Allgemeines > Reiseberichte
WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
Susan:
28. September Aranjuez Palacio Real & Jardin de la Isla
Das Wetter macht dem Sonntag keine Ehre. Es ist zwar warm, aber stark bewölkt. Für später wird Regen angesagt. Da ist eine Schlossbesichtigung ja genau das Richtige. Wegen der Einbahnstraßen hier in der Stadt müssen wir gut 3 km mit dem Roller fahren.
Die Gegend hier am Tajo gehörte damals im 9. Jahrhundert dem Orden des heiligen Jakobs vom Schwert. Dessen Ritter errichteten im Dorf Aranjuez ein kleines Jagdschlösschen. In Folge von Skandalen, in denen der Orden verwickelt war, wurde Ferdinand II. 1493 durch den damaligen Papst als Verwalter des Ordens eingesetzt. Sein Nachfolger Karl V. machte Aranjuez zum königlichen Besitz. Er begann, das kleine Schloss und seinen Park auszubauen, und errichtete eine erste Brücke über den Tajo. Philipp II. ließ dann 1560 eine standesgemäße Residenz erbauen, den Palacio Real. Der wurde dann im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und umgestaltet.
Wir kommen über die Plaza de Parejas zum Palast. Die Ausmaße der Residenz sind riesig und kaum in Gänze abzulichten. Leider ist nur ein Teil des Platzes nett anzuschauen, der Rest eher trist und staubig.
In den Nebengebäuden waren und sind wohl Verwaltungsbüros untergebracht. Vielleicht auch Dienstwohnungen. Tja, und wo ist nun der Eingang? ;) Etwas versteckt da unter den Arkaden
Eintrittskarten hatte ich kurz vorm Urlaub online gebucht, Zeitschlitz musste angegeben werden. Kosten 9,77 Euro für mich, Kerstens Seniorenrabatt von 5 Euro haben wir in einen Audioguide investiert. Den Helm mussten, den Rucksack haben wir in ein bewachtes Schließfach gesperrt. Über einen Innenhof, in dem gerade für eine Veranstaltung etwas aufgebaut wird, kommen wir ins hochherrschaftliche Treppenhaus.
Bei der Kuppeldecke sind wir nicht sicher, ob das wirklich Holzeinlegearbeit ist oder geschickte Trompe-l'œil (Maltechnik). Deckenfrescos kriegen wir ebenfalls mehr als reichlich zu sehen.
Wer all die Künstler gewesen sind, konnten wir uns wirklich nicht merken ;)
Wir spazieren dann durch eine Reihe prunkvoll ausgestatteter Räume.
Ballsaal
Musiksalon
Die maurischen Kalifate wurden ja zurückerobert, deren Bewohner vertrieben; Kunststile jedoch weiter verwendet wie hier im Herren Raucherzimmer
Ankleidezimmer der Königin
ihr Schlafgemach
Jetzt weiß ich auch, warum die immer Bettvorhänge hatten: damit diese Vielfalt an Gemälden und Deko den Schlaf nicht stört ;)
Überwältigend erdrückend in der Hinsicht ist das Porzellanzimmer. Die einzelnen Motive der Wandverkleidung sind ja nett anzuschauen, doch alles zusammen....
Wie es sich für eine katholische Königsfamilie gehört, hat natürlich jedes Privatzimmer noch seine eigene Gebetsecke.
und dann wäre da noch der Thronsaal
Okay, protzen gehört zum königlichen Handwerk, doch würdet ihr so wohnen wollen?
Wir landen schließlich wieder bei der Freitreppe
Fortsetzung folgt ...
Susan:
Weiter gehts...
Im Erdgeschoss können wir dann noch eine Ausstellung von Kutschen bewundern. Außerdem die prachtvollen Brautkleider der letzten beiden Königinnen und den anderen Töchtern von Juan Carlos.
Sehr üppig, doch irgendwie wirken sie unbequem.
Wir besuchen noch kurz die königliche Kapelle, ehe wir Helm und Rucksack einsammeln und den Palast verlassen.
Es sieht aus als würde es noch trocken bleiben wollen, daher gehen wir hinüber zu den umliegenden Gärten. Der Jardin del Parterre ist leider mit Bauzäunen abgesperrt.
Jardin del Rey
direkt am Palastgebäude. Finde ich jetzt nicht sonderlich beeindruckend.
Der Rio Tajo
fließt hier in Schleifen durchs Tal. Im Zuge des Palastbaus 1560 wurde ein Kanal direkt am Palast vorbei angelegt und auf der dadurch geschaffenen Insel ein Schlosspark gestaltet. Darauf spielt der berühmte Beginn des Dramas Don Carlos von Schiller an: "Die schönen Tage in Aranjuez sind nun zu Ende." Von da an (bis etwa 1656) durfte sich dann nämlich nur noch der Hof dort aufhalten.
Jetzt dürfen auch wir den Jardin de la Isla betreten 8) Blumenschmuck gibt es kaum zu sehen, umso mehr Bäume und Ornamenthecken. Außerdem einige Brunnen mit Skulpturen aus der griechisch-römischen Mythologie. Um Wasser zu sparen, sprudeln die allerdings immer nur sporadisch.
Fuente de la Boticaria
da haben wir Glück
Herkules und die Hydra, sowie Apollo
Fuente del Niño de la Espina
der arme Junge hat wohl einen Dorn im Fuß
Diana
Bacchus und Neptun
Wieder in der Nähe des Schlosses angelangt können wir noch die Cascada de las Castañuelas am Kanal bewundern.
Fallen euch auch die vielen, vielen Tauben am Palastgebäude auf? Die machen eine Menge Dreck, wie wir bei näherem Hinsehen merken.
Diese Runde durch den Park ist etwa 2 km lang. Den Rückweg zum Roller wählen wir über die La Plazalastetas, einem weiteren eher kargen Platz. Wir kommen noch an einer Statue der Venus vorbei, am Mariblanca Brunnen und der Iglesia de San Antonio de Padua.
Da die Wolken nun doch immer dunkler werden, sehen wir zu, dass wir flugs zurück zum WoMo kommen. So verpassen wir die Frontansicht vom Palast. Hier habe ich auch noch ein Luftbild des Palacio Real zur Übersicht. Ob der Palast außer als Museum noch benutzt wird, konnte ich nicht herausfinden.
Schauern tut es dann erst am frühen Abend.
Christina:
Hatte ich beim gestrigen Tag irgendwie übersehen, dass ihr so nah an Madrid wart und mich bei diesem Königspalast schon gewundert, dass der so mitten im Land steht ;D Aber die Karte hat es dann aufgeklärt.
Sehr beeindruckend der Palast, ich war vor zig Jahren mal ein paar Tage in Madrid, das wäre sicherlich noch ein tolles Ziel gewesen (ich nehme an, auch mit den Öffis zu erreichen), aber damals haben wir uns auf das Stadtzentrum beschränkt. Wobei es dort ja auch einen königlichen Palast gibt (und ich frage mich gerade, warum wir den nicht von innen angeschaut haben).
Von der Tapete mit den grünen Ranken würde ich Alpträume bekommen.
Ich dachte, bei diesen Springbrunnen, wird immer wieder dasselbe Wasser verwendet, so dass sich der Wasserbrauch im Rahmen hält.
Paula:
Echt nervig dass man überall Tickets mit Zeitslots vorbuchen muss, wie soll ich vorher wissen an welchem Tag es regnen wird und daher ein Museumsbesuch passend ist?
Der Prunk im Schloss erschlägt einen, da gefällt mir der grüne Garten besser.
Tauben die überall Dreck machen sind sehr lästig, vermutlich werden sie von den Touristen gefüttert sonst wären sie bestimmt nicht so zahlreich.
Ilona:
--- Zitat ---Okay, protzen gehört zum königlichen Handwerk, doch würdet ihr so wohnen wollen?
--- Ende Zitat ---
Auf gar keinen Fall. Ich denke, dass die modernen Adligen heutzutage auch anders wohnen. Zum Repräsentieren müssen sie halt die alten Gemäuer nutzen.
Dieses Vorbuchen ist wirklich lästig. Für die Alhambra als Touristenmagnet kann ich es verstehen. Aber ob dieser Palast so viele Besucher hat :gruebel:?
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln