurde so belassen, wie er sie hinterließ.
1987 bemalte er einen Seat Ibiza, der bei der internationalen Auto Show in Barcelona ausgestellt und auf den Namen des Künstlers getauft wurde. Unterwegs begegneten uns immer wieder Mietwägen, die mit solchen Designfolien beklebt sind.
Gut, dass die Entfernungen nicht sehr groß sind, denn wir mussten um 14:30 Uhr am Parkplatz der Cueva de los Verdes sein.
Sobald die Gruppe vom Time Slot vollständig war, durften alle zum nächsten Sammelplatz weiter.
Wir standen noch eine Weile neben dem Ausgang
und das würden wir erwarten :happy2: .
Eine Dame bekam kurz nach dem Eingang Panik und musste umdrehen.
Solche Lavaröhren begeistern uns.
Fast am Umkehrpunkt gibt es ein besonderes Schmankerl. Dieser Naturpool ist höchstens 10 cm tief.
Die Oberfläche ist normalerweise im wahrsten Sinne des Wortes spiegelglatt.
Dadurch ergibt sich diese geniale optische Täuschung und der Pool wirkt extrem tief.
Das begeistere mich auch nach 36 Jahren wieder.
Es war doch ganz schön viel Programm an dem Tag. Eigentlich wollten wir morgens etwas Sightseeing machen und nachmittags am Pool ausspannen. Daraus wurde nichts. Aber immerhin zogen wir vor dem Abendessen noch fleißig unsere Bahnen im Hotelpool.
Wie jeden Abend marschierten wir nach dem Essen noch einige Kilometer die Promenade entlang. Eine Abwechslung gab es danach allerdings: Diesmal klopfte eine BetthupferlFRAU, die Schokokugeln und Wasser brachte.
Wir öffneten die Schaumweinflasche Nr. 2 und genehmigten uns noch ein Gläschen. Animation gab es in dem Hotel keine und auf irgendwelche abendlichen Gesangsdarbietungen verzichteten wir gerne und schmökerten lieber in den Büchern.
Christina:
Ein besichtigungsreicher Tag :thumb:
Beide Höhlen sind sehr interessant und total unterschiedlich, erst dachte ich, als ihr kein Ticket für die zweite Höhle bekommen habt, wird ja nicht so schlimm sein, die eine Höhle wird sich nicht von der anderen unterschieden, aber doch gut, dass es mit der zweiten noch geklappt hat. Du hast das ja noch von deinem ersten Besuch gewusst.
Ich finde die Gestaltung um die Sehenswürdigkeiten herum auch immer so hübsch, die Schilder, der Parkplatz mit den schwarzen Mauern, die Bar, usw. alles so nett gemacht.
Der weiße Pool ist genial, wie gerne würde man da schwimmen, aber zum Glück ist das nicht erlaubt, der wäre dann ja völlig überfüllt und kein schöner Anblick mehr.
Eintritt für einen Aussichtspunkt und auch noch so viel finde ich erst mal nicht so toll, aber andererseits wird das ja wohl in den Erhalt der gesamten Manrique Anlagen gesteckt und wenn man dann so ein günstiges Restaurant (und sogar mit Speisekarte auf deutsch) zum Ausgleich entdeckt, ist das auch schnell wieder vergessen ;D.
Ilona:
Hallo Christina,
--- Zitat von: Christina am 05. August 2025, 18:25:54 ---Beide Höhlen sind sehr interessant und total unterschiedlich, erst dachte ich, als ihr kein Ticket für die zweite Höhle bekommen habt, wird ja nicht so schlimm sein, die eine Höhle wird sich nicht von der anderen unterschieden, aber doch gut, dass es mit der zweiten noch geklappt hat. Du hast das ja noch von deinem ersten Besuch gewusst.
--- Ende Zitat ---
genau deshalb und wegen dem unterirdischen Pool war mir die Höhle wichtig.
--- Zitat von: Christina am 05. August 2025, 18:25:54 ---Ich finde die Gestaltung um die Sehenswürdigkeiten herum auch immer so hübsch, die Schilder, der Parkplatz mit den schwarzen Mauern, die Bar, usw. alles so nett gemacht.
--- Ende Zitat ---
Auf Lanzarote ist eigentlich alles sehr gepflegt.
--- Zitat von: Christina am 05. August 2025, 18:25:54 ---Eintritt für einen Aussichtspunkt und auch noch so viel finde ich erst mal nicht so toll, aber andererseits wird das ja wohl in den Erhalt der gesamten Manrique Anlagen gesteckt und wenn man dann so ein günstiges Restaurant (und sogar mit Speisekarte auf deutsch) zum Ausgleich entdeckt, ist das auch schnell wieder vergessen ;D.
--- Ende Zitat ---
Ja, das Restaurant hat den Eintrittspreis wieder wett gemacht :thumb:. Ich kann gar nicht mehr sagen, ob der Mirador del Rio damals schon Eintritt kostete. Die Instandhaltung und das Personal kosten halt. Gegenüber anderen Hotspots fand ich den Preis jedoch überzogen. Wenn es nicht so windig ist, kann man an anderer Stelle von den Klippen einen Blick auf La Graciosa werfen und verzichtet auf den kommerziellen Mirador.
Ilona:
6. Tag: Kochende Kessel und Lagunen
Auch Lanzarote ist mittlerweile von Touristen überschwemmt. Bevor Busladungen voller Menschen an einem weiteren Hotspot ausgespuckt werden, wollten wir in El Golfo eintreffen. Die Idee war zwar gut und der Parkplatz noch leer, aber es war morgens viel zu neblig.
Doch nur ein paar Kilometer weiter befindet sich Los Hervideros,
das übersetzt kochendes Wasser bedeutet. Die starke Brandung brachte die unterhöhlten Klippen zum Einsturz und prescht nun im Wellentakt Wasser durch die Löcher. Dieser brodelnden Hexenküche kann man stundenlang zuschauen.
Wege und kleine Aussichtsplattformen führen durch die Lavalandschaft, so dass man den Hexenkessel aus allen Perspektiven erleben kann.
Bilder können die Höhe und Kraft der Wellen nicht wiedergeben.
Als nächstes fuhren wir nach Playa Blanca ganz im Süden weiter. Vor 36 Jahren war das noch ein verschlafenes Fischerdorf mit insgesamt drei Unterkünften. Mittlerweile besteht der Ortskern aus zahlreichen Shops und Restaurants. Unterkünfte gibt es genügend und Lidl sorgt dafür, dass die Urlauber discounten können.
Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft und so entdeckten wir das Ristorante La Rustica. Es wurde ein preiswertes Mittagsmenü für 12 €/Person angeboten, welches man sich selbst zusammenstellen konnte. Diese kunstvolle Holz-Harley ziert das Restaurant.
Wir wählten als Vorspeise Serrano-Schinken mit Melone, danach Hähnchenschnitzel mit Pommes. Heiko bestellte sich noch Vanilleeis und ich einen Espresso. Das Essen machte jedenfalls satt.
Auf dem Rückweg machten wir einen kurzen Abstecher zu den Salinas de Janubio.
Bei den Vulkanausbrüchen im 18. Jahrhundert wurde Lanzarotes größte Bucht durch einen Lavadamm vom Meer abgetrennt. Die so entstandene Lagune eignete sich zur Salzgewinnung.
Im Werksverkauf erstanden wir zwei 500 g-Beutel vom feinen Flor de Sal á 2 €.
Aufgeschoben war nicht aufgehoben und deshalb fuhren wir nochmals nach El Golfo. Wie zu erwarten, war der Parkplatz fast voll. Nach zweimaligem Kreisen wurde ein Parkplatz am Mirador Vista del Lago Verde frei.
Vor 36 Jahren konnte man von der südlich gelegenen Salinenstraße direkt an den Kratersee gelangen, doch die ist angeblich wegen Steinschlag gesperrt. So bleibt nur noch der Blick im Gedränge und aus der Vogelperspektive auf die grüne Lagune, die hufeisenförmig von 60 m hohen Kraterwänden flankiert wird.
Die smaragdgrüne Farbe ist einem starken Algenwuchs zu verdanken. Der Kontrast zwischen dem satten Grün und den Rottönen ist schon besonders. Es dauert bestimmt nicht mehr lange, bis man für diese Sehenswürdigkeit Eintritt bezahlen muss. Der Parkplatz ist auch noch gratis.
Genug der Inselschönheiten – der Hotelpool wartete :toothy9:.
Abends hatte wieder der Betthupferlmann Dienst :thumb:.
Der Verdauungsspaziergang zuvor führte uns ins Zentrum von Costa Teguise. Weil es kilometerweit bis zum Hotel schallte, folgten wir der Musik. Im Zentrum war richtig was los. Ein Karnevalsumzug samt Techno Parade sorgte für bunt-kostümierte Menschen und taube Ohren. Deshalb nichts wie weg von hier und zurück ins ruhige Hotel.
Christina:
Das "kochende Wasser" ist wirklich beeindruckend, da könnte ich auch stundenlang zuschauen. Kann man das immer so beobachten oder ist das abhängig von Wind/Wetter?
Das Mittagessen war wieder sehr günstig, das ist ein anderes Preisniveau dort als in Festlands-Mitteleuropa.
Der grüne See sieht tatsächlich sehr interessant aus, aber trotzdem irgendwie verrückt wie solche Sachen dann plötzlich zu touristischen Hotspots werden. Die Straße ist sicherlich gesperrt, damit da unten die Touristen nicht auch noch herumtrampeln. Immerhin kann man so Fotos ohne Leute darauf machen.
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