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WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien

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Susan:
Erstmal vielen Dank für euer Mitgefühl. Der Urlaub war schon vorbei, als mein Vater verstorben ist. Es war tröstlich, dass er zumindest so gegangen ist wie er es wollte, nämlich ohne lange Bettlägerigkeit.

Das Problem mit den Bildern scheint behoben zu sein. Da hat jemand meine Website gehackt und gespammt, dem haben wir jetzt hoffentlich einen Riegel vorgeschoben. Muss mich da wohl ein bisschen mehr kümmern  :verlegen:

Da wir am Wochenende überraschend Besuch bekommen haben, geht es mit dem Bericht erst nachher weiter.

Susan:
26. Oktober  Toledo: Museen & etwas Altstadt

Der Sonntagmorgen zeigt sich stark bewölkt, geschauert hat es wohl auch. Macht aber nichts, dann sind heute Museen an der Reihe. Trifft sich auch, denn morgen am Montag haben die meisten geschlossen. Vom Handynavi lassen wir uns zum El Greco Museum leiten. Beinah direkt vorm Eingang finden wir einen Rollerparkplatz. Heute am Sonntag ist der Eintritt ins Museum frei.

Der Maler El Greco hieß eigentlich Domínikos Theotokópoulos und war ein Ikonenmaler von Kreta. Nach Aufenthalten in Venedig und Rom kam er irgendwie um 1576 herum nach Toledo. Dort lebte er dann bis zu seinem Tod 1614 und wurde zu einem bedeutenden Künstler der Epoche. El Greco schuf hauptsächlich religiöse Bilder und Porträts, wenig Landschaften. Er war auch als Bildhauer und Architekt tätig. 

Nach dem Eingang kommen wir als erstes zu den mittelalterlichen Kellergewölben des Samuel Levi Palastes. Sie wurden bei den Bauarbeiten für das Museum entdeckt und sind das einzige, was von dem Palast aus dem 14. Jhd. geblieben ist. Über Garten und Hof geht es dann in ein Haus aus dem gleichen Jahrhundert. Der Gründer hatte das alte, verkommene Gemäuer in dem Glauben gekauft, es wäre damals El Grecos Heim gewesen.  Dem war nicht so, doch er restaurierte das Haus in dem Stil aus El Greco Lebenszeit und seinen Vorstellungen wie der Maler gelebt hat. 



So sehen wir dann einige Räume wie die Küche, ein Studierzimmer, den Damensalon und den typischen Innenhof.



Im Übergang zum 1910 gebauten Ausstellungsgebäude, können wir auf Bildschirmen Fotoshows zu den Werken El Grecos bewundern, die in bedeutenderen Museen ausgestellt sind.



Im ersten Stock der Ausstellung kommen wir zur Galerie mit den Gemälden der Apostelserie. Diese zeigen besonders den ganz eigenen Stil von El Greco.






Jesus aus der Apostelserie und das Bild "Die Tränen von Sankt Petrus"

Weiter geht es mit dem Gemälde von Toledo und einigen Porträts.



Eine Treppe tiefer kommen wir zu einer gestalteten Kapelle und einer Galerie mit Werken von El Grecos Schülern.






Werke von Luis Tristan

Durch einen Souvenirshop geht es zurück in den Garten. Das Wetter scheint sich bessern zu wollen  8)

Quasi neben dem Museum befindet sich die christianisierte, ehemalige Synagoge El Tránsito, in der ein Museum zur spanisch-jüdischen Geschichte untergebracht ist. Dies hätte mich auch interessiert, doch da herrscht so ein Andrang, dass wir auf einen Besuch verzichten.



Stattdessen spazieren wir kurz in den gegenüberliegenden kleinen Park.



Von dort aus haben wir einen schönen Blick auf den Toledo umfließenden Tajo und das Steilufer gegenüber.




Fortsetzung folgt ...

Ilona:
Die Altstadt von Toledo gefällt mir und auch der Ausblick auf den Tajo.

Aufs Museum hätte ich wahrscheinlich verzichtet :verlegen: und bei dem Andrang wäre ich auch nicht in die Synagoge.

Susan:
Weiter geht’s…

Es ist klar: für das nächste angedachte Ziel müssen wir einmal quer durch die Altstadt – am besten zu Fuß. Einfacher gesagt als getan, denn das Navi kennt nicht unbedingt jede der engen Gassen. Gefühlt laufen wir im Zickzack.  8)
Durch Zufall kommen wir an der


Iglesia de San Román
vorbei, die auch das Museum zur westgotischen Kultur beherbergt. Da spähen wir doch mal kurz hinein, Eintritt heute fei.

Die Erklärungstafeln sind hier nur in Spanisch, also sorry, falls ich was falsch verstanden habe. Die romanische Kirche besteht schon seit dem 12. Jahrhundert.  Maurische Bauelemente lassen eine zwischenzeitliche Verwendung als Moschee vermuten. Doch dafür gibt es keine Belege. So ist es die Architektur, die mich hier besonders begeistert.  Sie scheint christliches und arabisches zu vereinen. 


Altar von ca. 1550





Über die ausgestellten alten westgotischen Artefakte, wie Kreuze, Münzen, Kronen, Reliefbruchstücke, schauen wir nur flüchtig. Wir haben ja noch mehr vor und spazieren deshalb weiter zum Alcázar. Schon seit Zeiten vor den alten Römern gab es auf dem höchsten Hügel hier am bergigen Ufer des Tajo eine Festung. Sie ist Burg, Palast, Gefängnis, Militärakademie und soziale Einrichtung gewesen. Trotz zwei Belagerungen, drei Großbränden und Perioden der Vernachlässigung wurde sie immer wieder aufgebaut. Heute beherbergt der Alcázar ein Militärmuseum. Nicht unbedingt mein Ding, aber der Gatte... ::)

Bei der Bezeichnung Alcázar denke ich immer irgendwie an eine maurische Burg. Doch von der ist tatsächlich nicht viel übriggeblieben: Grundmauern, ein paar Gewölbe und eines der originalen Tore. Der Rest ist 1537 von einem Palast überbaut worden, der dann so ähnlich immer wieder rekonstruiert wurde. Das können wir gut an einem Modell sehen. Immerhin gibt es noch einen Raum, in dem eine typisch maurische Palastwand nachgebildet ist.



An der Museumskasse (5 Euro pP) haben wir einen groben Plan vom Museum bekommen. Der ist bei dem Riesengebäude auch nötig. In den zwei Geschossen des Palastes gibt es Ausstellungen zur Geschichte Spaniens, in anderthalb Kellergeschossen thematische; z.B. zur Geschichte der Fotografie. Natürlich gibt es jede Menge Waffen zu sehen. Interessanter fand ich da die diversen Uniformen und Teile der Ritterrüstungen.  Ich habe jetzt einfach mal zwei Collagen zu diversen Stücken erstellt. 





Das komplette Museum anzuschauen, braucht sicher viel mehr Zeit als wir dort verbringen wollten. Die Suche nach der Cafeteria bringt uns durch das imperiale Treppenhaus in den Innenhof des Palastes.


Patio de Carlos V
mit Denkmal des Herren. Apropos, die Nummerierung der Carlos in Spanien finde ich sehr verwirrend. Karl V war Kaiser des heiligen römischen Reiches im 16. Jahrhundert und wurde ab 1516 der erste König von Spanien, dort dann Carlos I. Irgendwann im 19. Jahrhundert gab es dann dort den Carlos V. Die Namen von Plätzen, Schlössern und Denkmalen wie hier scheint sich aber auf Karl V zu beziehen  :raetsel:

Über den Hof und ein Portal kommen wir zur Terrasse und können den Palast mal von außen bewundern. Er misst im Grundriss 60 x 60 m und die Türme an den Ecken sollen ebenfalls 60 m hoch sein.





Von der Terrasse aus schauen wir außerdem hinüber zur Militärakademie und auf eine Burg, die wohl ein Hotel beherbergt.





Wir finden auch das Restaurant und die Cafeteria, beide sind allerdings an diesem Sonntagnachmittag gerammelt voll  ::) Daher beschließen wir, uns lieber in der Altstadt was zu suchen, und gehen zurück zum Ausgang.


Fortsetzung folgt ...

Ilona:

--- Zitat ---Heute beherbergt der Alcázar ein Militärmuseum. Nicht unbedingt mein Ding, aber der Gatte..
--- Ende Zitat ---

In jedem Manne steckt ein kleiner Krieger  ;) ;D .

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