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WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien

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Susan:
1. Oktober   Alhambra: Calle Real bis Alcazaba

Ja, auch wir starten unseren Aufenthalt in Granada mit dem Besuch der Alqalá al Hamra, der roten Burg.  ;D
Christina hat ja schon ausführlich über den Eintritt dort geschrieben. Wir haben uns für die 72 Stunden Granada Card entschieden, Kosten 59,57 Euro pP. Damit ist der Eintritt zu mehr Sehenswürdigkeiten als wir je in drei Tagen besuchen könnten abgegolten. Außerdem haben wir jeweils neun Busfahrten und eine Runde mit der "Bimmelbahn" dabei. Auch dort muss zwingend eine Eintrittszeit für den Nasriden Palast angegeben werden. Anfang September war da für heute erst etwas ab 14 Uhr frei. 

Wir fahren mit dem Roller dorthin, am einfachsten wäre die Route über die Stadtautobahn. Doch nachdem wir gestern gesehen haben wie dort gefahren wird, möchte mein Fahrer die lieber meiden.  8) Also geht es durch die Stadt und natürlich bergauf, denn nahezu jede Burg liegt ja zumindest auf einem Hügel. Bemerkenswert: Mopeds und Roller sind äußerst beliebte Fahrzeuge in Granada - kein Wunder bei den vielen schmalen Gassen. So viele wie hier haben wir nicht mal in Florenz gesehen.

Wir landen richtig bei den großen kostenpflichtigen Besucherparkplätzen. Dann wird es verwirrend. Zuhause hatte das Navy noch den speziell für die "Motos" angezeigt, hier oben findet es den nicht mehr  :gruebel: Auch beim herumkreiseln finden wir nur den für Fahrräder. Also fährt Kersten einfach die Straße weiter "irgendwo werden wir schon halten können" und siehe da, plötzlich taucht rechts so ein Moto-Parkplatz auf. Sogar recht nah am Eingang beim Ticketshop. Dort werden Karte und Ausweis zum ersten Mal gescannt. Kameras und Handtasche umgehängt, Rucksack und Helm wandern in ein Schließfach.

Dann spazieren wir die Calle Real entlang nach Westen.



Ein Blick durch die Hecke zum ehemaligen Kloster San Francisco



Es wurde 1495 gegründet und war das erste christliche Kloster in Granada nach der Eroberung der Stadt durch die Katholischen Könige im Jahr 1492. Errichtet wurde es auf den Überresten eines alten Nasridenpalastes. Nach langer Vernachlässigung und militärischer Nutzung, wurde das Gebäude restauriert und zum Parador umgebaut.

Die Pflege der Formschnitte braucht hier und da schon schweres Gerät



Links sehen wir die Grundmauern eines der Adelspaläste in der Alhambra. Wir kommen vorbei an einem kleinen arabischen Badehaus.



Die Ausstellung über den Komponisten und Gitarristen Ángel Barrios darin ist uns irgendwie entgangen. Daneben


Iglesia de Santa María de la Encarnación
hier die Gartenansicht
Es folgt der nicht zu übersehende Klotz des Palacio de Carlos V.



König Karl V. gab dieses Schloss 1527 in Auftrag, aber es wurde nie fertiggestellt, und er hat auch nie dort gelebt. Seine Nachfolger gaben sich zwar Mühe, doch die Arbeiten wurden immer wegen Verschuldung eingestellt. Erst im 20. Jahrhundert bekam die Bauruine ein Dach und wurde restauriert. Seit 1958 ist dort das Museum der Schönen Künste untergebracht. Interessant ist vor allem der kreisrunde Innenhof.





Ich kann Kersten nicht motivieren, das Museum zu besuchen.  ::)

Vor dem Palast gibt es einen nett angelegten Garten, ein prima Warte"saal" für den Eintritt zum Nasridenpalast.

Wir haben jedoch noch Zeit für eine weitere Besichtigung. Dazu gehen wir durch das so genannte Weintor (Puerta del Vino), eines der ältesten Bauten der Alhambra.



Heutzutage steht es relativ frei auf einem Platz, früher war es sicher mehr in die Wehranlagen eingebunden.  Angeblich sollen hier die Weinvorräte gelagert worden sein, daher der Name. Andere sagen, dass hier die arabischen Wörter  "Bib al-hamra'" (Rotes Tor oder Alhambra-Tor) und "Bib al-jamra" (Weintor),verwechselt wurden.   8) Auf der Innenseite (linkes Bild) soll sich über den Fenstern die Inschrift "Es gibt keinen Sieger außer Gott" befinden. Auf der Außenseite sieht man auf einem der Keilsteine einen Schlüssel mit Kordel, über den Sinn wird noch gerätselt. Vielleicht der zu einer geheimen Schatzkammer?

Wir gehen nun über den Plaza de los Aljibes, unter dem sich eine große Zisterne befindet. Jahrhundertelang haben die Bewohner Granadas von diesem Wasser getrunken, das ihnen von Wasserverkäufern mit Eseln hinunter in die Stadt gebracht wurde.



Vor uns erheben sich die gewaltigen Mauern und Türme von La Alcazaba, der Festung, die den Palast und die Stadt schützen sollte. Für die Besichtigung müssen wir wieder Granadacard und Ausweis vorzeigen. Das wird erneut eine Tour über Mauern und Türme. Von den Gebäuden innerhalb stehen nur noch die Grundmauern.






Torre de la Vela
Die Glocke auf dem Turm bestimmte den Tagesrhythmus und sandte Warnungen. Der Sage nach sollten junge Frauen, wenn sie die Glocke läuten, bald ihrem Ehemann begegnen.

Die Aussichten von hier aus gehen vor allem hinüber zum alten Viertel Albaicín und eine Mauer, ähnlich der in Albarracín, sowie nach unten auf Plätze und Innenhöfe der alten Herrenhäuser.

 

Nach der Besichtigung verschnaufen wir auf einer der Gartenbänke vor Carlos Schloss und warten auf unseren Eintritt zum Nasriden Palast

Fortsetzung folgt...

Christina:
Ach wie schön die Alhambra wieder zu sehen.

Ich hätte ja gedacht, dass die Hügel rund um Granada, die man von der Alhambra aus sieht, später im Jahr grüner werden, aber die sehen bei dir genauso aus wie bei mir im Winter, aber, vielleicht waren sie im Frühjahr grün und sind über den Sommer ausgetrocknet und braun geworden.

An eine Bimmelbahn (die in eurem Ticket dabei ist), kann ich mich gar nicht erinnern, aber vielleicht fährt die im Winter nicht. Mal sehen, ob ihr die genutzt habt.

Susan:
Weiter in der Alhambra - Nasridenpalast

Uns erscheint es ziemlich ruhig vor dem Eingang. Vielleicht Mittagspause? Als gegen zehn vor Zwei dann doch etliche Leute auftauchen, reihen wir uns in die Schlange ein. Wenig später geht es dann los und ja, die Uhrzeit auf der Karte wird kontrolliert.

Wie alle orientalischen Paläste ist auch dieser in drei Bereiche gegliedert. Jeder hat einen eigenen Patio und Gebäude darum herum.
 
Wir betreten den Palast im Mexuar, hier sprach der Emir als oberster Richter Recht. "Tritt ein und du wirst Gerechtigkeit finden" in arabisch soll hier irgendwo an der Wand geschrieben stehen. Nach der Übernahme der Christen sowie der Explosion eines Pulverlagers 1590 gab es in diesem Bereich viele bauliche Veränderungen. So konnte das ursprüngliche Aussehen nicht mehr rekonstruiert werden. Die Decke mit Intarsien z.B. ist aus christlicher Epoche.



Auch momentan wird hier wieder gebaut, daher kommen wir nicht in den dazu gehörigen Hof.   

Weiter spazieren wir zum Trakt des offiziellen Königshaus, in dem das politische und diplomatische Geschehen stattfand. Mittelpunkt dort ist der Myrtenhof.


Blick zum südlichen Eingang


Cormares Turm
mit dem


Saal der Gesandten,
in dem der Thron des Herrschers stand und zwar genau in Linie zum Wasserbecken.

Wie ihr seht, waren wir nicht allein dort.  ;)

Wände und Decken sind hier reich verziert, Ausblicke aus den Fenstern momentan leider durch Gerüst versperrt. Die Schnörkel sind arabische Schriftzeichen; überall in der Alhambra wurden Gebete und Gedichte eingemeißelt.





Wir kommen dann zum berühmtesten Patio der Alhambra, dem Löwenhof.



Der Namen kommt vom Brunnen in der Mitte, den wir leider noch nie in Aktion gesehen haben.



Jeder der Löwen ist etwas unterschiedlich gestaltet, sie sollen die zwölf Tierkreiszeichen symbolisieren. Ein Gedicht am Beckenrand sagt, das Wasser sei wie "Perlen transparenten Lichtes", "flüssiges Silber, das durch Juwelen fließt" und verhindere das Brüllen der ihres Lebens beraubten Löwen. 

Die Arkaden erinnern an die Kreuzgänge christlicher Klöster. Tatsächlich könnte der Erbauer die Idee von einem befreundeten christlichen Herrscher haben. Den Hof umgeben die privaten Gemächer des Emirs und seiner Familie, wie der Saal der Abencerrajes, der Königssaal, Bäder und die Frauengemächer, uns als Harem bekannt.



Einer der Säle, für eine Sekunde ohne Besucher



Alles prachtvoll, am beeindruckendsten finden wir die so genannten Honigwaben-Gewölbe an den Decken





weitere Details



Am Nordende des Löwentraktes sehen wir einen kleineren Saal mit einem Erker in der Mitte; den Mirador de Daraxa. Dies war das Schlafgemach der Hauptfrau des Emirs, sozusagen seiner Königin.



Diese hatte damals einen freien Blick in die Landschaft, heutzutage schauen wir hinunter in den Lindaraja Hof.




unten im Hof

Dort finden wir eine Bank für eine kurze Verschnaufspause.

Susan:

--- Zitat von: Christina am 14. Dezember 2025, 18:32:38 ---Ach wie schön die Alhambra wieder zu sehen.
--- Ende Zitat ---

Das dachte ich auch nach deinem Bericht, der den Anstoss gab doch nocheinmal hierher zu fahren.  ^-^


--- Zitat ---Ich hätte ja gedacht, dass die Hügel rund um Granada, die man von der Alhambra aus sieht, später im Jahr grüner werden, aber die sehen bei dir genauso aus wie bei mir im Winter, aber, vielleicht waren sie im Frühjahr grün und sind über den Sommer ausgetrocknet und braun geworden.
--- Ende Zitat ---

Ich vermute letzteres, doch vielleicht sind einige Stellen immer so kahl.


--- Zitat ---An eine Bimmelbahn (die in eurem Ticket dabei ist), kann ich mich gar nicht erinnern, aber vielleicht fährt die im Winter nicht. Mal sehen, ob ihr die genutzt habt.

--- Ende Zitat ---

Haben wir, soviel sei schon mal verraten. Der Tren Touristico fährt auch im Winter, sieht aber moderner aus als andere "Bimmelbahnen"; mehr wie Kleinbus mit Hängern.

Susan:
Alhambra letzter Teil:   Partal Gärten & Generalife

Vom Ausgang aus dem Palast beim Lindaraja Hof kommen wir direkt zu den Partal Gärten. Die sind entlang der Wehrmauer angelegt und so sehen wir da auch einige Türme. Der erste ist auch gleich der schönste


Turm der Damen
Da sind grad ein paar Influenzas am Filmen, daher schauen wir uns den nicht näher an.  ::)

Wir steigen die von Wasserbecken begleitete Treppenanlage hinauf und spazieren dann den Paseo de las Torres entlang.





Beete unterwegs






einer der weiteren Türme

das nächste Ziel im Blick



"Way to go"  ::)

Der Generalife ist die Sommerresidenz der Emire gewesen. Berühmt sind vor allem die am Hang gelegenen Gärten.

Der erste Eindruck ist allerding ein ziemlich karger Platz, der wohl als Veranstaltungsort genutzt wird. Hier ist auch Gelegenheit für einen Boxenstopp.

Danach wird es jedoch schon schöner: Alleen mit Wasserbecken in der Mitte



bunte und grüne Beete



unterhalb wachsen auch einige Weinstöcke und wir haben von hier aus einen schönen Blick auf die Burganlagen



am hinteren Ende kommen wir zum Patio mit des Emirs  "Ferienhaus"  ;)



Einer Sage nach war in einem der Gebäude einst Prinz Ahmed al Kamel eingesperrt. Er hatte die Sprache der Vögel gelernt und in seiner Einsamkeit wurden eine Fledermaus, eine Schwalbe, ein Sperber, einige Nachtigallen und eine treue Taube seine Freunde. Eine Eule und ein Papagei halfen ihm die Gunst einer christlichen Prinzessin zu erlangen, die er dann heiratete. Als der Prinz dann König wurde, ernannte er aus Dank die Eule zum Ministerpräsidenten und den Papagei zum Zeremonienmeister.

Durch den Palast kommen wir zum Zypressenhof. In einem der Bäume hier soll mal eine Sultanin versteckt gelebt haben. Von dort aus startet auch die Escalera de Agua, eine Treppe durch deren Geländer Wasser hinunterfließt. Auf Podesten sehen wir auch noch das ein oder andere Brünnlein.



Sie bringt uns die Hänge hinauf zu Gärten, die erst im letzten Jahrhundert angelegt wurden.



Letztlich erreichen wir wieder das Eingangsgebäude bei den Parkplätzen. Gut viereinhalb Stunden haben wir uns in der Alhambra aufgehalten.

Jetzt haben wir uns aber eine Erfrischung verdient  ;D Ziemlich genau gegenüber von unserem geparkten Roller finden wir ein Cafe mit Selbstbedienungstresen. Dort bekommen wir nicht nur günstig einen Cafe con leche, sondern auch als Süßes so etwas Pain au chocolat ähnliches.

Wir düsen danach zurück zum Campingplatz mit einem kurzen Einkaufsstopp beim Lidl La Zubia.

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