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Herbstwandern in Finnland - September 2025

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Christina:

--- Zitat von: Susan am 10. Dezember 2025, 13:15:03 ---Levi schaut wirklich wie so ein typischer Wintersportort aus  8) Hatte Finnland immer mehr dem Langlauf zugeordnet, aber dort gibt es offenbar auch Alpinski.

--- Ende Zitat ---

Geht mir genauso, Langlauf und Skispringen, da waren mir Lahti, Kontiolahti und Kuusamo immer ein Begriff. Levi kannte ich gar nicht und mir kamen die Abfahrten jetzt dort auch eher kurz und nicht allzu steil vor, daher war ich im November überrascht, als ich in den Nachrichten beim Sportteil hörte, dass im finnischen Levi Abfahrtsläufe im Rahmen des Skiweltcups stattfinden.

Christina:
11. Tag, Donnerstag, 18.09.

Nach dem Duschen öffne ich die Vorhänge am Fenster und sehe auf der Straße und dem Gehweg mehrere Rentiere, leider zu weit weg für brauchbare Fotos, aber toll zu beobachten.

In dieser Unterkunft ist das Frühstück im Zimmerpreis enthalten, auch mal schön. Aktivitätenfreundlich beginnt es bereits um 7 Uhr, so früh brauche ich es heute aber gar nicht, es soll nämlich zunächst noch bewölkt und nass sein und erst später sonnig werden.

Um 7.30 Uhr bin ich dann aber doch schon im großen Frühstücksraum, auch einige andere Gäste sind schon so früh da. Das Buffet bietet die üblichen kalten und warmen Speisen, finnlandtypisch sind hauptsächlich Porridge mit Kompott / roter Grütze und Mini-Pfannkuchen, sowie verschiedene Sorten Roggenbrot bzw. -brötchen.

Nach dem Frühstück trödle ich noch ein wenig im Zimmer herum und gegen 9.30 Uhr fahre ich los.

Es geht in den Pallas-Yllästunturi Nationalpark, zum Parkplatz am Pallas Hotel, von Levi in ca. 50 Minuten zu erreichen. Der Parkplatz ist schon voll als ich ankomme, er ist allerdings auch nicht sehr groß, ein Teil der Plätze ist den Hotelgästen vorbehalten (auch wenn dort nur wenige Autos stehen), ein Teil ist nur für Busse und ein weiterer Teil kann nicht genutzt werden, weil hier gerade das Besucherzentrum neu gebaut wird und die Parkplätze an der Baustelle abgesperrt sind. Weiter vorne gibt es noch einen weiteren großen Parkplatz, ich finde aber noch im Parkplatzbereich am Straßenrand ein freies Plätzchen.

Ich schaue zunächst in den Souvenirshop des Hotels, das während der Bauzeit die Funktion des Besucherzentrums übernimmt, finde aber mal wieder nichts, leider auch keinen Aufkleber mit dem Nationalparkemblem.

Von hier startet eine ganze Reihe von Wanderungen, ich möchte den Palkaskeronkierros gehen.



Zunächst auf einem breiten geschotterten Weg mit einigen Erklärungstafeln zur umgebenden Natur geht es bergauf. Am Berg links vom Weg kann man Skilifte erkennen, nicht nur in Levi, auch hier und an anderer Stelle im Nationalpark sind zahlreiche Skipisten.



Schon bald kann ich am Berg rechts von mir (der auf der Wanderung bestiegen und umrundet wird) zahlreiche Rentiere erkennen, auch hier wäre mein zu Hause gebliebenes Teleobjektiv hilfreich.

So muss ich mit Fotos warten, bis ich den Tieren näherkomme. Vom breiten Schotterweg zweigt nach einiger Zeit rechts ein schmaler Pfad ab, der zu einem Rentierzaun mit Gatter führt. Rentiere sind ja nur halbwild, sie gehören den Samen, den Ureinwohnern, streifen aber (nur im Sommer?) frei herum und werden im Herbst „eingesammelt“ (?), hier ist zwar ein Zaun und ein schon halbverfallenes Gatter, das beim Öffnen eine Latte verliert, aber ich sehe nirgends auf der anderen Seite einen Zaun, mir ist daher nicht ganz klar, ob die Tiere hier also auf einer Weide stehen oder „frei“ sind.

Fotos sind nun besser möglich, allerdings stehen die Rentiere im Gegenlicht und bergauf bzw. höher als ich.



Sehr angenehm finde ich, dass sich die Tiere gar nicht für Menschen interessieren, Kühe und erst recht Ziegen wären nun schon nähergekommen, die Rentiere scheinen mich und die anderen Wanderer zu ignorieren.

Erst als weit hinten ein Paar mit einem Hund durchs Gatter kommt und der Hund dann die gesamte Zeit während das Paar entlang der Herde wandert, bellt, schauen die Rentiere auf und bilden Gruppen, bleiben aber immer noch weg von den Wanderern und dem Hund.


Der Wanderpfad entfernt sich dann von der Herde und wird steiler und steiniger. Aber schon ungefähr eine dreiviertel Stunde nach dem Start erreiche ich eine Stelle mit herrlicher Aussicht und das ganz unvermittelt, erst läuft man noch zwischen den Hügeln,


dann steht man plötzlich vor diesem Anblick.


Der schmale, steile und steinige (aber gut begehbare) Pfad führt immer weiter bergauf, der Blick kann immer weiter schweifen, auch in die Richtung aus der ich gekommen bin.





Gegen 12 Uhr erreiche ich den 705 m hohen Palkaskero Gipfel, erkennbar an einem großen Steinhaufen.


Hier oben weht mal wieder ein starker und kalter Wind, an der windabgewandten Seite des Steinhaufens mache ich eine kurze Mittagspause, dann führt mich der Wanderweg auf der anderen Bergseite bergab, hier ist es weniger steil als beim Aufstieg.

Die schöne Aussicht begleitet mich noch ein gutes Stück bergab. Und auch auf dieser Bergseite grast eine Rentierherde, leider komme ich nicht allzu nahe an sie heran.





Schließlich verläuft der Weg am Fuß des Berges entlang nun fast ohne Aussicht, dafür mit farbenfroher Vegetation. Allerdings ist es teilweise sehr matschig, man muss mal wieder weite Umwege gehen, wenn man nicht bis über die Knöchel im Morast versinken möchte.





Das letzte ebene Wegstück nennt sich „Eichhörnchen Avenue“, auf Holzsockeln sind eine Vielzahl von Eichhörnchenskulpturen zu bewundern, zum Künstler finde ich keine Informationen.


Gegen halb zwei erreiche ich wieder den Parkplatz, nun stehen zwei Busse dort und die Straßenränder sind zugeparkt so weit das Auge reicht, so etwas habe ich in Finnland noch nirgends erlebt. Zumindest auf meiner Wanderung waren allerdings nur wenige andere Wanderer unterwegs, es scheint sich also gut zu verteilen oder die meisten Leute sind viel später als ich gestartet.

Ich wechsle meine Schuhe und gehe nochmal ins Hotel, dort ist ein recht teures Restaurant, in dem es leider kein Mittagsbuffet gibt, das aber auch einen Cafébereich hat. Ich hole mir einen Kaffee und eine Pulla (Hefezopf) (EUR 5,50) und setze mich in einen der gemütlichen Sessel. Nach einiger Zeit kommt wohl eine der Busgruppen (ältere Finnen) ins Café und es bildet sich eine lange Schlange an der Kaffee- und Gebäckausgabestelle (wie fast immer in Finnland Selbstbedienung) – Glück gehabt.

Der Tag ist noch jung und die Wanderung hat mich nicht übermäßig angestrengt, da möchte ich noch eine weitere, kürzere Wanderung anschließen. Dazu muss ich ein Stück mit dem Auto fahren, hoffentlich finde ich auf dem dortigen Wanderparkplatz noch eine Lücke.

Meine diesbezüglichen Sorgen sind aber unbegründet, auf dem recht kleinen Parkplatz stehen nur wenige Autos, das scheint eine weniger beliebte Wanderung zu sein.

Der Pyhäjoenpolku führt finnlandtypisch hauptsächlich durch den Wald, ist daher aber nicht so ganz einfach zu gehen, viele Steine und Wurzeln, oft nass, erschweren das Vorankommen. Nur einmal sehe und höre ich in der Ferne andere Wanderer, sonst bin ich alleine.





Es geht mal ein Stück bergauf, mal bergab, an einem Bach entlang, an einem See samt kleinem Wasserfall vorbei, auch ein Blick zur Bergregion in der ich vorhin war, ist möglich.



Zum Abschluss ist noch ein herbstlich gefärbtes Moor dabei.



Nach anderthalb Stunden bin ich gegen 16 Uhr zurück am nun fast leeren Parkplatz, das war eine nette, aber nicht ganz so leicht wie erwartet zu gehende Wanderung.

Ich fahre von hier eine Stunde zurück zum Hotel, wo ich noch etwas aus meinen Vorräten esse und einen gemütlichen Abend verbringe.




Wetter: teils sonnig, teils bewölkt, ca. 10° - 12°C
Wanderungen: Palkaskeronkierros 6,36 km, 250 m Anstieg; Pyhäjoenpolku 3,90 km, 70 m Anstieg
Unterkunft: 3 Nächte Hotel Hullu Poro in Levi, mit Frühstück, EUR 205,00, gebucht über die Hotelwebsite

Horst:
Da hat ja alles gepasst - stark!
Wetter, Rentiere und zwei Wanderungen die herrliche Fotomotive geliefert haben.
Den Tag hätte ich sehr gerne auch so erlebt.  :D

Paula:
Zwei ganz tolle Wanderungen, die Blicke vom Berg runter gefallen mir besonders. Aber am schönsten sind eigentlich die Herbstfarben. Ich kann mir vorstellen dass es im Sommer im Vergleich dazu etwas „langweilig“ ausschaut wenn alle Bäume grün sind. Interessant wäre zu sehen ob es im Frühjahr bunt ist mit Blumen.

Ilona:
Es ist schön, wenn man sich auf Reisen morgens das Frühstück nicht selber zubereiten muss und eine gute Auswahl vom Büffet hat. 

Die Rentier-Herde hatte die Ruhe weg :thumb:.

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