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Die Mischung macht's - Normandie und Bretagne im Mai 2025

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Paula:
wir waren in Frankreich zwei- dreimal in solchen Ferienanlagen (nie länger als 3 Nächte) und ich muss ehrlich sagen ich finde die einigermaßend deprimierend. Jetzt würde ich nur noch Airbnb buchen. Jede dieser Anlagen sah so aus wie auf deinen Bildern: nicht ein einziges Dekoobjekt, nicht ein einziges Bild an der Wand, an Farben weiß, beige und blau, alles einfachster Standard d.h. dass auch so Dinge wie Kleiderhaken fehlen. Da fühle ich einfach nicht wohl, das ist für mich einfach zu steril.
Ich habe ja früher nur in Hotels übernachtet, in letzter Zeit aber öfter in Ferienwohnungen, wahrscheinlich sind dadurch meine Ansprüche einfach gewachsen...

Der blaue Himmel ist sehr schön, hoffentlich bleibt das so  ^-^
tut mir leid zu hören dass du solche Probleme mit dem Knie hast, ich drücke die Daumen dass es keine Zicken mehr macht ...

Susan:
Wir kennen die Kette Pierre et Vacances vom Winterurlaub her, doch da hatten wir nie so ein großes und schickes Apartement. Man merkt schon, dass es renoviert ist. Vielleicht kommt ja noch etwas Deko dazu.

Der Ort und der Strand gefallen mir schon mal sehr, da bin ich gespannt auf mehr. Das ist doch ein schöner Urlaubsauftakt.


Das Problem mit dem Springen der Route in der Karte habe ich auch öfter. Das Ziehen reicht meist nicht, wenn ich die Punkte explizit als Zwischenziel eingebe, funktioniert es meistens.   

Christina:
Bilder gab es doch an den Wänden (sieht man nicht auf den Fotos merke ich gerade, gegenüber vom Bett im Schlafzimmer) und die runden Spiegel und an der Decke des Schlafzimmers sogar eine große Windrose. Und schicke Lampen und schöne Dekokissen und die Wand hinter dem Bett war blau, da brauche ich kein Bild. Also wir lieben diese Apartmentanlagen. Wichtig ist, dass es sauber ist, alles funktioniert und nicht alt und abgenutzt ist. Man hält sich dort ja anders als zu Hause kaum auf, gerade mal morgens und abends ein paar Stunden.

Private Ferienwohnungen miete ich ja auch öfter, wobei es da ja auch riesige Unterschiede bei der Ausstattung und Deko gibt. Manche haben gar nichts, manche sind total überladen. Und gerade in solchen typischen Touristengegenden meide ich privat vermietete Ferienwohnungen, wenn es Alternativen gibt. Denn damit nimmt den Leuten vor Ort die Wohnungen weg und Arbeitsplätze werden kaum geschaffen, weil die Eigentümer oft selbst verwalten und selbst putzen. Sowohl hier in der Normandie als auch in der Bretagne gibt es natürlich massenhaft solche privat vermieteten Wohnungen, da braucht man sich nur mal bei booking.com umsehen, da haben es diese Apartmentanlagen schwer, weil sie bei den Preisen kaum mithalten können, einige sind ja schon pleite gegangen, auch Pierre et Vacances war kurz davor und hat einige Anlagen verkauft.

Christina:
2. Tag – Dienstag, 20.05. - 1. Teil

Peter möchte nochmal nach Le Havre, dort waren wir im Herbst und es hat uns beiden gut gefallen, ich hätte mir dennoch lieber etwas Neues angeschaut, aber dies ist ja keiner meiner Solo-Trips, also starten wir gegen 8 Uhr in Richtung Pont-de-Normandie.

Für die Maut haben wir natürlich wieder unseren Badge / Mautbox von Fulli dabei und schon gestern froh festgestellt, dass er nach der 6-monatigen Pause noch funktioniert. Auf dem Streckenabschnitt zwischen der Pont-de-Normandie und der Ausfahrt nach Dives-sur-Mer (und auch noch weiter bis hinter Caen) ist eine der neuen flux libre (free flow) Strecken eingerichtet. Dort gibt es keine Mautstation mehr, an der man bezahlen kann bzw. mit Badge kurz stoppen muss, damit sich die Schranke öffnet. Man fährt nur unter in der Höhe angebrachten Scannern durch, hat man einen Badge piepst dieser und die Maut wird automatisch abgerechnet. Hat man keinen Badge muss man die Maut innerhalb von 72 h nach Durchfahrt über die Homepage der Betreibergesellschaft entrichten.

Heute kommen wir aus einer anderen Richtung nach Le Havre als letztes Jahr und müssen ab der Autobahnabfahrt durch die Vorstadtbezirke, um das Zentrum zu erreichen. Im zähflüssigen Berufsverkehr zieht es sich ein bisschen bis wir unser vorab ausgesuchtes Parkhaus an den „Docks“, ehemalige Hafenanlagen, die zu einem Einkaufs- und Freizeitzentrum umgebaut wurden, gegen 9 Uhr erreichen.

Von hier gehen wir in Richtung Innenstadt, zunächst vorbei an einem Yachthafen,


dann entlang einer breiten Straße in deren Mitte die Straßenbahn fährt. Es gibt einige hübsche Gebäude, unter anderem das Gericht.



Wir kommen am „Narrow House“ vorbei. Das ist ein Kunstwerk des österreichischen Künstlers Erwin Wurm von 2022, der sein Elternhaus in dieser gequetschten Form darstellt, um auf die Engstirnigkeit der österreichischen Gesellschaft der Nachkriegszeit hinzuweisen. Sehr schade, das Haus kann eigentlich auch von innen besichtigt werden, es ist vollständig eingerichtet samt Bildern an den Wänden, aber leider ist es gerade geschlossen und auch nicht ersichtlich ob und wann es heute öffnet.


Bald erreichen wir den uns bekannten Teil der Stadt mit den von Auguste Perret gestalteten Gebäuden wie dem Rathaus (auch in diesem Urlaub habe ich wieder Pech, die Aussichtsplattform, auf die ich so gerne gegangen wäre, ist nur im Juli und August geöffnet)


und natürlich dem Vulkan von Oscar Niemeyer. Dieser kommt bei Sonnenschein und dem blauen Himmel als Kontrast viel besser zur Geltung als beim trüben Wetter letzten Herbst.




In der Buchhandlung „La Galerne“, die wir auch schon vom letzten Jahr kennen, machen wir eine Kaffee- und Toilettenpause und stöbern ein bisschen. Ich entdecke einen Tisch mit Büchern, die alle in Le Havre oder Umgebung spielen. Ich suche mir einen Roman aus, der einen einigermaßen einfachen Schreibstil zu haben scheint, so dass ich ihn auf Französisch verstehen kann. Leider denke ich erst später daran, den Tisch abzufotografieren, dann hätte ich online nach deutschen oder englischen Übersetzungen der Bücher suchen können.

Nun geht es zur Kirche St. Joseph, den Innenraum möchte ich heute bei Sonnenschein nochmal anschauen – und das lohnt sich, nun kommt das verwendete bunte Fensterglas, das man im Herbst kaum sah, richtig gut zur Geltung, die Sonne malt bunte Flecken auf Boden und Sitze der Kirche (konnte man leider fotografisch nicht gut festhalten).




Von hier gehen wir zum Hafen


und in einem großen Bogen, vorbei an einem Kreuzfahrtschiff und der bunten Containerskulptur zurück in die Innenstadt, denn leider fliegt die Zeit gerade so, ich wäre noch so gerne länger am Strand zur „Stuhl“ Skulptur und darüber hinaus gegangen, es ist aber bereits Mittagszeit und für den Nachmittag habe ich ein weiteres Ziel geplant.




Zum Mittagessen gehen wir ins gleiche Lokal wie im Herbst, das „Le Grand Quai“, heute können wir im Freien sitzen. Jetzt um kurz nach 12 Uhr bekommen wir ohne Reservierung einen Platz, dann füllt es sich rasch und um viertel vor eins sind alle Plätze im Freien belegt, erstaunlich (das werden wir in allen Restaurants in denen wir im Urlaub mittags gegessen haben, feststellen. Die Franzosen gehen wohl noch wesentlich häufiger in Restaurants als die Deutschen).

Wir nehmen beide das zweigängige Menu, ich mit Vorspeise und Hauptspeise, Peter mit Hauptspeise und Nachtisch, dazu eine Karaffe mit Wasser (EUR 43,00). Die Hauptspeisen (eine Poke Bowl für mich, ein Burger mit Pommes für Peter) sind gut, wirklich herausragend aber Vor- und Nachspeise. Wellhornschnecken (bulot auf Französisch) habe ich noch nie gegessen, sie haben ein recht festes Fleisch, lassen sich gut aus der Schale lösen und schmecken intensiv nach Meer. Der Cheesecake, den es zum Nachtisch gibt und den wir uns teilen, ist herrlich, da kann der (gehypte?) Cheesecake von Sevilla nicht mithalten, genau an der Grenze zwischen fest und flüssig und mit einem dünnen, aber knusprigen Boden aus Kekskrümeln.



Nach dem Essen gehen wir



zurück zum Parkhaus (EUR 4,40), aus dem wir um 14 Uhr ausfahren und dann ein letztes Mal in diesem Urlaub die Pont de Normandie überqueren. An der Ausfahrt Deauville/Trouville verlassen wir die Autobahn, fahren noch ein ganzes Stück die Landstraße nach Trouville, durch den Ort und dann durch das von Trouville nur durch einen Fluss getrennte Deauville. Am Ortsrand gibt es noch viele freie Parkplätze entlang der Straße, aber auch auf Parkplätzen (kostenlos).



Christina:
2. Tag – Dienstag, 20.05. - 2. Teil

Deauville ist wohl der bekannteste, sicher aber mondänste Badeort an der Küste der Normandie und da wir nun schon in der Nähe sind, wollen wir uns das auch anschauen.

Wie alle Badeorte entlang dieser Küste entstand auch Deauville aus einem kleinen Fischerdorf, das mit dem Aufkommen des Badetourismus von Paris aus im 19. Jh. zu einem Seebad ausgebaut wurde. In Deauville wurde das von Herzog Charles de Morny (einem Halbbruder von Napoléon) organisiert, wobei er von Anfang an die gehobene Pariser Gesellschaft als Zielgruppe hatte. Es wurde ein Yachthafen gebaut, eine Pferderennbahn, ein Casino natürlich und viele Villen im damals üblichen Fachwerkstil. Der Plan des Herzogs ging auf und Deauville war viele Jahrzehnte ein Urlaubsziel der Reichen, aber auch Maler und Schriftsteller logierten hier, Coco Chanel eröffnete hier 1913 ein Hutgeschäft, aus dem sich ihr Modeimperium entwickelte. Und anders als viele andere Seebäder der normannischen Küste hat sich Deauville sein vornehmes Flair bis heute bewahrt. 2011 fand hier der G-8 Gipfel statt (ja, damals noch G-8, heute G-7), 2010 ein Treffen zwischen Angela Merkel und Nicolas Sarkozy zum Thema europäischer Rettungsschirm.

Wir spazieren auf dem Holzbohlenweg (den planches auf Französisch) den Strand entlang, vorbei an den bunten Sonnenschirmen, ein Symbol von Deauville und den Strandkabinen, die nach Schauspielern benannt sind, deren Filme beim amerikanischen Filmfestival in Deauville gezeigt wurden.



Beim Casino gehen wir dann ins Ortzentrum, wo sich erwartungsgemäß die Nobelboutiquen aneinanderreihen. Nicht unsere Welt, aber zwischen drin mal nett für einen Bummel.





In einem Bäckereicafé („Eric Kayser“, eine französische Kette, die auch in vielen anderen Ländern verbreitet ist, ich habe aber bisher zumindest bewusst noch keine Filiale davon gesehen) mit Selbstbedienung machen wir eine Pause mit Café Crème und jeweils einem Törtchen bzw. Rührkuchen (EUR 17,00).



Dann geht es zurück zum Auto und auf die letzten Kilometer nach Dives-sur-Mer, wo wir gegen 17.30 Uhr an der Unterkunft ankommen.

Auch heute Abend lockt uns das schöne Licht gegen 19.30 Uhr nochmal nach draußen. Wir spazieren über die Brücke nach Cabourg, an die Spitze der Dünenlandschaft mit Blick nach Houlgate und dann noch ein bisschen am Strand von Cabourg entlang bis wir in einem Bogen zurück zur Brücke kommen.









Wetter: sonnig, ca. 15° - 20°C

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