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Reise an das Ende der Welt – Südsee über Neuseeland
Heike Heimo:
17.11.2025 Tongariro Alpine Crossing
Wir waren schon früh auf. Spätestens um 6:30 Uhr wollten wir losfahren, da wir die neuseeländischen Verhältnisse nicht kennen, wenn es heißt es wird viel los sein. Bei uns bedeutet das lange Staus und viel Zeitverlust.
Die Fahrt von Taupo zu den Parkplätzen dauert etwas mehr als eine Stunde. Das letzte Drittel war besonders spektakulär. Es blühte gerade der Ginster an den Straßen. Wir fuhren daher oft durch einen gelben Kanal.
Der Ginster ist in Neuseeland ein Neophyt. Es breitet sich unkontrolliert aus und überwuchert alle freien Flächen. Die Nationalparkverwaltung sieht den Ginster auch als großes Problem für die abgebrannten Flächen.
Als wir die Parkplätze beim Ende des Wanderweges errichten, war die Straßenseite schon sehr zugeparkt. In der Hochsaison ist der normale große Parkplatz eine maximal 4-stündige Kurzparkzone. Jetzt parken die Leute auf der Straßenseite und der Parkplatz ist leer. Auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Wir fuhren zum Parkplatz von Tongariro Expeditions und kamen als zweites Auto an. Hinter uns kamen aber schon die Nächsten. Nach der Parkplatzeinweisung wurde uns mitgeteilt das der Check In erst nach 9 Uhr beginnt.
Ich unterhielt mich länger mit einem der Einweiser, einem Maori, bis der Check In begann. Dabei erfuhr ich interessantes über sein Leben. Wir kamen in den ersten Bus, der bereits kurz nach 9 Uhr losfuhr. Nach knapp 30 Minuten war die Einfahrt zum Mangatepopo Parkplatz erreicht. Die Bewachung an der Einfahrt ließ uns durch. Es dürfen bis auf weiteres nur die Shuttle Buse zum Parkplatz fahren. Die Schäden des Feuers waren deutlich zu sehen.
Als wir beim Parkplatz auf 1.120 m Seehöhe ankamen, durften wir zuerst nicht aussteigen, da die Zeremonie zur Aufhebung des Rāhui noch nicht ganz zu Ende war. Wir bekam daher eine Einweisung über die Strecke und bei welchem Punkt wir uns spätestens melden sollten, wenn jemand nicht mehr weiterkonnte. Bald durften wir aussteigen und das Treiben beobachten. Jetzt war auch klar, warum die Shuttles der Nationalparkverwaltung nicht fahren. Alle Mitarbeiter waren zur Zeremonie geladen. Nach einiger Zeit kam eine Frau des Nationalpark-Service und deutete zu uns Wartenden, dass wir kommen sollen. Der Weg ist frei.
Zentrale Punkt der Feier war der Pou der Eingeweiht wurde. Es wurden viele Gruppenfotos mit den Besuchern der Zeremonie bei ihm gemacht.
Wir machten uns gleich auf den Weg.
Zuerst geht es durch die verbrannte Landschaft. Nun war auch verständlich, warum alles evakuiert wurde. Das Feuer hatte sich auch weit auf die Hügel hinaufgefressen.
Der Vulkan Ngauruhoe, der ansonsten als Landmarke dominant immer vom Weg aus zu sehen wäre, ziert sich und versteckt sich meist hinter tiefen Wolken. Nur kurz schaut er hervor. Vielleicht erkennt ihn jemand. Er ist sehr berühmt.
Der Weg ist schön ausgebaut und führt durch ein Tal Richtung des ersten Anstieges. Wir waren im Pulk der Gruppen unterwegs, die mit den ersten Busen gekommen waren.
Entlang des Weges stehen Warnschilder, falls es nicht sicher erscheint.
Bei uns schaute alles gut aus. Nur der Hochnebel wurde immer dichter. Die Prognose hatte zunehmenden Sonnenschein vorhergesagt.
Bald waren die Soda Springs über einen kurzen Seitenweg erreicht. Es handelt sich dabei um unspektakuläre Wasserfälle.
Es kam der erste längere und steilere Anstieg und eine weitere Hinweistafel, es sich nochmals gut zu überlegen. Schon hier waren ersten Leute zu sehen, die Probleme hatten mitzukommen.
Über Treppenabschnitte geht es hinauf zu einem großen Becken. Der Nebel war schon recht dicht. Geführte Gruppen schlängelten sich herauf. Personen die den Anschluss verloren wurden von Guides versucht nachzuführen.
Wir querten das Becken. Leider nahm die Wolken weiter zu und schränkten die Sicht ein. Auch die Untergrenze sank zunehmend ab.
Der Boden war hier warm und dampfte sogar.
Mit einem Abstecher wurde ein flacher See vor dem Vulkan Ngauruhoe erreicht. Der Vulkan selbst war nun ganz hinter den Wolken verschwunden.
Susan:
Interessante Wanderung durch die Vulkanlandschaft. Leider für uns mittlerweile zu lang. Für solche Aktivitäten haben wir tatsächlich wohl schon zulange mit der Verwirklichung des Reiseziels Neuseeland gewartet. ::)
Heike Heimo:
--- Zitat von: Susan am 20. Februar 2026, 13:21:46 ---Interessante Wanderung durch die Vulkanlandschaft. Leider für uns mittlerweile zu lang. Für solche Aktivitäten haben wir tatsächlich wohl schon zulange mit der Verwirklichung des Reiseziels Neuseeland gewartet. ::)
--- Ende Zitat ---
Leider gibt es keine kurze oder Teilvariante. Es muss der gesamte Weg zurückgelegt werden
Heike Heimo:
17.11.2025 Tongariro Alpine Crossing Teil 2
Am Ende des Beckens begann der Aufstieg zum höchsten Punkt der Wanderung dem Red Crater auf 1.870m Seehöhe. Wieder wurde mit einem Schild eindringlich gewarnt.
Der Wind war nun sehr stark und der Nebel wurde immer dominanter. Es brauchte Geduld, bis sich eine Lücke auftat. Es ging nun im Sand Richtung Gipfel an Felsnadeln vorbei. Unter der Wolkendecke konnte die Weite des Landes um den Berg erahnt werden.
Vom Weg gab es auch einen schönen Ausblick auf das Becken, dass wir zuvor durchwandert hatten.
Der Vulkan Ngauruhoe versteckte sich weiterhin standhaft.
Auch der Gipfel des Red Craters gelangte zunehmend in Wolken. So ist es halt am Berg.
Der Red Crater machte seinen Namen alle Ehre und erinnerte sehr an Island.
Im Krater befindet sich eine große teilweise eingestürzte Lavaröhre.
Auf der anderen Seite des Gipfels duckten wir uns an eine Geröllwand, um uns beim Jausnen vor dem Wind zu schützen. Dabei merkten wir, dass von der Geröllwand eine angenehme Wärme ausging. Sogar Dampf war zu sehen.
Wir warteten zu und hofften auf Wolkenlücken. Bei einer erkannten wir, dass von unserem Platz schon die Emerald Lakes zu sehen waren.
Die geführten Gruppen wurden durchgepeitscht und den Hang hinuntergetrieben. Vorher bekamen sie noch eine Schulung, wie sie auf dem losen Terrain hinunter gehen sollten. Es wurden daher immer weniger Menschen.
Wir warteten weiter und hofften auf Besserung. Als die Wolken wieder mehr auseinander rießen, sahen wir die Emerald Lakes türkis heraufleuchten. Ein wunderbarer Anblick.
Wir machten uns auf den Weg, weiter hinunter zu verschiedenen Aussichtspunkten auf die Seen. Mit der Zeit war zu erkenne, dass die Phasen mit besserer Sicht mehr wurden. Auf der gegenüberliegenden Seite wurde über den Emerald Lakes immer öfter ein großer blauer See sichtbar.
Nach einer weiteren halben Stunde waren fast alle Wolken verschwunden und die Landschaft entfaltete ihre volle Schönheit. Auch die Aussicht in die Ebene war nun traumhaft.
Ich wollte dieses Glück nutzen und ging nochmals hinauf zum Red Crater. Er war nun in seiner vollen Pracht zu sehen und dahinter stand fast völlig wolkenfrei majestätisch der Ngauruhoe.
Außer mir war nur noch ein Mann heroben. Er machte ständig Videos und sagte bei jedem Video „Der Schicksalsberg“. Wir kamen ins Gespräch und machten gegenseitig Fotos mit dem Vulkan im Hintergrund. Fragen traute ich mich nicht, welches Schicksal der Berg für ihn hatte.
Als ich wieder bei Heike war, erzählte ich ihr von meiner Begegnung. Sie lachte und fragte, ob ich nicht wüsste, dass der Vulkan Ngauruhoe der Schicksalsberg aus „Herr der Ringe“ ist. Ich habe die Filme zwar gesehen, aber anscheinend haben sie keinen Eindruck bei mir hinterlassen.
Paula:
was für eine tolle Wanderung! Diese Mischung aus Vulkanlandschaft und Yellowstone ist genau was mich an Neuseeland reizt. 20 km ist allerdings für mich auch zu lang-vor allem in Kombination mit den Höhenmetern. Sehe ich das richtig dass ihr hier gerade an dem "Blue Lake Te Wai..." Aussichtspunkt steht? Dann käme ja der lange Abstieg ja erst noch und man könnte statt dessen hier umkehren, und dann hätte man insgesamt vielleicht 12 km und auf dem Rückweg ginge es überwiegend bergab, sehe ich das richtig? Das würden wir sicher schaffen auch mit unseren 60+ ;D
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